Profilbild von Tine13

Tine13

Lesejury Star
offline

Tine13 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Tine13 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.03.2023

Unterhaltsame Fortsetzung der Eulenburg-Harden Affäre die Schloss Liebenberg und ganz Berlin in Atem hält

Schloss Liebenberg. Hinter dem falschen Glanz
0

Die Stimmung im Schloss Liebenberg ist gerade auf einem Tiefstand. Um die Gesundheit des Fürsten steht es nicht zum Besten, ihm setzen die prekären Gerichtsverhandlungen, die damit verbundenen Anschuldigungen ...

Die Stimmung im Schloss Liebenberg ist gerade auf einem Tiefstand. Um die Gesundheit des Fürsten steht es nicht zum Besten, ihm setzen die prekären Gerichtsverhandlungen, die damit verbundenen Anschuldigungen und Gerüchte zu. Auch unter der Dienerschaft verschlechtert sich die Gemütsverfassung, besonders die Laune des obersten Dieners Opitz wird immer schlimmer. Durch eine geschickte Aktion von Adelheid, Hedda und Victor ist er seiner gesamten Druckmittel beraubt und lässt seinen Missmut an allen und jedem aus, der seinen Weg kreuzt. Seit ihrer Degradierung zum Hausmädchen und dem Tod ihrer Mutter ist Adelheid auf dem Rachefeldzug und der Zufall spielt ihr ein paar Trümpfe in die Hand. Adelheid geht jedoch ein großes Risiko ein!

Auch im zweiten Band „Hinter dem falschen Glanz“, ihrer „Schloss Liebenberg“ Trilogie liegt der Focus von Autorin Hanna Caspian auf der Dienerschaft, deren Ängste und Probleme. Natürlich färbt dieser unglaubliche Skandal um den Fürsten auch auf deren Leben ab, keine Feste, keine Gäste, wie sieht ihre Zukunft aus?
Diese Sorgen werden von der Autorin glänzend beschrieben, sowie auch die Umstände der Ermittlungen, Ablauf der Prozesse und Ereignisse in Berlin rund um die Eulenburg-Affäre werden anschaulich dargestellt. Es ist gar nicht so einfach, diesen Ereignissen zu folgen, so verworren wie die Lage damals war! Dies jedoch noch so spannend zu verpacken, finde ich eine große Kunst der Autorin. Auch der flüssige, anschauliche und mitreißende Schreibstil fesselte mich weiterhin an die Geschichte. Eine hilfreiche Auflistung der realen und fiktiven Protagonisten hilft dabei direkt beim Einstieg ins Buch. Natürlich sollte man bei dieser Trilogie auch unbedingt chronologisch vorgehen und die Vorgeschichte aus Band 1 gelesen haben.

Mein Fazit:
Eine spannungsvolle Darstellung von Zeitgeschichte, die mich begeistert und mich weiterhin neugierig auf den finalen Abschluss der Serie mit ihren großartigen Charakteren macht! Freue mich jetzt schon auf Band 3 „Hinter dem goldenen Schatten“.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2023

Hochspannender Hörgenuss

Die Henkerstochter und die Schwarze Madonna (Die Henkerstochter-Saga 9)
0

Bayern anno 1681 -

Der inzwischen alters geplagte Schongauer Henker Jakob Kuisl, wird von seinem Neffen Paul nach München begleitet, um seine Tochter Katharina zu besuchen. Gleichzeitig kommt auch Studiosus ...

Bayern anno 1681 -

Der inzwischen alters geplagte Schongauer Henker Jakob Kuisl, wird von seinem Neffen Paul nach München begleitet, um seine Tochter Katharina zu besuchen. Gleichzeitig kommt auch Studiosus Peter nach München, allerdings auf Anweisung seines Jugendfreunds Kurfürst Max Emanuel. Dieser befiehlt Peter, als sein Spion in geheimer Mission nach Altötting zu pilgern, um beim großen Treffen mit dem Kaiser Leopold I. Augen und Ohren offenzuhalten. Als Tarnung darf die gesamte Familie mit auf die Pilgerfahrt und der Vater Simon Fronwieser wird kurzerhand zum kurfürstlichen Hofarzt befördert. Mit großen Erwartungen begibt sich die Familie auf die Reise, nicht ahnend welch großes Abenteuer und welche Gefahren auf sie in Altötting warten werden, denn zur gleichen Zeit macht sich auch ein rachsüchtiger Assassine auf den Weg nach Bayern!



Im Band neun „Die Henkerstochter und die Schwarze Madonna“, von Autor Oliver Pötzsch, begibt sich die ganze Familie Kuisl auf eine mordsgefährliche Pilgerfahrt nach Altötting. Der geschichtliche Hintergrund ist das dortige Aufeinandertreffen von Kurfürst und Kaiser aufgrund der Gefahr eines türkischen Angriffs, um eine Allianz zu schließen. Kurfürst Max Emanuel nutzt die Gelegenheit auch für seine Heiratspläne mit der Tochter des Kaisers. Die Romane von Pötzsch bieten immer einen interessanten Blick auf bayrische Geschichte, Orte oder Personen und sind hervorragend recherchiert.

Zu dieser politisch bedeutenden Situation, fügt Pötzsch seinen Meuchelmörder, der ganz Altötting, insbesondere die Kuisls in Atem hält. Dieses Mal habe ich mich für das Hörbuch entschieden und ich habe es nicht bereut! Spannungsvoll vorgetragen, hält das beständige Rätselraten, wer sich denn nur hinter der Maske des dreisten Mörders verbergen könnte, den Hörenden bei der Stange, sodass man gar nicht mehr auf die Pausentaste drücken möchte;).


Mein Fazit:

Ein wirklich aufregendes neues Abenteuer der Henkerstochter, mit einem spannenden Schauplatz und einem interessanten geschichtlichen Hintergrund. Hat mir wieder super gefallen und mich neugierig auf einen Ausflug nach Altötting gemacht, um mir die Örtlichkeiten, besonders die schwarze Madonna und den Tod von Eding, dort einmal persönlich anzuschauen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2023

Immer wieder "Fröhlich";)

Getraut
0

Andreas Schnids Schwiegervater Rudi, will mit über 80 seine geliebte Irene vor den Traualtar führen, doch leider spielt das Leben dem Brautpaar einen Streich. Aber so spielt das Leben und die Beiden machen ...

Andreas Schnids Schwiegervater Rudi, will mit über 80 seine geliebte Irene vor den Traualtar führen, doch leider spielt das Leben dem Brautpaar einen Streich. Aber so spielt das Leben und die Beiden machen auf Anraten von Andrea das Beste draus! Wie immer umschifft diese gekonnt alle Klippen und gewinnt dabei sogar neue Freunde. Nur aus dem neuen Typen ihrer Freundin Bea wird Andrea nicht schlau, dabei wirkt dieser spirituelle Lebenscoach doch gar so charmant?

Auch mit ihrem aktuellen Roman „Getraut“, wird von Autorin Susanne Fröhlich zum zwölften Mal in Serie ein neues Highlight gesetzt. Es ist immer wieder schön, Protagonistin Andrea Schnid über all die Jahre hinweg zu begleiten;). Die patente Alltagsheldin aus der bekannten Romanreihe fühlt sich mittlerweile an, wie eine altbekannte Nachbarin oder Freundin. Habe Andrea über all die Jahre, immer wieder durch die meisten Höhepunkte und Katastrophen ihres Lebens begleitet. Auch diesmal sind ihre Erlebnisse lustig, unterhaltsam und fühlen sich irgendwie immer etwas vertraut an. Ob die Demenz-Erkrankung der Mutter, die Probleme mit den Kindern, dem Partner oder mit ihren Freunden, die Erlebnisse sind mitten aus dem Leben gegriffen, pointenhaft erzählt und auf den Punkt gebracht!

Mein Fazit:
Ein großartige und unterhaltsame Fortsetzung, deren Lektüre mir wieder einige amüsanten Lesestunden bereitet hat! Daumen hoch, Susanne Fröhlich hat ein Händchen für Zeitgeist, Humor und gute Unterhaltung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.02.2023

Atmosphärischer Wien- Krimi aus der Belle Époque

Der Kuss des Kaisers
0

Wien 1908
Während Amtssekretär Josef Krzizek in der Neuen Galerie eine Präsentation für Klimts skandalöses Bild, der „Kuss“ vorbereitet, wird im angrenzenden Schlosspark des Belvedere, eine abgetrennte ...

Wien 1908
Während Amtssekretär Josef Krzizek in der Neuen Galerie eine Präsentation für Klimts skandalöses Bild, der „Kuss“ vorbereitet, wird im angrenzenden Schlosspark des Belvedere, eine abgetrennte Hand gefunden. Bis auf den Kopf, der unauffindbar bleibt, kann Polizeiagent Pospischil, die dazugehörigen Leichenteile eines unbekannten Mannes aus den Brunnen dort bergen. Die Rückkehr von Thronfolger Franz Ferdinand und die damit befohlene Anweisung zur Diskretion machen die Ermittlungen in diesem mysteriösen Mordfall nicht gerade einfach! Wer oder was steckt dahinter, ist es vielleicht gar ein Angriff auf die kaiserliche Familie oder Monarchie?

„Der Kuss des Kaisers“, von Autorin Christine Neumeyer erzählt einen aufregenden historischen Kriminalfall zur Zeit der Wiener Secession. Es ist ihr zweiter Fall für Ermittler Pospischil und seinen Assistenten Frisch. Den ersten Fall „Der Offizier der Kaiserin“, der 10 Jahre vorher im Jahr 1898 stattfindet, kenne ich nicht, aber dieser Krimi ist völlig unabhängig davon lesbar.
In diesem Fall, spielt sowohl Gustav Klimt und sein weltberühmtes Bild der „Kuss“, sowie Kronprinz Franz Ferdinand eine Nebenrolle in der Geschichte. Die Autorin baut rund um diese Personen und den Schauplatz des Wiener Schlosses Belvedere ihre kriminelle Handlung auf. Sie ist gut konstruiert, fesselnd und spannend gestaltet. Auch der Wiener Flair kommt nicht zu kurz, besonders dank des umtriebigen Pospischil und seines jungen Assistenten Frisch. Überhaupt hat Neumeyer ein Händchen für ihre Charaktere und den Szenenwechsel, ihr Schreibstil bleibt dabei angenehm unaufgeregt und prägnant. Ob der Focus auf die kleinen Leuth, die Haute Volée und deren damalige Lebensgestaltung trifft, gekonnt beschreibt sie deren Sorgen und Nöte. In Kombination spielt das alles eine bedeutende Rolle für die Handlung und wirkt dabei sehr authentisch und perfekt recherchiert.
Das dunkel gehaltene Cover, in Blautöne getaucht, mit einem Fiaker, passt meiner Meinung nach recht gut zu einem Wiener Krimi, vom Stil allerdings rein gar nicht zum Vorgängerfall.

Mein Fazit:
Ein unterhaltsamer, atmosphärischer Kriminalroman mit gut gezeichneten Protagonisten. Es hat Spaß gemacht, zusammen mit Pospischil im historischen Wien herumzustreunen und zu ermitteln.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.02.2023

Familienroman mit einer interessanten Kollision von Vergangenheit und Gegenwart

Saubere Zeiten
0

Die traurige Nachricht, sein Vater liege im Krankenhaus, bringt den Berliner Journalisten Jacob Auber in seine Heimatstadt Trier zurück. Dort stößt er auf das Vermächtnis seines Vaters, eine Sammlung von ...

Die traurige Nachricht, sein Vater liege im Krankenhaus, bringt den Berliner Journalisten Jacob Auber in seine Heimatstadt Trier zurück. Dort stößt er auf das Vermächtnis seines Vaters, eine Sammlung von Geschichten aus der Vergangenheit seiner Familie, auf Bildern, Tonband und in Tagebüchern des Großvaters. Stück für Stück taucht Jacob ein, in alle Ereignisse rund um seine Familie und bringt dabei einige Dinge ans Licht! Schweigen war anscheinend schon immer ein Problem zwischen den Vätern und Söhnen der Familie Auber. Auch sein erfindungsreicher Großvater, Entwickler eines Waschmittels in Zeiten des Wirtschaftswunders, hatte so seine Geheimnisse.

„Saubere Zeiten“ von Autor Andreas Wunn, ist ein unglaublich fesselnder Roman über eine deutsche Familie und deren Geschichte über drei Generationen hinweg. Ein wenig wurde der Autor dabei von seiner eigenen Familiengeschichte inspiriert, hatte sein Großvater damals wirklich Erfolg mit seinem Waschmittel. Ansonsten ist die Handlung zwar rein fiktiv, aber unglaublich gut konstruiert und erzählt. Die Seiten flogen nur so dahin, man fiebert regelrecht zusammen mit Jacob, um am Ende alle Familiengeheimnisse zu lüften.
Das Buch fokussiert sich besonders auf die Vater-Sohn-Beziehungen und handelt von einem großen Schweigen zwischen den Generationen, insbesondere den Männern. Die Ansicht, es sei ein Zeichen der Stärke seine Gefühle zu verbergen, bis es einfach zu spät ist, ist leider nur allzu wahr!
Ein wunderschönes Cover, illustriert mit Vater und Sohn im Stil der 50er Jahre, passt perfekt zum Inhalt.

Mein Fazit:
Eine faszinierende Erzählung über Familienbande, Vater und Sohn, Erfolge und Verluste, Krieg und Frieden und das Schweigen der Lebenden. Ein Roman, der mich begeistert hat!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere