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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2023

Emotional, amüsant und fesselnd

Perfect Player
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Presley möchte zusammen mit ihren Sohn Alex einen Neustart in ihrer alten Heimat Beaufort wagen. Alex hatte von seinem Urgroßvater eine Hälfte der Pension Palm Inn geerbt, die Presley nun sanieren und ...

Presley möchte zusammen mit ihren Sohn Alex einen Neustart in ihrer alten Heimat Beaufort wagen. Alex hatte von seinem Urgroßvater eine Hälfte der Pension Palm Inn geerbt, die Presley nun sanieren und zu ihrem alten Glanz verhelfen möchte. Dann taucht plötzlich Levi auf, der erfolgreiche Quarterback und Bruder ihres Ex-Freundes und ebenfalls Eigentümer der Pension. Er würde die Pension am liebsten an einen Unternehmer verkaufen, der die Pension abreisen will. Presley ist gegen diesen Vorschlag und schlägt ihm eine Wette vor.

"Perfect Player" ist eine mitreißende Liebesgeschichte der Autorinnen Vi Keeland und Penelope Ward. Der Schreibstil ist der amüsant und fesselnd, man fliegt gerade zu durch das Buch.
Presley ist eine liebevolle Mutter, die versucht ihren Sohn glücklich zu machen. Aufgrund der Enttäuschung über ihren Ex-Freund und Vater ihres Kindes Tanner hat sie den Männern lange Zeit abgeschworen. Sie erhofft sich, dass sie durch den Neustart in Beaufort ihrem Sohn im Gegensatz zu New York eine familiäre Atmosphäre zum Aufwachsen bieten kann. Sie ist nicht zimperlich und packt auch bei anstrengenden Dingen mit an.
Levi ist ein charmanter, erfolgreicher und gutaussehender Profi-Footballer. Er ist zielstrebig und hat sein Ziel stets vor Augen. Hinter seiner harten Schale wird allmählich sein weicher und liebevoller Kern sichtbar.
Die Dialoge zwischen Presley und Levi waren am Anfang vor allem geprägt von Vorurteilen. Ich mag ihre Wortgefechte sehr, sie haben mich oft zum schmunzeln gebracht. Neben den amüsanten Momenten traten aber auch emotionale Entwicklungen im Buch auf. Natürlich dürfen ein paar heiße Szenen nicht fehlen.
Neben den Protagonisten habe ich Alex sehr in mein Herz geschlossen, seine kindlichen Fragen und Sprüche habe ich sehr geliebt. Seine Bezeichnungen für Levi und der Umgang zwischen ihnen war einfach toll. Auch Fern, eine Bewohnerin in der Pension mit ihren direkten Sprüchen und Andeutungen muss man einfach in sein Herz schließen.

Ich kann "Perfect Player" allen sehr empfehlen, die eine emotionale, mitreißende und amüsante Liebesgeschichte suchen.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 05.03.2023

Wenn Märchen wahr werden

Ein Graf auf Abwegen
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Louisa ist ein Hausmädchen bei den von Seybachs und hat sich heimlich in den Erbprinzen Maximilian von Seybach verguckt. Dieser ist für sie aufgrund des Standesunterschieds jedoch unerreichbar.
Maximilian ...

Louisa ist ein Hausmädchen bei den von Seybachs und hat sich heimlich in den Erbprinzen Maximilian von Seybach verguckt. Dieser ist für sie aufgrund des Standesunterschieds jedoch unerreichbar.
Maximilian ist ein leidenschaftlicher Arzt, der sein Wissen vor allem dafür nutzen möchte, um den armen Menschen zu helfen, die sich normalerweise ärztliche Behandlungen nicht leisten können. Zu seinem Leidwesen möchte sein Vater das er heiratet und Leibarzt am königlichen Hofe wird. Er selbst hält jedoch nichts von diesen Plänen.

"Ein Graf auf Abwegen" ist der zweite Band der Lilienpalais-Reihe von Hannah Conrad, wobei sich hinter diesem Namen ein Quartett aus Schriftstellerinnen verbirgt. Die Geschichte spielt 1828 in München, ist in sich abgeschlossen und kann unabhängig vom ersten Band gelesen werden. Der Schreibstil ist der angenehm und fesselnd. Die Spannung im Buch ist sehr mitreißend, es wartet auch eine sehr unerwartete Wendung auf den Leser. Ebenfalls darf man sich auf ein paar heiße Szenen freuen, die sich sehr gut in die Handlung integrieren.
Zu Beginn des Buches befindet sich ein Grundriss des Lilienpalais sowie eine Aufzählung der Charaktere, wodurch dem Leser der Einstieg vereinfacht wird. Besonders interessant fand ich auch das Nachwort mit den historischen Anmerkungen.

Louisa ist eine starke junge Frau, die in sehr armen Verhältnissen aufgewachsen ist. Sie verließ ihre Familie um als Hausmädchen zu arbeiten und sie damit zu unterstützen. Sie ist sehr hilfsbereit und wissbegierig. So lernt sie beispielsweise sehr schnell das Schreiben und Lesen.
Maximilian ist ein liebenswerter Mann, der seit seinem Unfall und dessen Folgen etwas mit seinem Selbstbewusstsein zu kämpfen hat. Er hat oft Schmerzen im Bein und humpelt. Bis auf seine Freunde und seine Familie kann er auf den Umgang in der Gesellschaft verzichten und widmet sich viel lieber seinem Beruf, wobei er vor allem den benachteiligten Menschen helfen möchte. Er ist ein aufrichtiger junger Mann, der sich dem Diktat der Ehe seines Vaters nicht unterordnen möchte, schon einige Versuche seiner Familie ihn zu verheiraten konnte er so verhindern. Er entwickelt Gefühle für Louisa und freut sich über jeden Moment, den sie gemeinsam verbringen können.
Auch die Nebenfiguren sind alle liebevoll ausgearbeitet und sie tragen alle ihren Teil zur Geschichte von Maximilian und Louisa bei. Zwischen den beiden Protagonisten spürt man im Buch den Anstieg der Gefühle zueinander und es knistert richtig zwischen den Beiden. Neben sehr amüsanten Dialogen sind sehr emotionale Passagen enthalten, bei denen ich die ein oder andere Träne verdrücken musste.
Besonders abwechslungsreich fand ich den Dialekt der Köchin im Lilienpalais, der mich sehr oft zum schmunzeln gebracht hat.

Ich kann den Roman allen wärmstens empfehlen, die gerne historische Romane lesen und freue mich selbst schon sehr auf den dritten Band.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.03.2023

Liebe übersteht auch den Krieg

Die Töchter von Gestüt Brightlead – Schicksalszeiten
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Lady Amelie Livsey ist die einzige Tochter des Earls of Surrbury und liebt das Reiten über alles, denn dabei spürt sie ihre Freiheit. Ihre Mutter macht sie immer wieder darauf aufmerksam, dass es für sie ...

Lady Amelie Livsey ist die einzige Tochter des Earls of Surrbury und liebt das Reiten über alles, denn dabei spürt sie ihre Freiheit. Ihre Mutter macht sie immer wieder darauf aufmerksam, dass es für sie an der Zeit ist zu heiraten. Ihr Vater verspricht sie an Lord Davington um im Austausch dafür eine aussichtsreiche Zuchtstute zu erhalten. Amelie erfährt davon und ist außer sich vor Wut. Sie flieht in die Arme des Stallburschen Ted und verliebt sich in ihn. Um ihre Familie vor einem finanziellen Ruin zu retten stimmt sie trotzdem der Verlobung zu, die kurz vor Kriegseintritt Großbritanniens verkündet wird. Wird sie ihre Liebe zu Ted hinter sich lassen und trotz allem Lord Davington heiraten?

"Die Töchter von Gestüt Brightlead – Schicksalszeiten" ist der Debütroman von Sally Nolan. Der Schreibstil ist sehr angenehm und fesselnd, ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, da ich so neugierig über den Ausgang war.

Amelie ist 17 Jahre alt und mit ihrem Leben überhaupt nicht zu frieden, da sie sich immer wieder den Zwängen der Gesellschaft unterwerfen muss. Als Tochter von Adligen scheint ihr nicht mehr zuzustehen als zu lächeln und einen vermögenden Mann zu heiraten. Innerhalb der Geschichte verändert sie sich von der trotzigen Tochter zur verantwortungsvollen Lady. In unbedachten Momenten verfällt sie in die Redeweisen, welche ihre Mutter ihr vorlebt. Amelie schämt sich dafür und von Herzen tut sie alles für ihre Familie und ihre Freunde. Amelie ist sehr klug, was ihr in viele Situationen sehr von Nutzen ist.

Ted ist 2 Jahre älter als Amelie und aufgrund seines guten Aussehens und seiner charmanten Art ein wahrer Frauenheld. Als Sohn des Stallmeisters kümmert er sich liebevoll um die Pferde, ist sich aber stets des Standesunterschiedes zwischen sich und Amelie bewusst. Trotzdem fühlt er sich zu ihr hingezogen und verbringt gerne Zeit mit ihr.
Neben den Ted und Amelie habe ich andere Charakter wie Mary und Taylor sofort ins Herz geschlossen. Die Beiden sind für Amelie da und unterstützen sie wo sie nur können und bieten ihnen eine Schulter zum Anlehnen.

Der Roman ist sehr emotional und hier und da musste ich eine Träne verdrücken. Angefangen bei der Mutter, die sich ärgerte das sie eine Tochter statt einem weiteren Sohn geboren hatte, die Zustände während des Krieges und die vermissten Personen. Die Liebesgeschichte von Ted und Amelie ist sehr mitreißend und man fiebert richtig mit den Beiden mit.
Für mich persönlich war der Abschluss sehr kurz gehalten und ich hätte einen Epilog toll gefunden.

Der Roman ähnelt sehr "Downton Abbey" und ich kann ihn sehr weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 28.02.2023

Ein wunderschönes Kinderbuch

Fritzis Welt. JA, NEIN, MÄ
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Fritzi ist schon sechs Jahre alt und nimmt uns mit in ihren Alltag. Sie erzählt uns das sie später mal Erfinderin werden möchte. In der Zwischenzeit nutzt sie ihre Kreativität um Worte zu erfinden.
"JA, ...

Fritzi ist schon sechs Jahre alt und nimmt uns mit in ihren Alltag. Sie erzählt uns das sie später mal Erfinderin werden möchte. In der Zwischenzeit nutzt sie ihre Kreativität um Worte zu erfinden.
"JA, NEIN, MÄ" ist der erste Teil der Reihe von Fritzis Welt.
Das Buch ist wirklich sehr schön und amüsant, nicht nur für die Kinder. Wenn man sich zwischen ja und nein nicht entscheiden kann, nutzt man eben diverse Tierlaute. Die Schrift besitzt eine angenehme Größe zum Vorlesen.
Die Grafiken sind alle liebevoll und detailreich gestaltet. Nach dem Lesen der Texte einer Doppelseite haben sich meine Kinder immer noch die Zeit zum Erkunden der Illustrationen genommen.
Das Buch vermittelt auch den Eltern eine wertvolle Botschaft - es fällt der Umgang mit den Kindern manchmal viel einfacher, wenn man sich auf ihr Spiel einlässt und mitmacht. So haben alle ihren Spaß und die Arbeit fällt allen zusammen auch viel leichter.
Am Ende des Buches wartet dann noch ein kleines Rätsel auf die Kinder, was bei uns ebenfalls auf viel Freude gestoßen ist.
Wir mögen Fritzis Ideen sehr und freuen uns schon darauf, sie im nächsten Teil begleiten zu können.

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Veröffentlicht am 24.02.2023

Bewegende Nachkriegszeit

Das Mädchen aus Ostpreußen
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Netti musste zusammen mit ihrer Familie 1945 die Flucht aus Ostpreußen antreten um sich vor den Russen zu retten. Eine sehr emotionale Reise beginnt damit für sie und ihre Liebsten. In Lüneburg angekommen ...

Netti musste zusammen mit ihrer Familie 1945 die Flucht aus Ostpreußen antreten um sich vor den Russen zu retten. Eine sehr emotionale Reise beginnt damit für sie und ihre Liebsten. In Lüneburg angekommen herrscht Hunger und Wohnungsnot. Die Flüchtlinge besitzen nur das, was sie am Körper tragen. Netti hat Glück - durch ihre Englischkenntnisse gelingt es ihr eine Stelle bei dem Besatzungsoffizier Alan Thomson als Haushälterin zu ergattern. Dieser hegt einen großen Hass auf die Deutschen, dennoch ist sie erleichtert diese Anstellung erhalten zu haben.
Wird es Netti gelingen, wieder so glücklich wie in ihrer alten Heimat zu werden?



"Das Mädchen aus Ostpreußen" ist ein sehr emotionaler Liebesroman der Autorin Karin Lindberg. Der Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd, sodass beim Lesen viel zu schnell die Zeit verfliegt. Die Erzählung ist sehr spannend und besitzt unerwartete Wendungen.

Im Buch sind zwei Erzählstränge enthalten. In der Nachkriegszeit erleben wird die Erzählperspektive von Netti und in den 90er Jahren wird die Handlung aus Sicht ihrer Enkelin Johanna beschrieben. Die Perspektiven passen wirklich sehr gut zusammen und wechsel sich ab.
Die Empfindungen und Gefühle der Protagonisten werden im Buch sehr bildlich beschrieben. Der Leser taucht somit direkt in das Geschehen ein. Ich selbst habe sehr viele Tränen beim Lesen vergossen, da ich selbst Angehörige habe, die damals diesen schwierigen Weg gehen mussten.
Es ist wirklich herzzerreißend zu Lesen, wie die Menschen um ihr Überleben kämpften und gleichzeitig aber auch, wie glücklich sie waren noch am Leben zu sein. Der Zusammenhalt der Familie im Buch ist sehr stark und jeder versucht seinen Anteil zu leisten. Besonders an Herz gewachsen ist mit dabei der 9-jährige Helmut, der schon viel zu früh erwachsen werden musste.
Betroffen bin ich auch durch den Hass und Neid, der zur damaligen Zeit herrschte und umso beachtlicher finde ich, wie Netti ihre tollen Charakterzüge beibehalten hat trotz der schweren Zeit.
Die Erzählung von Johanna ist zwar nicht so emotional wie die von Netti, aber auch hier treten starke Gefühle in Erscheinung. Von der Liebe über Enttäuschung bis hin zur Trauerverarbeitung ist hier einiges dabei.



Ich kann dieses Buch wirklich sehr weiterempfehlen. Es hat mir nochmal vor Augen geführt, dass man die noch vorhandene Chance nutzen sollte mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, die die damalige Zeit erlebt haben. Gleichzeitig kommen die Gedanken in mit auf, wie gut es den meisten von uns heutzutage eigentlich geht. Leider sind auch heute die Themen wie Flucht, Hunger, Wohnungsnot und Verlust von Angehörigen immer noch vorherrschend durch die Kriege.

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