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Veröffentlicht am 26.02.2023

Spannende Fortsetzung.

Ouija - Tote lügen nicht
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In „Ouija – Tote lügen nicht“ heißt die Nekromantin Kaliska gleich zwei Neuankömmlinge im "Tortenhaus“ willkommen.
In ihrer gemütlichen Bleibe finden Menschen, die ihre paranormalen Fähigkeiten nicht kontrollieren ...

In „Ouija – Tote lügen nicht“ heißt die Nekromantin Kaliska gleich zwei Neuankömmlinge im "Tortenhaus“ willkommen.
In ihrer gemütlichen Bleibe finden Menschen, die ihre paranormalen Fähigkeiten nicht kontrollieren können, Obdach. Während Noah jedoch von seiner kühlen Begabung weiß, wird Roxy von ihrem feurigen Talent überwältigt – und hinterlässt eine Spur aus Zerstörung, Leid und Asche in der Stadt …

Wirkte Kally, die so viel mehr beherrscht, als Totenbeschwörung, im Auftakt der Serie, die unabhängig lesbar ist, durchweg von sich überzeugt und überlegen, gibt es in diesem Teil Momente, die sie, zusätzlich zu ihrem selbstlosen, lockeren Charakter, nahbarer werden lassen.
Neben bekannten Figuren, zu denen nicht nur die aktuellen Mitbewohnerinnen Cleo und June zählen, sondern auch Detective Gonzales und Rupert, der Geist mit der Spürnase, lernen wir den rüstigen, forschen Schamen Notaku Green – Kallys Großvater, den ebenfalls Tote beschwörenden Noah und Roxanne kennen. Das Zusammenspiel der verschiedenen Fähigkeiten, Eigenheiten und individuellen Geschichten sorgt für Abwechslung, zudem gelang der Autorin ein ausreichender Einblick in die Magiebegabten.

Melissa schreibt flott, modern und vorstellbar, Dialoge lesen sich authentisch und Spicy-Szenen direkt, ohne vulgär zu sein. Der Mix aus Sarkasmus, Mystik und Spannung, Gefahr, einem Hauch Romantik sowie Geheimnissen halten das Interesse konstant aufrecht.
Zum Geschehen um Kaliska und ihre „Streuner“ gesellt sich die Perspektive der Unruhestifter. Was Heath, Seth und seine Schergen mit ihren größenwahnsinnigen Ritualen bezwecken wollen, kann nur vermutet werden. Auch June und der gesichtslose ‚John‘ geben erneut Fragen auf und ich freue mich schon sehr auf Band 3. Zumindest gibt uns Melissa am Ende einen Hinweis darauf, was als Nächstes auf Kally zukommt …

»Du musst dich in achtnehmen. Nekromantie ist kalte Magie, es ist die Magie der Toten. Du wirst von ihrem Feuer angezogen, weil es das Gegenteil zu deinem Naturell darstellt.«

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Wunderschöne Geschichte, die passend vertont wurde.

Zwei Nächte und drei Leben lang
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„Zwei Nächte und drei Leben lang.“
… ist kein normaler Liebesroman.
… keine schon x-mal gelesene Geschichte.
… kein einfaches Buch.

Szenen, die die Seele streicheln, und solche, die wie ein tosender ...


„Zwei Nächte und drei Leben lang.“
… ist kein normaler Liebesroman.
… keine schon x-mal gelesene Geschichte.
… kein einfaches Buch.

Szenen, die die Seele streicheln, und solche, die wie ein tosender Sturm jede Faser des Körpers aufwühlen, wechseln sich gekonnt ab.
Die Autorin gibt dem Leser Zeit, zu verstehen, zu verkraften, den Empfindungen nachzuspüren. Und doch raubt Elja Janus mit puren Emotionen, kraftvollen Worten und unglaublicher Intensität die Luft zum atmen.

🦋🦋🦋„Manchmal rettet uns die Banalität über die so gar nicht banale Grausamkeit des Lebens.“🦋🦋🦋


Die einmalige Geschichte von Cam und Jess wird von Themen begleitet, die unter die Haut gehen, nie ihre Aktualität verlieren und doch zu wenig Beachtung finden. Elja verflocht tragische, unvorstellbare Schicksalsschläge gekonnt in eine Liebe, die bereits ihr Ende fand – und trotz all dem, was geschah, eine zweite Chance bekommt.
Schock, Schmerz, Leid und Tragik fühlten sich echt an, keine Zeile wirkte übertrieben oder gezwungen.
Autorin Elja Janus schreibt authentisch, klar und ausdrucksstark, lässt ihre Charaktere lebendig, Reaktionen und Gedanken nachvollziehbar erscheinen, während Zweifel, Emotionen und Tränen auf den Leser einprasseln.

