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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.10.2023

Liebe, Träume, Kuchen und Geheimnisse

Der späte Ruhm der Mrs. Quinn
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Das Cover ist hübsch gestaltet, hat mich aber nicht besonders angesprochen. Ebenso wenig wie der Titel. Aber der Klappentext! Ganz entzückend! Ich liebe Backsendungen und versuche, die Lieblingsrezepte ...

Das Cover ist hübsch gestaltet, hat mich aber nicht besonders angesprochen. Ebenso wenig wie der Titel. Aber der Klappentext! Ganz entzückend! Ich liebe Backsendungen und versuche, die Lieblingsrezepte meiner Mutter und Großmutter auch in meine Küche aufzunehmen. Klar also, dass ich ganz begeistert war.

„Der späte Ruhm der Mrs. Quinn“ von Olivia Ford ist ein herzergreifendes Buch, das Mut und Lebensfreude vermittelt. Die Hauptfigur Mrs. Jennifer Quinn ist eine sympathische Mittsiebzigerin, die sich für eine Backshow bewirbt und dabei nicht nur Backgeheimnisse, sondern auch ihre eigene Vergangenheit offenbart. Das Buch ist flüssig geschrieben, die Charaktere sind authentisch, und es macht Mut, sich auch im Alter noch einiges zuzutrauen.

Nachdem mir schon die Leseprobe gefallen hat, war ich nicht überrascht, dass das ganze Buch ein zuckersüßes Lesevergnügen ist. Ich habe gelacht, geschmunzelt, von den Süßwaren geträumt und – geweint. Ein berührender Roman, perfekt, um es sich an grauen Herbsttagen mit Tee und Gebäck gemütlich zu machen. Das einzige, was mir gefehlt hat: Ich würde zu gerne ihre Rezepte nachbacken! :)

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Veröffentlicht am 11.05.2023

Starke Frau in rauer Wildnis

So weit der Fluss uns trägt
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„So weit der Fluss uns trägt“ von Shelley Read ist eine berührende und zumeist traurig-tragische Geschichte.

Victoria (Torie) Nash durchlebt nach dem frühen Tod ihrer Mutter eine schwierige Zeit. Ihre ...

„So weit der Fluss uns trägt“ von Shelley Read ist eine berührende und zumeist traurig-tragische Geschichte.

Victoria (Torie) Nash durchlebt nach dem frühen Tod ihrer Mutter eine schwierige Zeit. Ihre Familie (Vater, Bruder und Onkel) erwarten von ihr ganz selbstverständlich, dass sie nun die klassische Frauenrolle auf der Familienfarm einnimmt.

Obwohl auch ihre gläubige Mutter mit Zuneigung und Liebe recht sparsam umging, fehlt dieser Aspekt nach deren Tod ganz. Die Männer der Familie ignorieren sie oder behandeln sie sehr rau.

Eines Tages taucht ein geheimnisvoller Fremder auf, der sie sofort fasziniert. Diese Gefühle beruhen auf Gegenseitigkeit und bereits auf den ersten Seiten „spoilert“ die Autorin durch in der Zukunft liegende Szenen die Beziehung der beiden an.

Diese Beziehung wird von ihrer Familie nicht toleriert und führt letztendlich dazu, dass Victoria ihr altes Leben hinter sich lässt und in die Wildnis flieht.

Die Autorin hat eine sehr schöne Art, die Landschaft, Begegnungen und Menschen zu beschreiben. Sie schafft es, mich völlig in die Geschichte hineinzuziehen. Es geht um Liebe und Verlust, Rassismus und Intoleranz, Hoffnung und Stärke, die Entdeckung und Entwicklung des eigenen Seins.

Auch wenn es manchmal etwas „langatmig“ wird, gibt es von mir eine Leseempfehlung und volle fünf Sterne. Ein sehr gelungenes Debüt!

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Veröffentlicht am 13.02.2023

Ergreifender Roman

Sibir
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Cover und Titel sind passend gewählt, haben mich auf den ersten Blick aber nicht angesprochen. Der Klappentext hat meine Neugier geweckt, denn einen Roman zu diesem Thema ist mir bisher nicht in die Hände ...

Cover und Titel sind passend gewählt, haben mich auf den ersten Blick aber nicht angesprochen. Der Klappentext hat meine Neugier geweckt, denn einen Roman zu diesem Thema ist mir bisher nicht in die Hände gefallen. Dieses Kapitel der deutsch-russischen Geschichte, die Verschleppung deutscher Zivilisten nach Asien, bekommt bisher viel zu wenig Aufmerksamkeit. Und was soll ich sagen? Es ist unglaublich gut gelungen. Es ist, als wäre die Autorin selbst in der Mühlheide aufgewachsen und hätte all das miterlebt. Als hätte es diese Gemeinschaft genau so im echten Leben gegeben. Während ich lese, packt mich immer wieder das Grauen und Trauer überkommt mich. Dass diese Ereignisse Realität waren. Und wie das Leben für die Überlebenden weitergeht. Die nirgendwo mehr zu Hause sind. Fremde in der Steppe, Fremde in der Heide.
Die intensive Recherche, die Gespräche mit Zeitzeugen, all das macht diesen Roman einzigartig realistisch und ergreifend. Pflicht-Lektüre!

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Veröffentlicht am 28.11.2022

Ein Stück Buchgeschichte im Krieg

Die Bücher, der Junge und die Nacht
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Der Autor nimmt uns mit in die Vergangenheit, als das Graphische Viertel in Leipzig noch nicht vom Krieg zerstört war. Die Geschichte beginnt sehr dramatisch und mitten im Krieg, mitten in einem Bombenangriff ...

Der Autor nimmt uns mit in die Vergangenheit, als das Graphische Viertel in Leipzig noch nicht vom Krieg zerstört war. Die Geschichte beginnt sehr dramatisch und mitten im Krieg, mitten in einem Bombenangriff auf das Bücherviertel. Und einem Jungen, der eigentlich gar nicht weiß, wer er eigentlich ist und wie die Welt da draußen aussieht.
Das Buch spielt auf drei Zeitebene und Stück für Stück setzt man das Rätsel um den Jungen, Robert Steinfeld, zusammen, wird dabei aber immer wieder überrascht. Wieso wurde er als Kind jahrelang eingesperrt? Wer war der Mann, der ihn gerettet hat? Wer sind seine leiblichen Eltern?
Die Geschichte ist aus meiner Sicht sehr gut umgesetzt. Die Schilderungen zu Zeiten des Kriegs sehr realistisch, die Beschreibungen äußerst bildhaft, die Charaktere gut ausgearbeitet. Ich liebe den Schreibstil von Kai Meyer und wurde auch bei diesem Buch nicht enttäuscht.
Was ich nicht erwartet habe: Ich fand das Buch insgesamt ziemlich traurig. So viele Schicksalsschläge, die mich nicht kaltgelassen haben.
Dennoch ein fantastisches Buch, dass für jede:n Bücherliebende:n und Kai Meyer-Fan ein Muss ist.

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Veröffentlicht am 10.10.2022

Einfach backen

Das große Brotbackbuch
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Das große Brotbackbuch von Christina Bauer ist meine persönliche Back-Fibel und hat mein Herz (und meinen Magen) im Sturm erobert. Das Cover hat mich gar nicht so sehr angesprochen, aber: Ich habe schon ...

Das große Brotbackbuch von Christina Bauer ist meine persönliche Back-Fibel und hat mein Herz (und meinen Magen) im Sturm erobert. Das Cover hat mich gar nicht so sehr angesprochen, aber: Ich habe schon oft versucht, leckeres Brot zu backen. Wie vom Bäcker sollte es sein - kross, weich, optisch ansprechend. Und was soll ich sagen? Christina lässt keine Frage zum Thema Brotbacken offen. Mir gefällt besonders gut, dass Grundlagen erklärt und Basis-Teige auch bebildert, Schritt-für-Schritt erklärt werden. Es gibt nicht nur einen wirklich guten, theoretischen Teil zu unterschiedlichen Mehlsorten und der Grundausrüstung. Es folgen unglaublich viele Rezepte – für Brot und Gebäck! Sie fängt mit ganz einfachen Teigen an, damit man sich Stück für Stück an das Brotbacken herantasten kann.
Von mir eine uneingeschränkte Empfehlung. Dieses Buch ist eine Bereicherung für jede Küche!

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