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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.07.2017

Krimi im klassischen Noir-Stil, der aber etwas zu lange braucht, um richtig in Schwung zu kommen

Dunkels Gesetz
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Richard Dunkel, ein etwas heruntergekommender Ex-Söldner, glaubt an einen vermeintlich einfachen Job, als er den Sicherheitsdienst für ein stillgelegtes Chemiewerk in Altglück, einem verlassenem Nest nahe ...

Richard Dunkel, ein etwas heruntergekommender Ex-Söldner, glaubt an einen vermeintlich einfachen Job, als er den Sicherheitsdienst für ein stillgelegtes Chemiewerk in Altglück, einem verlassenem Nest nahe der belgischen Grenze, übernimmt. Als er dabei allerdings die Kreise des Tankstellenbesitzers Achim, dessen Komplizen und seiner Hintermänner stört, die das Gelände als Drogenversteck nutzen, gerät das Ganze doch zum Höllenjob.

Sven Heuchert gelingt in seinem Erstlingswerk ein schmutziger Kriminalroman im klassischen Noir-Stil. Er reichert seine Geschichte mit allerlei kaputter Typen an und schafft mit dem Mädchen Marie, das eher zufällig zwischen die Fronten gerät, zudem einen hellen Fixstern in all dem Dreck und Schmutz. Der Schreibstil ist dem Geschehen absolut angepasst, er ist sehr direkt und immer wieder mit Gossenjargon durchsetzt, so das sich insgesamt ein stimmiges Gesamtbild ergibt.

Trotz des mit knapp 190 Seiten eher geringen Umfanges des Buches braucht die Geschichte allerdings doch ziemlich lange, bis sie richtig auf Touren kommt und dann erst im letzten Drittel auch deutlich an Spannung zulegt. Vorher nimmt sich der Autor reichlich Zeit, seine Protagonisten einzuführen und ihre Abgründe auszuleuchten. Auch diese Passagen sind zwar gut geschrieben, weisen aber doch einige Längen auf, hier hätte man durchaus etwas zugunsten eines etwas ausgedehnteren Showdowns kürzen können.

Auch wenn mich das Buch nicht komplett überzeugen konnte, werde ich diesen interessanten Autoren im Blick behalten, da mir sein Schreibstil durchaus zusagt.

Veröffentlicht am 06.07.2017

Solider 2. Auftritt von Marc-Oliver Bischoff in der Jerry-Cotton-Reihe

Jerry Cotton - Folge 3128
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Auch der zweite Auftritt des Autoren Marc-Oliver Bischoff, dessen im Grafit-Verlag erschienene Krimis ich mit Begeisterung gelesen habe, in der Romanheftreihe Jerry Cotton bietet wieder solide Krimi-Unterhaltung ...

Auch der zweite Auftritt des Autoren Marc-Oliver Bischoff, dessen im Grafit-Verlag erschienene Krimis ich mit Begeisterung gelesen habe, in der Romanheftreihe Jerry Cotton bietet wieder solide Krimi-Unterhaltung und konnte mich für ca. 2 Stunden sehr gut unterhalten.
Diesmal verschlägt es die inzwischen überregional ermittelnden FBI-Agenten Jerry Cotton und Phil Decker ins schöne Kentucky, wo am Ufer des Kentucky-River die Leichen von 2 Männern mit einschlägiger Vergangenheit in den Verbrecherkarteien diverser Bundesstaaten gefunden werden. Bahnt sich hier etwa ein Bandenkrieg an oder ist eher ein einsamer Rächer unterwegs ?

Auch hier verzichtet der Autor überwiegend auf die sonst üblichen großen Actionmomente des Genres, sondern konzentriert sich vielmehr auf seine gut und spannend konstruierte Geschichte und ihre überzeugend gezeichneten Figuren. Eine Prise Humor und einige gekonnte Anspielungen runden das Ganze noch ein wenig ab.

Veröffentlicht am 19.06.2017

Eiskalte Killerin gerät in Gefahr, als sie plötzlich ihre Gefühle entdeckt

Kalte Gefühle
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Viktoria ist als Killerin eine Meistern ihres Faches, da sie in der Lage ist, ihren Job absolut eiskalt und gefühllos auszuüben. Doch gerade als sie einen neuen und äußerst gefährlichen Job übernimmt, ...

Viktoria ist als Killerin eine Meistern ihres Faches, da sie in der Lage ist, ihren Job absolut eiskalt und gefühllos auszuüben. Doch gerade als sie einen neuen und äußerst gefährlichen Job übernimmt, bemerkt sie eine Veränderung an sich, die zur tödlichen Bedrohung wird. Denn gerade bei diesem Gegner, dem Drogenbaron von San Francisco, darf sie sich nicht den keinsten Fehler leisten.

Die Autotin Kim Rylee legt hier einen temporeichen und absolut gradlinigen Thriller vor, der seine Leser ohne große Schnörkel durch das Geschehen treibt und dabei zielsicher auf den ultimativen Showdown zusteuert.
Die Geschichte konzentriert sich dabei völlig auf seine Hauptperson, die weiteren Charaktere fallen gegenüber Viktoria deutlich ab und hätten an der einen oder anderen Stelle auch durchaus etwas mehr Tiefe vertragen können.