Ich litt von ganzem Herzen mit. Spürte den Hass, die bedingungslose Liebe, zerging in schmerzhafter Sehnsucht, Schuld und Angst.
Durch eine bildliche, ebenso sanfte wie schonungslose Ausdrucksweise fesselte mich die Autorin an die stete Entwicklung des Geschehens, überraschte mit erschütternden Wahrheiten und berührte. Die Verluste empfand ich wie meine eigenen, Melancholie vereinte sich mit hoffnungsvollen Momenten und in all dem Chaos sind Jess und Cam:
Zwei Menschen, die nicht sehen, wie stark und mutig, wie wichtig sie sind, die blind vor Trauer, gelähmt von Schmerz, nicht erkennen, dass sie beide so viel mehr sind – mehr, als nur eine Hollywood-Lovestory.

„Zwei Nächte und drei Leben lang“ wurde voller Sorgfalt und Details ausgearbeitet, ertrinkt in dieser einen, ganz großen, unendlichen Liebe, nach der sich jeder Mensch verzehrt. Ohne ein Bilderbuch-Happy End, ohne Klischees, dafür mit tiefschwarzen Abgründen und Irrungen – so real, wahr und ergreifend. Mehr als einmal musste ich schlucken, war entsetzt, geschockt und blinzelte Tränen weg. Doch neben all der Traurigkeit und Schwere hält dieser Roman auch Leidenschaft, Witz, Freiheit und Glück bereit.

Zwischen den Zeilen verbergen sich Zweideutigkeiten, die zum Schmunzeln bringen, Berührungen und Worte, die zum Seufzen verführen und ein unbeschwerter Tanz im Regen – an der Seite von Canim.
Mit vielem hatte ich gerechnet, doch nicht ansatzweise mit dem, was sich hinter dem malerischen Einband verbirgt:
Eine Farbpalette aus Emotionen samt jeder feinen Schattierung, die die Gefühlswelt zu bieten hat.
Poetisch, ausdrucksstark und zutiefst berührend.

„Zwei Nächte und drei Leben lang“ – hallt laut und intensiv nach, bleibt unvergessen.
Ich liebte Cam und Jess, liebte die Wortgewalt.

Gänsehaut? Garantiert. Taschentücher? Definitiv. Realität? Unwichtig.

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Veröffentlicht am 01.02.2025

Wunderschön, heilsam und tief berührend.

In Richtung Stoppelfelder
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Es gibt immer wieder Romane, bei denen es schwerfällt, die Empfindungen während und die Begeisterung nach dem Lesen in spoilerfreie Worte zu fassen. „In Richtung Stoppelfelder“ gehört für mich in diese ...

Es gibt immer wieder Romane, bei denen es schwerfällt, die Empfindungen während und die Begeisterung nach dem Lesen in spoilerfreie Worte zu fassen. „In Richtung Stoppelfelder“ gehört für mich in diese Kategorie und zudem in jene, der besten Debüts, die ich bisher in die Hände bekommen habe.

Auf wenigen Seiten schafft es Lene Jansen wichtige, bewegende und relevante Themen aufzugreifen, nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, sondern tief zu graben. Bedeutung und Schwere dieses Buchs sind unglaublich und ebenso wenig auszublenden wie die Enge in der Brust, der Knoten im Magen und der Nachklang, die diese Zugfahrt unweigerlich hinterlässt.

Eine Geschichte, die im ICE spielt? Klingt langweilig, eintönig, festgefahren? Die Gäste des Intercity-Express 512, die sich mit Jule und Hannes ein Abteil teilen, sehen das wahrscheinlich anders und erleben eine Reise, wie sie einmaliger und aufregender nicht sein könnte.

