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Veröffentlicht am 18.02.2023

Interessante Geschichte, die durch eine lebendige Hintergrundkulisse überzeugt

Die versteckte Apotheke
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London,1791: Nella hat vor Jahren die Apotheke ihrer Mutter übernommen. Doch heilsame Arzneien fertigt sie nur selten an. Hinter vorgehaltener Hand flüstert man sich zu, dass Nella Frauen hilft, in dem ...


London,1791: Nella hat vor Jahren die Apotheke ihrer Mutter übernommen. Doch heilsame Arzneien fertigt sie nur selten an. Hinter vorgehaltener Hand flüstert man sich zu, dass Nella Frauen hilft, in dem sie tödliche Mischungen herstellt, mit denen die Frauen sich von gewalttätigen Männern befreien können. Als das junge Dienstmädchen Eliza im Auftrag ihrer Herrin kommt, hat Nella ein ungutes Gefühl. Dennoch hilft sie ihr.

In der Gegenwart reist die Amerikanerin Caroline nach London. Als sie im Uferschlamm der Themse ein altes Apothekerfläschchen findet, beginnt sie zu recherchieren, was es damit auf sich haben könnte....

Die Handlung trägt sich auf zwei Zeitebenen zu und wird aus drei unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. In der Vergangenheit beobachtet man die Apothekerin Nella und das junge Dienstmädchen Eliza. Im aktuellen Handlungsstrang verfolgt man Carolines Suche nach Hinweisen, was es mit dem geheimnisvollen Fläschchen auf sich haben könnte. Die Wechsel sind gut gekennzeichnet, wodurch die Orientierung leicht fällt. 

Handlungsorte und Protagonisten werden so glaubhaft beschrieben, dass man in beiden Zeitebenen das Gefühl hat, mit den jeweiligen Charakteren durch London zu laufen. Dadurch kann man sich ganz auf die unterschiedlichen Schicksale der drei Frauen einlassen. Carolines Spurensuche wirkt glaubhaft. Man kann ihre Faszination förmlich zwischen den Zeilen spüren. Doch auch der Rückblick in die Vergangenheit hat einiges zu bieten und deshalb gerät man früh in den Sog der Ereignisse. 

Eine interessante Geschichte, die durch eine lebendige Hintergrundkulisse überzeugt. 

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Veröffentlicht am 16.02.2023

Spannender Reihenauftakt

Der andere Sohn
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Nach einem missglückten Undercover-Einsatz muss sich der FBI-Agent John Adderley eine neue Identität zulegen. Er verlangt, nach Schweden zurückzukehren, denn dort hat John die ersten Jahre seiner Kindheit ...

Nach einem missglückten Undercover-Einsatz muss sich der FBI-Agent John Adderley eine neue Identität zulegen. Er verlangt, nach Schweden zurückzukehren, denn dort hat John die ersten Jahre seiner Kindheit zugebracht. Im Zeugenschutzprogramm ist man nicht gerade begeistert davon, da es keine Verbindungen zu Johns Vergangenheit geben darf, damit er unentdeckt bleibt. Doch John setzt sich durch, da er unbedingt in seine alte Heimat muss, um an den Cold-Case-Ermittlungen der vor 10 Jahren verschwundenen Emelie teilzuhaben. Er verschweigt seinen Vorgesetzten, dass damals sein Halbbruder ins Visier der Ermittlungen geriet. John will alles daran setzen, den alten Fall aufzuklären, um seinen Bruder zu rehabilitieren....

"Der andere Sohn" ist der Auftakt zu einer Krimireihe, die sich im schwedischen Karlstadt zuträgt. In diesem ersten Teil lernt man deshalb nicht nur den Hauptprotagonisten John Adderley näher kennen, sondern auch seine neuen Kollegen und seine verbliebenen Familienmitglieder. 

Da es sich um Cold-Case-Ermittlungen handelt, wird die Handlung in zwei Zeitsträngen erzählt. Man verfolgt das aktuelle Geschehen und erhält außerdem Einblicke in die Ereignisse, die sich vor etwa 10 Jahren, also zum Zeitpunkt von Emelies Verschwinden, zugetragen haben. Die Handlungsstränge sind durchgehend interessant und laden dazu ein, eigene Überlegungen anzustellen. Krimifans dürften hier voll auf ihre Kosten kommen, da es einige Wendungen gibt, die dafür sorgen, dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt. 

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die Handlungsorte und die Protagonisten mühelos vorstellen und sich dadurch ganz auf die Ermittlungen einlassen. Dadurch, dass dieser Krimi nicht so leicht zu durchschauen ist, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Die Auflösung ist schlüssig und ein Cliffhanger am Ende sorgt dafür, dass man sofort zum nächsten Teil greifen möchte. 

Ein spannender Auftakt, der die Neugier auf den weiteren Verlauf der Reihe weckt. 

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Veröffentlicht am 02.02.2023

Spannender Reihenauftakt

Leichenschilf
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Den Junggesellinnenabschied seiner Tochter Vera wird der Ermittler Kristoffer Bark nie vergessen. Denn an diesem Abend verschwand seine Tochter spurlos, nachdem sie auf den Hjälmarensee hinausgerudert ...

Den Junggesellinnenabschied seiner Tochter Vera wird der Ermittler Kristoffer Bark nie vergessen. Denn an diesem Abend verschwand seine Tochter spurlos, nachdem sie auf den Hjälmarensee hinausgerudert war. Seit mittlerweile 5 Jahren fehlt von Vera jede Spur. Doch Kristoffer Bark gibt die Hoffnung nicht auf, dass er das Rätsel um Veras Verschwinden irgendwann lösen wird. Als am Ufer des Sees die Leiche einer Frau gefunden wird, die ebenfalls vermisst wurde und seiner Tochter erschreckend ähnlich sieht, versucht Bark eine Verbindung zu finden....

"Leichenschilf" ist der Auftakt zu einer neuen schwedischen Krimireihe, in der Kristoffer Bark ermittelt. In diesem Band lernt man ihn und seine Kollegen näher kennen. Zunächst macht es einem der schwedische Ermittler nicht gerade leicht, Sympathien für ihn zu entwickeln. Denn er ist extrem aufbrausend und hat sich nicht immer unter Kontrolle. Deshalb betrachtet man ihn anfangs etwas distanziert. Das legt sich allerdings im Verlauf der Handlung. 

Der Einstieg in diesen Krimi gelingt relativ mühelos, da Handlungsorte und Protagonisten so lebendig beschrieben werden, dass man alles vor Augen hat und sich dadurch ganz auf die Ereignisse einlassen kann. Man kann Barks Verzweiflung, nicht zu wissen, was mit seiner Tochter geschehen ist, nachvollziehen. Sein Entschluss, diesen Fall unbedingt aufzuklären, wirkt glaubhaft. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man beobachtet Barks Ermittlungen und lernt außerdem Denise kennen, die mit ihrer Hündin Saba am Ufer des Sees wohnt und Barks Tochter ebenfalls sehr ähnlich sieht. Beide Handlungsstränge sind durchgehend interessant, denn Barks Ermittlungen wirken authentisch und die Szenen, in denen Denise im Zentrum der Ereignisse steht, nehmen ebenfalls recht schnell Fahrt auf. Dadurch gerät man früh in den Sog der Handlung, denn man möchte unbedingt wissen, was damals wirklich passiert ist und ob Denise ebenfalls in Gefahr schwebt. Doch bis zur Auflösung muss man sich gedulden, denn dieser Cold Case hat es wirklich in sich und ist nicht so leicht zu durchschauen. Das Ganze gipfelt in einem überraschenden Finale.

Ein spannender Auftakt, der die Neugier auf weitere Fälle von Kristoffer Bark weckt.

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Veröffentlicht am 31.01.2023

Regt zum Nachdenken und Erinnern an

Ein Licht der Hoffnung
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Die Jüdin Margarete Rosenbaum arbeitet als Hausmädchen für den hochrangigen Nationalsozialisten Huber. Als die Villa der Hubers 1941 von Bomben getroffen wird, ist Margarete die einzige Überlebende. Eine ...

Die Jüdin Margarete Rosenbaum arbeitet als Hausmädchen für den hochrangigen Nationalsozialisten Huber. Als die Villa der Hubers 1941 von Bomben getroffen wird, ist Margarete die einzige Überlebende. Eine spontane Kurzschlusshandlung veranlasst sie dazu, den gelben Stern von ihrer Kleidung zu entfernen und die Kennkarte von Annegret, der Tochter der Familie Huber, an sich zu nehmen. Die Rettungskräfte haben keinen Anlass, daran zu zweifeln, dass Margarete tatsächlich die Tochter der Hubers ist. Damit scheint der Identitätswechsel gelungen. Margarete flieht nach Leipzig und sucht bei ihrer Tante Zuflucht. Die Angst, dass die Söhne der Hubers sich auf die Suche nach ihrer Schwester machen und dadurch Margaretes Tarnung aufdecken, sitzt ihr dabei ständig im Nacken. Und tatsächlich gelingt es Wilhelm, dem jüngeren Sohn der Hubers, Margarete zu finden. Doch er verrät sie nicht. Was bezweckt er damit und kann Margarete ihm wirklich trauen?



"Ein Licht der Hoffnung" ist der Auftakt der Margaretes-Weg-Trilogie, die sich mit den Bänden "Am Ende dunkler Tage" und "Die Frau im Schatten" fortsetzt. Der Einstieg in die Ereignisse gelingt mühelos, denn man kann Margaretes spontane Entscheidung, den gelben Stern zu entfernen und die Kennkarte der Tochter des Hauses an sich zu nehmen, nachvollziehen. Doch genau wie Margarete, stellt man sich die Frage, wie es nun weitergehen soll, da es in der Familie Huber noch zwei linientreue Söhne gibt, die sicher nach ihrer überlebenden Schwester suchen werden.



Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Abwechselnd stehen Margarete und Wilhelm, der jüngste Sohn der Hubers, im Zentrum der Ereignisse. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich problemlos in die damalige Zeit versetzen und deshalb nachvollziehen, in welcher Gefahr Margarete schwebt. Beim Aufeinandertreffen von Margarete und Wilhelm prallen zwei völlig gegensätzliche Weltanschauungen aufeinander, die glaubhaft vermittelt werden. Im Verlauf der Ereignisse kommt es zu einigen Wendungen, die man gespannt verfolgt. Die Handlung spitzt sich dramatisch zu und gipfelt in einem unerwarteten Ende, das die Neugier auf den weiteren Verlauf der Trilogie weckt.

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Veröffentlicht am 09.01.2023

Temporeich und spannend

NIGHT – Nacht der Angst
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Nachdem Charlies Freundin Maddy vom Campus-Killer ermordet wurde, läuft Charlies Leben völlig aus dem Ruder. Denn sie gibt sich eine Mitschuld am Tod von Maddy, da sie diese an jenem Abend alleine zurückgelassen ...

Nachdem Charlies Freundin Maddy vom Campus-Killer ermordet wurde, läuft Charlies Leben völlig aus dem Ruder. Denn sie gibt sich eine Mitschuld am Tod von Maddy, da sie diese an jenem Abend alleine zurückgelassen hat und nicht gemeinsam mit ihr nach Hause gegangen ist. Charlie beschließt, nicht bis zum Ende des Semesters zu warten, sondern sofort zu ihrer Großmutter zu fahren, um dort zur Ruhe zu kommen. Dafür braucht sie dringend eine Mitfahrgelegenheit. Das Angebot von Josh, Charlie mitzunehmen, scheint der Himmel zu schicken. Doch eigentlich ist Josh ein Fremder. Kann Charlie es wirklich riskieren, die weite Strecke nachts mit ihm zu fahren, obwohl Maddys Mörder noch nicht gefasst wurde? Während der Fahrt verdichten sich die Hinweise darauf, dass mit Josh irgendetwas nicht stimmt...

Riley Sager hält sich nicht mit langatmigen Einführungen auf, sondern startet gleich voll durch. Man merkt sofort, dass Charlie irgendwie neben der Spur ist und einfach nur weg vom Campus will, da sie dort alles an ihre ermordete Freundin Maddy erinnert. Auch wenn man nur schwer nachvollziehen kann, warum sie ausgerechnet abends in das Auto von Josh steigt, den sie ja eigentlich gar nicht kennt, obwohl sie Bedenken hat, dass der Killer schon bald sein nächstes Opfer suchen könnte, nimmt man diesen Umstand als gegeben hin. Charlies Bedenken sorgen dafür, dass man von Anfang an ein mulmiges Gefühl hat und Josh deshalb ebenfalls misstrauisch beobachtet.

Die unterschwellige Anspannung, die im Auto herrscht, sorgt für Gänsehautmomente. Es ist beinahe so, als ob man selbst mit den beiden im Wagen sitzen würde, um gemeinsam durch die Nacht zu fahren. Man fragt sich, ob Charlies Eindrücke verlässlich sind. Denn sie ist geradezu besessen von alten Filmen und zuweilen laufen diese in ihrem Unterbewusstsein ab, sodass sie regelrecht weggetreten ist. Was ist wahr und was ist Einbildung? Ist Josh wirklich der, der er zu sein vorgibt? Und warum bricht Charlie die Fahrt nicht einfach ab, wenn sie ihm doch so sehr misstraut?

Riley Sager versteht es hervorragend, die Spannung von Anfang an zu vermitteln und durchgehend zu halten. Immer, wenn man meint, dass man nun genau weiß, was vor sich geht, kommt es zu unerwarteten Wendungen, die dafür sorgen, dass man weiterhin im Dunkeln tappt. Man ist hin- und hergerissen, weiß nicht, was man glauben soll und gerät in den Sog der Ereignisse. Das Ganze gipfelt in einem actionreichen Finale, das Nerven kostet.

Eine spannende Fahrt durch die Nacht, die zwar stellenweise etwas konstruiert wirkt, aber dennoch durch ein hohes Tempo, unerwartete Wendungen und die unglaublich angespannte Atmosphäre überzeugt!

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