Profilbild von tweed

tweed

Lesejury Star
offline

tweed ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tweed über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.02.2023

die Adlondamen

Die marmornen Träume
0

Berlin im Jahre 1939: Im Hotel Adlon treffen sich regelmäßig die Ehefrauen der Nazi-Elite. Reich, jung, schön, die Haute­vo­lee dieser Zeit. Doch dann werden die Damen nach und nach ermordet, auf bestialische ...

Berlin im Jahre 1939: Im Hotel Adlon treffen sich regelmäßig die Ehefrauen der Nazi-Elite. Reich, jung, schön, die Haute­vo­lee dieser Zeit. Doch dann werden die Damen nach und nach ermordet, auf bestialische Weise verstümmelt.


Die Ermittlungen leitet SS-Offizier Franz Beewen, im Zuge der Nachforschungen trifft er auf Simon Kraus, einen Psychoanalytiker mit Nebengeschäft. Bei Kraus waren alle Mordopfer Patientinnen, sie redeten mit ihm über ihre Geheimnisse und Träume. Alle Frauen träumten vom Marmormann, ist er der Täter?


Simon Kraus stellt eigene Nachforschungen an, kommt dabei selbst in den Fokus der Ermittlungen. Doch Beewen sieht Kraus nicht als Täter, die beiden stimmen ihre Ermittlungen ab. Ergänzt wird das Duo durch die Psychiaterin Minna von Hassel, die beruflich alles verloren hat und mit ihrer Alkoholsucht kämpft. Das ungleiche Trio ermittelt auf eigene Faust, muss aber viele Fehlschläge einstecken. Nicht zuletzt noch die Bedrohung durch das Regime.


Jean-Christophe-Grangé schreibt anspruchsvoll, lässt die Nazizeit auferstehen und vermittelt den Zeitgeist perfekt.


Schonungslos, brutal, düster, die Atmosphäre nimmt den Leser gefangen. Viele Szenen sind beklemmend und brutal, so dass ich immer wieder Pausen einlegen musste. Doch nicht lange, denn die Handlung ist fesselnd, mit spannenden Wendungen und einem Zwist, den ich nicht erwartet habe.


Die drei Protagonisten sind gekonnt gezeichnet, interessante, wenn auch nicht sympathische Charaktere.


Fazit: Thriller mit historischem Hintergrund, der zum nachdenken anregt. Perfekt für eine Verfilmung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.02.2023

fesselnd und spannend, ein Wettlauf gegen die Zeit

Spinnennetz
4

"Spinnennetz" ist der neueste Teil der Reihe um den Ermittler Joona Linna. Dass man die Vorgänger kennen sollte, versteht sich eigentlich von selbst. Nur so verfügt man über Vorwissen aus den anderen Teilen ...

"Spinnennetz" ist der neueste Teil der Reihe um den Ermittler Joona Linna. Dass man die Vorgänger kennen sollte, versteht sich eigentlich von selbst. Nur so verfügt man über Vorwissen aus den anderen Teilen und kann die Protagonisten von Grund auf kennenlernen und ihre Entwicklung verfolgen.

Worum geht es diesmal? Saga, die nach dem letzten Einsatz temporär als Privatdetektivin arbeitet, erhält eine Karte mit einer Drohung: Sie allein kann Joona Linna retten, denn der Absender hat neun weiße Kugeln, eine davon ist für Joona bestimmt. Die Unterschrift besteht aus einem Anagramm und deutet auf Jurek Walter, der tot ist. Davon ist zumindest Joona überzeugt. Aber kann er sich auch sicher sein?

Eine Mordreihe beginnt, Joona ermittelt und wird von Saga unterstützt. Doch wer ist der Täter, wieso hat er es auf Joona abgesehen? Die Zeit drängt, denn der Täter holt sich einen nach dem anderen und spielt dabei ein perfides Spiel. Er kündigt jede bevorstehende Tat mit einer Zinnfigur an, um den Ermittlern eine reelle Chance zu geben, das nächste potentielle Opfer noch zu retten. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Ich liebe diese Reihe, bisher war jeder Teil ein Highlight, so auch dieser. Es gibt jede Menge Spannung, Action und Rätselraten. Und Rätsel gibt es einige. Anagramme und versteckte Hinweise, wie ein Puzzle setzt sich Stück für Stück das Gesamtbild zusammen. Als Leser kann man mit den Ermittlern mitfiebern und -zittern. Twists und Wendungen halten die Spannung konstant auf hohem Niveau.

Fazit: Mich hat "Spinnennetz" gefesselt und auf ganzer Linie überzeugt. Ich bin auf die Fortsetzung schon jetzt gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
  • Erzählstil
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 04.02.2023

Hamburg-Thriller mit einem genialen Ermittler-Duo

Stigma (Milosevic und Frey ermitteln 1)
0

"Stigma", der Thriller von Lea Adam, das Pseudonym von Regina Denk und Lisa Bitzer, ist für mich jetzt schon ein Jahreshighlight.

Worum geht es? In Hamburg wird die verstümmelte Leiche eines Mannes gefunden, ...

"Stigma", der Thriller von Lea Adam, das Pseudonym von Regina Denk und Lisa Bitzer, ist für mich jetzt schon ein Jahreshighlight.

