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Veröffentlicht am 16.03.2023

Heißer Leckerbissen

The Ravenhood - Flock
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Dark Romance lese ich hin und wieder sehr gerne. Eine düstere Liebesgeschichte, gespickt mit heißen erotischen Szenen, definitiv nichts für reine Thriller/Krimi Fans. Die Spannung war/ist vorhanden, und ...

Dark Romance lese ich hin und wieder sehr gerne. Eine düstere Liebesgeschichte, gespickt mit heißen erotischen Szenen, definitiv nichts für reine Thriller/Krimi Fans. Die Spannung war/ist vorhanden, und es gibt einiges zu entdecken, vieles hat mich überrascht.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive verfolgt, weshalb ich mich der Protagonistin näher fühlte als sonst. Ihre Gedanken und Gefühle konnte man direkt nachvollziehen, wenn auch diese nicht immer jugendfrei waren. Die Autorin hat einen eigensinnigen Schreibstil, sie scheut sich nicht vor Worten und detaillierten Szenen. Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man mit diesem Buch startet. Mir hat es gefallen.

Cecelia ist eine junge Frau, die weiß, was sie will. Sie ist stark und selbstbewusst, hat aber mit vielen Problemen zu kämpfen. Sie trägt einige Geheimnisse mit sich herum, welche nur nach und nach enthüllt werden. Ein Buch voller Mysterien, auch auf der Seite der beiden männlichen Charaktere Dominic und Sean. Richtig gelesen: Es gibt gleich zwei Männer, was die ganze Sache ein wenig schärfer macht. Beide könnten nicht unterschiedlicher sein, dennoch heizen sie beide unserer weiblichen Protagonistin ordentlich ein. Mein Favorit war Dominic, für mich einfach der interessantere Charakter, da er mich von vornherein mit seiner geheimnisvollen und düsteren Ader überzeugen konnte. Allerdings haben alle Protagonisten Ecken und Kanten, wirken daher authentisch und auch rebellisch.

In der Story geht es natürlich sehr viel um heiße und auch eindeutige Szenen, aber diese machten meistens Sinn und passten in den Verlauf der Geschichte. Dazwischen befinden sich viele Szenen mit Mysterien und Geheimnissen, die aufgedeckt werden wollen. Ich war teilweise bei der Auflösung wirklich überrascht und hab vieles nicht kommen sehen. Das Buch hatte Tiefgang und hielt viele Wendungen bereit. Die Autorin hat mich als Leserin nicht nur einmal auf die falsche Fährte geführt.

Fazit: Moral ist fehl am Platz. Ist man eine Person, die nicht ohne kann, dann sollte man die Finger von dem Buch lassen. Wer sich aber darauf einlassen kann, der ist hier genau richtig und wird seinen Spaß mit Cecelia und Co. haben. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne an Dark Romance Fans weiter. Ich selbst freue mich schon jetzt auf die beiden weiteren Bände der Trilogie.

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Veröffentlicht am 16.03.2023

Ergreifend, mystisch

Gallant
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Olivia ist eine Kämpfernatur. Als stummes Waisenkind hielt das Leben schon einige Hürden für sie bereit. Alles was ihr geblieben ist, ist das rätselhafte Tagebuch ihrer Mutter, denn an deren Stimme kann ...

Olivia ist eine Kämpfernatur. Als stummes Waisenkind hielt das Leben schon einige Hürden für sie bereit. Alles was ihr geblieben ist, ist das rätselhafte Tagebuch ihrer Mutter, denn an deren Stimme kann sie sich nicht mehr erinnern. Als Olivia jedoch eines Tages unverhofft einen Brief ihres Onkels erhält, glaubt sie, endlich die Chance auf eine richtige Familie zu haben. Sie ahnt allerdings, dass es einen Haken geben muss, denn ihre Mutter ermahnte sie in ihrem Tagebuch, sich von Gallant, dem Stammsitz der Familie, fernzuhalten.

Olivia reist trotzdem zum Anwesen und kann nicht verstehen, warum ihre Mutter sie davor beschützen wollte. Noch nie hatte sie ein so schönes Zuhause - noch nie eine Familie. Doch nachts wird hier alles verriegelt und niemand darf vor die Tür. Man spürt förmlich das Böse, das in der Dunkelheit lauert. Auch im Tagebuch von Olivias Mutter befinden sich düstere Zeichnungen, die ausdrucksstark die geheimnisvolle Atmosphäre widerspiegeln.

Die Figuren sind gut dargestellt und verfügen über Tiefe. So kann man sich in Olivias Stummheit hineinversetzen und ist verzaubert von ihrem Einfallsreichtum, trotzdem zu kommunizieren. Von ihrem Charakter, immer zu kämpfen und nicht aufzugeben. Aber auch von ihrem inneren Wunsch, irgendwo dazuzugehören. Mit jeder gelesenen Seite kommt man dem Geheimnis um Gallant näher - und auch der Tatsache, dass Olivia nicht irgendein Mädchen ist.

Zitat Pos. 1558:
"Letzte Nacht bin ich hinter die Mauer gegangen. Und ich bin dem Tod begegnet."

Dieses mystische Märchen hat kein richtiges Happy End, ist jedoch authentisch und hinterlässt den Nachklang einer zauberhaften Geschichte von Gut und Böse.

Fazit: Eine gut durchdachte Geschichte aus der Perspektive der stummen Hauptprotagonistin, die einen direkt in das düstere Geheimnis rund um Gallant zieht. Man möchte weglaufen, bleibt aber gefangen zwischen den Seiten. Ergriffen, fröstelnd, nachdenklich. Ganz großes Kopfkino!

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Veröffentlicht am 15.02.2023

Schonungslos, kritisch, unterhaltsam

Die Klinik
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Mal ehrlich, geht ihr immer mit einem guten Gefühl ins Krankenhaus? Ich hatte bei meinen Krankenhausaufenthalten schon ein sehr mulmiges Gefühl, auch wenn ich da nicht gleich einen „Todesengel“ im Kopf ...

Mal ehrlich, geht ihr immer mit einem guten Gefühl ins Krankenhaus? Ich hatte bei meinen Krankenhausaufenthalten schon ein sehr mulmiges Gefühl, auch wenn ich da nicht gleich einen „Todesengel“ im Kopf hatte. Auf der anderen Seite liest man ja immer mal wieder von sowas, und spätestens nach diesem Buch bin ich heilfroh, dass ich, dreimal auf Holz geklopft, demnächst keinen Krankenhausaufenthalt vor mir habe.

Zitat Pos. 195:
„Die meisten Kranken auf dieser Station waren ohne Bewusstsein. Nach Meinung ihres Hamburger Chefs ließ sich eine künstliche Beatmung stark sediert auch besser verkraften. Aber Mecki war anderer Meinung, wie so oft. Mancher Chefarzt blendete aus, dass es bei einem Drittel der intubierten Patienten immerhin noch Monate nach der Langzeitsedierung zu posttraumatischen Belastungsstörungen kommen konnte. Aber wer hört schon auf eine wie sie?“

Bereits die ersten Seiten haben mich gefesselt, auch weil die Story in meiner Heimat spielt. Viele Orte und Gegenden aus dem Buch kenne ich somit sehr gut. So konnte ich mich noch besser in die Geschichte einfinden und hatte ständig Bilder vor Augen.

Die Handlung startet in der Vergangenheit. Hubertus Borck nimmt seine Leser 10 Jahre mit zurück in das Soltauer Hermann-Löns-Krankenhaus. Hier arbeitet Mecki, die schon mehreren Patienten dabei „geholfen“ hat, zu sterben. Der Zufall bietet ihr die Chance, an ein Hamburger Krankenhaus zu wechseln. Auch hier bleibt Meckis Treiben lange unentdeckt. Doch dann erheben Angehörige eines Verstorbenen schwere Vorwürfe.

Schonungslos ehrlich greift Borck das Thema auf und setzt es mutig in Szene. Die Rückblicke, die die Ermittlungsarbeit der beiden leitenden Kommissare Franka und Alpay immer wieder unterbrechen, steigern die Spannung enorm und geben zudem immer mehr Einzelheiten frei, die, zusammen mit den gegenwärtigen Geschehnissen, schlussendlich ein perfides Gesamtbild ergeben.

Borck versteht es, realistische Figuren mit sämtlichen Ecken und Kanten zu zeichnen. Besonders Franka und Alpay als leitende Ermittler haben mir wieder besonders gut gefallen. Ich mag es, wenn sich die Protagonisten innerhalb einer Reihe weiterentwickeln. Sie sind einfach rundum authentisch.

Fazit: Dieses Buch hat es definitiv in sich. Hubertus Borck hat es geschafft, ein kritisches Thema aufzugreifen und dieses in einen mutigen Pageturner zu verwandeln. Alles in allem ist „Die Klinik“ für mich ein sehr gelungener zweiter Teil und ich freue mich schon auf weitere Bände. Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Spannender white-knuckle Thriller

NIGHT – Nacht der Angst
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Nachdem die beste Freundin der jungen Studentin Charlie dem Campus-Mörder zum Opfer fiel, will sie einfach nur noch weg von der Universität und findet recht schnell eine Mitfahrgelegenheit nach Hause. ...

Nachdem die beste Freundin der jungen Studentin Charlie dem Campus-Mörder zum Opfer fiel, will sie einfach nur noch weg von der Universität und findet recht schnell eine Mitfahrgelegenheit nach Hause. Der Weg ist weit - und schon bald fragt sie sich, ob es leichtsinnig war, zu Josh, den sie vorher nur einmal gesehen hat, ins Auto zu steigen.