Wer auf kurze und knackige Thriller steht, wird hier bestens unterhalten.

Veröffentlicht am 12.06.2017

Solider Krimi von Marc-Oliver Bischoff

Jerry Cotton - Folge 3124
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Die Ankündigung, das der Autor Marc-Oliver Bischoff, dessen im Grafit-Verlag erschienene Krimis ich mit Begeisterung gelesen habe, jetzt auch unter die Heftromanautoren gegangen ist, hat mich dazu bewogen, ...

Die Ankündigung, das der Autor Marc-Oliver Bischoff, dessen im Grafit-Verlag erschienene Krimis ich mit Begeisterung gelesen habe, jetzt auch unter die Heftromanautoren gegangen ist, hat mich dazu bewogen, nach vielen, vielen Jahren auch mal wieder einen Jerry Cotton - Roman in die Hand zu nehmen.

Bei seinem ersten Auftritt in der Langzeitserie liefert der Autor dabei einen soliden Roman ab, der sich an die vorgegebenen Regeln des Genres hält, dabei für einen Heftroman aber sogar erstaunlich wenige Actionmomente bereithält, sondern sich überwiegend auf seine Geschichte und ihre Figuren konzentriert.

Die inzwischen nicht mehr nur in New York, sondern überregional ermittelnden FBI-Agenten Jerry Cotton und Phil Decker verschlägt es diesmal nach Boston, wo sie den Mörder eines ehemaligen Angestellten des FBI finden sollen. Die Spuren führen dabei zu einer Wäscherei in der Chinatown der Stadt.

Keine große Romankunst, aber zumindestens solide Krimi-Unterhaltung, die das Genre zwar nicht neu erfindet, mich aber für ca. 2 Stunden sehr gut unterhalten konnte.

Veröffentlicht am 14.04.2023

Kurzweiliger Krimnalroman, der trotz einiger Schwächen spannende Unterhaltung bietet

Eric Holler: Gelsenkiller!
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In diesem Kriminalroman schickt der Autor Roman Just seinen Ermittler Erik Holler, einen ehemaligen CIA-Agenten, der sich nun als Privatdetektiv in Gelsenkirchen niedergelassen hat, in seinen bereits dritten ...

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Roman Just seinen Ermittler Erik Holler, einen ehemaligen CIA-Agenten, der sich nun als Privatdetektiv in Gelsenkirchen niedergelassen hat, in seinen bereits dritten Fall und konnte mich zwar nicht komplett überzeugen, unter dem Strich aber doch gut und spannend unterhalten.

Für mich war es die erste Begegnung mit dem unkonventionellen Ermittler und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier wesentliche Vorkenntnisse aus den ersten beiden Bänden fehlen würden, auch wenn ich sicherlich nicht jede Anspielung auf vorangegangene Ereignisse direkt verstanden habe. Grundsätzlich werden aber alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Zudem beginnt das Buch mit einem kleinen Rückblick auf den letzten Fall, bevor dann die neue Ermittlung in den Vordergrund rückt.

Als Erik Holler von Kriminalhauptkommissar Manfred Werthofen gebeten wird, die Gelsenkirchener Polizei in drei Vermisstenfällen zu unterstützen, ahnt er nicht, worauf er sich dabei einlässt. Kurz darauf stecken Werthofen und er bis über beide Ohren in einer obskuren Verschwörung und werden selbst vom BKA gejagt. Können die beiden ungleichen Ermittler ihren Kopf noch aus der Schlinge ziehen ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine Geschichte voran, legt dabei ein paar falsche Fährten und liefert am Ende eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt. Während es ihm dabei schnell gelingt, Spannung aufzubauen, bleibt die Figurenzeichnung auf den 144 Seiten des Buches etwas auf der Strecke. Nur bei den beiden Hauptfiguren gelingt es ihm, ihnen Kontur zu verleihen, die übrigen Protagonisten bleiben dagegen ziemlich schablonenhaft und es fehlt auch deutlich an Tiefe. Zudem trägt der Autor an einigen Stellen doch ein wenig dick auf und auch Kommissar Zufall spielt eine etwas zu große Rolle. Nicht gefallen hat mir hier z. B. auch, dass wir zwar erfahren, dass Holler Werthofen zwischendurch über die Ergebnisse seiner Recherchen unterrichtet, der Inhalt dieses Gespräches aber erst nach und nach in die Handlung einfließt. So wird zwar auf einfache Art und Weise Spannung erzeugt, dabei fühle ich mich als Leser aber doch so ein wenig an der Nase herumgeführt.

Trotz aller Kritikpunkte bleibt unter dem Strich aber ein kurzweiliger Kriminalroman, der mit seinem vergleichsweise geringen Umfang eine ordentliche Portion Spannung für Zwischendurch liefert und sich gut an ein oder zwei Abenden weglesen lässt.

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