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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.03.2023

Codewort Krabbenbrötchen

Ostfriesengier
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Drei Schritte, eine Kehrtwendung, drei Schritte...
"Hauptsache, der Deich hält"

Nach Ubbo Heide und Martin Bücher nun bereits die dritte Chefin für Ann Kathrin Klaasen in der Polizeiinspektion Aurich: ...

Drei Schritte, eine Kehrtwendung, drei Schritte...
"Hauptsache, der Deich hält"

Nach Ubbo Heide und Martin Bücher nun bereits die dritte Chefin für Ann Kathrin Klaasen in der Polizeiinspektion Aurich: Elisabeth Schwarz ist die neue Polizeidirektorin.
Gleich zu ihrer Amtseinführung wird sie mit ihrem ersten Fall konfrontiert: eine Bombe explodiert auf dem Parkplatz der Polizeistation...
Das Verhältnis zwischen diesen beiden Alpha-Frauen ist von Anfag an sehr angegespannt und von gegenseitiger
Provokation geprägt.

Sehr abwechslungsreich wird die Geschichte durch zahlreiche Handlungsstränge entwickelt, die jeweils aus der Sichtweise verschiedener Charaktere erzählt werden. Dennoch behält man jederzeit die Übersicht und alle Handlungsstränge werden nach und nach logisch zusammengeführt.
Als Leser bekommt man das, was man vom 17ten Band der Ostfriesen-Serie um Ann Kathrin Klaasen erwartet: solide Krimikost mit einer gehörigen (an manchen Stellen etwas überspitzten) Portion Humor und jeder Menge Lokalkolorit.

Besonders spannend finde ich es in jedem "Ostfriesen "-Buch, dass eben nicht alle Personen und Orte frei erfunden sind.
Wie zum Beispiel das Café ten Cate mit den Besitzern Jörg und Monika Tapper.
Auch der Nachbar im Distelkamp, der Maurer Peter Grendel, ist eine reale Person. Selbst der amtierende Bürgermeister von Norden, Florian Eiben, hat in "Ostfriesengier" seinen Auftritt und würde für den Chefredakteur des Ostfriesland Magazins, Holger Bloem, seine "Hände ins Feuer legen".
Und natürlich nicht zu vergessen: Bettina Göschl.

In Ostfriesengier treffe ich eine Vielzahl liebevoll gezeichneter Charaktere wieder, die mich schon seit vielen Jahren (Band 1 Ostfriesen KILLER erschien 2007) begleiten.

Unbedingte Leseempfehlung für alle, die Ostfriesland lieben und die Menschen dort mögen.
Piraten Ahoi!

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Veröffentlicht am 24.02.2023

Nimm die Klage deiner Tage...

Die Klinik
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Das ungleiche Ermittlerpaar Franka Erdmann und Alpay Eloglu ist wieder im Einsatz. Die erfahrene Kriminalistin und ihr junger Neukollege beim LKA Hamburg lösen ihren zweiten Fall. Nachdem sie sich im ...

Das ungleiche Ermittlerpaar Franka Erdmann und Alpay Eloglu ist wieder im Einsatz. Die erfahrene Kriminalistin und ihr junger Neukollege beim LKA Hamburg lösen ihren zweiten Fall. Nachdem sie sich im ersten gemeinsamen Fall mit dem oftmals sorglosen Umgang mit privaten Daten in sozialen Netzwerken beschäftigt haben, ermitteln Sie nun in der "Klinik" um eine Serie mysteriöser Todesfälle zu klären.

Dieser Thriller ist mit viel Spannung erzählt und spielt bewußt mit der weit verbreiteten Angst, unserem modernen Gesundheitssystem ein Stück weit ausgeliefert zu sein.
Im ersten Drittel des Buches wird durch zahlreich eingestreute Rückblenden die Vorgeschichte des Täters erzählt und daraus seine Beweggründe abgeleitet. Das ist gelungen und sorgt für einen abwechslungsreichen Lesefluss.
Viele bereits aus Teil 1 bekannte Nebencharaktere treffen wir in der "Klinik" wieder: Kripochef Martin Suttmann, Staatsanwältin Monika Moro und auch die Kollegin Sybille. Dadurch findet man sich sofort wieder im Team zurecht.
Die beiden LKA Beamten Franka und Alpay wachsen immer mehr als Zweierteam zusammen und nähern sich mit sehr viel psychologischem Feingefühl dem Ermittlungserfolg. Die Handlung ist jederzeit stimmig, die Lösung des Falles ist nachvollziehbar aber leider auch schon zu frühzeitig vorhersehbar und teilweise sehr konstruiert, wodurch die Spannung zum Ende hin deutlich abfällt.

Nach einem guten Start geht dem Thriller zum Ende hin etwas die Luft aus.

Dennoch hat mich mein Aufenthalt in der "Klinik" gut unterhalten.
Empfehlung.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Schwermütig und bedrückend

Salto
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„Wenn man traurig ist, braucht man manchmal jemanden, der einfach nur nickt.“

Der Roman "Salto" von Kurt Prödel (ich schätze, er ist fünfunddreißig) erzählt von Marko Meyer, der nach dem Abitur eigentlich ...


„Wenn man traurig ist, braucht man manchmal jemanden, der einfach nur nickt.“

Der Roman "Salto" von Kurt Prödel (ich schätze, er ist fünfunddreißig) erzählt von Marko Meyer, der nach dem Abitur eigentlich Medizin studieren möchte - dessen gute Noten dafür dann aber überraschend nicht ausreichen. Sein Vater versucht, ihm durch die Finanzierung eines Medizinstudiums in Ungarn eine neue Perspektive zu bieten.
Während viele seiner Mitschüler klare Pläne haben, gerät Marko zunehmend unter Druck, eine Entscheidung für seine Zukunft zu treffen. Auch seine Freundin Claire ist fest entschlossen, die Kleinstadt hinter sich zu lassen. Marko hingegen verliert sich zunehmend zwischen Zukunftsängsten und Alltagsroutine und versucht verzweifelt herauszufinden, wer er eigentlich sein möchte.

Vom Schreibstil her liest sich das Buch angenehm schnell: Die Sprache ist schlicht und nah an den Gedanken der Figuren, fast wie ein innerer Monolog. Stellenweise hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht, um emotional stärker in die Geschichte eintauchen zu können.

Alle Hauptprotagonisten sind durchweg interessant angelegt. Besonders überzeugt hat mich dabei Markos Vater Frank: Er wirkt einerseits distanziert und oft schwer greifbar, gleichzeitig aber auf eine leise Weise sensibel. Auch Marko selbst und Claire wirken glaubwürdig, sodass man sich gut in ihre Situation hineinversetzen kann.

Im Verlauf der Handlung hat mich die Geschichte dann zunehmend weniger gepackt. Irgendetwas fehlt – und insgesamt bleibt der Roman hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Hinzu kommt die ungeheuer schwere, melancholische, stellenweise fast schon trostlose und deprimierende Grundstimmung. Diese zieht sich durch große Teile des Buches und kann den Leser regelrecht mit nach unten ziehen – zurück bleibt ein Gefühl von Schwermut und Hoffnungslosigkeit. Das passt zwar zum Thema, wirkt aber ziemlich bedrückend und macht das Buch alles andere als zu einer leichten Lektüre.
Da ist es mir sogar schwergefallen, wirklich Freude am Lesen zu entwickeln.

Letztendlich ist „Salto“ für mich ein
Roman mit guten Ansätzen, der aber konsequent auf Melancholie setzt – und mich dabei leider mehr runtergezogen als berührt hat. Es ist ein anspruchsvolles Buch, das mich aber deutlich weniger begeistert hat als "Klapper".

Augen zu.
Eine Sekunde warten.
...

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Unterhaltsamer Jugendthriller

Death at Morning House
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"Manche Sommermorgende sind so reif, so voller Düfte und Sonnenschein, dass ein tiefer evolutionärer Impuls entsteht, richtig laut zu leben."

Die Geschichte beginnt mit einem tragischen Unfall, bei dem ...


"Manche Sommermorgende sind so reif, so voller Düfte und Sonnenschein, dass ein tiefer evolutionärer Impuls entsteht, richtig laut zu leben."

Die Geschichte beginnt mit einem tragischen Unfall, bei dem Marlowe Wexler, mit einer brennenden Kerze das Haus ihrer Nachbarn niederbrennt. Eine unerwartete Chance bietet sich, als ihr ein Sommerjob als Tourführerin in der historischen Villa "Morning House" angeboten wird. Marlowe sieht in diesem Angebot einen willkommenen Neuanfang.

Das "Morning House" birgt ein düsteres Geheimnis: Im Jahr 1932 starben zwei Kinder der wohlhabenden Ralston-Familie unter mysteriösen Umständen. Marlowe realisiert rasch, dass diese Geschichte und die Spannung zwischen den anderen jugendlichen Tourführern eng verknüpft sind. Ihre Kollegen, die allesamt in der Gegend aufgewachsene Teenager mit eigener Vorgeschichte sind, bilden eine fragile Gemeinschaft. Die Atmosphäre ist gleichzeitig sowohl einladend als auch beunruhigend.

