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freddyschlaubi

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.02.2023

Revolutionär anders!

Anti-Girlboss
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Bei "Anti-Girlboss" handelt es sich um eine Lektüre, welche sich schwer in irgendeine Schublade stecken lässt. Zu Beginn fiel es mir schon schwer, das Buch in ein Genre einzuordnen und ich war etwas skeptisch, ...

Bei "Anti-Girlboss" handelt es sich um eine Lektüre, welche sich schwer in irgendeine Schublade stecken lässt. Zu Beginn fiel es mir schon schwer, das Buch in ein Genre einzuordnen und ich war etwas skeptisch, wohin der Inhalt mich überhaupt führen sollte. Aber nun bin ich umso überzeugter und beeindruckt, wie organisch sich diese Mischung aus Biografie, Sachbuch, lockerer Unterhaltung, also quasi Infotainment, aus einer sehr subjektiven Perspektive angefühlt hat.

Das Cover hat mich eigentlich überhaupt nicht angesprochen, da ich kein Freund der Farbe Pink bin und mir vielleicht auch irgendein bedeutender Hinweis auf die Thematik fehlt. Dafür bin ich bei den Erzählungen der Autorin umso mehr drangeblieben, da sie sehr nahbar schreibt und einen ganz persönlichen Einblick auf ihren eigenen Hintergrund und ihre Sichtweise zulässt. Ich habe mich fast schon wie in einem Gespräch mit ihr gefühlt und konnte eigentlich alles sehr gut nachvollziehen.

Spannend ist auch, wie die zwei zentralen Fragestellungen: "Was sieht ein modernes Frauenbild aus?" und "Wie muss man sich die Zukunft der Arbeit vorstellen?" kombiniert werden und teilweise auch einzeln betrachtet werden können. Insbesondere deshalb habe ich mich zum einen als Frau angesprochen gefühlt und zum anderen, weil ich mich gerade im Studium befinde und demnach viel darüber nachdenke, bzw. versuche herauszufinden, wie mein Alltag in der Arbeitswelt später aussehen kann. Das Buch hat mich hierbei sehr inspiriert und eine Idee von möglichen Prioritäten gegeben.

Empfehlen würde ich "Anti-Girlboss" deshalb allen, die sich für Feminismus und die Zukunftskonzepte der Erwerbstätigkeit interessieren. Geboten werden auch einige Möglichkeiten, sich darüber hinaus weiter zu informieren, da die Autorin auf einige Quellen und aktuelle Thematiken verweist. Rundum habe ich das Buch schnell weggelesen, weil es mich inhaltlich gepackt hat und ich immer gut folgen konnte.

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Veröffentlicht am 24.02.2023

Sehr kunstvoll!

Lichte Tage
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Die Kunst ist neben vielen anderen ein bedeutendes Thema in diesem Buch und ich denke, man kann auch das Buch an sich als ein Kunstwerk bezeichnen.

Das Cover von "Lichte Tage" empfinde ich als sehr ansprechend ...

Die Kunst ist neben vielen anderen ein bedeutendes Thema in diesem Buch und ich denke, man kann auch das Buch an sich als ein Kunstwerk bezeichnen.

Das Cover von "Lichte Tage" empfinde ich als sehr ansprechend und schön, besonders auch, weil es ein Element der Geschichte aufgreift, mit welchem man gleich zu Beginn konfrontiert wird und gleichzeitig das Gefühl der Erzählung ein wenig einfängt. Auch die Struktur findet man so wahrscheinlich eher selten, da die Geschichte nicht chronologisch erzählt ist und die Erzählabschnitte zudem im weiteren Verlauf immer kürzer werden. Dies kann, auch zusätzlich durch die wechselnde Perspektive zwischen den beiden Hauptfiguren durchaus verwirrend wirken und erfordert konzentriertes Lesen, um alle Zusammenhänge zu verstehen, welche auch nicht besonders ausführlich erklärt werden und teilweise nur in einem Nebensatz oder gar zwischen den Zeilen erkennbar werden. Genau das aber hat mir sogar gefallen, da die Geschichte einen ganz einzigartigen Stil erhält und so auf ihre Weise wieder besonders kunstvoll wirkt.

