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Veröffentlicht am 16.03.2023

Von der unglaublichen Sogwirkung einer mystischen Kugel, welche die Welt nachhaltig verändert - Wehe, wenn sie ins Rollen kommt!

Die indische Kugel
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Was Matthias Hübener hier mit seinem Roman "Die indische Kugel" abliefert sucht meiner Meinung nach seinesgleichen.

Für mich ist es wirklich schwierig das Buch eindeutig nur einem einzelnen Genre zuzuordnen, ...

Was Matthias Hübener hier mit seinem Roman "Die indische Kugel" abliefert sucht meiner Meinung nach seinesgleichen.

Für mich ist es wirklich schwierig das Buch eindeutig nur einem einzelnen Genre zuzuordnen, am ehesten passt vielleicht Belletristik, wird allerdings diesem tiefgründigen und sehr facettenreichem Buch dann auch wieder nicht vollumfänglich gerecht. Es vereint so viele Facetten in sich, wie eben diese schillernde Kugel im Sonnenlicht, die dann auch ja nach Blickwinkel immer wieder einen neuen Einblick gewährt.

Am Anfang prasselten für mich fast zu viele verschiedene Eindrücke auf mich ein. Ich persönlich brauchte dann doch etwas Zeit, bis ich mit den Charakteren, den wechselnden Handlungsorten sowie den Zeitsprüngen warm geworden bin. Insbesondere die Zeitsprünge machten mir dann fast am meisten zu schaffen. Gerade wenn es spannend wurde wechselte die Szene und ein kleiner Cliffhanger verzweigte in die nahe Zukunft des Buches. Irgendwie gemein, wie ich fand, aber so entstand ein unheimlicher Lesesog in die Geschichte hinein, dem man sich kaum entziehen konnte. Quasi wie ein großes Mandalapuzzle, das aus 1.000 Teilen besteht und die einzelnen Teile zunächst gefunden, sortiert und zusammengesetzt werden müssen - genau so offenbarte sich mir persönlich das Buch.

Es gab für mich allerdings nie so richtig eine Abneigung gegenüber den oft unterschiedlichsten Szenerien. Dafür hat die indische Kugel, die auch im Roman vorkommt eine unglaubliche Sogwirkung und Anziehungskraft - auch auf die Lesenden.

Die indische Kugel nimmt quasi schnell Fahrt auf und ist dann eigentlich auch kaum mehr zu stoppen. Man muss nur sehr vorsichtig sein, dass man ihrer Anziehungskraft nicht komplett verfällt, denn ansonsten könnten richtig schlimme Ereignisse eintreten. Ich empfinde die in der Geschichte befindliche Kugel als gute Parabel von Verführung, Macht etc.

Der Stil des Buches ist recht lebhaft, obwohl es auch leise bzw. nachdenkliche Töne anschlägt, und bei mir liefen sehr schnell Bilder im Kopf dazu an - quasi Kopfkino gratis. Durch die unheimliche Magie der Kugel kommt auch ein Hauch von Esoterik und Spiritualität mit auf. Die spirituellen bzw. esoterischen Elemente fügen sich dabei sehr harmonisch ins gewählte Setting ein und machen die Storyline perfekt.

Wer sich auf den Roman einlässt, wird mit einer unglaublich facettenreichen und vor allem tiefgründigen Story belohnt, die einer Kugel gleich nie zum Erliegen kommt.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

Junas ganz besonderes Sommerferienabenteuer auf einer Pflanzenforschungsstation im hohen Norden

Juna 1: Waldwandler
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Die Autorin Alexandra Fabisch startet eine neue Kinderbuchreihe mit dem ersten Band "Waldwandler" rund um die sehr sympathische junge Protagonistin Juna, die in der ganzen Erzählung im Mittelpunkt steht.

Juna, ...

Die Autorin Alexandra Fabisch startet eine neue Kinderbuchreihe mit dem ersten Band "Waldwandler" rund um die sehr sympathische junge Protagonistin Juna, die in der ganzen Erzählung im Mittelpunkt steht.

Juna, in ihrem normalen Schulalltag eher eine Außenseiterin, geht vollkommen darin auf, Pflanzen zu hegen und zu pflegen. Komplett aus dem Häuschen ist sie dann, als sie erfährt, dass sie die Sommerferien bei ihrer Tante auf einer Pflanzenforschungsstation im hohen Norden verbringen wird.

So beginnt das äußerst spannende Ferienabenteuer rund um Juna.

In die Story selbst findet man schnell hinein und wird auch mit den unterschiedlichsten Protagonisten superschnell warm. Eine kurze farbige Bildübersicht zu den einzelnen Charakteren befindet sich gleich nach Cover in den Umschlaginnenseiten. Die überwiegend kurzen Lesekapitel wirken dann wie ein Sog auf die Lesenden. Gekonnt aufgegriffen wird das Gelesen durch die kreativen Illustrationen von Angela Gstalter, die für die nötige Abwechslung und Kurzweil sorgen.

Es wartet eine magische Geschichte, bei der Juna die Waldwandler entdeckt und auch sich selbst besser kennenlernt.

Summa summarum ein richtig tolles Kinderbuch, das Kindern die Natur wieder näher bringt. Insbesondere junge Mädchen sollten sich mit Juna und ihrem Ferienabenteuer sehr stark identifizieren können.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

Putin im Fadenkreuz! - Ein Roadtrip, besser gesagt eine militärische Spezialoperation der ganz besonderen Art

Wie ich loszog, die Welt von Putin zu befreien
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"Putin muss weg. Es war doch vollkommen hirnrissig, dass sich unsere russischen und ukrainischen Freunde zu Tausenden weiter das Licht ausbliesen, während eine einzige Kugel dem Spuk ein Ende machen konnte."

Wer ...

"Putin muss weg. Es war doch vollkommen hirnrissig, dass sich unsere russischen und ukrainischen Freunde zu Tausenden weiter das Licht ausbliesen, während eine einzige Kugel dem Spuk ein Ende machen konnte."

Wer würde angesichts des menschenverachtenden sinnlosen Mordens in der Ukraine diesem Buchzitat nicht zustimmen?

Der Autor Johannes Wilkes nimmt diesen Umstand zum Anlass und entspinnt in seinem aktuellen Roman "Wie ich loszog, die Welt von Putin zu befreien" einen abwegigen Roadtrip oder vielleicht doch eher eine militärische Spezialoperation, um den Kremlherrscher dann "elegant" um die Ecke zu bringen und dem Kriegstreiber endlich ein Ende zu bereiten.

Oleg, Juri und Sascha sind für diese ganz besondere Mission auserkoren.

Besser gesagt entspringt das Himmelfahrtskommando eher einer Schnapsidee von den Dreien.

Bei besagter Wodkarunde regeln sie die Auswahl des "Spezialagenten" dann wie echte russische Männer das machen, mit russischem Roulette.

Der Auserkorene ist schließlich Sascha, dem die glorreiche Aufgabe übertragen wird, den Bären äh Wladimir Wladimirowitsch auf der alljährlichen Bärenjagd in Sibirien endlich zur Strecke zu bringen.

Damit beginnt die obskure militärische Spezialoperation, die ihresgleichen sucht und Sascha macht sich auf den Weg nach Russland.

Trotz des ernsten Themas vermittelt Wilkes Story dennoch viel Humor, Witz und Charme und lässt auch in die russische Seele blicken.

Ob bzw. was Sascha auf dem Weg nach Sibirien dann alles erlebt und ob er den kapitalen Bären dann wirklich zur Strecke bringen kann möchte ich hier gar nicht weiter vorwegnehmen.

Summa summarum ein durchweg kurzweilig zu lesendes Buch, bei dem man mit Sascha gemeinsam auf die Pirsch geht, um dem Kriegsverbrecher Putin den Garaus zu machen.

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Veröffentlicht am 13.03.2023

Was, wenn uns allen langsam schleichend die Luft zum Atmen genommen wird?

Oxygen
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Andreas Brandhorst entspinnt in seinem aktuellen Klimathriller "Oxygen - Welt ohne Sauerstoff" keine abstruse bitterböse Dystopie sondern ein sehr real wirkendes Szenario, das die Menschheit vor nicht ...

Andreas Brandhorst entspinnt in seinem aktuellen Klimathriller "Oxygen - Welt ohne Sauerstoff" keine abstruse bitterböse Dystopie sondern ein sehr real wirkendes Szenario, das die Menschheit vor nicht geglaubte Herausforderungen stellt und an den Rand des Abgrundes treibt.

Eine Katastrophe fast biblischen Ausmaßes bahnt sich im vorliegenden Klimathriller an, indem die globale Sauerstoffproduktion immer mehr abebbt, da die Fotosynthese des Planktons in den Weltmeeren nach um nach aussetzt und nicht mehr genügend Sauerstoff produziert.

Der Thriller brauchte verdammt wenig Anlauf, um mich an die durchweg spannende Handlung und die gut gezeichneten Charakteren zu fesseln.

Unterschiedliche Perspektiven wie auch Schauplätze bringen dann die richtige Würze in die Handlung und stützen den sehr ausgeklügelten Spannungsbogen bis zum Schluss.

Wird es einen Ausweg aus diesem sehr real wirkenden Untergangsszenario geben oder erliegt die globale Bevölkerung ihrem eigenen Drang unseren Heimatplaneten gedankenlos zu zerstören.

Summa summarum ein spannender Thriller, der uns Erdenbürgern in gewisser Weise auch den Spiegel vorhält, unser tägliches Tun zu überdenken, denn ansonsten könnte es vielleicht bald schon soweit sein, dass uns einfach so die Luft zum Atmen wegbleibt.

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Veröffentlicht am 12.03.2023

Ein spannendes und vor allem lehrreiches Kräutermärchen für Kinder ab 8 Jahren

Magdalia und die Gnome
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Für Kinder ab 8 Jahren hält die Autorin Sonja Bienemann mit ihrem Kräutermärchen "Magdalia und die Gnome" ein eine unheimlich spannende und sehr lehrreiche Geschichte bereit.


Die märchenhafte Erzählung ...

Für Kinder ab 8 Jahren hält die Autorin Sonja Bienemann mit ihrem Kräutermärchen "Magdalia und die Gnome" ein eine unheimlich spannende und sehr lehrreiche Geschichte bereit.


Die märchenhafte Erzählung selbst wird immer wieder ergänzt um einige Details zu Kräutern und deren Verwendung in der Küche und der häuslichen Apotheke. Die Details rund um die Kräuter sind vielleicht für eher jüngere Kinder noch nicht ganz so im Fokus des Geschehens. Dies machen dann allerdings die tollen Charakteren im Buch rund um Magdalia, der Kräuterfrau, und den Gnomen wieder wett, die voll bei uns im Fokus des Geschehens standen.


Bienemanns Passion rund um das Kräuterwissen spürt man auf jeder einzelnen Seite und deshalb ist es natürlich nur konsequent, dass sie, ähnlich den althergebrachten Kräuterweibern und Geschichtenerzählern, ihr fundiertes Wissen dann spielerisch mithilfe dieses Märchens weitergibt.


Die bunte Mischung aus dem Kräutermärchen verbunden mit dem Kräuterwissen macht für uns dieses sehr lehrreiche Buch auch aus.


Generell gefällt uns persönlich dieser Stil besonders gut. Die eingestreuten vielfältigen Illustrationen, beigesteuert von Susanne Bauermann, unterstützen durchweg gut den gelesenen Text, bringen Kurzweil und die nötige Abwechslung mit.


Bienemann zeigt in ihrem Werk, wie unsere Welt wirklich ist und beschönigt dabei nichts. Sorgen und Nöte sind genauso Thema, wie über einige Szenen dann herzlichst gelacht werden kann.


Wer schon immer mal Lust hatte beispielsweise einen Löwenzahnwurzelkaffe zuzubereiten oder einen Lavendelhonig zu kreieren, der hat zum Schluss des Buches Gelegenheit in der DIY-Rubrik zu stöbern und die kreativen Rezeptideen auszuprobieren.


Summa summarum ein tolles und vor allem lehrreiches Buch, das uns wieder mehr mit der Natur und den darin zu findenden Kräutern in Verbindung bringt.

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