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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2023

Gnade ist ein unverdientes Geschenk

Wie mit Gold verwoben
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Isabel ist dankbar für ihre Arbeitsstelle in einer Weberei. Mit ihrem kargen Verdienst unterstützt sie ihre Familie. Sie vermisst ihre Familie, es ist schon mehr als zwei Jahre her, dass sie sie sehen ...

Isabel ist dankbar für ihre Arbeitsstelle in einer Weberei. Mit ihrem kargen Verdienst unterstützt sie ihre Familie. Sie vermisst ihre Familie, es ist schon mehr als zwei Jahre her, dass sie sie sehen konnte. Zusammen mit ihren Freundinnen in der Fabrik, setzt sie sich für die kleinen Mädchen in einem Waisenhaus ein. In ihrer Freizeit nähen sie Puppen für diese kleinen Kinder.

Carter kommt nach dem Tod seines Vaters aus Europa zurück, und tritt das Erbe seines Vaters als Fabrikbesitzer an. Er hat sich mit seinem Vater nicht gut verstanden, denn Carter ist der Glaube wichtiger als ausbeuterischer Gewinn. Mit den großzügigen Änderungen, die er zum Wohle seiner Mitarbeiter einführen will, ist sein Verwalter gar nicht einverstanden.

Carters Mutter möchte nichts sehnlicher als Enkelkinder. Wenn Carter sich doch endlich für eins der Damen entscheiden könnte, die sie ihm vorstellt!

Dieses kleine Buch mit großer Schrift ist schnell gelesen. Es ist eine leichte Lektüre, eher eine Kurzgeschichte, ohne komplizierte Wendungen. Es wird schon bald deutlich, dass Carter und Isabel einander zugetan sind, doch die Standesunterschiede zwischen ihnen scheinen unüberwindbar.

Viele Szenen berühren das Herz, zum Beispiel der Besuch des Waisenhauses. Im Mittelpunkt steht das Thema Gnade, denn Carter fühlt sich dafür verantwortlich die Fehler seines Vaters wieder in Ordnung zu bringen. Dabei fürchtet er, dass Gottes Zorn über ihn als Sohn kommen wird.

Fazit: Mit seiner großen Schrift und einer schlichten, gefühlvollen Geschichte, eignet sich dieses Buch für kleine Pausen zwischendurch und besonders gut für ältere Menschen. Empfehlenswert!

Veröffentlicht am 11.04.2023

Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei

Gemeinsam
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Ein Umzug ist immer schwer! Neu anfangen, vertraute Menschen zurücklassen. Als Jennie Allen in eine neu Stadt zieht, ist sie anfangs verzweifelt, weil sie sich so einsam fühlt. In diesem Buch erzählt sie ...

Ein Umzug ist immer schwer! Neu anfangen, vertraute Menschen zurücklassen. Als Jennie Allen in eine neu Stadt zieht, ist sie anfangs verzweifelt, weil sie sich so einsam fühlt. In diesem Buch erzählt sie von ihren Erfahrungen auf dem Weg zu neuen Freundschaften, die in die Tiefe gehen und erfüllend sind.

Die drei Teile dieses Buchs bauen aufeinander auf. Im ersten Teil weckt die Autorin ein Bewusstsein dafür, was uns in unserer individualisierten Gesellschaft abhandengekommen ist. Anhand von mehreren Beispielen, beschreibt sie, wie wir für das Leben in einer überschaubaren Gemeinschaft geschaffen worden sind. Als Beispiel nennt sie dörfliche Gemeinschaften in Afrika, in denen jeder den anderen kennt, Menschen nicht alleingelassen werden und füreinander sorgen.

Der zweite Teil ist vermutlich der wichtigste Teil des Buchs. Hier zeigt die Autorin fünf wichtige Prinzipien für bleibende und tiefe Freundschaften auf. Es geht um Vertrauen, um Authenzität und um Offenheit. Sehr viele Aussagen untermalt sie mit Beispielen aus ihrem eigenen Leben. Dabei erzählt sie oft auch von Schwierigkeiten und misslungenen Versuchen Freundschaften aufzubauen, ermutigt jedoch den Leser eindringlich dranzubleiben und nicht aufzugeben.

Im dritten Teil steht verstärkt der Glaube im Fokus, gleichzeitig wird der Leser in diesem Teil erneut ermutigt Schritte auf andere zuzugehen. Außerdem zeigt die Leserin Hindernisse auf dem Weg zur Gemeinschaft auf, und erklärt, wie man am besten damit umgeht.

Die Gestaltung dieses Buchs ist wunderschön und einladend. Der Schreibstil ist einfach, das Lesen fühlt sich wie ein zwangloses Gespräch mit einer Freundin an. Die Autorin erzählt sie sehr offen aus ihrem Leben, an manchen Stellen vielleicht ein bisschen zu viel. Beispiele von anderen Personen wären hilfreich, denn nicht jeder wird sich mit der extrovertierten Persönlichkeit der Autorin und mit ihren Sorgen identifizieren können.