Die Charaktere tragen ein sehr lebendiges Schicksal mit sich, welches wesentlich durch Tod, Trauer und Strenge aber auf der anderen Seite auch durch Liebe und Freundschaft geprägt ist, weshalb man leicht eine emotionale Bindung zu ihnen entwickelt oder Mitgefühl verspürt. So einzigartig ihre Lebenssituationen auf der einen Seite wirken, so realistisch und authentisch sind sie auf der anderen, was die Geschichte sehr besonders macht.

Insgesamt hat mir das Buch vor allem deshalb gefallen, weil es sich von vielen anderen aktuellen Romanen abhebt und eine ganz eigene Erzählweise mitbringt. Deshalb sollte es allen Lesern mit Lust auf etwas Abwechslung sicher gefallen. Ich bewundere, wie durchdacht jede einzelne Zeile wirkt und wie neben der erzählten Geschichte auch großer Wert auf die Stimmung gelegt wird. Alles in allem war "Lichte Tage" wieder eine ganz wunderbare Bereicherung.

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Veröffentlicht am 18.02.2023

Faszinierend und bedrohlich zugleich

Equilon
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Equilon gehört nun zu den wenigen Science-Fiction-Büchern, die ich bisher gelesen habe, wobei es mir sehr gefallen hat und ich definitiv Lust hätte, tiefer in dieses Genre abzutauchen, wenn ich mehr Bücher ...

Equilon gehört nun zu den wenigen Science-Fiction-Büchern, die ich bisher gelesen habe, wobei es mir sehr gefallen hat und ich definitiv Lust hätte, tiefer in dieses Genre abzutauchen, wenn ich mehr Bücher finden würde, die so sind wie dieses.

Das Buchcover finde ich insgesamt sehr ansprechend und modern gestaltet. Außerdem hilft es dabei, sich in die futuristische Welt von Equilon zu versetzen, welche die Fantasie definitiv beansprucht und dennoch mit vielen schönen Details geleitet. In Bezug auf die Gestaltung sollte auch ein Augenmerk auf die Typografie gelegt werden, welche neuen Raum für die Charakterisierung der Figuren bietet.

Der Blick in die Zukunft lässt sich natürlich sehr vielseitig gestalten, wobei ich die Version, die Equilon zeichnet sehr gut vorstellbar und gleichzeitig auch so abstrakt und bedrohlich empfunden habe, dass man sie aus der heutigen Perspektive heraus mit einer gewissen Distanz wahrnimmt. Dennoch ist die Geschichte dieses zweiseitigen Systems spannend erzählt und der Schauplatz sehr liebevoll erdacht.

Zu den beiden Hauptcharakteren, welche man im Verlauf des Buches immer besser kennenlernt, kann man sagen, dass sie grundsätzlich eher sympathisch sind und man Verständnis für ihr Handeln aufgrund ihrer speziellen Situationen aufbaut. Allerdings fehlte mir in Hinblick auf die Emotionen, besonders auf Jennas Seite, teilweise die Nachvollziehbarkeit bei schnellen Stimmungswechseln. In diesen Momenten wirkt sie teilweise cholerisch und willkürlich, wo man sie sonst eigentlich sehr reflektiert und beherrscht erlebt.

Mich hat das Buch angesprochen, weil mich die Möglichkeiten zukünftiger technischer Entwicklungen fasziniert und dies in der Geschichte vielfältig vertreten war. Sowohl Geräte zum Schutz der Ordnung und im Auftrag des Staates als auch in Form von Spielereien und Unterhaltungs- oder Unterstützungsmöglichkeiten. Leser mit einem ähnlichen Interesse werden an dieser Lektüre viel Spaß haben, da ich das Thema als sehr zentral empfunden habe. Sogar noch mehr als den im Klappentext angesprochenen Klimawandel, welcher zwar präsent ist, aber kaum behandelt wird und im Verhältnis zur Geschichte hinter anderen Problemen verschwindet. Dennoch eine sehr gelungene Geschichte.

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Veröffentlicht am 28.12.2024

Etwas ziellos aber sehr interessant

Die Unbestechliche
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"Die Unbestechliche" ist ein Roman, welcher vor allem durch sein authentisches historisches Setting überzeugt und dabei sympathische Figuren zum Kern der Handlung macht.
Thematisch wird man als Leser gleich ...

"Die Unbestechliche" ist ein Roman, welcher vor allem durch sein authentisches historisches Setting überzeugt und dabei sympathische Figuren zum Kern der Handlung macht.
Thematisch wird man als Leser gleich sehr gut eingeführt und kann durch eine charmante Erzählweise, welche die Hauptfigur Alice sehr stark begleitet, schnell die Umstände nachvollziehen. Trotz der Tatsache, dass der Zeitraum des Romans schon einige Jahre in der Vergangenheit liegt, werden die Problematiken und Herausforderungen sowie der allgemeine Umgang mit all seinen Themen sehr schön wiederbelebt. Zudem ist Alice auch sehr sympathisch und lässt einen auch durch ihre Situation gleich auf ihrer Seite stehen. Ebenso ist es auch mit anderen Figuren, da die Dialoge für mich wahrscheinlich auch mit zum Highlight des Buches zählen.
Dennoch geht die Spannung immer wieder verloren, da kein roter Faden ersichtlich ist und es nicht wirkt, als würde man eine Geschichte verfolgen. Stattdessen begleitet man eher die Hauptfigur bei ihrem (zugegebenermaßen auch nicht ganz uninteressanten) Alltag. Dies führt allerdings dazu, dass man sich auch noch nach der Hälfte fragt, wohin einen der Roman führen möchte und was der Kern der eigentlichen Geschichte ist.

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Veröffentlicht am 08.09.2023

Digital Detox

Zeiten der Langeweile
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"Zeiten der Langeweile" ist ein Roman über Milas Ausstieg aus der digitalen Welt, welcher mild beginnt und dann immer tiefer in ihr Leben eingreift. Der Trend rund um Digital Detox hat viele mit sich gezogen ...

"Zeiten der Langeweile" ist ein Roman über Milas Ausstieg aus der digitalen Welt, welcher mild beginnt und dann immer tiefer in ihr Leben eingreift. Der Trend rund um Digital Detox hat viele mit sich gezogen und dauert wohl immer noch an. Wobei die meisten eher nur minimale oder temporär begrenzte Veränderungen vorgenommen. Anders als in diesem Buch, wo die Protagonistin ihr ganzes Leben Stück für Stück umkrempelt.

Das Cover ist schön gestaltet und auch die Aufteilung der Erzählung in drei Teile unterstützt die Handlung. Die großen Abschnitte ohne weitere Kapitel können nur teils sehr langwierig werden. Dennoch ist das Thema sehr facettenreich dargestellt und es werden ganz verschiedene Perspektiven und Problematiken gezeigt, dazu auch die Zweifel und Ängste der Protagonistin selbst. Diese empfinde ich allgemein als spannend, da man einiges zur Vorgeschichte erfährt, aber nicht in aller Ausführlichkeit und auch in Bezug auf ihre Psyche Geheimnisse verdeckt bleiben. Auch den eher nüchternen und wenig dramatischen Schreibstil mag ich persönlich gerne.

Dennoch kann ich das Buch nicht ohne weiteres empfehlen, da ich mich im Laufe der Geschichte immer weniger mit der Protagonistin identifizieren konnte. Ihre Einstellung und auch ihre Angst wird immer extremer und man kann sie nur schwer nachvollziehen. Daher würde ich den Roman vor allem empfehlen, wenn man dem Thema zugänglich ist und sich auf derartige Experimente vielleicht selbst einlassen würde.

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