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Veröffentlicht am 12.02.2023

Alma kann es nicht lassen

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus
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1924: Baden-Baden befindet sich, wie der Rest der Welt, im Ägyptenfieber. Aus diesem Grund wird im Kurhaus von Baden-Baden die Oper Aida aufgeführt. Die anschließend unter dem Motto „Legenden des Nil“ ...

1924: Baden-Baden befindet sich, wie der Rest der Welt, im Ägyptenfieber. Aus diesem Grund wird im Kurhaus von Baden-Baden die Oper Aida aufgeführt. Die anschließend unter dem Motto „Legenden des Nil“ stattfindende Premierenfeier wird durch die Ermordung des Startenors abrupt beendet. Alma, das Fräulein vom Amt, und ihre Freundin Emmi sind Gast auf der Feier. Als Emmis Freund und Verehrer August sofort zum Hauptverdächtigen wird beginnt Alma mit ihren eigenen Ermittlungen, da sie von Augusts Unschuld überzeugt ist.

„Das Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus“ ist zwar bereits der 2. Band der Reihe, aber für mich war es das erste Buch von Charlotte Blum (Pseudonym von Regine Bott und Dorothea Böhme). Die Autorin schafft es ausgezeichnet die damalige Stimmung sprich das wiedergewonnen Leben nach dem 1. Weltkrieg, die ersten Andeutungen / Anzeichen des aufkommenden Nationalsozialismus sowie die Schwierigkeiten der Frauen in jener Zeit detailliert darzustellen. Als ebenso gelungen empfinde ich die gezeichneten Charaktere der einzelnen Protagonisten, welche man sich lebhaft und bildlich vorstellen kann. Alma das freiheitsliebende Fräulein vom Amt, die ihre Nase gerne in die Ermittlungen der Polizei steckt. Ihre Mitbewohnerin und beste Freundin die etwas flatterhafte und lebhafte Emmi sowie die sittenstrenge Großmama, die gerne an den alten Zeiten gerne festhalten will. Die forsche Witwe Frau Doktor Hinrichs und Ludwig Schiller der gute Kriminalkommissar, treue Freund und Almas Liebe.

Das schlichte Buchcover auf dem eine junge Frau (Alma - Das Fräulein am Amt) in einem Treppenhaus abgebildete ist passt für mich hervorragend zum Buch. Gut gefallen hat mir auch die liebevolle Gestaltung der Innenseite des Buchcovers. Dort ist eine Stadtkarte von Baden-Baden aus dem Jahr 1924 zu sehen. So kann man sich die Orte des Geschehens noch besser vorstellen.

Leider konnte mich das Buch nicht ganz zu 100 % überzeugen, da es für meinen Geschmack stellenweise etwas zu langatmig war. Wer aber einen „historischen“ Krimi aus den 30er Jahre sucht, der wird mit diesem Buch ein paar schöne Stunden verbringen können

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Veröffentlicht am 26.06.2022

Tüdelbüdel ermittelt

Die Leiche am Deich
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Gesine Felber wird von ihren Freunden liebevoll „Tüdelbüdel“ genannt. Sie betreibt im beschaulichen Sünnum den "Kroog", eine urige Kneipe. Dies ist gleichzeitig das Herzstück des Dorfes, da sich hier all ...

Gesine Felber wird von ihren Freunden liebevoll „Tüdelbüdel“ genannt. Sie betreibt im beschaulichen Sünnum den "Kroog", eine urige Kneipe. Dies ist gleichzeitig das Herzstück des Dorfes, da sich hier all abendlich die Dorfbewohner zum Klönen und Schnacken treffen. Des Weiteren ist sie stolze Braumeisterin des berühmten Tüdelbräus. Eines Abends ist es aber mit dem friedvollen Zusammenleben vorbei, als die Leiche der Ehefrau von Milchbauer Burmeister am Deich gefunden wird. Als dann auch noch Enno, ein Freund von Gesine, des Mordes verdächtigt wird beginnt sie, zum Leidwesen ihrer Tochter Wiebke, selbst zu ermitteln.

Joost Jensen ist es sehr gut gelungen, die einzelnen Protagonisten sehr bildhaft darzustellen. Man kann förmlich die sture Tüdelbüdel vor sich sehen, ebenso wie den etwas mürrischen ehemaligen Kapitän Joris oder Burmeister ein Aas wie aus dem Bilderbuch. Nicht zu vergessen Wiebke, die eine der ermittelnden Polizisten in dem Mordfall ist und die Dank der eigenwilligen Aktionen ihrer Mutter immer wieder an den Rand der Verzweiflung / Wahnsinn getrieben wird.

Der flüssige Schreibstil war sehr angenehm und der Krimi im Nu gelesen.

Das etwas düstere Buchcover mit dem für die Nordseeküste typischem Reet gedecktem Haus im Vordergrund und den bedrohlich dunklen Wolken im Hintergrund passt hervorragend zum Krimi.

Leider muss ich gestehen, dass ich die Aktionen von Gesine teilweise doch etwas zu überzogen und unrealistisch fand. Weniger ist manchmal doch mehr. Aus diesem Grund kann ich leider keine volle Punktzahl vergeben.

Aber für alle Nordsee-Krimi-Fans ist dies eine kurzweilige Urlaubslektüre.

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Veröffentlicht am 29.05.2022

Anders als erwartet

In fünf Jahren
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Dannie Kohan ist eine erfolgreiche und sehr ehrgeizige junge Firmenanwältin in New York. Sie hat ihr Leben fest im Griff und ihre Ziele / Pläne klar im Blick. Als sie endlich beim lang ersehnten Bewerbungsgespräch ...

Dannie Kohan ist eine erfolgreiche und sehr ehrgeizige junge Firmenanwältin in New York. Sie hat ihr Leben fest im Griff und ihre Ziele / Pläne klar im Blick. Als sie endlich beim lang ersehnten Bewerbungsgespräch bei Wachtell, der besten Kanzlei der Stadt, die Frage gestellt bekommt wo sie sich in 5 Jahren wieder sieht, hat sie darauf sofort die richtige Antwort parat. Aber Dannie wird ein paar Stunden später feststellen, dass im Leben doch nicht immer alles nach Plan verläuft. Denn als sie abends zuhause ist passiert etwas völlig Unvorhersehbares. Sie „erwacht“ 5 Jahre später in einer fremden Wohnung, in fremder Umgebung und mit einem völlig fremden Mann.

Der Autorin ist es wunderbar gelungen die Hauptprotagonisten sehr leb-/ bildhaft darzustellen. Auf der einen Seite die strebsame, hart arbeitende ehrgeizige Dannie und auf der anderen Seite ihre beste Freundin Bella. Eine liebenswerte Künstlerin, die Dank reicher Eltern recht plan- und ziellos durchs Leben wandelt. Aber auch der treue, zuverlässige David war gut gezeichnet.

Da der Schauplatz der ganzen Geschichte New York ist, passt das Buchcover mit der unverwechselbaren Skyline zur Story.

„In fünf Jahren“ von Rebecca Serle ist definitiv wie bereits im Klappentext beschreiben keine klassische Liebesgeschichte. Ich muss ehrlich zugeben, ich hatte eine leichte, nette Geschichte erwartet und war daher vom Verlauf der Story völlig überrumpelt, da ich aufgrund des Covers und der Leseprobe nicht mit einem solch emotionalen Thema gerechnet hatte. Es ist lange her, dass mich ein Buch so bewegt hat und ich Tränen verdrücken musste. Ich muss aber gestehen, wenn ich vorher gewusst hätte um was es eigentlich in dem Buch geht hätte ich es nicht gelesen, da es mich leider doch sehr beschäftigt hat.

