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Veröffentlicht am 12.02.2023

Ein kniffliger Fall

Mallorquinische Rache
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Ein Krimi, der auf Mallorca spielt? Muss ich lesen. Hab ich gelesen. Hat Spass gemacht.

Und nun ein bisschen ausführlicher: am Anfang kann man sich nicht so richtig zurück lehnen, denn es sind viele ...

Ein Krimi, der auf Mallorca spielt? Muss ich lesen. Hab ich gelesen. Hat Spass gemacht.

Und nun ein bisschen ausführlicher: am Anfang kann man sich nicht so richtig zurück lehnen, denn es sind viele Figuren, die auftreten und von denen man noch nicht weiss, welche Rolle sie in diesem ersten Band um Kommissar Lluc Casanovos spielen.

Ich war schon einige Male auf der Mallorca, doch eine Fahrt mit dem Soller-Express habe ich noch nicht mitgemacht. Die konnte ich nun aber mit erleben, denn der Sonderzug zum Jubiläum fährt die gewohnte Strecke von Palma nach Soller. Bildlich beschreibt Lilly Alonso die Szenen im Zug, so als ob man selbst Fahrgast ist und die anderen Passagiere beobachtet und geblendet wird vom Lichtwechsel von Hell zu Dunkel und umgekehrt beim Ein- und Ausfahren des Tunnels.

An der Endhaltestelle entdecken die Zugbegleiter, dass ein Passagier, Ramon Cabot, einer der Hauptaktionäre der Zuggesellschaft, erstochen wurde. Dreissig Jahre fuhr er nicht mehr mit dem roten Blitz, diese Fahrt war leider auch seine letzte Fahrt.

Kommissar Lluc Casanovas, der sich schon auf seine Frühpensionierung freute, muss in diesem undurchsichtigen Fall ermitteln. Leider nicht in seinem Tempo, denn seine potentielle Nachfolgerin Josefina Garcia ist etwas übereifrig bei der Sache. Zum Glück gibt es noch Llucs Assistentin Francisca Gual, die ich sehr mochte.

Es gibt viele Verdächtige, viele Verhaftungen, viele Geheimnisse. Letztere auch im Privatleben der Ermittler. Nicht alles ist auf den ersten Blick logisch bzw. nicht zu Ende erzählt, einiges bleibt auch am Ende noch offen. Da erscheint dann ein für mich überraschender Täter. Hinweise auf diese Person sind nur ganz wenige vorhanden, wenn man zurück schaut. Aber alles ist stimmig erklärt und vielleicht werden in einem allfälligen zweiten Band die anderen offenen Eindrücke noch zu Ende erzählt.

Man merkt, dass die Autorin auf der Insel zuhause ist und über entsprechende Ortskenntnisse verfügt. Als Leser erfährt man einiges über die Insel und freut sich über die bildhaften Beschreibungen, quasi als Ersatz für eigene Ferientage auf der Insel. Lilly Alonsos Schreibstil ist angenehm und bis auf die anfänglich zu vielen fast gleichzeitig eingeführten Personen flüssig zu lesen.

Fazit: Ein kniffliger erster Fall mit viel Lokalkolorit und überraschendem Ende.
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Wohlfühllektüre trotz Sabotageakten

Ein Sommer in den Hamptons
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Ein Sommer ohne ihren Freund - eigentlich ein ganzes Jahr, denn Rowenas Freund Matt offenbarte sich äusserst spontan, dass er auf Weltreise gehen will, bevor er sich endgültig für sie entscheidet. Rowena ...

Ein Sommer ohne ihren Freund - eigentlich ein ganzes Jahr, denn Rowenas Freund Matt offenbarte sich äusserst spontan, dass er auf Weltreise gehen will, bevor er sich endgültig für sie entscheidet. Rowena fliegt für einen Job nach New York und entschliesst sich an einer Party, den Sommer über in den Hamptons zu verbringen. Zuhause ist ja eh niemand, also kann sie diesen Sommer ja auch für sich selbst nutzen. Der Gastgeber der Party lädt sie quasi in die WG-Villa ein. Unter anderem aus Eigennutz, den er braucht die Miete. Rowena lässt sich darauf ein, als Fotografin kann sie an jedem Ort arbeiten.

Doch so einfach wie gedacht, wird es nicht. Es dauert, bis sie ihre ersten Kunden hat. Dass sie diese Ted, einem Typen, mit dem sie an ihrem ersten Tag aneinandergeraten ist, verdankt, passt ihr nicht. Trotzdem muss sie froh darüber sein, denn durch die neue Kundschaft und Ted lernt sie die Hamptons besser kennen. Hier erlebt sie einige Abenteuer mit ihren WG-Mitbewohnern, beginnt die Dünen zu schützen und überdenkt ihr bisheriges Leben.

Der Beginn des Romans fand ich ein wenig suspekt. Kaum in New York, schon die erste Party - ich zweifelte, ob das nach meinem Geschmack ist, wenn es so weiter geht. Einige Partys gibt es später zwar auch in den Hamptons, doch die sind dann recht gut ins Geschehen gesetzt und man merkt schnell, dass es kein Party-Roman ist wie ich anfänglich befürchtete.

Rowena lebt sich einigermassen gut ein und fühlt sich wohl in der Zufalls-WG mit Hump (der immer viele originelle Ideen hat), Bobbi, die nur an den Wochenenden vor Ort ist (und zur guten Freundin wird) und Greg, der noch seltener anwesend ist.

Ro(wena) lernt sehr einfach neue Leute kennen, gerät dann aber zwischen die Fronten - einer Naturschutz-Gruppe rund um Florence, der sich Rowena anschliesst, auf der einen Seite und Politiker, die noch mehr bauen möchten, auf der anderen Seite. Dazu Ted Connor, den Rowena an einem falschen Tag kennenlernte, dadurch beide zu Vorurteilen kamen, die nur schwerlich abzulegen sind.

Es machte Spass, "Ein Sommer in den Hamptons" zu lesen. Trotz meiner anfänglichen Skepsis wurde die Geschichte gut und blieb nicht oberflächlich. Humorige Szenen wechseln sich ab mit spannungsgeladenen und emotionalen Kapiteln.

Fazit: Wohlfühllektüre mit viel Meer, Sand, Liebe und dennoch auch ernsten Themen.
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Nicht nur im Sommer lesenswert

Eine Insel zum Verlieben
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Chloé arbeitet in einer Concierge-Firma in New York, ein Ableger derselben Firma in London - ihr Ex-Freund Tom arbeitete wie sie dort, deshalb wollte sie weg. Nachdem nun ihre Arbeitskollegin in NYC einen ...

Chloé arbeitet in einer Concierge-Firma in New York, ein Ableger derselben Firma in London - ihr Ex-Freund Tom arbeitete wie sie dort, deshalb wollte sie weg. Nachdem nun ihre Arbeitskollegin in NYC einen Unfall hat, muss Chloé deren exklusive Luxus-Kunden übernehmen. Für diese Kunden wird alles gemacht, was eigentlich unmöglich erscheint. Ein neuer Kunde, Joe Lincoln, soll auch gleich noch aufgenommen werden.

Für ihn soll Chloé nach einer abgeschiedenen griechischen Inselvilla suchen - einfacher gesagt als gesucht. Als Tom unerwartet in New York auftaucht, nutzt Chloé die Chance und begleitet Joe nach Griechenland. Und dennoch sollte sie rund um die Uhr für ihre anderen Kunden erreichbar sein, die natürlich ausgerechnet jetzt zum Teil in Schwierigkeiten geraten oder weitere Extrawünsche adressieren.

In Zwischenkapiteln wird von einer unbekannten Frau erzählt. Ich war gespannt, wie diese Nebenstory in die Hauptgeschichte reinpasst, doch bis es soweit war, passiert extrem viel. Chloé merkt erst in Griechenland unter welch enormen Druck sie steht. Ausserdem verfällt sie dem Charme von Tom, obwohl sie ihr Privatleben strikt vom Job trennt.

Dieser eigentlich typische Sommer-Roman, den man aber rund ums Jahr geniessen kann und wird, wartet mit überraschenden Twists auf, bringt das aus Kriminalromanen bekannte "Whodunit"-Gefühl mit und besticht mit tollen, teilweise recht geheimnisvollen Charakteren.

Es ist zudem eine Reise um die Welt. Neben Amerika, London und der griechischen Insel Hydra geht es auch nach Südfrankreich.

Über die Themen möchte ich nichts verraten, damit es für alle spannend bleibt. Spannend ist "Eine Insel zum Verlieben" sehr, auch wenn es zwischendurch eine oder zwei Längen gibt - aber wahrscheinlich war ich einfach zu ungeduldig auf die Lösung des Rätsels - und ich war froh, dass ich den Roman nicht aus der Hand legen musste und ihn somit an einem einzigen Tag auslesen konnte. Aber auch wenn man den Roman an mehreren Tagen liest, wird die Geschichte die Leserinnen begeistern.

Fazit: Toller Pageturner - nicht nur im Sommer lesenswert!
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 07.02.2023

Unterhaltender als Vorgängerbände

Mondlichtzauber
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In diesem 6. Band ist einiges los - Beziehungskrisen en masse. In der Beziehung zwischen Justine und Seth kriselt es seit dem Brand im Restaurant. Obwohl sie es besser wüsste, trifft sich Justine mit Warren, ...

In diesem 6. Band ist einiges los - Beziehungskrisen en masse. In der Beziehung zwischen Justine und Seth kriselt es seit dem Brand im Restaurant. Obwohl sie es besser wüsste, trifft sich Justine mit Warren, weil er immer gerade da ist, wenn sie jemanden zum Reden braucht. Mit Seth sprechen geht nicht, er ist so in der Idee verfangen, den Aufbau des Restaurant so schnell wie möglich voranzutreiben.

Allison hat Angst, dass Anson, der verschwunden ist und sich nur sehr selten bei ihr meldet, etwas mit dem Brand zu tun hat.

Linette versteht nicht, dass Cal immer weniger Zeit für sie hat und eine wichtige Entscheidung nicht erst mit ihr bespricht, sondern sie in einer grossen Runde kund tut.

Rachels Freund, der in der Armee ist, ist eifersüchtig, dass Rachel nicht einfach so zur Verfügung steht, wenn er mal frei hat, und sie sich oft mit Jolene und deren Vater Bruce trifft.

Die einzige Unbekümmerte in Cedar Cove ist Friseurin Terri, die dem Schach-Champion Bobby Polgar auf spontane und ungewöhnliche (aber legale) Weise hilft, zu gewinnen. Bobby, der sich den Umgang mit anderen Menschen nicht gewohnt ist, möchte daraufhin Terri kennenlernen.

Auch hier wird am Anfang wieder einiges wiederholt aus den Vorgängerbänden, das ist bei dieser Reihe leider schon Usus. Doch zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, nicht alle Figuren schon zu kennen und alles zu wissen.

Inhaltlich fand ich das Verhalten einiger Charaktere reichlich einfältig. Besonders jenes von einigen der Männer wie Jon und Cal beispielsweise. Das Handeln von Justine (am Anfang) und Linette (am Ende) zeugte nicht wirklich von Reife. Dagegen wirkten Allison und Anson geradezu richtig erwachsen.

Spass hingegen machte die Geschichte um das sehr gegensätzliche Paar Terri und Bobby. Dank diesen beiden lohnt sich die Lektüre von "Mondlichtzauber".

Fazit: Unterhaltender als die Vorgängerbände.
4 Punkte.

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Veröffentlicht am 07.02.2023

Liest sich ganz gut

Der Tote im Netz
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Der erste Band der neuen Krimireihe um Radioreporterin Franziska Mai und Kommissar Kay Lorenz liest sich ganz gut.

Damit Stellen im Bäderland-Radio erhalten bleiben, wenn es bald von einer grossen Kette ...

Der erste Band der neuen Krimireihe um Radioreporterin Franziska Mai und Kommissar Kay Lorenz liest sich ganz gut.

Damit Stellen im Bäderland-Radio erhalten bleiben, wenn es bald von einer grossen Kette übernommen wird, denkt sich Franziska ein neues Format aus: Einwohner können sich über Ungerechtigkeiten beschweren, über die das Radio dann berichten wird. Hiermit erfindet Franziska Mai zusammen mit Praktikant Jannis quasi die Grundlage der weiteren Kriminalfälle, die in Zukunft auf die beiden und Kommissar Lorenz warten.

So eine Ungerechtigkeit meldet auch ein Fischer, der sich vom Amt kontrolliert und drangsaliert fühlt. Kurz nach der ersten Kontaktaufnahme ist der Fischer tot. Als Zeugin und Reporterin fühlt sich Franzi berechtigt, selbst zu ermitteln und dem neuen Kommissar unter die Arme zu greifen.

Dies sorgt natürlich für einige Schmunzelmomente, wenn Kay und Franziska sich in die Haare bekommen, oder wenn sich Praktikant Jannis auch noch einmischt.

Wie meistens in einem Reihenauftakt dauert es ein wenig, bis alles in Fluss kommt. So auch hier, doch sobald Franzi und Jannis sich an des Fischers Sohle heften, läuft es rund.

So rund, wie es mit einer nicht sehr einfachen Protagonistin halt laufen kann. Manchmal wirkt Franzi sehr überambitioniert und egoistisch, doch sie hat das Herz am rechten Fleck. Kay Lorenz hingegen ist ein eher verschlossener Typ, der es mit der Zeit in Kauf nimmt, sich helfen zu lassen - die Reporter kommen an Dinge ran, die er als Kommissar nicht so komplikationslos herausfinden könnte. Der eher ruhige Jungsporn Jannis trumpft oft mit guten Ideen auf. Somit ergänzt sich das Ermittler-Team dieser Reihe gut.

Den Fall an sich fand ich gut aufgebaut. Es gab einige Verdächtige, viele Verdachtsmomente und bis die wahren Täter verhaftet werden können, hat man mit den Ermittlern einige Kilometer auf Usedom und Umgebung hinter sich gebracht und fast auch ein wenig Sightseeing betrieben.

Nun bin ich gespannt auf den zweiten Band; darauf, wie sich das alles entwickelt.

Fazit: Kurzweiliger und "Lust auf mehr"-machender Krimi-Auftakt.
4 Punkte.

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