Zitat Pos. 690:
"Sie weiß: Dass sie so schreckhaft ist, hat nichts damit zu tun, was Josh gesagt hat oder was für Klamotten er trägt oder wie er den Kofferraum eingeräumt hat. Sie ist nervös, weil Maddy etwas Schreckliches zugestoßen ist und sie denkt, das könnte auch ihr passieren."

Der Anfang beschreibt kurz, was ihrer Freundin Maddy zugestoßen ist und warum Charlie sich so schuldig an deren Tod fühlt. Sie hält es einfach nicht mehr aus, tagtäglich an dieses tragische Ereignis erinnert zu werden. Also flüchtet sie nach Hause.

In der ersten Hälfte des Buches dreht sich daher alles um die Autofahrt, die teils sehr informativ und interessant, aber dann auch irgendwann sehr ausführlich beschrieben wurde. Zudem wurden die Dialoge und Vorkommnisse künstlich in die Länge gezogen. Wahrscheinlich, um die Spannung zu erhöhen. Für mich hätte dieser Abschnitt aber gerne etwas kürzer ausfallen dürfen, denn eigentlich kann die Auflösung nicht so einfach sein, wie es der Autor den Leser hier glauben machen will.
Ab der Hälfte dreht sich dann, wie erhofft, das Blatt und man kann alles, von dem man bis dato völlig überzeugt war, über den Haufen werfen.
Das Ende fügt sich überraschend, aber authentisch zusammen und ist so ganz anders, als man dachte.

Zitat Pos. 42:
"Sie ist das Mädchen im Auto. Der Mann hinter dem Steuer ist ein Killer. Und so sicher wie jemand, der Filme wie diese schon hundertmal gesehen hat, weiß sie, dass nur einer von ihnen den nächsten Morgen erleben wird."

Fazit: Ein spannender white-knuckle-Thriller, der nach anfänglichen Längen eine tolle Wendung hinlegt und mich dann doch noch mitreißen konnte.

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Veröffentlicht am 09.02.2023

Nervenkitzel pur!

Die Herzchirurgin
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Wow, ich bin geflasht. Und das sage ich doch relativ selten. Die Herzchirurgin konnte mich aus meiner kleinen Leseflaute befreien und hat mich mehr als nur positiv überrascht.

Würde ich für meine Liebsten ...

Wow, ich bin geflasht. Und das sage ich doch relativ selten. Die Herzchirurgin konnte mich aus meiner kleinen Leseflaute befreien und hat mich mehr als nur positiv überrascht.

Würde ich für meine Liebsten töten? Es kommt auf die Situation an. Wäre mein Kind in Gefahr, dann würde ich einfach alles tun, um es zu retten. Vor diesem Scheideweg steht unsere Protagonistin Anna. Sie ist kein perfekter Charakter - und das mochte ich so an ihr. Sie war perfekt unperfekt, bekämpfte Zwänge und Schuld, lebte mitten in einer Scheidung, war total ausgebrannt. Ihr Sohn bedeutete ihr alles, für ihn wäre sie über Leichen gegangen. Doch ihren Eid als Ärztin brechen, Leben zu nehmen statt zu retten? Man konnte ihre innere Zerrissenheit spüren, mit ihr mitfühlen, mitfiebern. Der Autor hat mit ihr eine großartige Hauptprotagonistin geschaffen, lebensecht und doch so fern. Sie wirkte nicht nur authentisch und gut ausgearbeitet, sie war ein Mensch mit einer perfekten Fassade.

Alle Charaktere innerhalb des Thrillers weisen besondere Merkmale auf und sind nicht die 0815-Protagonisten, wie man sie aus anderen Büchern kennt. Das kam für mich spürbar rüber und hat mir daher sehr gut gefallen.

Untypisch für einen Thriller ist die gewählte Ich-Perspektive. Häufig nutzen die Autoren die dritte Form, doch hier hat der Autor scheinbar bewusst diesen Weg gewählt. Man kann besser hinter die Fassade der Charaktere blicken und lernt sie dadurch näher kennen als sonst. Es gibt Kapitel aus der Sicht von Anna, der Chirurgin, aus der Sicht von Margot, ihrer OP-Schwester, und auch noch von weiteren Figuren.

Der Schreibstil wirkte lebensecht, beinahe als wäre man live dabei. Der Autor kann sehr detailliert und erschreckend emotional schreiben und beschreiben, was mich mehr als einmal aus der Bahn gerissen hat. Dies wirkte sich natürlich auch auf die Geschichte selbst aus. Eine kontinuierliche Spannungskurve, die mich von der ersten bis zur letzten Seite mitreißen konnte.

Fazit: Ein sogartiger, düsterer Thriller, der sowohl mit Recht und Unrecht als auch mit der menschlichen Moral spielt. Dieses Debüt konnte mich vollends überzeugen, daher empfehle ich es gern an Thriller/Krimi-Fans weiter. Nervenkitzel pur!

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