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Veröffentlicht am 02.02.2022

Cosy Crime mit einem ganz speziellen Zimmermädchen

The Maid
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Molly Maid ist mit Leib und Seele Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Sie wird zwar von den meisten Gästen übersehen (was ihr auch ganz Recht ist), liebt es aber die Zimmer in einen Zustand der Perfektion ...

Molly Maid ist mit Leib und Seele Zimmermädchen im Regency Grand Hotel. Sie wird zwar von den meisten Gästen übersehen (was ihr auch ganz Recht ist), liebt es aber die Zimmer in einen Zustand der Perfektion zu versetzten. Sie schafft es durch ihre Art sich immer wieder selber in Schwierigkeiten zu bringen. Eines Tages findet sie den reichen Immobilienmogul und Stammgast Mr. Black tot in seiner Suite, worauf sie von der Polizei als Zeugin vernommen wird. Aber bald wendet sich das Blatt für Molly und sie wird zur Tatverdächtigen. Kann Molly ihre Unschuld beweisen und wem kann sie vertrauen?

Nita Prose ist es sehr gut gelungen die Protagonisten bildhaft darzustellen. Vor allem Molly die zu Beginn des Krimis sehr perfektionistisch, naiv und stellenweise gefühlskalt mit fast schon autistischen Zügen dargestellt wird, aber auch ihre Freunde Mr. Preston und Juan Manuel kann man sich gut vorstellen. Besonders gut finde ich ist der Barkeeper Rodney gelungen.

Das Buchcover mit dem auf dem Türschild sitzenden Zimmermädchen gefällt mir sehr gut und passt für mich hervorragend zur Geschichte.

Ich war von der Leseprobe sehr angetan, aber leider konnte mich das komplette Buch nicht zu 100% überzeugen. Bis zur Hälfte des Buches war die Geschichte für mich teilweise etwas langatmig. Im letzten Drittel gibt es allerdings noch Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte und die den ganzen Krimi und Molly in ein anderes Licht rücken. Den Bezug zu Colombo kann ich nur bedingt nachvollziehen. Deshalb auch nur 4 von 5 möglichen Sterne.

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Veröffentlicht am 07.11.2021

2. Fall für die Queen

Die unhöfliche Tote
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Im zweiten Band der Serie „Die Queen ermittelt“ stellt diese zunächst fest, dass ihr Lieblingsgemälde, das ihre Jacht Britannia zeigt, verschwunden ist. Aber dem nicht genug, wird auch noch eine Angestellte ...

Im zweiten Band der Serie „Die Queen ermittelt“ stellt diese zunächst fest, dass ihr Lieblingsgemälde, das ihre Jacht Britannia zeigt, verschwunden ist. Aber dem nicht genug, wird auch noch eine Angestellte im Badehaus des Buckingham Palace tot aufgefunden. Gemeinsam mit ihrer Privatsekretärin Rozie versucht sie beide „Fälle“ unauffällig zu lösen. Dabei kommen sie nicht nur unglaublichen Intrigen auf die Spur sondern geraten das ein oder andere Mal auch in Gefahr.

Das Cover ist ansprechend, passt hervorragend zur Geschichte und ist ein Eyecatcher. In einer Buchhandlung wird es definitiv farblich auffallen.

Die Figuren sind gut und lebendig beschrieben. Der Autorin gelingt es die Charaktere authentisch zu zeichnen. Dabei waren mir die Queen, Rozie, Prinz Philipp sofort sympathisch. Die Dialoge mit ihrem Mann, ihre Hunde - genauso stelle ich mir das Leben der Queen vor.

Dank des flüssigen und angenehmen Schreibstils ist die Geschichte leicht zu lesen. Ich lese unheimlich gerne sogenannte Cosy Crime Geschichten und wollte schon lange ein Buch der Autorin bzw. dieser Reihe lesen. Einen kleinen Dämpfer gibt es jedoch für mich. Die Aufklärung des Falls/der Fälle hat mir persönlich nicht gefallen. Mehr kann und möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht verraten. Dennoch möchte ich eine Leseempfehlung aussprechen.

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