Profilbild von Jule_reads

Jule_reads

Lesejury Star
offline

Jule_reads ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jule_reads über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2023

Gemischte Gefühle

Es war einmal in Brooklyn
0

"Erst wenn wir vom Weg abgekommen sind, fangen wir an, uns selbst zu verstehen."

Syd Atlas ruft mit ihrem Roman "Es war einmal in Brooklyn" gemischte Gefühle bei mir hervor, was an vielerlei Dingen liegt.
Zum ...

"Erst wenn wir vom Weg abgekommen sind, fangen wir an, uns selbst zu verstehen."

Syd Atlas ruft mit ihrem Roman "Es war einmal in Brooklyn" gemischte Gefühle bei mir hervor, was an vielerlei Dingen liegt.
Zum einen wurde ich über den gesamten Roman hinweg nicht wirklich warm mit den verschiedenen Protagonisten und manche waren mir sehr unsympathisch.
Zum anderen wurden viele Handlungen sehr schnell über die Bühne gebracht.
Erst befindet man sich hier und dann auf einmal in einer ganz anderen Handlung. Für mich war das Ganze einfach viel zu sprunghaft, sodass man kaum die Zeit hatte sich genauer mit einer Situation auseinanderzusetzen.

Nichtsdestotrotz hat mir der Schreibstil ganz gut gefallen und kaum Schwierigkeiten bereitet.
Auch der Blackout wurde, obwohl er nur kurz zum tragen kam, im richtigen Moment eingesetzt, sodass man Veränderungen der Protagonisten und der Geschichte deutlich wahrgenommen hat.
Auch der emotionale Faktor kam durch Davids Krankheit und die Freundschaft zu Juliette nicht zu kurz.

Alles in allem ein Roman, der mehr Potenzial hat und eher etwas für zwischendurch ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.03.2023

Rasant und ehrlich

Dein Taxi ist da
0

"Wenn die Sterne günstig standen, war das Fahren für Ride-Share, als betriebe ich einen mobilen Beichtstuhl. Ich war eine gesalbte Schwester, die auf zerschlissenen Polstern saß."

"Dein Taxi ist da" von ...

"Wenn die Sterne günstig standen, war das Fahren für Ride-Share, als betriebe ich einen mobilen Beichtstuhl. Ich war eine gesalbte Schwester, die auf zerschlissenen Polstern saß."

"Dein Taxi ist da" von Priya Guns ist ein rasanter und ehrlicher Debütroman über Damani, die jeden Tag aufs neue darum kämpft, genug Geld zu verdienen, um zu überleben.
Durch die deutliche Sprache die verwendet wird, wird schnell klar, dass hier nichts verborgen bleibt und alles so dargestellt wird, wie es wirklich ist. Die kurzen Kapitel ermöglichen außerdem einen schnellen Lesefluss und lassen viele verschiedene Eindrücke zu.
Nichtsdestotrotz hat mir an manchen Stellen eine weitere Ausführung gefehlt, so wurden manche Sachen häufiger erwähnt, was mich ziemlich gestört hat, denn dieser Roman hat sein Potenzial nicht vollständig ausgereizt.
Die Beziehung zwischen Damani und Jolene wurde zum Teil gut erleuchtet, ging aber am Ende zu schnell über die Bühne. Zu dem Zeitpunkt hätte ich gerne gewusst wie es weiter geht.
Die Nebenprotagonisten, wie Mrs. Patrice, haben mir dafür sehr viel Freude bereitet und den Roman etwas aufgelockert.

Alles in allem ein Debütroman dessen Potenzial nicht ganz genutzt wurde und der ein paar Schwächen aufweist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.01.2023

Für zwischendurch

Bissle Spätzle, Habibi?
0

-Es wäre wie Speed Dating!
-Nur, dass sich am Ende alle verlieben.


Abla Alaoui hat mit ihrem Roman „Bissle Spätzle, Habibi?“ zwei Kulturen aufeinandertreffen lassen, die man sonst nicht miteinander in ...