Worum geht es? In Hamburg wird die verstümmelte Leiche eines Mannes gefunden, Milo und ihr Kollege Vince ermitteln in dem Tötungsdelikt. Die Motivsuche gestaltet sich schwierig und schon wird die nächste Männerleiche gefunden. Auch dieses Opfer wurde verstümmelt, allerdings auf andere Art und Weise. Es ergeben sich Hinweise bei beiden Opfern auf Gewalt gegen Frauen, ist hier das Motiv zu suchen?

Der Thriller punktet mit authentischen Charakteren, vor allem Milo ist sowohl sympathisch, als auch gekonnt gezeichnet. Ihr Partner Vince ist für sie die perfekte Ergänzung, denn unterschiedlicher könnten die zwei Figuren nicht sein.

Das Thema Gewalt gegen Frauen wird von den Autorinnen sensibel angegangen und offenbart einen Einblick in die Psyche sowohl der Frauen als auch des Täters. Wer ist hier Opfer, wer Täter?

Die Story ist temporeich und fesselnd mit der richtigen Portion Spannung. Besonders gefallen hat mir der zeitgemäße locker-flapsige Schreibstil, so macht das Lesen besonders viel Spaß.

Fazit: Genialer Thriller mit Suchtpotential, ich freue mich schon auf eine Fortsetzung mit dem neuen Dreamteam.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.01.2023

spannender Krimi

Grenzfall - In der Stille des Waldes
0

„Grenzfall - In der Stille des Waldes“ von Anna Schneider ist der dritte Teil der Reihe um Chefinspektor Krammer vom LKA Tirol und Oberkommissarin Alexa Jahn. Vorkenntnisse braucht man nicht unbedingt, ...

„Grenzfall - In der Stille des Waldes“ von Anna Schneider ist der dritte Teil der Reihe um Chefinspektor Krammer vom LKA Tirol und Oberkommissarin Alexa Jahn. Vorkenntnisse braucht man nicht unbedingt, da die Teile in sich abgeschlossen sind.

Während sich Bernhard Krammer mit einem mysteriösen Fund auf einer Baustelle in Tirol befasst, bekommt Alexa Besuch von einem ehemaligen Kollegen aus Aschaffenburg. Er ermittelt in einem alten Fall, den Alexa und er gelöst hatten, in dem sich inzwischen aber neue Erkenntnisse ergeben haben. Alexa schließt sich ihm an, sie kann mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren, dass sie damals bei den Ermittlungen Fehler gemacht haben und evtl. ein Unschuldiger verurteilt wird, während der wahre Täter noch auf freiem Fuß ist.

Beide Kriminalfälle sind äußerst spannend. Krammers Fall ist tragisch und zeigt menschliche Abgründe auf. Ein Fall, der berührt. Alexas alter Fall ist temporeicher, bietet mehr Action und einen absolut spannenden Showdown. Die Ermittlungen in beiden Fällen wirken authentisch mit all den Fehlschlägen und Sackgassen. Es gibt Wendungen, von denen ich total überrascht war, die Fälle stimmen nachdenklich. Ich konnte bei beiden mitfiebern, war aber mehr bei Alexa dabei, da sie für mich greifbarer ist, während ich an Krammer nicht so nah herankam. Sie ist sympathisch und als Figur sehr gut gezeichnet.

Die Schauplätze in Deutschland und Österreich, die grenzüberschreitenden Ermittlungen finde ich besonders gelungen. Ein spannender und fesselnder Krimi, den ich gerne weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.01.2023

Action, Spannung und unvorhersehbare Wendungen

Rachejagd - Verraten
0

„Rachejagd: Verraten“ ist der zweite Teil der Reihe um Anna und Nick. Nach dem turbulenten ersten Teil sollte es für die beiden erst mal entspannt weitergehen, da sie auf die Hochzeit alter Freunde eingeladen ...

„Rachejagd: Verraten“ ist der zweite Teil der Reihe um Anna und Nick. Nach dem turbulenten ersten Teil sollte es für die beiden erst mal entspannt weitergehen, da sie auf die Hochzeit alter Freunde eingeladen sind. Doch auf der Hochzeit treffen sie auch ihren alten Freund Roger, der in einem Forschungslabor arbeitet, in dem es einen mysteriösen Todesfall gab. Offiziell als tragischer Unfall eingestuft, glaubt Roger an Mord und bittet die beiden nachzuforschen. Und schneller als gedacht wird Anna und Nick klar, dass ihr unbekannter Widersacher noch immer aktiv ist und ihnen nach wie vor nach dem Leben trachtet.

Im zweiten Teil der Reihe geht es nicht weniger spannend zu als im ersten, es gibt jede Menge Action und Spannung. Anna und Nick lernt man noch besser kennen, diesmal erfahren wir mehr zu Nicks Vergangenheit, so dass er noch greifbarer wird.

Man kann sich auch hier wieder über Wendungen freuen, die absolut nicht vorhersehbar sind, nichts ist, wie es scheint. Und Anna und Nick müssen sich immer wieder fragen, wem sie eigentlich vertrauen können und wer mit falschen Karten spielt.

Für mich war der "Rachejagd: Verraten" eine gelungene Fortsetzung, auf den letzten finalen Teil bin ich schon so gespannt. Er muss die ersehnte Auflösung bringen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere