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Veröffentlicht am 05.02.2023

Düster, melancholisch und wunderschön

1000 Stürme
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Zieht Dich die Dunkelheit magisch an? Gehörst Du auch zu den Freunden von Dark Fantasy? Und bereiten Dir Geister und Monster eher Freude und Vergnügen als Dich nachts von süßen Träumen abzuhalten?
Wenn ...

Zieht Dich die Dunkelheit magisch an? Gehörst Du auch zu den Freunden von Dark Fantasy? Und bereiten Dir Geister und Monster eher Freude und Vergnügen als Dich nachts von süßen Träumen abzuhalten?
Wenn Du all diese Fragen mit Ja beantworten kannst, kann ich Dir verraten: Tony Sandoval wird Dein dunkles Herz in „1000 Stürmen“ erobern und Dir blutig-schöne Lesestunden zaubern! Denn das, was Lisa in ihren jungen Jahren erlebt, ist alles andere als gewöhnlich. Als Hexe in ihren Dorf verschrien und von den anderen Kindern gejagt, wird sie selbst zu einer Grenzgängerin zwischen dem Hier und Jetzt, zu der Entdeckerin der anderen Seite und zu einer tapferen Kriegerin im Kampf gegen die Monster.
So gewaltsam und unerbittlich die Wesen in ihrem Blutrausch zuschlagen, so unerschrocken bietet auch Lisa ihnen die Stirn, wächst hierbei im wahrsten Sinne über sich hinaus und lässt die menschlichen Formen und Begrenzungen dabei hinter sich.
Doch nicht nur die Liebhaber von intelligent gemachten Fantasygeschichten kommen hier auf ihre Kosten, auch die Ästheten unter uns können sich freuen – auf großartige, unvergleichliche Zeichnungen, welche die Dunkelheit und ihre Geschöpfe geradezu feiern! Die Bilder sind prägnant, häufig düster, dann auch wieder melancholisch in Aquarell. Und gerade die ganzseitigen Darstellungen Lisas haben mir den Atem geraubt.
Und da ich mich an den Zeichnungen einfach nicht sattsehen konnte, kommt es mir sehr gelegen, dass ich als Leserin nicht einfach so entlassen werde - zwar aus der Geschichte aber nicht aus dem Comic selbst. Denn zum Ende des Buches werden wir noch mit Bonuszeichnungen verwöhnt. Und diese sind überraschend farbenfroh, und auch Lisa wirkt verändert: mit rosa Haaren, bunt aquarelliert und weiterhin wunderschön.
Tony Sandoval ist mit „1000 Stürme“ ein Meisterwerk gelungen – mit Zeichnungen so eigen, melancholisch, geheimnisumwoben und gedankenumrankt! Das kleine Gothic Mädchen, das ich wohl immer bleiben werde, jubelt und ist glücklich. Und so könnte es Dir auch gehen.

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Veröffentlicht am 21.01.2023

Bereits jetzt ein Jahreshighlight

Ohne mich
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Nähe und Distanz, Humor und Traurigkeit – „Ohne mich“ bewegt sich zwischen Polen, überbrückt scheinbar Unvereinbares und ist vor allem ein wunderbares Lesevergnügen mit Tiefe und Nachdenklichkeit.
Doch ...

Nähe und Distanz, Humor und Traurigkeit – „Ohne mich“ bewegt sich zwischen Polen, überbrückt scheinbar Unvereinbares und ist vor allem ein wunderbares Lesevergnügen mit Tiefe und Nachdenklichkeit.
Doch vor allem hat die Geschichte Rhythmus! Klingt erst einmal komisch? Dann hör der Geschichte doch einfach zu! Nimm das Buch in die Hand, such Dir ein Gegenüber – optional und ausschließlich für die Stimmung – und lies sie laut vor! So habe ich es zumindest nach wenigen Seiten getan und von da ab den großartigen Witz in Wort und Handlung, die Treffsicherheit und Prägnanz des Geschriebenen und ganz besonders den Klang entdeckt. Den Klang der kurzen, pointierten Sätze, welche die Leser mit rasantem Tempo durch das Geschehen transportieren, mit hoher Taktzahl und rhythmisch – gar wie ein Songtext?
Und dann habe ich gelesen, ohne Unterbrechung, eingesogen, verschlungen vom Leben der jungen Ich-Erzählerin und schließlich mit rauer Stimme bis zu den letzten Zeilen und Worten. Und alles, was dazwischenlag, war eine Berg- und Talfahrt, eine Achterbahn zwischen Lachen, ungläubigem Kopfschütteln und schließlich auch Begreifen und dem rückblickenden Verstehen.
Was die Geschichte noch zu vollbringen vermochte: Ich konnte zurückschauen, zurück auf meine Studierendenzeit, die Zeit der Sinnsuche – ist diese denn jemals abgeschlossen? – und eine Phase der Orientierungslosigkeit, des Übergangs, Neubeginns. Die Ich-Erzählerin durchlebt dabei eine innere Zerrissenheit, die möglicherweise dem Eintritt in das Erwachsenenleben vorausgeht, vielleicht aber auch exemplarisch für das Lebensgefühl einer ganzen Generation steht und der letztendlich doch eine ganz eigene schicksalhafte Wendung zugrunde liegt.
Noch Winter bei eisigen Temperaturen und Schnee vor meiner Tür, habe ich mit „Ohne mich“ doch bereits eines meiner Highlights für dieses Bücherjahr entdeckt! So sehr habe ich beim Lesen gelacht, mitgelitten und an den Zeilen geklebt – und mein Mann übrigens auch, denn der war „mein Gegenüber“. So kurz die Sätze, so knapp der Text selbst, so unendlich groß war unser Lesevergnügen. 2023, Du musst Dich anstrengen, dies zu toppen!

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Veröffentlicht am 15.01.2023

Einen Stern, einen Oscar und die Bestsellerlisten für Evelyn Hugo

Die sieben Männer der Evelyn Hugo
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Intrigen, Glamour, dunkle Geheimnisse! „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ verzaubert, zieht in ihren Bann, macht süchtig – so wie es Evelyn selbst über Jahrzehnte getan hat. Denn als Schauspielerin, Sexsymbol ...

Intrigen, Glamour, dunkle Geheimnisse! „Die sieben Männer der Evelyn Hugo“ verzaubert, zieht in ihren Bann, macht süchtig – so wie es Evelyn selbst über Jahrzehnte getan hat. Denn als Schauspielerin, Sexsymbol und Stilikone liegen ihr die Männer reihenweise zu Füßen, begehren sie, beten sie an. Evelyn ist gleichsam Objekt der Begierde wie auch der Gier.
Doch ist es mit dem Glück so eine Sache, und vieles ist auch ganz anders als es scheint. Und da sind sie wieder: die Abgründe, in die wir Evelyn begleiten, den doppelten Boden, unter der wir einen Blick werfen dürfen.
Denn für Evelyn ist es die Stunde der Wahrheit. Sie lüftet den Schleier und die Büchse der Pandora gleich mit, und was hieraus entweicht, macht atemlos – nicht nur uns als Leser sondern auch die junge Journalistin Monique. Unverhofft und für sie zunächst unerklärlich kommt ihr die zweifelhafte Ehre zu, Biographin einer der größten Hollywood-Legenden aller Zeiten zu werden. Dass sie selbst Teil der Geschichte wird, kann sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.
Was auch ich nicht erwartet hatte, war, wie sehr mir die Geschichte gefällt, mich über viele wunderbare Lesestunden nicht mehr aus ihren Fängen gelassen hat. Ja, auch ich habe den einen oder anderen Hollywoodfilm gesehen und teils genossen, doch der Gossip drang häufig nicht zu mir durch. Mit Evelyn hinter diese Kulissen aus Schein und Sein zu schauen, hat allerdings seinen ganz eigenen Reiz gehabt. Und die Enthüllungen, die am Ende der Geschichte auf uns lauerten, waren einfach zu schön und schrecklich zugleich, um nicht einen Stern auf dem Walk of Fame für dieses außergewöhnliche Buch zu fordern!

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Veröffentlicht am 13.12.2022

Grenzenloses Vergnügen in den Weiten des Raums

Fern vom Licht des Himmels
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Millionen Lichtjahre entfernt von gewöhnlich, mit Überschall durch eine Geschichte voll Spannung und unvorhersehbare Wendungen – „Fern vom Licht des Himmels“ ist eine rasante Reise, ein Abenteuer, pures ...

Millionen Lichtjahre entfernt von gewöhnlich, mit Überschall durch eine Geschichte voll Spannung und unvorhersehbare Wendungen – „Fern vom Licht des Himmels“ ist eine rasante Reise, ein Abenteuer, pures Vergnügen! Und in seiner Zusammensetzung schon sehr besonders.
Denn was die Leser entdecken dürfen, widersetzt sich der starren Genregrenzen, entzieht sich einer klaren Zuordnung, ist etwas Eigenes, Selbstkomponiertes. Ein Raumschiff als Ort eines unsagbaren Verbrechens, der Weltraum als die Leere, das Gefängnis, das einen Ausweg unmöglich erscheinen lässt. Und mittendrin ein junger Captain wider Willen, auf ihrer ersten Mission, urplötzlich vor die Aufgabe gestellt, das Leben ihrer schlafenden Passagiere zu retten.
Unterstützt wird sie hierbei von einer Schicksalsgemeinschaft, einem Querschnitt des neuen, galaktischen Lebens, die sie im weiteren Verlauf liebevoll „ihre Crew“ nennt. Doch trotz des messerscharfen Verstandes der künstlichen wie auch biologischen Crewmitglieder nimmt das Unheil schier unaufhaltsam seinen Lauf, Schiff und Leben kommen zunehmend zu Schaden, der Verfall erscheint rätselhaft und unerklärlich.
Wer mit Thompson in dieses interstellare Kammerspiel einziehen möchte, sollte keine schwachen Nerven haben und sich auch nicht vor dem einen oder anderen Moment des Ekels, der Häufung von Körperteilen oder des Verlustes derselbigen fürchten. Doch neben den Horrorelementen kommen auch die Freunde der Science-Fiction und gar des guten, klassischen Krimis auf ihre Kosten. Denn wo Morde sind, ist auch ein Mörder nicht weit, ist auch ein Ermittler ganz nah.
Hört sich alles kompliziert an? Ist es aber nicht. Das einzige, was anstrengend ist: Das Buch aus der Hand zu legen, sobald die Geschichte einmal begonnen hat, ihr Netz zu weben. Und in diesem verfangen sich nicht nur außerirdisches und künstliches Leben, ein Wolf – wer hätte dies im Weltraum gedacht! –, sondern auch die Leser, die diesem Pageturner nicht entkommen können.

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Veröffentlicht am 21.11.2022

Fantasy und Märchen, Abenteuer und Liebe – zauberhaft und bezaubernd

Lightlark
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Ein Fluch, der eine gesamte Welt zu zerstören droht, eine junge Herrscherin, die ihr Reich verzweifelt zu retten versucht, ein Geheimnis, das im Dunkeln verborgen bleiben muss – Alex Aster schafft mit ...

Ein Fluch, der eine gesamte Welt zu zerstören droht, eine junge Herrscherin, die ihr Reich verzweifelt zu retten versucht, ein Geheimnis, das im Dunkeln verborgen bleiben muss – Alex Aster schafft mit „Lightlark“ eine Geschichte von Liebe, Verzweiflung und Verrat, ein Universum der Zauberei und Magie, eine Heldin, welche die Herzen ihrer Leser berührt.
Die Elemente und Motive, denen Aster sich hierfür bedient, haben teils Tradition, sind teils neugeschaffen oder -gedacht und entstammen ebenso der Welt der Fantasy wie auch der der Märchen. Die Geschichte erhält so einen ganz eigenen Klang und einen Sog, der sie gleich einer Sirene unwiderstehlich werden lässt.
Auch Isla Crown ist eine Verführerin, der Wildling, der den Kopf verdreht und die Sinne betört, die „Herzverschlingerin“ – in so vielfacher Hinsicht und Bedeutung. Selbst jung, unerfahren und vermeintlich unterlegen, sind Mission und Verantwortung doch von der Größe ihres Reiches und der Anzahl der Angehörigen ihres Volkes, welches sich seit hunderten von Jahren im Exil befindet. Von Islas Sieg hängt deren Überleben ab, der Fortbestand ihrer Sippe. Und auch ihre ganz eigene, persönliche Freiheit,
Bislang eingesperrt in einem goldenen Käfig und ausschließlich auf den Centennial, den Wettbewerb der Herrscher, trainiert, ist die Zeit auf Lightlark ebenso ein Ausbruch aus den begrenzten Mauern ihres bisherigen Daseins wie die Entdeckung eines Lebens der Abenteuer, Möglichkeiten und Gefühle und einer unbekannten Welt, die zugleich dem Untergang geweiht ist. Umgeben von Lügen und Verrat, Liebe und Hass und auf einer Mission, die alles entscheidet, gilt es nicht nur, das eigene Herz zu beschützen sondern zugleich auch das vieler Menschen zu retten – und damit den Fortbestand der sechs Reiche zu sichern.
Mit Isla hat Alex Aster eine ebenso ungewöhnliche wie liebenswerte Heldin geschaffen, vermeintlich schwach und doch voll ungeahnter Stärke, zunehmend selbstbewusst und mit einem Verstand, der ihrer Schönheit in nichts nachsteht. Eine Identifikationsfigur für wohl viele ihrer Leser und diejenigen, die eine Geschichte voll Magie und Fantasy ebenso schätzen wie eine starke Frauenfigur als Mittelpunkt und Triebfeder des Geschehens.
Dass das Ende dann so voller Überraschungen, Enthüllungen und Ungeahntem ist, macht „Lightlark“ rund, im wahrsten Sinne des Wortes „wunder-bar“ und lässt es als Versprechen auf eine Fantasy-Reihe erscheinen, die in ihren weiteren Bänden ebenfalls die Herzen im Sturm erobern wird – und uns durch Sternenpfützen und Portale zwischen den Buchdeckeln, Seiten und Zeilen ganz sicher in Welten voll Spannung, Abenteuer und Liebe entführen wird.

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