Profilbild von GAIA_SE

GAIA_SE

Lesejury Star
offline

GAIA_SE ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit GAIA_SE über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.03.2023

Lichte Tage - leichte Lektüre?

Lichte Tage
0

Um über diesen Roman reden zu können, muss man mehr offenbaren, als es der sehr grob gezeichnete Klappentext vermag. Wer darüber hinaus also nichts erfahren möchte, überspringe diese Rezension.

Vieles ...

Um über diesen Roman reden zu können, muss man mehr offenbaren, als es der sehr grob gezeichnete Klappentext vermag. Wer darüber hinaus also nichts erfahren möchte, überspringe diese Rezension.

Vieles dreht sich in „Lichte Tage“, um eine erste Liebe und die große Liebe, was nicht für jeden immer zusammenfällt, aber auch die Freundschaft und alles, was dazwischen liegt und vielleicht nicht definiert werden kann. Wir begleiten die Jungen aus einem Arbeiterviertel Ellis und Michael und sehen Annie später zu ihnen stoßen. Wir begleiten Kinder und Jugendliche aus ihrem trostlosen, gewalttätigen Alltag hinein in die Möglichkeit einer besseren Zukunft. Und wir begleiten aber auch homosexuelle Männer in ihr Leben und Leiden mit AIDS, denn der vorliegende Roman spielt in einem Zeitraum zwischen den 1950ern und Mitte der 1990er.

Für mich kamen diese Themen recht überraschend in der Geschichte auf, weshalb ich den Roman durchgängig mit Interesse gelesen habe. Es handelt sich eben nicht um eine „konventionelle“ Dreiecksbeziehung, sondern um eine, in der homo-, bi- und heterosexuelle und/oder platonische Liebe vorkommt. Es handelt sich nicht um einen Wohlfühlroman, denn wir werden mit einigen Schicksalsschlägen der Protagonisten konfrontiert und erleben hautnah die Scheußlichkeit der AIDS-Erkrankung mit. Das macht meines Erachtens den Roman erst so richtig interessant. Denn die Schreibe an sich ist eher einfach gehalten und weist mitunter Schwächen auf. Dazwischen blitzen immer wieder poetische Gedanken auf, die sehr schön sind und so für sich stehend herausstechen. Was die Autorin auf jeden Fall kann, ist das atmosphärische Beschreiben und damit auch Herausarbeiten der Unterschiede zwischen einem britischen Arbeiterquartier innerhalb der Universitätsstadt Oxford und der Wärme, dem Licht und der Natur Südfrankreichs. Denn dorthin zieht es immer wieder die Protagonisten des Romans, zu unterschiedlichen Zeiten und unter unterschiedlichen Vorzeichen.

So richtig greifen kann man letztlich aber sowohl die Geschichte als auch die Gefühle der Protagonisten zueinander nicht. So schreibt auch Winman: „Wer waren wir, Ellis, ich, und Annie? So oft habe ich versucht, uns zu erklären, aber jedes Mal bin ich gescheitert. Wir waren alles, und dann zerbrachen wir.“

Man möchte gern diese außergewöhnliche Beziehung verstehen können. Im Verlauf des Buches gibt es immer mehr Hinweise darauf, wer diese Menschen sind und waren und was sie zusammen oder auseinandergebracht hat. Das ist gut gemacht. Nur leider blieben mir mitunter die Figuren trotzdem noch zu fern. Ich hätte mir hier einen Roman mit etwas mehr Volumen gewünscht, um tiefgründigere Beschreibungen der Figuren zu bekommen, um in gewisse Themen tiefer eintauchen zu können. Manches wirkt noch wie ein Entwurf einer viel facettenreicheren, umfangreicheren Geschichte.

Da ich den Roman trotz seiner kleinen Makel sehr gern gelesen habe, entscheide ich mich bei 3,5 Sternen als Bewertung zu einem Aufrunden auf die 4 Sterne. Leicht ist also die Lektüre aufgrund der Sprache schon, aber man sollte keinen inhaltlich „leichten“ Roman erwarten. Hier werden knallharte Themen angeschnitten.