"Death at Morning House" hat bei mir sehr gemischte Eindrücke hinterlassen.
Der Roman bringt auf den ersten Blick alles mit, was eine spannende Mysterygeschichte braucht: ein altes Herrenhaus mit dunkler Vergangenheit, eine Hauptfigur, die mehr zufällig als geplant dort landet, eine abgeschiedene Insel, die zugleich idyllisch und auch unheimlich wirkt. Und natürlich das obligatorische Unwetter: ein heftiger Sturm.

Auch die gelungene Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart sorgt dafür, dass man unbedingt an der Geschichte dranbleiben möchte.

Allerdings konnte mich die Umsetzung dann nicht vollständig überzeugen. Die Figuren blieben für meinen Geschmack recht blass, und es fiel mir schwer, eine echte Bindung zu Marlowe oder den anderen Jugendlichen aufzubauen. Dazu kommt, dass die Handlung stellenweise zu sehr ins Stocken gerät. Es wird viel erzählt und angedeutet, doch die Spannung baut sich nur langsam auf, ohne dass wirklich überraschende Wendungen entstehen.

Der Schreibstil von Maureen Johnson ist angenehm flüssig, jugendlich und leicht. Das macht das Buch zwar gerade für jüngere Leser zugänglich, lässt dann aber manchmal auch ernste Passagen etwas zu seicht wirken. Man spürt die gespannte Atmosphäre des Hauses und die unterschwellige Bedrohung, aber echte Überraschungsmomente bleiben rar.

Am Ende bleibt ein solider Mystery-Roman mit einer guten Grundidee, der aber sein Potenzial nicht effizient genug ausschöpft. Für mich persönlich ganz okay, aber auch nicht mehr: daher 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Kaum Spannung, viel Leerlauf

Dunkle Sühne
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"Man sieht eine Menge, wenn man selbst praktisch unsichtbar ist."

In "Dunkle Sühne", dem Auftakt einer neuen Thriller-Reihe von Karin Slaughter, erschüttert das plötzliche Verschwinden zweier Mädchen ...


"Man sieht eine Menge, wenn man selbst praktisch unsichtbar ist."

In "Dunkle Sühne", dem Auftakt einer neuen Thriller-Reihe von Karin Slaughter, erschüttert das plötzliche Verschwinden zweier Mädchen die amerikanische Küstenkleinstadt North Falls. Die Ermittlungen übernimmt Deputy Emmy Clifton; für sie wird der Fall persönlich, als sich herausstellt, dass eines der verschwundenen Mädchen die Stieftochter ihrer besten Freundin ist. Während Emmy versucht, die Wahrheit ans Licht zu bringen, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens hinter der gutbürgerlichen Fassade der kleinen Stadt, in der jeder jeden zu kennen glaubt.

Der Thriller „Dunkle Sühne“ bietet wohl das, was man von Karin Slaughter auch erwartet: einen äußerst komplexen Kriminalfall mit zahlreichen, sehr vielschichtig gezeichneten Figuren. Leider verliert sich der Roman dabei schnell und immer wieder in seiner eigenen, zuweilen unnötig überzogenen Detailverliebtheit.

Der Einstieg in die Geschichte ist dabei zunächst durchaus vielversprechend, doch schon nach kurzer Zeit wird die Anzahl der eingeführten Charaktere unüberschaubar hoch, was eine Orientierung fast unmöglich macht. Gleichzeitig entwickelt sich aber auch die Handlung selbst nur zögerlich – stattdessen dominieren ausufernde Dialoge, spekulative Gedankenspiele und ständige "Was wäre eigentlich wenn"-Diskussionen. Wer auf einen Spannungsbogen hofft, wird enttäuscht: Der Fall wird seziert, nicht erzählt.

Der Erzählstil von Karin Slaughter ist sehr detailverliebt und verliert sich zu oft in der Tiefe. Der Inhalt ist verwirrend komplex, aber gleichzeitig dann auch redundant und leider wenig packend. Wer Krimis eher wegen der Spannung liest, wird hier wenig mitgerissen.

Das trifft letztendlich gar nicht meinen -zugegeben- persönlichen Geschmack, deshalb bleiben "nur" 3 von 5 Sternen: handwerklich solide, inhaltlich aber langatmig und schwerfällig.

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