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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.02.2023

Irische Lyrik

Ein Geist in der Kehle
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Das Cover ist schlicht gehalten und die Blumen vor schwarzem Hintergrund lassen schon ein wenig auf den Inhalt des Romans schließen.

Die Autorin verwendet einen intensiven, lyrischen Schreibstil, der ...

Das Cover ist schlicht gehalten und die Blumen vor schwarzem Hintergrund lassen schon ein wenig auf den Inhalt des Romans schließen.

Die Autorin verwendet einen intensiven, lyrischen Schreibstil, der einerseits dazu einlädt sich tief in die Geschichte fallen zu lassen, andererseits aber auch dafür sorgt, dass das Buch nicht ganz so flüssig zu lesen ist. Mir der anspruchsvollen Sprache wird sich nicht jeder anfreunden können.

Das Buch dürfte für alle interessant sein, die anspruchsvollere Literatur suchen und dem Mainstream entfliehen möchten. Lyrikliebhaber kommen zudem durch die Veröffentlichung eines Klagelieds in drei Sprachen (irisch, englisch, deutsch) im Anhang voll auf ihre Kosten.

"Ein Geist in der Kehle" ist für die Autorin Doireann Ni Ghriofa der internationale Durchbruch auf literarischer Ebene. Bislang überwiegend als Dichterin und Essayistin in Erscheinung getreten, gibt sie nun ihr Debüt auf Romanebene.


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Veröffentlicht am 08.02.2023

Der Sensenmann in Therapie

Jetzt ist Sense
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Angesprochen hatte mich direkt das tolle Cover: den Titel als grelle Neonröhren darzustellen sieht einfach mega gut aus und auch den an einer Bar sitzenden Sensenmann mit dem Rücken zum Betrachter zu zeichnen ...

Angesprochen hatte mich direkt das tolle Cover: den Titel als grelle Neonröhren darzustellen sieht einfach mega gut aus und auch den an einer Bar sitzenden Sensenmann mit dem Rücken zum Betrachter zu zeichnen ist eine clevere Idee gewesen, da den Lesenden somit nicht die Fantasie bezüglich des Aussehens des Todes genommen wird.

In dem Roman geht es nicht einzig und allein um den Tod an sich, sondern es wird der viel tiefgründigeren Frage nach dem tatsächlichen Sinn des Lebens nachgegangen. Die Geschichte ist somit weniger düster als man beim Thema Tod denken sollte, vielmehr gibt es einiges über das gelacht und gestaunt werden kann.

Das Buch besitzt mit knapp 280 Seiten eine angenehme Länge und ist auch dank des flüssigen Schreibstils schnell zu lesen. Der Autor lässt seine Erfahrungen in den Themenkomplexen Philosophie, Germanistik und Psychologie in den Roman einfließen, was dazu führt, dass die Geschichte nicht nur unterhält, sondern auch genügend Tiefgang entwickelt.

Ich empfehle den Roman "Jetzt ist Sense" allen, die über den Sinn des Lebens philosophieren möchten.

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Veröffentlicht am 08.02.2023

Little Frankie Boy

Frankie
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Bei Michael Köhlmeier (u.a. "Abendland", "Zwei Herren am Strand") handelt es sich um einen der begnadetsten Schriftsteller unserer Zeit. Mit seinem anspruchsvollen, dennoch flüssig lesbaren Schreibstil ...

Bei Michael Köhlmeier (u.a. "Abendland", "Zwei Herren am Strand") handelt es sich um einen der begnadetsten Schriftsteller unserer Zeit. Mit seinem anspruchsvollen, dennoch flüssig lesbaren Schreibstil spricht er sowohl Literaturliebhaber als auch Gelegenheitsleser gleichermaßen an. Mit "Frankie" legt er nun einen all-age-road-novel vor.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Frank, Spitzname "Frankie", geschrieben. Behandelt wird der Einfluss den sein Großvatermütterlicherseits, ein zuletzt 18 Jahre inhaftierter Verbrecher, auf ihn hat. Ohne Vater aufgewachsen, zieht es den Teenager immer mehr zu dem Tyrannen, der in ihm eine Art Vaterfigur sieht.

Fazit: Köhlmeier erzählt eine coming-of-age-Story voller atemberaubender Wendungen und einem Knalleffekt im Mittelteil. Ein berührendes Portrait eines Jungen, der sein Leben selbst in die Hand nimmt und erwachsen werden möchte.

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Veröffentlicht am 08.02.2023

History-crime-romance

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin (Die Gerichtsärztin 1)
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Liebesromane? Liebe ich! Historienbücher? Genau mein Genre! Kriminalfälle? Super spannend!

Wer die oben genannten Genres liebt und gerne eine Kombination davon lesen möchte, könnte mit den "Prinzregentenmorden", ...

Liebesromane? Liebe ich! Historienbücher? Genau mein Genre! Kriminalfälle? Super spannend!

Wer die oben genannten Genres liebt und gerne eine Kombination davon lesen möchte, könnte mit den "Prinzregentenmorden", dem ersten Teil der "Fräulein Anna Gerichtsmedizin"-Reihe von Petra Aicher, glücklich werden. Denn hier wird ein düsterer Kriminalfall mit einem starken Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen kombiniert, eingebettet in einen historischen Kontext, dem München im Jahre 1912.

Anna Zech, die bislang ein ländliches Leben geführt hatte, verschlägt es als Obduktionsassistentin nach München. Dort trifft sie schnell auf den verarmten Adeligen Friedrich "Fritz" von Weynand, der als Skandalreporter immer dem größten Tratsch hinterläuft. Als er davon erfährt, dass eine in die Jahre gekommene Schauspielerin tot aus der Isar gefischt wurde, wittert er eine große Story. Der Beginn eines ungleichen Ermittlerduos!

Das Cover sagt mir nicht sonderlich zu, hätte ich den Klappentext nicht gelesen, wäre das Buch komplett an mir vorbeigegangen. Vor allem die Bilder zu den Hauptfiguren stören mich, das beeinflusst einen in der eigenen Vorstellung der Figuren. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, so dass man gut in die Geschichte eintauchen kann und die 430 Seiten wie im Flug vorüberziehen.

Wirklich spannend ist der Roman jedoch nicht, wer hier einen spannungsgeladenen Thriller erwartet, wird enttäuscht sein. Ansonsten macht der Auftakt Lust auf mehr und schon im kommenden Sommer wird Band 2 in den Bücherhandlungen verfügbar sein.

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Veröffentlicht am 21.05.2024

Der Fall Crocklewood

Der falsche Vogel
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C. L. Miller schickt in ihrem Debütroman "Der falsche Vogel" die Protagonistin Freya Lockwood auf die Jagd nach dem Mörder von Arthur Crocklewood, Besitzer eines Antiquitätenladens und ihr ehemaliger Mentor. ...

C. L. Miller schickt in ihrem Debütroman "Der falsche Vogel" die Protagonistin Freya Lockwood auf die Jagd nach dem Mörder von Arthur Crocklewood, Besitzer eines Antiquitätenladens und ihr ehemaliger Mentor. Da der Herr sein Ableben kommen sah, hinterließ er Freya einen Brief mit Hinweisen auf den Täter. Die Spuren führen sie auf ein Landgut voller Antiquitäten und zwielichtiger Experten und schnell merkt sie, dass auch ihr eigenes Leben in Gefahr ist...

"Der falsche Vogel" ist dem Genre Cosy Crime zuzuordnen und eifert seinen Vorbildern, wie dem "Donnerstagsmordclub" nach. Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat aus Crocklewoods Aufzeichnungen und lädt somit zum Miträtseln ein. Der Schreibstil ist einfach gehalten und die Figuren sprühen nur so vor britischem Charme.

Fazit: humorvolle Krimikost, die aber unter dem Niveau ihrer Vorbilder bleibt (Wertung 6 von 10 Punkten)

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