3,5/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.02.2023

Der Wahnsinn des Krieges

Nachts ist unser Blut schwarz
0

Im vorliegenden Roman des franko-senegalesischen Autors David Diop begleiten wird den „Senegalschützen“ Alfa Ndiaye in seine Gedankenwelt. Diese ist durch seinen Einsatz für Frankreich an der deutsch-französischen ...

Im vorliegenden Roman des franko-senegalesischen Autors David Diop begleiten wird den „Senegalschützen“ Alfa Ndiaye in seine Gedankenwelt. Diese ist durch seinen Einsatz für Frankreich an der deutsch-französischen Front während des Ersten Weltkriegs mächtig durcheinandergebracht, da er nicht nur seinen besten Freund neben sich hat elendig sterben sehen, sondern auch weil er sich nicht verzeihen kann, dessen dreimal vorgebrachte Bitte, ihn von seinen Qualen aktiv zu erlösen, nicht nachgekommen zu sein. Alfa driftet immer mehr in den Wahnsinn ab und wir werden Teil seiner Gedankenwelt.

Diop spricht in seinem kurzen, fast novellenartigen Roman ein häufig übersehenes bzw. vertuschtes Thema der französischen Geschichte an. Laut seinem Nachwort zum Buch kämpften 180 000 sogenannte „Senegalschützen“ für Frankreich im Ersten Weltkrieg. Ein Schicksal erfindet nun Diop und erzählt dieses punktuell nach. Man sollte bei diesem Buch aber kein allzu exemplarisches Beispiel oder gar einen stark faktendurchzogenen Text erwarten. Es handelt sich vielmehr um das Psychogramm eines traumatisierten Soldaten.

Alfa wird nach dem sich stundenlang hinziehenden Tod (inkl. heraushängender Innereien, also nichts für schwache Nerven!) seines „Seelenfreundes“ zunehmend zu dem, wie die Offiziere der Armee die Schwarzafrikaner in diesem Krieg zu Abschreckungszwecken darstellen wollten: einem Wilden. Wild durch Wut und Schuldgefühle, da er denkt seinen Freund an verschiedenen Stellen ihres Lebens verraten zu haben und damit für dessen Tod verantwortlich zu sein, entgleitet er in den Wahnsinn. Der sog. „kurzzeitige Wahnsinn“ sei sogar von den Vorgesetzten erwünscht, denn: „Der kurzzeitige Wahnsinn lässt die Wahrheit der Kugeln vergessen. Der kurzzeitige Wahnsinn ist der Bruder des Kriegermuts.“ So geht Alfa immer schrecklicher beim Umbringen der Gegner vor, doch das ist wiederum nicht erwünscht durch dir Obrigkeit, so sagt der Hauptmann zu ihm: „Du musst sie einfach nur töten, nicht verstümmeln. Im zivilisierten Krieg ist das verboten. Verstanden? Morgen fährst du.“ Während Alfas Fronturlaub in einer Rehabilitationsanstalt, auf den er von seinem Hauptmann geschickt wird, lernen wir nun etwas mehr über seine Vergangenheit im Senegal und die Freundschaft zu Mademba Diop, seinem Seelenfreund, kennen.

Sprachlich ist der Roman anspruchsvoll. Und zwar dahingehend, dass man mit den ständigen Wiederholungen in den Gedanken Alfas zurechtkommen muss. Mich hat dieses Repetitive immer stärker in den Kopf des Erzählers gezogen. Es hat also genau seinen Zweck erfüllt, ist aber sicherlich nicht jedermenschs Sache.

Insgesamt hätte ich gern einen ausführlicheren Roman gelesen. Die mitunter nur kurz eingeworfenen Umstände von Alfas Leben zuhause, dessen Weg in die Armee und dessen Position innerhalb einer Armee voller Französisch sprechenden Weißen, die Alfa sowohl rein sprachlich als auch vom Wesen her nicht versteht, hätte ich gern ausgebaut gesehen. So endet das Buch nach nur kurzer Lektüre mit einem afrikanischen Märchen, das einzuordnen an dieser Stelle schwerfällt. Ich empfehle nichtsdestotrotz die Lektüre dieses Romans, besonders aufgrund der historischen Brisanz und des überzeugenden Psychogramms dieses Soldaten.

3,5/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.02.2023

Die Erbin einer matriarchalen Familiendynastie

Männer sterben bei uns nicht
0

„Meine Geburt hatte mich in die Nähe von Frauen geraten lassen, die mir nicht nahe waren.“ So ist eine der Erkenntnisse, die Luise rückblickend über ihr Hineingeboren werden in eine privilegierte Familie, ...

„Meine Geburt hatte mich in die Nähe von Frauen geraten lassen, die mir nicht nahe waren.“ So ist eine der Erkenntnisse, die Luise rückblickend über ihr Hineingeboren werden in eine privilegierte Familie, die sich aber niemals nah, sondern immer gegeneinander ausgerichtet erscheint, gewinnt.

Luise wächst auf dem Anwesen ihrer Großmutter auf. Diese ist die Matriarchin einer (Geld-)Adelsfamilie und versammelt auf dem Grundstück mit fünf Häusern die weiblichen Familienmitglieder. Fast könnte man sagen, sie nimmt sie in Sippenhaft und wer nicht nach ihren Regel spielen will, wird aussortiert. Die Männer spielen sowieso keine Rolle, sie sterben hier auf dem Anwesen nicht, sie verschwinden schon vorher und gehen ihrer eigenen Wege. Luise ist schon erwachsenen als nun ihre Großmutter verstirbt. Das bringt die Familie für die Beerdigung wieder örtlich, wenn auch nicht emotional, zusammen und lässt Erinnerungen von Luise aufflammen. Mit dem Blick der Erwachsenen versucht sie nun, nach und nach ihre Erinnerungen neu zu sortieren und vor allem auch neu zu interpretieren.

Mir hat dieses Buch zu Beginn wirklich sehr gefallen. Das Cover ist schon einmal eine Klasse für sich. Die Sprache der Autorin in ausdrucksstark und mit einer gewissen lakonischen Art versehen. Auch das Setting ist spannend gewählt. Kennen wir ja aus den vergangenen Literaturjahren das Phänomen der Veröffentlichung einer steigenden Anzahl von Romanen über Klasse und soziale Herkunft. Nur geht es hier nicht um die Arbeiterklasse, sondern um die Reichen, wenn auch nicht Superreichen. Die Familie väterlicherseits von Luise ist gut situiert. Luise scheint die einzige zu sein, die sich den Familientraditionen hingeben will und auch als würdig dafür erachtet wird. Ihre eigene Mutter stammt aus einer niedrigeren Klasse und passt ebenso wie andere Frauen auf dem Anwesen nicht so richtig hierher. Dieses Spannungsfeld wird gekonnt entworfen und man meint, dass damit nun für das finale Zusammentreffen und damit den Showdown zur Beerdigung der Großmutter und die Frage des Erbes (komplett an Luise) ein perfektes Spielfeld vorgegeben ist.

Nur leider verpufft die anfängliche Energie und Stringenz des Romans spätestens ab zwei Dritteln des Buches. Die Handlung und die Beziehungen der Frauen untereinander werden verwirrend, bleiben nebulös und einfach mitunter vollkommen unklar. Auch bekommen die Figuren nicht mehr die benötigte psychologische Tiefe, um sich erklären zu können, was zum Ende des Romans hin passiert. Ganz grundsätzlich scheint dem Buch auch eine Aussage zu fehlen. Ist es eine feministische, im Sinne von: Alle Frauen sollten, egal wie unterschiedlich sie sind, sich nicht auseinandertreiben lassen, sondern zusammenhalten? Denn dieses Auseinandertreiben hat bisher die Großmutter königlich beherrscht. Sie hat einen Keil zwischen die vielen Frauen dieser Familie getrieben, um sich dann die Rosine (Luise) als ihre Nachfolgerin auf dem Anwesen herauszupicken. So schreibt Annika Reich:

„Sie [die Großmutter] hatte kein emotionales Verständnis von Familie, sondern ein dynastisches, auch wenn das Wort zu pompös war für den Haufen, den wir darstellten. Sie wies jeder von uns einen Platz und eine Aufgabe zu, und wenn wir diesen Platz einnahmen und die damit verbundene Aufgabe erfüllten, lief alles glatt, wenn nicht, wurden wir aussortiert wie verschlossene Muscheln.“

Solche Passagen sind schon toll geschrieben, aber sie führen leider gefühlt zu nichts mit Blick auf den gesamten Roman. Immer wieder ist von „Versehrungen“ der Hauptfigur zu lesen, aber was genau dort dahinter steckt, erfahren wir nicht. Vieles bleibt schwammig und wird immer schwerer zu deuten, umso klarer wird, dass die Erinnerungen von Luise vielleicht auch kindlich verzerrt sind. Es wird immer mal wieder angedeutet, dass ein Ereignis so oder auch ganz anders hätte passiert sein können. So wendet sich der Roman zum Ende hin immer mehr ab vom Konkreten und bleibt auf eine störende Art und Weise unkonkret.

Insgesamt handelt es sich hierbei durchaus um ein lesenswertes Buch, welches sein anfängliches Potential jedoch nicht halten kann. Schade.

3,5/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2026

So oder so ist das Buch

So oder so ist das Leben
0

Im Roman begleiten wir "Den großen Anton Lobmeier" in einer Zeit seines Lebens, in der alles schiefzulaufen scheint. Von der Freundin verlassen, Job weg, Mutter verstorben, beste Freundin verschwunden.
Die ...

Im Roman begleiten wir "Den großen Anton Lobmeier" in einer Zeit seines Lebens, in der alles schiefzulaufen scheint. Von der Freundin verlassen, Job weg, Mutter verstorben, beste Freundin verschwunden.
Die Geschichte, welche aus Sicht von Anton als Ich-Erzähler erzählt wird, ist gespickt mit Rückblenden in verschiedene Episoden zu den oben genannten Themen und Personen. Dabei lamentiert der Protagonist vor allem im ersten Teil des Buches sehr stark und kokettiert mit deinem Verlierer-Dasein. Das geht bisweilen auf die Nerven. Soll es vielleicht auch gerade, denn im zweiten Teil geht es dann (mitunter) an die wirklich wichtigen Themen des Lebens. Bis dahin beschreibt ein Zitat aus dem Buch, den Inhalt bis dahin (selbstironisch?) recht gut: "[...]die letzten zehn Prozent, die man zurückhält, weil sie vor der Erkenntnis schützen, dass es vielleicht doch nicht reicht, selbst wenn man alles gibt. Deshalb die Aufschreiberei, deshalb die schöngeredeten Rückschläge und die Scham, zu wissen, das alles sind keine ernsten Probleme, kein existenzielles Scheitern. Und das macht es noch lächerlicher, dass es wirklich um nichts Nennenswertes geht und es einen trotzdem traurig macht."
Das Gefühl, welches zunächst bei mir aufkam, dass es "um nichts Nennenswertes" gehen könnte, machte die Lektüre zunächst zäh und nervend. Im Verlauf wird jedoch vor allem der Tod der Mutter touchiert (hier hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht) und die Geschichte des Vaters näher beleuchtet. Durchaus mit amüsanten Episoden. Gegen Ende wird das Buch mehr und mehr zum Roadtrip von Anton auf der Suche nach der verschwundenen besten Freundin, die dem Leser bis dahin durch die Rückblenden ans Herz gewachsen ist. Die Erkenntnisse des Protagonisten lassen dann das Buch insgesamt lesenwert und interessant werden.

Ein gutes, solides Buch, von dem ich mir jedoch mehr erhofft habe bzw. welches mir persönlich abschnittsweise zu oberflächlich erschien. Sehr postiv möchte ich die ansprechende Gestaltung und das eher ungewöhnliche Format des Buches von Volant&Quist hervorheben.
Insgesamt würde ich das Buch Leuten empfehlen, die zum Zeitpunkt des Lesens nicht gerade selbst von schweren Schicksalsschlägen betroffen sind, dann könnte es zu nebensächlich wirken, denn ich denke der Autor hat durchaus Potenzial auf einen amüsanten, scharfzüngigen Blick auf seine Generation.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2026

Wo bleibt Mrs. Robinson?

Tage in Cape May
0

Chip Cheek zeichnet in seinem ersten Roman ein Sittenporträt einer aus unserer Sicht prüden Zeit in den USA Mitte der 50er Jahre des vorherigen Jahrhunderts. Er versetzt ein junges, frisch vermähltes Paar, ...

Chip Cheek zeichnet in seinem ersten Roman ein Sittenporträt einer aus unserer Sicht prüden Zeit in den USA Mitte der 50er Jahre des vorherigen Jahrhunderts. Er versetzt ein junges, frisch vermähltes Paar, Henry und Effie, 20 und 18 Jahre alt, in ihren Flitterwochen in ein viktorianisch, verschlafenes Örtchen am Atlantik. Es ist Nebensaison, keine Menschenseele außer dem Paar in Sicht, sie beginnen sich bereits zu langweilen. Bis eine alte Bekannte mit ihrer Entourage aus dem liberalen New York eintrifft und nicht nur das ruhige Ferienörtchen, sondern auch das junge Eheleben von Henry und Effie mächtig aufmischt. Es kommt zu sexuellen Spannungen, welche ausführlichst im Buch beschrieben und ausgelebt werden.

Was im ersten Teil des Buches noch als Beschreibung eines Paares, in Zeiten in denen vorehelicher Sex quasi nicht existent zumindest verpönt war, und welches sich deshalb nicht nur gegenseitig sondern auch ihre Sexualtität entdecken muss und will, beginnt, wird schnell zu einem sehr erotischen Roman mit Orgiencharakter. Unversehens findet man sich in einer dekadenten Szenerie wieder, in der die sexuelle Befreiung und diverse Ausschweifungen (fast) offen gelebt werden. Dies beschreibt Cheek in einer mitreißenden Sprache und das Buch ist zügig eingesogen. Dabei entsteht sogar an der ein oder anderen Stelle beim Leser selbst eine gewisse sexuelle Erregung. Sprich, Cheek kann schreiben und fesselt mit seinen Beschreibungen die Leserschaft.
Leider wird mir zum Abschluss des Buches nicht ganz klar, was das verfolgte Ziel des Schriftstellers, die Kernaussage, sein soll. Wir bekommen eine überraschend freizügige Welt gezeigt, in der allein die noch jungen, lebensunerfahrenen Figuren noch ab und an mit ihrem Verhalten zu hadern scheinen. Es wird die Frage nach dem Zusammenhang von Sex, Liebe und Verantwortungsgefühl in der Ehe aufgeworfen. Will Cheek uns zeigen, dass nicht alles bzw. nicht jede Ehe so ist, wie sie nach außen hin scheint? Nach der Lektüre bleibt dies für mich offen.

Dies ist ein sicherlich kurzweiliger Roman, der einen für manche Leser ungewohnten Aspekt einer Epoche sehr detailiert und bildhaft aufzeigt. Überraschen kann der Autor damit jedoch spätestens nach "The Graduate" leider nicht mehr. Mrs. Robinson lehrte uns schon 1967 einiges von dem, was hier im Buch geschildert wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere