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Veröffentlicht am 19.06.2023

Krieg und Liebe in der Physik

Love, theoretically
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Als Assistenzprofessorin verdient Elsie nicht genug, um sich über Wasser halten zu können, besonders als Diabetikerin ohne Krankenversicherung. Daher ist sie schon lange bei einer App, wo sie als Fake-Date ...

Als Assistenzprofessorin verdient Elsie nicht genug, um sich über Wasser halten zu können, besonders als Diabetikerin ohne Krankenversicherung. Daher ist sie schon lange bei einer App, wo sie als Fake-Date gebucht werden kann. Zu einem Problem wird es erst, als sie dem Bruder ihres Fake-Dates bei der Arbeit begegnet und er sich als der Mann entpuppt, der all ihren Träumen im Weg steht.

Elsie versucht schon seit langer Zeit, jedem zu gefallen; sie beobachtet ihr Gegenüber und schlüpft in die perfekte Rolle. Diese Fähigkeit hilft ihr auch bei ihren Fake-Dates und soll ihr nun hoffentlich bei dem Auswahlverfahren helfen, damit sie ihren Traumjob am MIT bekommt. Aber es gibt noch einen weiteren Bewerber, der im Gegensatz zu ihr Experimentalphysiker ist und daher hat sie als Theoretische Physikerin von Anfang an schlechte Karten und muss sich richtig ins Zeug legen, um ihre Leidenschaft und Kompetenz zu beweisen und den Ruf der Theoretischen Physik zu retten.

Denn mit im Auswahlkomitee sitzt ausgerechnet Jack, der Theoretiker wie allgemein bekannt verachtet, großen Einfluss hat und dazu auch Elsie persönlich von Anfang an nicht ausstehen kann. Er kennt sie schließlich schon als Freundin seines Bruders und die beiden Persönlichkeiten passen absolut nicht zusammen, sodass er ihren Geheimnissen schon bald auf die Spur zu kommen droht.

Wegen seiner Arbeit kann Elsie Jack ebenfalls nicht ausstehen, sodass wir hier direkt eine Enemies-to-Lovers-Handlung haben, deren Gründe man auch sehr gut nachvollziehen kann, weil sie sowohl privat Probleme haben, aber auch in professioneller Hinsicht quasi natürliche Gegner sind - zumindest fühlt es sich für Elsie so an. Durch sein Wissen und weil er sie so offensichtlich nicht leiden kann, schafft Elsie es bei Jack nicht, in die perfekte Rolle zu schlüpfen, sondern ist mehr sie selbst als sonst: Unsicher, ehrlich, aber auch auf eine besondere Art mutig. Hier wird nicht nur ihre Loyalität auf die Probe gestellt, sondern auch all ihre Beziehungen, in denen sie nie ganz ehrlich sein konnte.

Fazit
Die Welt der Wissenschaft hat mir noch besser gefallen als in jedem anderen Buch der Autorin; die Fehde zwischen den verschiedenen Fachbereichen, wissenschaftliche Arbeiten und politische Entscheidungen an den Universitäten und Forschungseinrichtungen - ich kann nicht beurteilen, wie realistisch es tatsächlich ist, aber sie sind auf jeden Fall glaubwürdig präsentiert und bieten eine spannende Kulisse für eine Liebesgeschichte voller Selbstzweifel, Humor und Liebe zur Physik. Alles in allem ist es ein sehr vielseitiges und unterhaltsames Buch.

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Veröffentlicht am 18.06.2023

Eine tödliche Ausbildung, ein schwacher Körper und die Macht der Drachen

Fourth Wing – Flammengeküsst
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Violets Körper ist schon vom täglichen Leben überfordert, da glaubt eigentlich niemand daran, dass sie die Ausbildung im Reiterquadranten des Basgiath War College überleben wird, als sie von ihrer Mutter ...

Violets Körper ist schon vom täglichen Leben überfordert, da glaubt eigentlich niemand daran, dass sie die Ausbildung im Reiterquadranten des Basgiath War College überleben wird, als sie von ihrer Mutter dazu gezwungen wird, sich dafür einzuschreiben.

Dieser Karriereweg ist in vielerlei Hinsicht gefährlich, dazu hat Violet noch Nachteile durch ihre Schwäche, aber auch dadurch, dass sie bis vor einem halben Jahr zu einer Schriftgelehrten ausgebildet wurde und ihr daher sehr viel Erfahrung fehlt. Aber sie hat keine andere Wahl, mit Mut und Entschlossenheit kämpft sie sich durch verschiedene Herausforderungen, auch wenn sie härter arbeiten muss als alle anderen. Ihre frühere Ausbildung hilft ihr immerhin durch schriftliche Prüfungen und sie ist auch kreativer, was ihr dabei hilft, ihre Defizite auszugleichen.

Trotzdem drohen überall Todesgefahren: Die Drachen wählen nur die stärksten Reiter aus und sortieren schwache Kadetten aus, und auch die Kadetten haben ungern schwache Reiter in ihren Reihen. Dazu herrscht ein erbarmungsloser Konkurrenzkampf um die stärksten Drachen, es gibt tödliche Herausforderungen und auch die Magie der Drachen, die sie ihren auserwählten Reitern übertragen, kann gefährlich werden.

Violet hat es als Tochter der Generalin, zu der sie ein kompliziertes Verhältnis hat, auch schwer, da die Kinder früherer Rebellen zur gleichen Zeit am Militärcollege sind, und sie sind nicht die Einzigen, die Violet gern aus dem Weg räumen würden. Ihr bester Freund Dain würde sie gern vor allem beschützen, doch er unterstützt sie nicht im Reiterquadranten, sondern möchte sie von jeglicher Gefahr fernhalten, und das kann Violet nicht akzeptieren. Sie ist freundlich, clever und zielstrebig, aber ihre Gegner sind skrupellos, das gilt besonders für Jack, der sie tot sehen möchte, aber auch für Xaden, der Violet anscheinend gerne quält und jederzeit töten könnte, da ihre Mutter seinen Vater hat exekutieren lassen.

Die Herausforderungen am Basgiath War College, die Kämpfe, die Beziehungen zwischen den Reitern und die Magie der Drachen - die Geschichte ist durchgehend spannend und man fliegt schnell durch das Buch, auch wenn es viele Seiten hat. Es spielt zum größten Teil am Militärcollege, wo man besonders im ersten Jahr keinen Kontakt zur Außenwelt aufnehmen kann und dadurch ziemlich isoliert ist. Man erfährt nur wenig über die Außenwelt, aber die eingeschränkten Informationen, die die Kadetten erhalten, machen auf jeden Fall neugierig und ich freue mich darauf, mehr von der Welt zu sehen.

Fazit
Violet konnte mich mit ihrer Stärke immer wieder beeindrucken und die Welt der Drachen und Reiter fand ich bisher auch sehr spannend. Ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 18.03.2023

Alberne, süße und unterhaltsame Palast-Romanze

Never Your Royal
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Tessa ist Bloggerin, unter anderem bloggt sie darüber, dass das Königshaus von Avonia nicht mehr zeitgemäß ist und abgeschafft gehört. Prinz Arthur ist bewusst, dass die Beliebtheit seiner Familie sinkt, ...

Tessa ist Bloggerin, unter anderem bloggt sie darüber, dass das Königshaus von Avonia nicht mehr zeitgemäß ist und abgeschafft gehört. Prinz Arthur ist bewusst, dass die Beliebtheit seiner Familie sinkt, deswegen schmiedet er einen Plan: Tessa darf zwei Monate im Palast wohnen und den Prinzen bei seinen Aufgaben begleiten und soll sich dabei selbst davon überzeugen, was die Königsfamilie leistet. Natürlich hofft er, dass sich ihre Meinung ändert und damit auch die ihrer zahlreichen Fans.

Arthur nimmt seine Pflichten als Prinz sehr ernst und er möchte auch seine Familie beschützen, daher versucht er, Tessa mit seinem Charme für sich zu gewinnen, aber er muss schon bald einsehen, dass ihm ihre Meinung wirklich wichtig ist. Tessa ist schon der Meinung, dass sich die königliche Familie auch normale Jobs suchen und richtig arbeiten könnte und dass sie kaum eine Rolle in der Politik spielen, aber sie würde vielleicht keinen Blog darüber führen, wenn sie nicht auf die Einnahmen angewiesen wäre. Als sie die Einladung in den Palast erhält, interessiert sich auch ihre Familie zum ersten Mal für ihre Arbeit und Tessa hat das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein.

Die Geschichte ist wunderbar albern, süß und unterhaltsam. Tessa und Arthur sind ein tolles Paar, das sich gegenseitig herausfordert, aber auch sehr gut ergänzt. Von mir aus hätte man an den sexuellen Fantasien sparen können, aber zum Glück wissen die Charaktere auch, wann Ernsthaftigkeit und Humor angebracht sind. Ich mochte ihre Familien und den Palast, ihre Fans und ihre Gegner, es war einfach eine rundum gelungene Mischung, die auch spannende Momente hat.

Buchbewertungen sind immer subjektiv, aber ich glaube, hier war ich noch ein bisschen zusätzlich befangen, weil die Autorin im Vorwort schrieb, dass sie das Buch in einer schwierigen Zeit geschrieben hat, weil sie lachen, der Realität entfliehen und glücklich seufzen wollte - und dass sie das ihren Leser*innen ebenfalls wünscht. In genau so einer Zeit habe ich zu diesem Buch gegriffen, weil ich beim Klappentext auch gehofft hatte, in eine lockere romantische Komödie abtauchen zu können. Durch das Vorwort hat es sich noch etwas mehr wie ein Trost im richtigen Moment angefühlt.

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Veröffentlicht am 12.10.2022

Sympathische Charaktere, ein mitreißendes Abenteuer und gelungene Überraschungen!

Dark Rise
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Will wird schon lange von den Männern des Dunklen Königs verfolgt und seit einiger Zeit ist er auf sich allein gestellt. Die letzte Botschaft seiner Mutter war, dass er bei den Stewards Zuflucht suchen ...

Will wird schon lange von den Männern des Dunklen Königs verfolgt und seit einiger Zeit ist er auf sich allein gestellt. Die letzte Botschaft seiner Mutter war, dass er bei den Stewards Zuflucht suchen soll. Violets Bruder kämpft für die dunkle Seite und Violet möchte auch ein Teil davon werden, aber als sie erfährt, welche Rolle für sie vorgesehen ist, schließt sie sich Will und den Stewards an.

Obwohl immer wieder tödliche Gefahren drohen und Will schon früh lernen musste, dass er niemandem vertrauen kann, ist er ehrlich, loyal und glaubt an das Gute in den Menschen. Er ist schon fast zu perfekt und ich musste ihn einfach sofort in mein Herz schließen. Violet ist wie ihr Bruder mit übermenschlichen Kräften gesegnet und würde gerne sein wie er, aber ihr Vater hat ein anderes Schicksal für sie vorgesehen. Als sie Zuflucht bei den Stewards findet, muss sie ihre wahre Identität geheim halten und außerdem sich selbst und allen anderen beweisen, dass ihre Herkunft nicht ihr ganzes Lebens bestimmt.

Der Orden der Stewards kämpft seit langer Zeit gegen die Dunklen Mächte und aktuell gegen Simon, den Nachfahren des dunklen Königs, der diesen wieder zurückholen möchte. Er hat schon viele Anhänger um sich geschart und besonders der wiedergeborene General James ist mit seiner Magie eine seiner stärksten Waffen.

Ich stand der ganzen Idee mit den Stewards und dem dunklen König noch etwas skeptisch gegenüber und die Macht der Figuren oder Artefakte wird besonders bei Will oft damit begründet, dass er einfach fühlt, welche Macht ihnen innewohnt und dass er Dinge wiedererkennt. Ich glaube, es lag auch daran, dass mich die Stewards mit ihrer Engstirnigkeit etwas enttäuscht haben, da sie ja eigentlich die Guten der Geschichte sind, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sie perfekt sind.

Ich musste bei Will und Violets persönlichen Entwicklungen und Abenteuern mitfiebern, weil sie mir einfach wichtig waren, aber auch sonst ist die Handlung mit den komplizierten Stewards, den Kämpfen gegen die Anhänger des Dunklen Königs und der Magie der Welt wirklich durchgehend spannend. Für mich sind es aber vor allem Wills selbstlose Taten trotz all der drohenden Gefahren, die diese Geschichte so besonders machen, weil ich mich immer fragen musste, ob sein gutes Herz diese Welt überstehen wird. Nach dem perfekten Ende für den ersten Band bin ich auch sehr gespannt, wie es weitergeht!

Mit sympathischen Charakteren, einem mitreißenden Abenteuer und einer überraschenden Auflösung konnte mich "Dark Rise" wirklich komplett überzeugen und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung!

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Veröffentlicht am 16.09.2022

Ein spannendes Finale für den Mohnkrieg

Im Zeichen der Mohnblume - Die Erlöserin
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Enthält Spoiler zu den Vorgängern!

Es geht weiter mit dem Krieg: gegen die verbliebenen Mugener, gegen die Hesperianer und ihre eigenen Landsleute, die sich dem Feind untergeordnet haben. Aus früheren ...

Enthält Spoiler zu den Vorgängern!

Es geht weiter mit dem Krieg: gegen die verbliebenen Mugener, gegen die Hesperianer und ihre eigenen Landsleute, die sich dem Feind untergeordnet haben. Aus früheren Gegnern werden Verbündete, während Freunde sie verraten, aber Rin kämpft noch verbissen weiter.

Es ist durchgehend Krieg, von Anfang bis Ende, auch wenn es einige ruhige Momente gibt, in denen geplant wird und man all die verschiedenen Konsequenzen des Krieges zu spüren bekommt. Obwohl ich eigentlich kein großer Fan von seitenlangen Schlachten bin und es in diesem Buch fast nichts anderes gibt, hat es mir sehr gut gefallen, weil es auch immer Fort- und Rückschritte gab, verschiedene wichtige Figuren dabei waren, die Magie immer etwas neues bieten konnte und jeder Kampf irgendwie persönlich für Rin war, sodass sich auch immer etwas in ihr verändert hat.

Rin hat sich inzwischen schon besser unter Kontrolle, auch wenn die Kräfte des Phönix ihr nicht komplett gehorchen wollen. Sie wird immer noch von Rache und Wut angetrieben und ihre Stärke liegt darin, sich in die Schlacht zu stürzen und ihre Gegner niederzubrennen, aber dieser Krieg fordert mehr Strategie und auch Mitgefühl gegenüber den Zivilisten, die unter der Belagerung so sehr leiden müssen. Trotz ihrer Macht und ihres unglaublichen Rufs, der ihre Feinde in Angst versetzt und ihrem Volk Hoffnung gibt, sieht man, dass sie noch viel lernen muss und dass Feuerkraft allein nicht immer ausreicht. Ob Rin das selbst auch so sieht, ist aber eine ganz andere Frage.

Das Reich hat viele Probleme, von denen die meisten Folgen der aktuellen Kriege sind, und zum Glück hat Rin noch Kitay und einige andere Verbündete, die ihr mit Feingefühl und Strategien zur Seite stehen.

Ich fand das Finale ihres Abenteuers wirklich sehr spannend: Obwohl Rin manchmal schwierig ist, muss man einfach mitfiebern und zuschauen, wie die feurige junge Frau versucht, ihr Land zu befreien und dabei trotz ihrer guten Ausbildung noch lange nicht die perfekte Soldatin und Heldin ist, die andere in ihr sehen.

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