Lene erzählt in sepiafarbenen Erinnerungen von der Nostalgie einer unbeschwerten Kindheit, vom Verlust der ersten großen Liebe, einer Freundschaft, die intensiver und ehrlicher nicht sein könnte, von leisen Veränderungen und dem Wandel, den das Erwachsen werden mit sich bringt. In bunten Bildern sehen wir Städte vorbeirauschen, sind bruchstückhaft – dennoch nicht weniger intensiv – Teil eines aussichtslosen Kampfs, erleben Trauer und Verzweiflung, die auf Tod und Verlust folgt.

Während der Fahrt von München nach Münster fühlen wir die facettenreichen Arten von Schmerz, vor allem jenen, der bis ins Mark kriecht und „Zurückgelassenen“ den Boden raubt – das alles und viel mehr begleitet Jule auf dem Weg zum Abschied nehmen. Und uns.

Ein Wiedersehen nach zehn Jahren Funkstille und Schweigen, eine Fahrt nach Hause, der letzte Weg, den Jule zu Ehren ihrer Freundin auf sich nimmt. Als wären die letzten Wochen und Monate nicht Strafe genug, trifft sie auf Hannes, den feigen Verräter, ihre erste große Liebe, bis heute die einzige … Die nächsten sechseinhalb Stunden muss sie auf engstem Raum mit diesem „Lebenskünstler“ verbringen, eine Konfrontation mit der Vergangenheit, der sie sich in der Gegenwart nicht gewachsen fühlt. Denn hat Jule nicht gerade die platonische Liebe ihres Lebens, ihre Seelenverwandte, ihr Gegenstück verloren, ist erneut, unwiderruflich zerbrochen? Hält sich das Schicksal für so witzig?

Obgleich Jule innerlich tobt, ein Sturm aus den verschiedensten Gefühlen, Erinnerungen, Wünschen wütet, warten nach den Stunden im ICE, angekommen in der Heimat, nicht nur Tränen, Schreie und Schmerz, sondern auch Trost und Erkenntnis.

Ach, Lene, es war mir eine Freude in Deinen Zug zu steigen. Viele Rückblicke, Beschreibungen, die Sehnsucht nach „damals“ berührten mich, weil ich so vieles verstand, nachvollziehen konnte und mich durch Deine Worte an Haltestellen meines Lebens erinnerte. Ich ging in der Wut und Verzweiflung, den Schuldgefühlen und Tränen auf, musste durchatmen und dennoch, aufgrund humorvoller Dialoge, Kreativität und dem authentischen Schreibstil schmunzeln. Die Umschwünge der Stimmung sind unberechenbar – wie Flashbacks, Trauer und der Tod selbst.

Über einige Themen wird auf frische Art philosophiert, die Gedankenspiele ermöglichen einen neuen Blickwinkel auf das hier kreierte Geschehen sowie auf das eigene Leben. Die Szenarien, ganz gleich, ob die melancholischen Rückblicke oder die Skurrilität des Gesamten, sind lebendig und ausdrucksstark, Emotionen ergreifend und echt.

Die Autorin lässt auf unter 200 Seiten so viel von allen einfließen, wie es namhafte AutorInnen oft nicht in ausgewachsenen Romanen schaffen.

Poetisch, malerisch, ergreifend, im angenehmen Wechsel zwischen einfühlsam und impulsiv, zurückhaltend und voller Temperament vergeht die Zugfahrt viel zu schnell.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Herzzerreißend, authentisch und lesenswert.

Der Stern vor meinem Fenster
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Zu aller erst möchte ich darauf hinweisen, dass mit dem Kauf von „Der Stern vor meinem Fenster“ die Organisation „Making Herstory“ unterstützt wird — lest es, empfehlt es!
Desweiteren handelt es sich um ...

Zu aller erst möchte ich darauf hinweisen, dass mit dem Kauf von „Der Stern vor meinem Fenster“ die Organisation „Making Herstory“ unterstützt wird — lest es, empfehlt es!
Desweiteren handelt es sich um ein Kinderbuch, in dem diese auf eindringliche, sanfte Weise, sowohl im Vor- wie im Nachwort, angesprochen werden. Neben einer Legende über einzelne Sternbilder findet sich im Anhang auch die Definition „Häusliche Gewalt“, Hilfsstellen für Klein und Groß und ein Eindruck der Intentionen von Onjali Q. Raúf. Meine persönliche Anmerkung: Schaut nicht weg. Bitte.

Das bewegende Abenteuer von Aniyah und ihrem kleinen Bruder Noah beginnt im Haus ihrer Pflegemutter, nach dem eine Tragödie das Leben der Geschwister auf den Kopf stellte. Während Adoptivtochter Sophie ihre Ängste in manipulative Verhaltensweisen packt, sind es Ben und Travis, die die beiden Neuankömmlinge mit ihrer lebhaften und tatkräftigen Art, allen Konsequenzen zum Trotz, unterstützen.

Aniyah hegte schon immer eine Leidenschaft für Sterne und Astronomie, als ihre Mama verschwand wurde die Nacht von einer Explosion erschüttert – das kann doch nur bedeuten, dass sich deren Herz in den Himmel erhob?! Kurz darauf sichten die Behörden einen neuen Stern am Firmament und Aniyah ist sich sicher: Das ist ihre Mum! Schon in wenigen Tagen soll das Phänomen einen Namen bekommen, aber das können die Geschwister nicht zulassen.
Eine tapfere Reise nach London, zu den Sternenjägern beginnt … ein Abenteuer, auf dem Erinnerungen wach werden.

Obgleich es um ernste Themen geht, gibt die Betrachtungs- und Denkweise der Kinder diesen einen leichteren, wenn auch emotionalen, durchweg authentischen Ton. Die Geschichten und Gefühle der Pflegekinder waren genau wie Aniyahs Mut, ihr Wille bewegend. Charakterlich konnte ich die verschiedenen Situationen und Verhaltensweisen nachvollziehen, malerisch, temporeich, mit einer Portion Spannung geht die Reise voran, während Onjali Q. Raúfs Ausdruck klar und intensiv bleibt.
Überrascht blickte ich dem Ausmaß, das dem Verschwinden von Isabella zugrunde liegt, entgegen —
„Der Stern vor meinem Fenster“ war herzzerreißend und echt, eine Geschichte über kindlichen Glauben, Freundschaft und immer währende Liebe.

»Und Menschen mit den größten, am hellsten strahlenden Herzen endeten nie in der Erde. Sie leuchteten am Himmel.«

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Veröffentlicht am 14.02.2023

Gelungener Abschluss.

Das Schattenpaar
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Mit „Das Schattenpaar“ beendet Annina Safran die 5-teilige Abenteuerreise von Ludmilla und ihren Freunden.

Ich habe diese Reihe und die Entwicklungen gerne verfolgt – nicht nur jene, die die Figuren ...

Mit „Das Schattenpaar“ beendet Annina Safran die 5-teilige Abenteuerreise von Ludmilla und ihren Freunden.

Ich habe diese Reihe und die Entwicklungen gerne verfolgt – nicht nur jene, die die Figuren unweigerlich vollziehen mussten, sondern auch jene, denen die Autorin unterlag.

Es handelt sich um eine magisch-mitreißende Fantasy-Saga, die Kinder und Jugendliche in ihren Bann und eine andere Welt zieht, aber auch Erwachsenen Spaß und Spannung bringt. Stilistisch war das ereignisreiche Geschehen klar und lebhaft zu verfolgen, ebenso oft düster wie humorvoll. Über Eldrid wabert eine Bedrohung, die bereits im Vorgänger ihren Anfang nahm, die Schattenwesen und Zamir haben an Stärke gewonnen, die Geisterwelten befinden sich in einem rücksichtslosen Krieg und auch der Willomitzer muss gebändigt, die Menschenwelt geschützt werden. Doch das sind längst nicht alle Probleme, denen sich Ludmilla und Co gegenüber sehen. Denn die Dunkelheit über Eldrid nimmt stetig zu.

Abgesehen von der erwähnten starken Charakterentwicklung empfand ich die Kreativität, mit der Welt und Wesen geschaffen wurde, die Wendungen, die für »Oh's« und »Ah's« sorgen, samt dem regen Stimmungswechsel durchweg gelungen. Sich dem Sog der hier erschaffenen Geschehnisse zu entziehen, scheint genauso unmöglich, wie liebgewonnene Figuren und magische Gegebenheiten endgültig zu verlassen. „Das Schattenpaar“ verlangt schwere, drastische Entscheidungen, führt offene Fäden zusammen und beantwortet alle Fragen.

Anninas gelungenes Worldbuilding umfasst eine geheimnisvolle, gefährliche Handlung, die dennoch vor Wohlfühl-Augenblicken strotzt, Freundschaften und Veränderungen bereithält, dazu auffordert, über sich hinauszuwachsen.

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