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Veröffentlicht am 20.02.2023

Die Gier nach Macht und Reichtum

Das Gelübde der vergessenen Tochter
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Manuela Schörghofer entführt uns mit diesem Roman in das 12. Jahrhundert in ein Kloster in den Bayrischen Bergen. Ich lese sehr gerne historische Romane und fand die Location und die Informationen zum ...

Manuela Schörghofer entführt uns mit diesem Roman in das 12. Jahrhundert in ein Kloster in den Bayrischen Bergen. Ich lese sehr gerne historische Romane und fand die Location und die Informationen zum damaligen Klosterleben sehr interessant. Von einem sogenannten Doppelkloster, in dem zwar räumlich getrennt gleichzeitig männliche und weibliche Vertreter des Ordens leben, hatte ich bisher noch nichts gehört.

Die Autorin hat die unterschiedlichen Charaktere sehr gut und realistisch ausgearbeitet. Ich mochte ganz besonders die sympathische und mutige Laya, genau wie Ansgar, der sie in ihrem Vorhaben unterstützt. Der Leser bekommt aber nicht nur einen Einblick in das Klosterleben, sondern erfährt auch einiges über die Lebensbedingungen des Adels und des gewöhnlichen Volkes.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig zu lesen. Etwaige Ausdrücke der damaligen Zeit werden in einem Glossar erläutert. Zu Beginn ist auch das Personenverzeichnis hilfreich, wobei die historisch belegten Personen separat gekennzeichnet sind.

Auch wenn es sich hier eindeutig um einen historischen Roman handelt, so hatte ich zwischendurch doch das Gefühl, dass ich mich in einem Krimi befinde. Der Spannungsbogen ist hoch und die Umstände laden geradezu zum Miträtseln ein.

Für mich wird es nicht das letzte Buch von Manuela Schörghofer gewesen sein, zumal es eine Folgeband zu der vergessenen Tochter geben wird.

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Rasante und fantasievolle Abenteuergeschichte

Tom Tolliver und die Zauberkrautinsel
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Gerade elf Jahre alt geworden, wird Tom Tolliver von seinem Vater an einen See gefahren, von dessen Ufer er zu seinem Großvater auf der Zauberkrautinsel rudern soll. Tom weiß gar nicht wie ihm geschieht ...

Gerade elf Jahre alt geworden, wird Tom Tolliver von seinem Vater an einen See gefahren, von dessen Ufer er zu seinem Großvater auf der Zauberkrautinsel rudern soll. Tom weiß gar nicht wie ihm geschieht und warum er plötzlich bei seinem unbekannten Großvater wohnen soll. Schon die Überfahrt bringt ihn an seine Grenzen, aber was dann alles passiert, damit hat er in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet.

Tom ist ein sympathischer Junge, der ein wenig schüchtern und zurückhaltend ist. Aber wenn es erforderlich wird, ist er mutig, gibt nicht so schnell auf und wächst über sich hinaus. Ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen. Aber auch seine Mitstreiter mochte ich sehr. Besonders ins Herz geschlossen habe ich den in Plappersaft gefallenen Biber Flex und das wandlungsfähige fliegende Tuch Flatter. Nicht alle mitspielenden Kreaturen sind liebenswert, aber lest am besten selbst.

In einem rasanten Tempo geht es für Tom von einer Aufregung zur nächsten. Er trifft auf unterschiedliche Wesen, von denen er noch nie gehört hat und gerät dabei auch in große Gefahr. Zum Glück muss er da nicht allein durch.

Jedes Kapitel beginnt mit einer kleinen Schwarzweiß-Zeichnung und einer Überschrift, die den Leser auf die Geschehnisse einstimmt, ohne zu viel zu verraten. Aufgrund der großen Schrift und nicht zu langer Kapitel eignet sich das Buch sowohl zum Vor- als auch Selberlesen. Mir hat sehr gut gefallen, dass der Erzähler den Leser zwischendurch direkt anspricht und teilweise sogar warnt, weil es so gruselig wird.

Ein tolles und sehr fantasievolles Abenteuerbuch, das ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 11.02.2023

Eine Seefahrt ist gefährlich

Ins Netz gegangen
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Dies ist bereits Band sechs mit den sympathischen Protagonisten Spinne Karl-Heinz und Fliege Bisy. Die zwei wollen endlich wieder heim in ihre Buchenhecke und schippern gemütlich übers Meer dahin. Aber ...

Dies ist bereits Band sechs mit den sympathischen Protagonisten Spinne Karl-Heinz und Fliege Bisy. Die zwei wollen endlich wieder heim in ihre Buchenhecke und schippern gemütlich übers Meer dahin. Aber dann kommt alles anders, denn auf dem Meer lauern auch Gefahren. Welche solltet ihr unbedingt selber lesen.

Ich liebe ja diese beiden ungleichen Gesellen sehr. Gerade die unterschiedlichen Charaktere machen auch den Reiz dieser Geschichten aus. Es ist so erheiternd die Dialoge zwischen Karl-Heinz und Bisy zu lesen, die sich auch dieses Mal häufig ums Essen drehen. In dieser Geschichte gesellt sich eine Auster zu dem Duo und wir erfahren, dass Austern beide Geschlechter in sich tragen. Daher verwundert es nicht, dass sowohl Karl-Heinz als auch Bisy sich erstmal an diesen Wechsel zwischen Nora und Aron gewöhnen müssen.

Nicht nur die Auster ist sehr lebendig und liebevoll gezeichnet. Auch die vielen übrigen farbenfrohen Zeichnungen sind einfach nur klasse und werten die Geschichte zusätzlich auf.

Eine spannende und unterhaltsame Geschichte mit viel Wortwitz, in der Karl-Heinz und Bisy am Ende erkennen, dass wahre Freundschaft der größte Schatz im Leben ist. Diese Reihe bekommt von mir eine ganz klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Irgendwann muss jeder für seine Schuld bezahlen

Frisch ermittelt: Der Fall Kaltwasser
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Dies ist der zweite Fall mit der sympathischen Heißmangel-Betreiberin Martha Frisch. Er kann unabhängig von Band 1 gelesen werden. Details zu den Hauptakteuren sind in dem Personenverzeichnis am Ende aufgeführt.

Ausgerechnet ...

Dies ist der zweite Fall mit der sympathischen Heißmangel-Betreiberin Martha Frisch. Er kann unabhängig von Band 1 gelesen werden. Details zu den Hauptakteuren sind in dem Personenverzeichnis am Ende aufgeführt.

Ausgerechnet Martha Frisch findet auf dem Friedhof den ermordeten Richter Kaltwasser, bei dem es sich um ihren Schwager handelt. Und noch während der laufenden Ermittlungen wird ein Lehrer des Mädchengymnasiums ebenfalls ermordet auf dem Friedhof aufgefunden. Das wirft ein ganz anderes Licht auf den Fall Kaltwasser.

Auch wenn wir uns bereits im Jahr 1958 befinden, so sind weder alle Nazigetreuen noch das entsprechende Gedankengut aus der Bevölkerung verschwunden. Im Verlauf dringen immer mehr Informationen aus dem Leben der beiden Opfer an Marthas Ohr. Sie bekommt nicht nur in ihrer Heißmangel so einiges aus der Vergangenheit vom Richter und dem Lehrer mit, auch ihr aufgeweckter Neffe Hans, der bei der Polizei arbeitet, versorgt sie mit der einen oder anderen Information. Martha erkennt einen Zusammenhang und stellt auf eigene Faust Ermittlungen an, was man von dem zuständigen Kommissar nicht gerade sagen kann.

Den Autorinnen Franke und Kuhnert ist ein spannender Krimi gelungen, der mich nicht nur in die 50er Jahre versetzt hat, sondern mir auch viel kriminalistischen Spürsinn abverlangt hat. Es gab einige Personen, die ein Motiv für die Taten gehabt hätten und so wurde meine Liste der Verdächtigen stets erweitert. Und es hat gedauert bis ich dem Täter auf die Spur gekommen bin.

Ich mag die charmante und gewitzte Martha Frisch, die mit beiden Beinen im Leben steht sehr gern und freue mich schon auf ihren nächsten Einsatz.

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Veröffentlicht am 27.01.2023

Ein modernes und Werte vermittelndes Märchen

Der Hoffnungsvogel
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Die Gute Königin und der Freundliche Prinz Jabu leben im glücklichen Land. Die Menschen dort sind glücklich, hilfsbereit und dürfen bei Entscheidungen, die sie alle betreffen mitwirken. Aber nach und nach ...

Die Gute Königin und der Freundliche Prinz Jabu leben im glücklichen Land. Die Menschen dort sind glücklich, hilfsbereit und dürfen bei Entscheidungen, die sie alle betreffen mitwirken. Aber nach und nach verändern sich die Menschen. Sie werden weniger hilfsbereit, streitbar und missgünstig. Es liegt daran, dass der Hoffnungsvogel nicht mehr über dem Land fliegt und seine Melodien singt, er ist verschwunden. Die Königin schickt ihren Sohn auf die Suche und die Tochter der Leuchtturmwärterin beschließt, ihn zu begleiten. So beginnt das Abenteuer der beiden sympathischen und mutigen Kinder.

Kirsten Boie fügt ihrem wunderbaren Schreibstil noch ein besonderes Element hinzu; sie spricht den Leser direkt an und bezieht ihn so in die Erzählung mit ein. Man merkt, dass die Autorin eine Meisterin ihres Fachs ist, denn sie schafft es wichtige Werte mit der Geschichte so zu verflechten, dass es nie wie mit dem berühmten erhobenen Zeigefinder wirkt. Sie vermittelt Werte wie Hilfsbereitschaft, Freundschaft, Zusammenhalt, Mut und Durchhaltevermögen. Außerdem bricht sie bestehende Rollenklischees auf und zeigt, dass wirklich jeder jeden Beruf ergreifen kann, den er oder sie möchte.

Kurze Kapitel sind nicht nur ideal zum Vorlesen, sondern auch bestens für Erstleser geeignet.

Allein schon das Cover ist ein echter Hingucker. Im Inneren finden wir viele weitere wunderschön gestaltete Illustrationen von Katrin Engelking, die durchweg farbig sind und das Gelesene sehr gut verstärken.

Ein wunderschön gestaltetes Kinderbuch, das wichtige Werte vermittelt und die Grundregeln für ein harmonisches Zusammenleben aufzeigt. Was wäre es doch schön, wenn es im wahren Leben auch so funktionieren könnte.

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