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Veröffentlicht am 17.02.2023

Nettes Gimmick für Drei ???-Fans

Rocky Beach Crimes. Tödliche Törtchen
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Das "Die drei ???"-Universum hat Zuwachs bekommen. Darf ich vorstellen: Die "Rocky Beach Crimes". Dabei handelt es sich um ein neues Spin-Off - das ganz ohne unsere drei Lieblingsdetektive auskommt. Stattdessen ...

Das "Die drei ???"-Universum hat Zuwachs bekommen. Darf ich vorstellen: Die "Rocky Beach Crimes". Dabei handelt es sich um ein neues Spin-Off - das ganz ohne unsere drei Lieblingsdetektive auskommt. Stattdessen ermitteln hier die beliebtesten Nebenfiguren der klassischen Reihe. Coole Idee. Und in der Tat auch gut umgesetzt.

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Zum Auftakt der neuen Reihe ermittelt Tante Matilda. Ein Selbstläufer. Die resolute Mrs. Jonas ist ein Fixpunkt der Hörspielreihe. Bei den Oscars wäre sie ein heißer Anwärter auf den Titel "Beste Nebendsrstellerin". Mit "Tödliche Törtchen" bekommt sie ihren eigenen Fall und darf mal selbst im Mittelpunkt stehen. Natürlich mit ihrem berühmt-berüchtigten Kirschkuchen.

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Darum geht’s: Beim alljährlichen Backwettbewerb stirbt ein Jury-Mitglied. Der berühmte Schauspieler Greg Weston erleidet einen Herzinfarkt - gerade als er Tante Matildas Kirschkuchen probieren will. Die wittert Mord…

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Justus, Peter und Bob haben Rocky Beach zu einem Kurz-Urlaub verlassen. Also nimmt Matilda Jonas den Fall selbst in die Hand - und steht den drei Junior-Detektiven in Sachen Ermittlungen in nichts nach. Hier bekommt man Tante Matilda pur in Verbindung mit ganz viel Lokalkolorit. Dieses Jugendbuch ist ein Wohlfühlkrimi mit Charme, Spannung und Humor. Ich als Drei ???-Fan hatte hier großen Spaß und konnte auf den 1., 2. und 3. Detektiv tatsächlich auch mal gut verzichten. Tante Matilda macht ihre Sache echt gut. Ich finde, die Junior-Detektive könnten sie ruhig auch mal in einen "echten" Fall mit einbeziehen - also einen Fall der regulären Reihe.

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Fazit: Das Buch ist für Kinder ab 12 Jahren gedacht. Aber eines steht fest: Das sollte sich kein Fan entgehen lassen! "Tödliche Törtchen" ist ein ausgewachsener Cosy Crime und der perfekte Einstieg in diese Spin-Off-Reihe. Zeitgleich erscheint auch gleich Band 2 "Mord unter Palmen". Da darf der legendäre Kunstdieb Victor Hugenay ran.

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Gelungenes Thriller-Debüt

Das Sanatorium
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Cover und Klappentext haben mich bei "Das Sanatorium" von Sarah Pearse sofort magisch angezogen. Also: Rein ins Thriller-Vergnügen! Sofort hat mich die Atmosphäre fasziniert. Auch die Charaktere haben ...

Cover und Klappentext haben mich bei "Das Sanatorium" von Sarah Pearse sofort magisch angezogen. Also: Rein ins Thriller-Vergnügen! Sofort hat mich die Atmosphäre fasziniert. Auch die Charaktere haben mir direkt gefallen. Spontan dachte ich, das könnte ein Highlight werden. Ist es letztendlich zwar nicht - aber egal, spannende Lesestunden hatte ich allemal.
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"Gänsehaut pur!" verspricht Schauspielerin Reese Witherspoon auf dem gelben Cover-Sticker! Die gute Reese und ich scheinen einen ähnlichen Geschmack zu haben. Tatsächlich sind mir beim Lesen immer wieder Schauer über den Rücken gelaufen. Wer weiß, vielleicht ist die Vorlage für Mrs. Witherspoon als Filmproduzentin interessant und sie macht daraus eine Serie à la "Little Fires everywhere"? Der Stoff würde es hergeben.
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Ein Luxushotel in den Schweizer Alpen. Eingeschneit und nach Lawinenabgängen von der Außenwelt abgeschnitten. Seltsame Vorkommnisse. Dazu noch Charaktere, mit einer eigenen Geschichte. Sarah Pearse fährt alles auf, was ich mag. Ich war also sofort mittendrin im Geschehen und habe die Aura des Schauplatzes förmlich inhaliert. Protagonistin Elin hat mir auch gut gefallen. Sie schleppt ein privates Trauma mit sich herum, dass die Beziehung zu ihrem Bruder Issac belastet. Außerdem steckt die Kommissarin in einer beruflichen Krise. Am Anfang kommt sie entsprechend unsicher und verhuscht daher. Aber als es drauf ankommt, blüht sie wieder auf und ermittelt drauflos. Das grausame Geschehen konnte mich in den Bann ziehen. Der Spannungsbogen nimmt einen guten Verlauf und hat gekonnt mit meinen persönlichen Ängsten gespielt.
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Fazit: Mit "Das Sanatorium" ist Sarah Pearse ein beachtliches Thriller-Debüt gelungen. Ja, einiges mag etwas konstruiert und nicht so ganz stimmig wirken. Hier und da hätte die Story vielleicht auch etwas gestrafft werden können. Dann hätte sie mich emotional bestimmt noch mehr gecatcht. Aber hey, insgesamt hat mir der Thriller gut gefallen. Das Ende schreit nach Fortsetzung. Ich hoffe, dass Sarah Pearse entsprechend nachlegt.

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Veröffentlicht am 14.02.2023

Ennas ganz persönlicher Fall

Enna Andersen und die verlorene Zeit
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Am 21. Februar erscheint „Enna Andersen und die verlorene Zeit“. Ich durfte den 5. Teil der Cold Case-Reihe von Anna Johannsen bereits vorab lesen. Und ich kann sagen: Für mich ist es der bisher beste ...

Am 21. Februar erscheint „Enna Andersen und die verlorene Zeit“. Ich durfte den 5. Teil der Cold Case-Reihe von Anna Johannsen bereits vorab lesen. Und ich kann sagen: Für mich ist es der bisher beste Fall der Serie.
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Mit den Cold Cases ist das ja so eine Sache. Ich finde es generell interessant, wenn Ermittler alte Fälle wieder aufrollen, sich durch Aktenberge wühlen und Zeugen erneut befragen, um neue Anhaltspunkte zu bekommen. Aber man muss dieses Herumgestochere in der Vergangenheit auch mögen. Es ist halt oft etwas trocken und müßig zu verfolgen. Deshalb muss ich auch sagen, dass ich die bisherigen Bücher der Enna Andersen Reihe – von denen mir ein Teil allerdings fehlt – gerne gelesen habe, aber zugegebenermaßen nicht herausragend fand. Mit dem 5. Band konnte Anna Johannsen aber eine Schippe drauflegen – und das hat seinen Grund.
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„Enna Andersen und die verlorene Zeit“ ist definitiv der intensivste Band der Reihe. Von Beginn an prägt der frühe Tod von Ennas Eltern die Storyline der Krimis. Diesmal findet dieser persönliche Fall seine Auflösung. Passend dazu sind die Charaktere diesmal besonders gut gezeichnet. Enna und ihr Team waren mir zwar auch in den vorangegangenen Büchern schon recht sympathisch – gefühlsmäßig so richtig nahe gekommen war ich ihnen aber trotzdem irgendwie nicht. Diesmal konnte ich aber zu allen eine richtig tolle Beziehung aufbauen. Neben Enna haben auch ihre Kollegen Paulsen und Pia neue Facetten mit auf den Weg bekommen. Das zeigt, dass die Reihe auch über diesen Cold Case hinaus noch Potenzial hat.
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Fazit: „Enna Andersen und die verlorene Zeit“ – der Titel bekommt mit der Auflösung des Falls eine ganz besondere Bedeutung und wirkt da erst richtig. Der Kriminalfall und die Ermittlungen sind gut ausgearbeitet. Das Ende hat mich überrascht. Es ist berührend und emotional. „Enna Andersen“ ist die 2. von insgesamt 3 Krimi-Reihen, an denen Anna Johannsen mittlerweile schreibt. Ich freue mich auf jeden Fall auf weiteren Lesestoff.

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Veröffentlicht am 03.02.2023

Ein Psychospiel

Die Falle
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Vor mittlerweile schon ein paar Jährchen habe ich das Hörspiel "Der Abgrund" von Melanie Raabe gehört. Das fand ich so spannend, dass ich auch mal einen ihrer Thriller lesen wollte. Bis es dazu gekommen ...

Vor mittlerweile schon ein paar Jährchen habe ich das Hörspiel "Der Abgrund" von Melanie Raabe gehört. Das fand ich so spannend, dass ich auch mal einen ihrer Thriller lesen wollte. Bis es dazu gekommen ist, hat es mal wieder länger gedauert. Letztes Jahr lief mir dann "Die Falle" im öffentlichen Bücherschrank über den Weg. Und jetzt hatte ich auch ein bisschen Luft, das Buch endlich zu lesen.

Darum geht's: Die Erfolgsautorin Linda Conrads führt ein zurückgezogenes Leben. Sie verlässt nie ihr Haus und steckt voller Ängste. Der Grund: Lindas Schwester Anna ist vor 12 Jahren ermordet worden. Linda hat ihren Mörder gesehen. Und plötzlich erkennt sie den Mann im TV wieder. Mit einem Thriller über den Fall will sie ihn aus der Reserve locken.

Der Schreibstil ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Aber schon nach kurzer Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Handlung erscheint über weite Strecken wie ein 2-Personen-Kammerspiel. Ein psychologischer Schlagabtausch. Und dabei ist nicht klar, wem man trauen kann. Das ist schon echt gut gemacht.

Melanie Raabe greift auf das Stilmittel "Buch im Buch" zurück. Sehr gelungen, wie ich finde. Diese Kapitel schaffen es, einem auch die Person der verschrobenen Autorin näher zu bringen. Zum Beispiel erfährt man auch, dass Linda eine besondere Bindung zu einem Ermittler in dem Fall aufgebaut hat. "Das ist kein Thriller, sondern eine als Thriller verkleidete Liebesgeschichte." (Zitat S. 503). Ja, ein bisschen ist da was dran…

Fazit: "Die Falle" kommt langsam, dann aber gewaltig. Ein packender und spannender Thriller. Es hat sich gelohnt!

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Theater, Theater, der Vorhang geht auf

Die Ladys von Somerset – Die Liebe, der widerspenstige Ambrose und ich
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Während bereits Band 2 der Ladys von Somerset von Julie Marsh erschienen ist, habe ich es endlich geschafft, mich dem Auftakt der Reihe zu widmen. Ich habe mich spontan für das Hörbuch entschieden - und ...

Während bereits Band 2 der Ladys von Somerset von Julie Marsh erschienen ist, habe ich es endlich geschafft, mich dem Auftakt der Reihe zu widmen. Ich habe mich spontan für das Hörbuch entschieden - und konnte kaum mal auf "Pause" drücken. Das lag vor allem daran, dass Sprecherin Karoline Mask von Oppen den Text sehr hörf-freundlich interpretiert hat. Sie spricht den Text sehr lebhaft und abwechslungsreich. Julia Marsh liefert mit ihrer vielschichtigen Regency Romance aber auch eine Steilvorlage, so dass knapp 9 Hörbuch-Stunden wie im Flug vergehen.

Es geht - wie sollte es anders sein - um die Liebe in Zeiten starrer Konventionen. Julie Marsh verpackt das in eine Geschichte, die sich auf ihre Art aber doch wiederum von anderen Romances des Genres abhebt. Dafür sorgt Protagonistin Emma Smart. Sie ist als sehr interessante Persönlichkeit angelegt. Im London des Jahres 1807 zieht es sie als Autorin ans Theater. Und so durfte ich in diesem Roman ganz viel herrliche Theaterluft schnuppern - was mir überaus gut gefallen hat und für mich ein großer Pluspunkt der Geschichte war.

Neben Emma gibt es noch ein ganzes Arsenal anderer, mal stereotyper, mal in ihrer Entwicklung sehr überraschender Charaktere. Lords, Ladys und die Suche nach der großen Liebe - das ist auch hier Dreh- und Angelpunkt der Story. Julie Marsh entwickelt und interpretiert das alles aber teilweise interessant anders. Ich denke da zum Beispiel auch an eine Liebesszene, bei der mit direkter Leseransprache diskret "ausgeblendet" wird. Das fand ich sehr gelungen - zumal ich ja bekennender Fan davon bin, einiges doch lieber der Fantasie zu überlassen.

Fazit: Teil 1 der "Ladys von Somerset"-Reihe liefert gute Unterhaltung mit einem Mix aus Romantijk, Drama, Spannung und Humor. Ich finde den Plot erfrischend, die Protagonistin modern und das Theater-Ambiente besonders. Die Hörbuchsprecherin hat einen tollen Job gemacht. Von mir gibt's also eine Empfehlung.


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