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Veröffentlicht am 19.02.2023

Das Tagebuch eines kleinen Katers

Kater Schnurr mit den blauen Augen
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Ein wenig erinnert der Schreibstil mich persönlich an 'Der kleine Nick'. Die Geschichte ist wirklich niedlich geschrieben und eignet sich wunderbar zum Vorlesen als Gute-Nacht-Geschichte.

Kater Schnurr ...

Ein wenig erinnert der Schreibstil mich persönlich an 'Der kleine Nick'. Die Geschichte ist wirklich niedlich geschrieben und eignet sich wunderbar zum Vorlesen als Gute-Nacht-Geschichte.

Kater Schnurr lebt bei seinem, wie er ihn nennt, Zweibeiner, Menschen oder Seinigem. Die Geschichte, aus der Sicht von Schnurr als eine Art Tagebuch geschrieben, beschreibt die Abenteuer, die er täglich erlebt und manchmal nicht versteht. Zum Glück gibt es noch andere Katzen, die ihm die Welt erklären, und ihn begleiten, bis er die Katze Kiki eines Tages kennenlernt, die ihm so viel mehr über das Leben beibringt.

Die Geschichte kann man wunderbar zwischendurch lesen. Da sie nicht so lang ist, sind schnelle Leser in vermutlich drei Stunden mit dem Buch fertig.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Erläuterungen und Erfahrungen von der "Amerikanischen Geisha"

Geisha
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Im Jahr 1975 lässt sich die Ethnologin Liza Dalby zu Feldforschungszwecken im Hanamachi (jap. "Blumenviertel") Pontocho in Kyoto, Japans kulturell bedeutendster Stadt, zur Geisha ausbilden.
Sie führte ...

Im Jahr 1975 lässt sich die Ethnologin Liza Dalby zu Feldforschungszwecken im Hanamachi (jap. "Blumenviertel") Pontocho in Kyoto, Japans kulturell bedeutendster Stadt, zur Geisha ausbilden.
Sie führte ein Jahr lang (1975-1976) das Leben einer Geisha und arbeitete unter dem Namen Ichigiku in den Teehäusern von Pontocho. Ihre Studien führten sie quer durch die Geisha-Kultur in ganz Japan. Sie erläutert die Unterschiede zwischen in Städten wie Tokio (Akasaka oder Shimbashi) und Kyoto (Gion, Miyagawa-cho, Pontocho oder Kamishichiken) arbeitenden Geishas, und denen, die auf dem Lande in Kur- oder Badeorten wie Atami arbeiten.
Zu den eigenen Erfahrungen, die Liza Dalby während ihrer Zeit in Japan gemacht hat, fließen in ihr Buch Gespräche mit Geishas, ehemaligen Geishas, Besitzerinnen von Ochayas (Teehäuser), Inhaberinnen von Okiyas (Geisha-Häuser) und Beamten in den Meldeämtern von Geisha-Gemeinschaften in verschiedenen Teilen Japans ein.
"Geisha" ist größtenteils sehr sachlich und objektiv geschrieben und beinhaltet viele interessante Details über die Kunst, Ansichten, Traditionen und Ausbildung der Geishas. Sie verweist auf Unterschiede zwischen wahren Geishas und Prostituierten, und erzählt die Geschichte um die Entstehung, Bedeutung und den manchmal steinigen Weg der Geishas durch die Jahrhunderte. Liza Dalby erklärt bereits im Vorwort, dass es ebenso auch ein sehr persönliches Buch nicht zuletzt durch ihre Begeisterung für die Geisha-Kultur geworden ist, und sie durch ihre Einbindung zum Karyukai (das "Reich der Blumen und Weiden", wie die Welt der Geishas im Japanischen genannt wird) nicht zur Gänze objektiv sein konnte und wollte.
Als Amerikanerin, die in Japan gelebt und gearbeitet hat, versteht Liza Dalby auch die Missverständnisse und Unterschiede zu beleuchten, die zwischen der westlichen und der japanischen Kultur im Hinblick auf die japanischen Traditionen und Anschauungen herrschen.
Vielleicht ist es gerade diese Mischung zwischen einem Erfahrungsbericht und einem Sachbuch, die Liza Dalby's "Geisha" so abwechslungsreich innerhalb des Buches macht, wenn dem Leser nach einem als trocken empfundenen sachlichen Kapitel wieder ein Erlebnis der Geisha Ichigiku geschildert wird.
"Geisha" sollte in keinem Regal fehlen, wenn man sich für das japanische Kulturgut, die Geisha, interessiert.

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Veröffentlicht am 19.02.2023

Ein Buch, das Frauen für ihre Karriere lesen sollten!

Das Arroganz-Prinzip
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Frauen sind von der Venus, Männer sind vom Mars. Und genau so fühlt sich Kommunikation manchmal an – als würden zwei Aliens miteinander sprechen. Gerade im Berufsleben kann das äußerst zäh sein. Peter ...

Frauen sind von der Venus, Männer sind vom Mars. Und genau so fühlt sich Kommunikation manchmal an – als würden zwei Aliens miteinander sprechen. Gerade im Berufsleben kann das äußerst zäh sein. Peter Modler beschäftigt sich in seinen sogenannten “Arroganztrainings” damit, Frauen eine Kommunikationsweise beizubringen, mit der sie sich gegenüber ihren männlichen Kollegen behaupten können. Bald schon sind seine Kurse über Monate im Voraus ausgebucht, so dass dieses Buch entstanden ist.

Als Buchhändlerin hatte ich bisher mehr weibliche als männliche Kollegen, fand das Thema des Buches aber so interessant, dass ich mich damit trotzdem gerne beschäftigen wollte. Männer kommunizieren, so sagt Modler, anders als Frauen. Oft äußern Männer nonverbale Botschaften wie Revierverhalten, wie man in einigen von Modlers im Buch vorgestellten Fallbeispielen nachlesen kann. Da wird dann schon mal der Bürotisch der Vorgesetzten zu einem kleinen Kampfplatz, um die geltenden hierarchischen Gegebenheiten zu verschieben. Den Kommunikationsstil von Männern finden die Frauen, von denen Modler in seinem Buch aus den Kursen berichtet, respektlos und arrogant. Modler versucht zu vermitteln und erklärt, dass diese Art der Kommunikation, nämlich auch mal einen Rempler zu verabreichen und jemandem einen Spruch zu drücken, unter Männern sportlich zum guten Ton gehört und überhaupt nicht persönlich aufgefasst wird.
Modlers Beispiele sind verständlich und einleuchtend, so dass man einen guten Eindruck bekommt, wie man als Frau seine Kommunikation erfolgreich für die Ebenen gestalten kann, in denen nach wie vor eher Männer als Frauen vorkommen.

Auch wenn ich das Wissen dieses Buches sicher nicht unbedingt in meinem Arbeitsalltag anwenden kann, hab ich dennoch einige Kenntnisse daraus gewonnen. Einem Transmann in meinem Umfeld habe ich das Buch auch empfohlen, weil ich mir vorstellen kann, dass es einem als Frau geborenem Mann, dem die männliche Sozialisation fehlt, helfen könnte eine andere Art der Kommunikation zu erlernen.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Phantasievolle Illustrationen, schöne Story!

Unico erwacht (Band 1)
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Als das bezaubernde kleine Einhorn Unico sich im uralten Garten der Göttin Psyche anfreundet, erregt das die Eifersucht der Göttin Venus. Sie verbannt Unico samt seiner Gabe Menschen glücklich zu machen ...

Als das bezaubernde kleine Einhorn Unico sich im uralten Garten der Göttin Psyche anfreundet, erregt das die Eifersucht der Göttin Venus. Sie verbannt Unico samt seiner Gabe Menschen glücklich zu machen aus dem Himmel. Zephyrus, der Westwind, wird von seiner Meisterin Venus damit beauftragt, die Verbannung auszuführen. Sie trägt Unico durch die Zeiten, lässt ihn für eine Weile bei den Menschen, freundet sich mit ihnen an, verändert ihr Leben, um dann vom Westwind wieder davongetragen zu werden und alles zu vergessen. Zephyrus hat Mitleid mit Unico und will den Kreislauf brechen. Sie lässt Unico in einer Großstadt unserer Zeit und wird von der Katze Chloe gerettet, die bald darauf ganz eigene Probleme bekommt, bei denen Unico ihr hilft. Gemeinsam kommen die beiden bei einer älteren Frau unter, bis Venus nach tausenden Jahren dem kleinen Einhorn erneut nachstellt.

Ein absolut hinreißender Comic aus der Feder des Erfinders von „Astro Boy“ oder „Kimba, der weiße Löwe“ (den ich unglaublich gerne in meiner Kindheit geschaut habe!).
Die Figuren bei Unico sind so phantasievoll gestaltet wie aufwendige Cosplay-Kostüme, es ist einfach ein Augenschmaus, sich durch die Geschichte zu schauen.
Ich freue mich riesig auf den bald erscheinenden zweiten Band der Unico-Comic-Reihe und möchte gerne verfolgen, ob Venus es schafft, Unico aufzuspüren oder seine unbekannte Beschützerin es schafft, gegen ihre Herrin zu handeln und das kleine Einhorn zu beschützen!

Veröffentlicht am 21.06.2025

Dieser Roman ist außergewöhnlich in Stil, Setting, Geschichte

Es währt für immer und dann ist es vorbei
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Es gab eine große Katastrophe, davor nichts. Zumindest nichts, an das sie sich erinnern könnte. Im Jenseits lebt sie im Hotel der Zombies mit anderen ihresgleichen, die sich neue Namen gegeben haben, weil ...

Es gab eine große Katastrophe, davor nichts. Zumindest nichts, an das sie sich erinnern könnte. Im Jenseits lebt sie im Hotel der Zombies mit anderen ihresgleichen, die sich neue Namen gegeben haben, weil sie sich nicht erinnern.

»Aber dein Name ist nicht Carlos«, sagte ich.
»Carlos ist der Name, den ich meinem Namen gegeben habe«, sagte er.
»Carlos passt zu dir«, sagte ich.

Ihre Erinnerung hat sie schon verloren, ihren rechten Arm verliert sie jetzt. Sauber abgetrennt wie das Vorher vom Jetzt. Statt dieses Arms hat sie nun eine Krähe. Unbeweglich, wie tot. Die Krähe bindet sie sich fest in ihren Brustkorb, und plappernd begleitet die Krähe sie nach Westen. Zum Meer. Zu den Dünen zieht es sie, auf die Suche nach sich selbst. Die leise Erinnerung an eine Person, an Sehnsucht, an Liebe wird immer wieder unterbrochen durch den Hunger auf Fleisch. Nahrung, die doch nicht sättigt. Nur die Dünen und was sie dort findet, können sie hoffentlich sättigen.

Dieser Roman ist außergewöhnlich in Stil, Setting, Geschichte. Man wiederhole nur nicht meinen Fehler und lese das Buch in Etappen, wenn einem gerade selbst viel durch den Kopf geht. Für dieses Buch schafft man sich am besten einen zeitlichen Freiraum, um ganz in die philosophische, hoffnungsvolle Tristesse einzutauchen. Wer ein ausgesuchtes Buch sucht, greife zu Anne de Marckens „Es währt für immer und dann ist es vorbei“.