-Es wäre wie Speed Dating!
-Nur, dass sich am Ende alle verlieben.


Abla Alaoui hat mit ihrem Roman „Bissle Spätzle, Habibi?“ zwei Kulturen aufeinandertreffen lassen, die man sonst nicht miteinander in Verbindung bringt. Marokkanerin und Schwabe stehen sich gegenüber und es entsteht eine Liebesgeschichte mit vielen Hürden, die schlussendlich doch alle überwunden wurden.

Der flüssige und authentische Schreibstil macht es möglich die Geschichte von Amaya gut zu verfolgen. Er sorgt dafür, dass es eine schöne Lektüre für zwischendurch wird.
Nichtsdestotrotz gab es einige Punkte in diesem Buch die mich gestört und den Lesefluss doch etwas unterbrochen haben.
Dazu gehören unter anderem die Rückblenden, die Amayas Kindheit gezeigt haben. Keine Frage, an manchen Stellen waren sie sinnvoll und sie haben Amayas späteres Verhalten erklärt, dennoch waren sie mir an manchen Stellen zu lang und haben mich aus dem Geschehen gerissen.
Zudem kamen die großen Zeitsprünge mitten im Roman sehr überraschend für mich, da ich Sprünge von einem Jahr doch eher als Epilog erwarte.
Mir hat somit etwas der Aufbau der Beziehung zwischen Amaya und Daniel gefehlt.

Daniel hat mir als Protagonist zusammen mit Klara sehr gut gefallen, obwohl ich mich gefragt habe, wie Daniel so lange mit den Lügen von Amaya leben konnte, die am Ende doch sehr viele waren.
Mal wieder wurde deutlich, wie wichtig Kommunikation ist.

Alles in allem ging es mir am Ende doch zu schnell und meine Erwartungen, die ich aufgrund des Klappentextes hatte, wurden nicht wirklich erfüllt.

Ein Roman für zwischendurch, in den ich mich schlussendlich nur zum Teil verliebt habe.

Veröffentlicht am 15.04.2026

Sehr bedrückend

Salto
0

"Salto" von Kurt Prödel ist ein Buch, das nah am Leben ist und es definitiv nicht auf die leichte Schulter nimmt. Es ist größtenteils bedrückend und die Leichtigkeit fehlt. Aber gibt es in dem Leben von ...

"Salto" von Kurt Prödel ist ein Buch, das nah am Leben ist und es definitiv nicht auf die leichte Schulter nimmt. Es ist größtenteils bedrückend und die Leichtigkeit fehlt. Aber gibt es in dem Leben von Marko überhaupt so etwas wie Leichtigkeit?

Marko hat sein Abi abgeschlossen und möchte jetzt Arzt werden – das hat er zumindest seiner Mutter versprochen. Und damit fängt es an. Die Sorgen, die Zweifel und die Ängste. Marko ist nicht der Selbstsicherste und lässt sich auch gerne mal leicht verunsichern. Auch in Ungarn wird schnell deutlich, dass es alles andere als die richtige Entscheidung von ihm und seinem Vater war, ihn dorthin zu schicken, nur damit er Medizin studieren kann.
Die Beziehung zwischen Marko und seinem Vater ist nicht unbedingt die leichteste, um es mal so zu sagen. Beide leben in stetiger Trauer und irgendwann offenbaren sich weitere Probleme, die die zwei in finanzielle Sorgen stürzt.
Und dann kommt irgendwann auch noch das Leben dazwischen...

Kurt Prödel kann sehr eindringlich schreiben und eine besonders runterziehende und deprimierende Atmosphäre kreieren. Er kommt ohne viel Schnickschnack klar und seine Dialoge sind Dialoge. Nicht mehr und nicht weniger. Sie zeigen nur die Worte der Personen und nichts anderes. Man muss sich darauf einlassen. Mir wurde es zwischendurch aber zu eintönig und besonders die Handlung fand ich zu Beginn etwas repetitiv. Erst das Ende hat es rausgerissen und die Stimmung bei mir gehoben.

Alles in allem ist dieses Buch etwas für Menschen, die mit deprimierender und bedrückender Atmosphäre gut klarkommen und einen etwas anderen Schreibstil lieben.
Mich hat diese Geschichte leider nicht so gepackt, wie ich es mir erhofft hatte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.08.2025

Wichtiges Thema und angenehmer Schreibstil

Braver Than Ever (Erstauflage exklusiv mit Farbschnitt und Character Card)
0

„Braver than ever“ von Larissa Schira ist eine Healthy Romance, in der wir auf die unterschiedlichsten Protagonisten treffen. Alice und Josh haben mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen und finden doch auf ...

„Braver than ever“ von Larissa Schira ist eine Healthy Romance, in der wir auf die unterschiedlichsten Protagonisten treffen. Alice und Josh haben mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen und finden doch auf verschiedenste Wege zueinander. Während das Leben von Alice den Bach runterzugehen scheint, wird Josh in gewisser Hinsicht zu ihrem Anker. Und dann gibt es da auch noch den Fall Evergreen...

Besonders an diesem Buch gefallen hat mir der Schreibstil: Er ist leicht und fließend, lässt die wichtigen Themen wie ADHS aber auch wichtig erscheinen und nimmt sie nicht auf die leichte Schulter. Es ist einfach durch die Seiten zu fliegen und es gibt keine großen Verständnisprobleme. Die Protagonisten dagegen bleiben über weite Strecken etwas blass. So hätte ich mir besonders bei Alice und Josh schon von Beginn an mehr Tiefe gewünscht. Gerade bei Josh wäre es schön gewesen nicht erst gegen Ende des Buches mehr über seine Persönlichkeit und seine Vergangenheit zu erfahren. Auch die Beziehung zwischen den beiden war etwas sehr holprig und mir haben die tieferen Emotionen und Gefühle gefehlt. Zwar gab es manche Szenen zwischen den zweien, die wirklich schön waren zu lesen, aber dennoch haben sie mich nicht mitgerissen. Generell war es bei den meisten Szenen der Fall, dass sie mir zu sprunghaft waren und oft zu schnell beendet wurden. So befindet man sich gerade eben noch in einem Pub und dann schon wieder in der London Lens.

Und hier kommen wir auch direkt zum Setting: Das hat mir mit London wirklich gut gefallen. Die typische Londoner Atmosphäre wurde passagenweise sehr gut eingefangen und es hat mir wirklich Freude bereitet immer mehr kleiner Details über die Umgebung zu erfahren. Dabei haben auch die London Lens und der Fall Evergreen beigetragen, denn diese zwei Faktoren haben die Geschichte gleich noch etwas interessanter gestaltet, auch wenn der Fall Evergreen mir am Ende leider zu abrupt beendet wurde und ich gerne das Endergebnis von Alice und dem Team gelesen hätte.

Insgesamt war es schön mal ein Buch zu lesen, das ohne toxisches Gehabe über die Bühne ging und bei dem sich die Protagonisten sich auch getraut haben, Hilfe anzunehmen. Dennoch hat mir die Tiefe gefehlt und besonders der Funke und die Gefühle zwischen Alice und Josh. Wäre der Schreibstil nicht so angenehm und manche Fragen nicht gewesen, dann hätte ich definitiv meine Schwierigkeiten damit gehabt dieses Buch zu beenden.

Nichtsdestotrotz ist dieses Buch eine Empfehlung für alle, die Interesse daran haben sich mit dem Thema ADHS auseinanderzusetzen und sich auch für eine Liebesgeschichte begeistern lassen, die nicht immer im Vordergrund steht, bei der die Protagonisten aber besonders am Ende zeigen, wie Kommunikation geht und wie wichtig sie ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere