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Veröffentlicht am 12.03.2023

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Ostfriesensturm
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Die Pandemie ist auf der Nordseeinsel Wangerooge angekommen und alle Gäste müssen die Insel verlassen. In einer Ferienwohnung wird die Leiche eines Mannes gefunden, der grausam verstümmelt wurde. Ann Kathrin ...

Die Pandemie ist auf der Nordseeinsel Wangerooge angekommen und alle Gäste müssen die Insel verlassen. In einer Ferienwohnung wird die Leiche eines Mannes gefunden, der grausam verstümmelt wurde. Ann Kathrin Klaasen nimmt mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Die verstümmelte Leiche deutet auf einen Racheakt hin. Doch dann wird der nächste Tote gefunden. Steckt das organisierte Verbrechen hinter den Taten? Oder geht ein Serienkiller um? Böse Zungen behaupten sogar, dass Dr. Sommerfeldt zurück ist...

"Ostfriesensturm" ist bereits der 16. Fall für Ann Kathrin Klaasen. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen allerdings auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat.

Der Autor versteht es wieder hervorragend, das ganz besondere Nordsee-Feeling zu vermitteln. Dieses Mal hat die Pandemie Ostfriesland im Griff und die Maßnahmen werden detailliert beschrieben. Das wirkt zwar sehr authentisch, doch bei mehrmaligen Wiederholungen denkt man beim Lesen doch, dass man es bereits beim ersten Mal verstanden hat. 

Der Fall selbst startet spannend. Gemeinsam mit dem ganz speziellen Ermittlerteam macht man sich auf die Suche nach dem Täter und folgt gespannt der Handlung, die aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird. Doch leider kann die aufgebaute Spannung nicht durchgehend gehalten werden, da die Ereignisse teilweise kuriose Wendungen nehmen und dadurch unglaubwürdig wirken. In diesem Krimi werden ernste Themen angesprochen, die gut in die Handlung eingeflochten sind. Im Nachwort schildert der Autor seine persönlichen Erfahrungen. 

Ich habe schon einige Bände dieser Reihe mit Begeisterung gelesen. Dieser Fall konnte mich leider nicht richtig überzeugen, da die Handlung auf mich zu unglaubwürdig wirkte und es für meinen Geschmack einfach zu viele Wiederholungen beim Vermitteln der Corona-Regeln gab. Das Nachwort konnte mich dann aber doch davon überzeugen, der Reihe die Treue zu halten. Dennoch bekommt dieser Band auf meiner persönlichen Bewertungsskala leider nur drei Sterne. 

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Veröffentlicht am 18.02.2023

Nicht so spannend wie erhofft

Die andere Schwester
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Die Schwestern Stella und Alicia haben eine neue, sehr erfolgreiche Dating-App auf den Markt gebracht. Während Alicia sich auf die Entwicklung und die Programmierung konzentriert, ist Stella für die Vermarktung ...

Die Schwestern Stella und Alicia haben eine neue, sehr erfolgreiche Dating-App auf den Markt gebracht. Während Alicia sich auf die Entwicklung und die Programmierung konzentriert, ist Stella für die Vermarktung zuständig. Als Stella ermordet wird, gerät Alicias Leben völlig aus den Fugen. Sie erkennt zwar den Täter auf einem Überwachungsvideo, verschweigt das allerdings dem Ermittler John Adderley. Adderley kann den Ermittlungen nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken, da ihn seine Vergangenheit mit tödlicher Vehemenz einholt....

"Die andere Schwester" ist nach "Der andere Sohn" bereits der zweite Fall für John Adderley. Obwohl die Bände in sich abgeschlossen sind, ist es ratsam, die Reihe chronologisch zu lesen, da man im ersten Teil die Hintergründe erfährt, die dazu geführt haben, dass der ehemalige FBI-Agent unter falschem Namen im schwedischen Karlstadt ermittelt. 

Der aktuelle Fall wirkt zunächst spannend, da man nicht ahnt, warum Alicia dem Ermittler verschweigt, dass sie den Mann auf dem Überwachungsvideo erkennt. Alicias Leben gerät nach dem Mord an ihrer Schwester völlig aus den Fugen. Sie wirkt sehr labil und ist nur noch selten nüchtern anzutreffen. Adderley ist nicht so konzentriert, wie man das eigentlich erhoffen dürfte, da er von seiner Vergangenheit eingeholt wird und mit schwerwiegenden Problemen zu kämpfen hat. Das alles wirkt durchaus realistisch und nachvollziehbar. Dennoch hat man das Gefühl, dass der Mord an Stella zur Nebenhandlung degradiert wird. Adderley manövriert sich in Situationen, die beim Lesen für hochgezogenen Augenbrauen und Kopfschütteln sorgen. Die Ereignisse wirken dadurch arg konstruiert. Dennoch schafft es das Autorenduo letztendlich alle Fäden miteinander zu verknüpfen und dabei für die ein oder andere Überraschung zu sorgen. 

Leider arg konstruiert und längst nicht so spannend wie der Auftakt.

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Veröffentlicht am 05.02.2023

Zwar etwas vorhersehbar, aber dennoch lesenswert

Ein Surfer zum Verlieben
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Lindsay Lovejoy ist eine junge Autorin, die mit ihren Liebesromanen die Bestseller-Listen erobert. Ihr erster Roman handelte vom gutaussehenden und smarten Profisurfer Palmer Warden. Diesen Charakter erschuf ...

Lindsay Lovejoy ist eine junge Autorin, die mit ihren Liebesromanen die Bestseller-Listen erobert. Ihr erster Roman handelte vom gutaussehenden und smarten Profisurfer Palmer Warden. Diesen Charakter erschuf Lindsay nach dem Vorbild des Surf-Stars Warden Palmer, in den sie sich als Teenagerin verliebte. Als Lindsay in ihr neues Haus einzieht, stellt sie fest, dass sie nun die Nachbarin von Warden Palmer ist und als der herausfindet, dass er als Palmer Warden in Lindsays Büchern verewigt wurde, gerät Lindsay in peinliche Erklärungsnot. Dennoch fühlen sich die beiden zueinander hingezogen. Doch Lindsay stellt schnell fest, dass sich der reale Warden stark vom fiktiven unterscheidet. Hat ihre Liebe trotzdem eine Chance?

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die beiden Hauptcharaktere Lindsay und Warden stehen abwechselnd im Zentrum der Ereignisse. Außerdem gibt es gelegentlich Kapitel, in denen Freunde der beiden im Mittelpunkt stehen. Da die Wechsel mit dem Namen der Person, die gerade im Fokus steht, dem Datum und dem Handlungsort gekennzeichnet sind, fällt es leicht, die Übersicht zu behalten. 

Der Schreibstil ist locker und leicht zu lesen. Die Handlungsorte werden so beschrieben, dass man sie mühelos vor Augen hat und da sich die Ereignisse auf Hawaii zutragen, ist dieser Roman hervorragend als Urlaubslektüre geeignet. 

Lindsay ist eine erfolgreiche Liebesromanautorin. Man erfährt, wie ihre Romane aufgebaut werden und stellt fest, dass die Handlung von "Ein Surfer zum Verlieben" ganz dem Klischee entspricht und deshalb etwas vorhersehbar wirkt. Die beiden Hauptcharaktere wirken sympathisch und haben natürlich, wie könnte es auch anders sein, mit Problemen zu kämpfen. Obwohl man den Ausgang des Roman erahnt, kann man die humorvollen Wortgefechte, die Lindsay und Warden sich regelmäßig liefern, genießen. Die obligatorischen Verwicklungen und Missverständnisse dürfen natürlich auch nicht fehlen. Sie werden allerdings so geschildert, dass man die Ereignisse gerne verfolgt.

​​​​​​​Zuweilen wird die Handlung durch Szenen unterbrochen, die sich in den Romanen von Lindsay zutragen. Dadurch kann man zwar den Unterschied zwischen der Wirklichkeit und Lindsays fiktivem Charakter nachvollziehen, doch leider sind die Auszüge aus Lindsays Roman viel zu lang und verführen dazu, sie einfach zu überfliegen, da sie die Handlung nicht vorantreiben sondern ausbremsen. Am Ende laufen die Handlungsfäden recht vorhersehbar zusammen, liefern aber so ein rundes, zufriedenstellendes Leseerlebnis. 

Ein zwar recht vorhersehbarer Liebesroman, der durch humorvolle Wortgefechte und eine traumhafte Hintergrundkulisse dennoch für entspannte Lesestunden sorgt, bei denen man einfach mal die Seele baumeln lassen kann.

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Veröffentlicht am 30.01.2023

Nicht so spannend wie erhofft

Northern Spy – Die Jagd
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Tessa ist alleinerziehende Mutter des kleinen Finn, der gerade wenige Monate alt ist. Sie arbeitet bei der BBC in Belfast und ist noch dabei, sich an den Spagat zwischen Berufs- und Privatleben zu gewöhnen. ...

Tessa ist alleinerziehende Mutter des kleinen Finn, der gerade wenige Monate alt ist. Sie arbeitet bei der BBC in Belfast und ist noch dabei, sich an den Spagat zwischen Berufs- und Privatleben zu gewöhnen. Doch dann gerät ihr ganzes Weltbild ins Wanken, als sie ihre Schwester Marian im Fernsehen, als Täterin bei einem Raubüberfall der IRA, sieht. Tessa ist fassungslos und kann nicht glauben, dass Marian sich der IRA freiwillig angeschlossen hat. Tessa liebt ihre Schwester, doch noch mehr liegt ihr der kleine Finn am Herzen. Um ihn zu schützen, würde sie alles tun. Tessa muss Entscheidungen treffen, doch sie weiß schon bald nicht mehr, wem sie vertrauen kann...

Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht von Tessa, geschildert. Sie ist eine eher ruhige Erzählerin, die durch ihre detaillierten Ausführungen dafür sorgt, dass man mit Informationen, was es bedeutet, in Belfast zu leben und beinahe täglich mit den Auswirkungen des Nordirlandkonflikts konfrontiert zu werden, versorgt wird. Außerdem lässt sie die Leserinnen und Leser an ihrem Alltag mit Finn teilhaben. Diese Schilderungen wirken zwar auf Dauer ein wenig zu ausufernd, da sie den Lesefluss hemmen und man das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten, sorgen aber dennoch dafür, dass man ihren Zwiespalt nachvollziehen kann. Sie glaubt fest an ihre Schwester, muss aber auch immer die Sicherheit von Finn im Hinterkopf behalten. 

Die Atmosphäre der Erzählung ist düster und wirkt gefährlich. Man hat das Gefühl, dass Tessa auf einem Pulverfass sitzt, das jederzeit hochgehen könnte. Die Handlungsorte werden lebendig geschildert, wodurch man alles mühelos vor Augen hat. Leider betrachtet man die Charaktere etwas distanziert. Obwohl man, durch die gewählte Erzählform quasi in Tessas Haut steckt, kommt man ihr nicht richtig nah. Die Handlung selbst ist durchgehend interessant, doch leider kommt die Spannung, die man von einem Thriller erwartet, etwas zu kurz. Denn dafür verliert sich die Erzählung zu oft in Nebensächlichkeiten. Zum Ende hin stellt sich die bis dahin vermisste Spannung allerdings doch noch ein, denn die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen. 

Eine interessante Erzählung, die sich allerdings zu oft in Nebensächlichkeiten verliert, um durchgehend spannend zu wirken. 

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Veröffentlicht am 26.01.2023

Konnte mich leider nicht ganz überzeugen

Bissle Spätzle, Habibi?
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Amaya ist 30 Jahre alt, stammt aus einer marokkanischen Einwandererfamilie und zum Entsetzen ihrer Eltern noch immer Single, obwohl ihre jüngeren Geschwister bereits ihre Lebenspartner gefunden haben. ...

Amaya ist 30 Jahre alt, stammt aus einer marokkanischen Einwandererfamilie und zum Entsetzen ihrer Eltern noch immer Single, obwohl ihre jüngeren Geschwister bereits ihre Lebenspartner gefunden haben. Amayas Mutter ist der Meinung, dass sich das ändern muss. Kurzerhand wird für Amaya ein Profil auf der muslimischen Dating-App Minder erstellt. Dort sticht Amayas Mutter sofort Ismael ins Auge. Sie findet, dass er der passende Mann für Amaya wäre. Amaya verabredet sich mit Ismael und findet ihn sofort sympathisch, doch der besondere Funke will einfach nicht überspringen. Dieser stellt sich allerdings ein, als sie Ismaels besten Freund Daniel kennenlernt. Doch er ist Atheist und außerdem Schwabe. Amaya weiß nicht, wie sie das ihren Eltern beibringen soll....

Der Einstieg in diesen Roman gelingt durch den lockeren Schreibstil mühelos. Amaya wirkt sympathisch und schildert die Ereignisse aus ihrer Sicht. Es gelingt ihr hervorragend, die Szenen so lebendig zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, selbst mitten im turbulenten Familienchaos zu sein. Man merkt, wie sehr die Familienmitglieder miteinander verbunden sind und dass die muslimischen Traditionen fest in den Alltag integriert sind.

Neben den aktuellen Ereignissen gibt es auch immer wieder Rückblicke in Amayas Vergangenheit. Diese sollen sicher dazu führen, dass man Amaya näher kennenlernt, um damit ihren späteren Zwiespalt, den Mann ihrer Träume zu heiraten, aber gleichzeitig die Erwartungen ihrer Eltern zu erfüllen, besser nachvollziehen kann. Die Rückblicke wirken allerdings zuweilen etwas ausufernd und bremsen den Erzählfluss der Haupthandlung. Dennoch sorgen sie nach und nach dafür, dass man Amayas Ängste nachempfinden kann. Dadurch, dass sie es allen Seiten recht machen will, kommt es zu chaotischen Situationen. Doch leider wirken diese Szenen nur ansatzweise humorvoll, denn man behält immer im Hinterkopf, wie es Daniel damit geht, so von Amaya verleugnet zu werden. Die Lügen, in die Amaya sich verstrickt, werden immer schlimmer, wodurch sie Sympathien einbüßt.

Mich hat der lockere Schreibstil sofort angesprochen, wodurch ich das Gefühl hatte, das turbulente Familienleben hautnah mitzuerleben. Amaya wirkte auf mich herzlich und sehr sympathisch. Doch mit jeder weiteren Lüge hat sie bei mir Sympathiepunkte verloren, wodurch ich das ein oder andere Mal den Kopf schütteln musste und die große Liebe, die sie Daniel entgegenbringt, nicht mehr glaubhaft fand.

Mein Fazit: kann man lesen, muss man aber nicht.

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