Sehr hilfreich ist, dass konkrete Schritte zum Aufbau von Freundschaften aufgezeigt werden. Gut ist auch, dass die Autorin auf Einwände eingeht, die Leser haben könnten.

Fazit: Ein ansprechendes und hilfreiches Buch, das in einfacher Weise erklärt, wie man Freunde in seiner unmittelbaren Umgebung finden kann. Es ermutigt auf Menschen zuzugehen und sie besser kennenzulernen, da wir alle Gemeinschaft brauchen. Sehr empfehlenswert!

Veröffentlicht am 30.03.2023

Wenn Liebe über Unrecht siegt

Anfang einer neuen Zeit
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Wieder eine Bombennacht in Königsberg. Doch dieses Mal verliert die 20jährige Emma alles, was ihr lieb ist. Ihr Zuhause, ihre Schwester, ihre Sicherheit. Sie kann zwar auf dem Land unterkommen, doch auch ...

Wieder eine Bombennacht in Königsberg. Doch dieses Mal verliert die 20jährige Emma alles, was ihr lieb ist. Ihr Zuhause, ihre Schwester, ihre Sicherheit. Sie kann zwar auf dem Land unterkommen, doch auch diese neue Zuflucht muss sie bald verlassen, denn die Bevölkerung flieht vor der Roten Armee.

Die überstürzte Reise in Eiseskälte ist einfach nur schrecklich. Doch es kommt noch schlimmer. Eine russische Einheit überfällt die Gruppe der Flüchtlingen. Mord, Vergewaltigung, Verschleppung. Emma wird zusammen mit anderen Frauen gefangen genommen, denn eine von ihnen soll schuld am Tod eines russischen Spions sein.

Nach Kriegsende will Emma einfach nur in Ruhe die Fäden ihres zerstörten Lebens aufsammeln und neu anfangen. Alles ist so schwer, und die Ereignisse haben sie schwer gezeichnet. Dann taucht auch noch einer ihrer Peiniger aus der Zeit ihrer Gefangenschaft auf. Er will sie für weitere Befragungen mit nach Russland nehmen,. Emma will nicht mit, aber sie hat keine Wahl.

Wegen einer unüberlegten Bemerkung dort, ist ihr Leben in Gefahr. Es gibt nur einen Ausweg. Doch dieser Weg ist unsagbar schwer.

Dieser Roman ist sehr tiefgründig und gefühlvoll geschrieben. Der christliche Glaube spielt eine große Rolle. Dabei werden schwere Lebensfragen angesprochen, teilweise auch offen gelassen, da es nicht auf alles eine Antwort gibt.

Emma sehnt sich nach Heilung, Versöhnung mit der Vergangenheit und Liebe. Doch an den Gott des Christentums kann sie nicht glauben, denn sie versteht nicht, warum er sie nicht vor dem Schlimmen, das sie mitmachen musste, bewahrt hat. Ihre lange Suche nach Antworten wird überzeugend dargestellt.

Zentral sind die Themen Versöhnung und Fremdenhass. Emma wurde viel Schreckliches von den Russen angetan, und es fällt ihr schwer nicht alle Russen deswegen abzulehnen. Doch auch sie als Deutsche trifft in Russland auf Wut und Hass.

Die Handlung ist spannend und überrascht mit immer neuen Wendungen. Gegen Ende des Buchs scheint manches ein wenig unglaubhaft und Zusammenhänge werden teilweise nicht genügend erklärt. Doch das stört kaum, dafür sind die Charaktere wunderschön gezeichnet, mit all ihren Zweifeln, Kämpfen und Sehnsüchten.

Fazit: Eine spannende und gut geschriebene Erzählung, über die Grauen des Kriegs, innere Heilung, Versöhnung und Liebe. Sehr empfehlenswert, vor allem für Menschen, die historische Erzählungen und christliche Romane mögen.

Veröffentlicht am 20.03.2023

Von der Liebe eines Vaters

Aus dem Staub erhebst du mich
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Mary schämt sich. Ihre kleine Familie lebt in einem Wohnanhänger auf dem Grundstück ihrer Großmutter. Diese Wohnsituation sollte nur vorübergehend sein, doch ihr Vater, der seit seinem zwölften Lebensjahr ...

Mary schämt sich. Ihre kleine Familie lebt in einem Wohnanhänger auf dem Grundstück ihrer Großmutter. Diese Wohnsituation sollte nur vorübergehend sein, doch ihr Vater, der seit seinem zwölften Lebensjahr als Holzfäller arbeitet, kann sich nichts Besseres leisten. Er ist schon froh, wenn seine Fahrzeuge und Maschinen nicht abgeholt werden, weil er es mal wieder nicht geschafft hat, die Raten zu bezahlen.

Mary hat das Gefühl, dass ihr ein modriger Geruch anhaftet, der Geruch ihres ärmlichen Zuhauses, in dem es hineinregnet und immer dreckig zu sein scheint. Doch es gibt auch Sonnenseiten in ihrer Kindheit. Sie hat die Freiheit nach Herzenslust in den Wäldern herumzutoben, mit ihrer Großmutter hat sie eine liebevolle Mentorin an ihrer Seite, und in der Schule fällt ihr das Lernen leicht. Das hat sie wohl vor allem ihrem Vater zu verdanken, der sie mit Strenge zu Höchstleistungen anspornt, denn er möchte, dass sie es einmal besser hat als er.

In diesem Buch erzählt Mary ihre Geschichte. Sie beginnt mit ihrer Kindheit in West-Virginia, Amerika, blickt auch zurück auf die Lebensweise ihrer Vorfahren, die allesamt als Holzfäller oder Bergarbeiter beschäftigt waren. Nur wenige der Männer werden alt, zu gefährlich und gesundheitsschädlich ist ihre Arbeit.

In einem zweiten Teil erzählt die Autorin von ihrem Leben als Studentin und Ehefrau. Sie studiert an einer der bekanntesten Universitäten des Landes und ist bald finanziell abgesichert. Sie kann so leben wie sie will, ist frei von Armut und Dreck. Und doch, merkt sie, kann sie den Schmutz ihrer Kindheit nicht einfach abstreifen oder abwischen. Vielleicht nach außen unsichtbar, spürt sie, dass ihre Wurzeln sie prägen. Es ist ein langer Weg zur Versöhnung mit der Vergangenheit, und zur Befreiung von dem Gefühl wertlos und ungeliebt zu sein. Entscheidend dabei ist die Gnade, die sie durch den Glauben an Gott erlebt.

Die Autorin hat einen ganz eigenen Erzählstil; teilweise poetisch und malerisch, springt die Erzählung oft unvermittelt von einer Erinnerung zur nächsten; eher thematisch geordnet, als chronologisch. Aus diesem Grund fällt der Einstieg schwer. Berührend ist vor allem der zweite Teil, in dem sie über Heilung von ihren inneren Wunden schreibt. Ihre Offenheit und Authenzität ist bewegend, gerade wenn sie von Kämpfen und Versagen erzählt.

Fazit: Die Lebensgeschichte einer Frau, die den Armut ihrer Vorfahren entkommen kann; über Gutes und Schlechtes in ihrer Kindheit, über die beständige Liebe ihres Vaters, und über die Heilung der Wunden, die das Leben ihr bereitet hat. Inspirierend und empfehlenswert!

Veröffentlicht am 17.02.2023

Die Ostergeschichte

Tamara, Kiki und das Osterwunder
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Noch nicht einmal auf einer Palme ist Kiki, ein kleiner Spatz, sicher! Wer reißt denn so unverschämt an den Ästen seines Sitzplatzes? Und dann erblickt das Vögelchen etwas Ungewöhnliches. Menschen legen ...

Noch nicht einmal auf einer Palme ist Kiki, ein kleiner Spatz, sicher! Wer reißt denn so unverschämt an den Ästen seines Sitzplatzes? Und dann erblickt das Vögelchen etwas Ungewöhnliches. Menschen legen Palmenzweige und Kleidungsstücke auf den Boden. Sie stehen am Rand des Weges und jubeln.

Und dann sieht der Spatz Jesus, der auf einem Esel an den Menschen vorbeireitet. Er ist auf den Weg in den Tempel. Kiki möchte nichts verpassen, also geht er zusammen mit seiner neuen Freundin, der Gazelle Tamara, zum Tempel. Dort scheint Jesus etwas zu tun, das die Menschen verärgert.

In den nächsten Tagen beobachten Spatz und Gazelle die letzte Mahlzeit Jesu mit seinen Jüngern. Sie sehen ihn zuerst allein in einem dunklen Garten, doch dann wird er gefangen genommen.

Als Jesus dann stirbt ist Kiki unsagbar traurig. Doch auf einmal steht Jesus wieder inmitten seiner Freunde. Er gibt ihnen einen Auftrag, den auch Tamara erfüllen will. Kiki ist nun wieder fröhlich.

Dieses Bilderbuch gibt die Ostergeschichte aus der Sicht eines Spatzen und einer Gazelle wieder. Die beiden beobachten die mysteriösen Geschehnisse, doch sie verstehen sie nicht. Sie stehen am Rande, fühlen abwechselnd Trauer und Freude und haben viele Fragen.

Die Sprache dieses Bilderbuchs ist einfach. Die Sätze sind kurz, was gut zur angegebenen Alterspanne von vier bis acht Jahren passt. Als Einstieg, um die Ostergeschichte mit kleinen Kindern zu besprechen, eignet sich dieses Buch gut. Ohne Begleitung eines Erwachsenen, der die Inhalte erklärt, bleibt das Geschehen jedoch für kleine Kinder vermutlich rätselhaft

Die Bilder sind schlicht, mit wenigen Details, und damit sehr ansprechend. Vor allem die Tiere sind liebenswert gezeichnet. Gestik und Mimik der Figuren sind aussagekräftig. Die Farben passen gut zur jeweiligen Stimmung der geschilderten Ereignisse.

Fazit: Ein Bilderbuch, das die Ostergeschichte aus der Sicht von unbeteiligten Zuschauern nacherzählt. Es eignet sich gut, um die Ereignisse rund um Jesu Tod und Auferstehung gemeinsam mit Kindern zu entdecken.

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