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Veröffentlicht am 24.03.2023

Ein Thriller mit Sogwirkung, den man kaum beiseitelegen kann

Haus der Stimmen
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Inhalt: Eigentlich ist Pietro Gerber Kinderpsychologe; mit erwachsenen Patient*innen hat er noch nie gearbeitet. Umso verwundeter ist er, als er plötzlich einen Anruf von einer Kollegin aus Australien ...

Inhalt: Eigentlich ist Pietro Gerber Kinderpsychologe; mit erwachsenen Patient*innen hat er noch nie gearbeitet. Umso verwundeter ist er, als er plötzlich einen Anruf von einer Kollegin aus Australien erhält, die ihn bittet, eine ihrer Patientinnen zu übernehmen: die 30-jährige Hanna Hall. Hanna ist davon überzeugt, als Kind einen Mord begangen zu haben, doch ihre gesamte Kindheit hat sie nur verwaschen in Erinnerung. Nach anfänglichem Zögern nimmt Pietro Hanna als Patientin an. Gemeinsam reisen die beiden per Hypnose in Hannas Kindheit – doch schnell wird deutlich: Die Therapie wird nicht nur das Leben von Hanna verändern…

Persönliche Meinung: „Haus der Stimmen“ ist ein Thriller von Donato Carrisi. Es handelt sich um den Auftakt einer neuen Reihe, die sich um den Psychologen Pietro Gerber dreht. Erzählt wird die Handlung aus zwei Perspektiven: der personalen Perspektive Pietros und der Ich-Perspektive Hannas. Pietros Perspektive spielt dabei (hauptsächlich) in der Gegenwart. Hier wird einerseits thematisiert, welchen Einfluss die Therapiesitzungen mit Hanna auf ihn haben (die Grenzen zwischen Patient und Psychologe verwischen immer mehr), andererseits spielt in diesem Erzählstrang noch ein weiterer kleiner Fall von Pietro eine Rolle (zu dem ich hier nichts spoilern möchte). Hannas Perspektive ist in der Vergangenheit angesiedelt: Es handelt sich um ihre unter Hypnose getätigte Erzählung ihrer Kindheitserlebnisse. Die Spannungskurve von „Haus der Stimmen“ ist sehr hoch. Dies hängt einerseits mit der Figur Hanna zusammen. Denn: Sie weist Züge einer unzuverlässigen Erzählerin auf, sodass man sie bis zuletzt nicht wirklich einschätzen kann. Sind ihre Abweichungen von der Wahrheit in einem schweren Trauma begründet? Oder verfolgt sie mit ihren Abweichungen eine eigene Agenda, deren Ziel nur sie weiß? Von Hanna scheint permanent eine gewisse Bedrohung für Pietro auszugehen, ohne – und das ist atmosphärisch klasse umgesetzt – dass man die Bedrohung hundertprozentig greifen könnte. Außerdem werden innerhalb der Handlung verschiedene Spannungselemente perfekt gesetzt: Immer wieder finden sich kleinere und größere „Irritationsmomente“, durch die man das zuvor Gelesene neu beurteilt; kaum eine Figur scheint das zu sein, was sie vorgibt (dies gilt neben Hanna besonders für Pietro selbst). Zudem zeichnet sich „Haus der Stimmen“ mit einer Vielzahl unerwarteter Wendungen aus, die in einem großen Twist am Ende der Handlung kulminieren. Der Schreibstil von Donato Carrisi ist sehr flüssig und lässt sich angenehm lesen. Insgesamt ist „Haus der Stimmen“ ein Thriller, der mit einer fesselnden, wendungsreichen und ausgeklügelten Handlung auftrumpft – ein Thriller mit Sogwirkung, den man kaum beiseitelegen kann.

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Veröffentlicht am 21.03.2023

Ein wendungsreicher und fesselnder dritter Teil

Flüsterwald - Durch das Portal der Zeit: Ausgezeichnet mit dem LovelyBooks-Leserpreis 2021: Kategorie Kinderbuch (Flüsterwald, Staffel I, Bd. 3)
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Vorab: „Flüsterwald – Durch das Portal der Zeit“ ist der dritte Band der Flüsterwald-Reihe. Daher finden sich in der Rezension leichte Spoiler zu den ersten beiden Bänden der Reihe.

Inhalt: Ellas Großvater ...

Vorab: „Flüsterwald – Durch das Portal der Zeit“ ist der dritte Band der Flüsterwald-Reihe. Daher finden sich in der Rezension leichte Spoiler zu den ersten beiden Bänden der Reihe.

Inhalt: Ellas Großvater sitzt immer noch in seinem Baumgefängnis im Flüsterwald fest, was Lukas und seine Freunde nun ändern wollen. Dafür müssen sie allerdings in die Vergangenheit reisen – genauer gesagt in das Jahr 1981, als Ellas Großvater noch jünger war. Auch der Flüsterwald ist 1981 noch nicht so abgeschottet wie in der Gegenwart. Was die fünf Freunde zu Beginn ihres Abenteuer noch nicht wissen: Sie sind genau in das Jahr gereist, in der das Unheil um den Flüsterwald seinen Anfang nahm…

Persönliche Meinung: „Flüsterwald – Durch das Portal der Zeit“ ist ein Fantasybuch von Andreas Suchanek. Das Buch schließt direkt an das Ende des zweiten Bandes „Der verschollene Professor“ an, sodass es sinnvoll ist, den zweiten Band zuerst gelesen zu haben. Für eine besondere Spannung innerhalb der Handlung von „Durch das Portal der Zeit“ sorgt die Zeitreise: Die fünf Freunde treffen in der Vergangenheit auf alte Bekannte, lernen neue Verbündete kennen und erfahren mehr über die Geschichte des Flüsterwaldes. Ansonsten möchte ich gar nicht so viel von der Handlung vorwegnehmen. Nur: Sie ist fesselnd, wendungsreich und trumpft am Ende mit einem großen Twist auf. Daneben werden im dritten Band einige der Fragen beantwortet, die in den ersten beiden Bänden aufgeworfen worden sind (man sieht am dritten Band wirklich schön, wie gut durchdacht die ganze Reihe über die einzelnen Bände hinweg ist). Wie bereits von den ersten beiden Bänden gewohnt, ist auch hier der Schreibstil von Andreas Suchanek bildreich und mit einer Prise Humor gewürzt, sodass sich „Durch das Portal der Zeit“ sehr flüssig lesen lässt. Auch Fans des jungen Menok Rani werden im dritten Band wieder auf ihre Kosten kommen: Es gibt – wie bereits im zweiten Band – Auszüge aus Ranis Buch „Ranis heldenhafte Abenteuer“, in denen er es nicht immer ganz so genau mit der Wahrheit nimmt. Insgesamt ist „Durch das Portal der Zeit“ ein fesselndes und wendungsreiches Fantasybuch, das die Handlungen der zuvor erschienenen Bände stimmig weitererzählt.

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Veröffentlicht am 20.02.2023

Ein abenteuerreiches und spannendes Fantasybuch

Flüsterwald - Der verschollene Professor (Flüsterwald, Staffel I, Bd. 2)
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Vorab: „Flüsterwald – Der verschollene Professor“ ist der zweite Band der Flüsterwald-Reihe. Er schließt inhaltlich an den ersten Band „Das Abenteuer beginnt“ an. Die Rezension beinhaltet daher Spoiler ...

Vorab: „Flüsterwald – Der verschollene Professor“ ist der zweite Band der Flüsterwald-Reihe. Er schließt inhaltlich an den ersten Band „Das Abenteuer beginnt“ an. Die Rezension beinhaltet daher Spoiler zum ersten Band der Reihe.

Inhalt: Ella, die Enkelin des Professors, der zuvor in Lukas‘ Haus in Winterstein gewohnt hat, lässt einfach nicht locker: Sie ist davon überzeugt, dass ihr Großvater im Flüsterwald verschollen ist. Damit sie den magischen Wald betreten kann, möchte sie Flüsterpuder von Lukas haben – was Lukas Ella nicht geben möchte, da er ihr nicht so recht glaubt. Als Lukas allerdings das nächste Mal seine Freunde im Flüsterwald besucht, steht Ella unversehens neben ihm und erzählt den Freunden von ihrem verschollenen Großvater. Kurzerhand entscheiden Felicitas, Rani und Punchy, Ella bei ihrer Suche zu helfen – und Lukas muss wohl oder übel mit…

Persönliche Meinung: „Flüsterwald – Der verschollene Professor“ ist ein Fantasyroman von Andreas Suchanek. Erzählt wird die Handlung hauptsächlich von einem allwissenden Erzähler, der meist in die Perspektive von Lukas schlüpft. Die Handlung des Romans folgt über weite Strecken einer Art Schnitzeljagd: Lukas, Ella, die Elfe Felicitas, die Katze Punchy und der Menok Rani folgen Hinweisen, die den Verbleib von Ellas Großvater verraten könnten. Dabei müssen sie viele neue Orte des Flüsterwaldes aufsuchen und unterschiedliche Abenteuer bestehen, sodass die Handlung abwechslungs- und actionreich ist. Zugleich treffen die Freunde auf einige neue, originell und witzig ausgestaltete Bewohner des Waldes. Für Spannung sorgt besonders die Hintergrundgeschichte des Flüsterwaldes, die schon im ersten Band angeteasert worden ist: Nun erhält man einige neue Puzzleteile, die sich mit den Erkenntnissen aus Band 1 zu einem Gesamtbild verdichten. Es wird allerdings noch nicht alles verraten, was unheimlich neugierig auf den dritten Band macht. Gewürzt ist die Handlung mit einer schönen Portion Humor. Sehr gut hat mir auch eine Erzählperspektive gefallen, die im zweiten Band neu hinzukommt: Zwei Kapitel werden in der Ich-Perspektive von Rani geschrieben (es handelt sich um Kapitel aus dem Buch „Ranis heldenhafte Abenteuer“, an dem der junge Menok arbeitet). Rani neigt in diesen Kapiteln zur Selbstüberschätzung und nimmt es mit der Wahrheit nicht immer so genau, was für lustige Momente sorgt, da man als Lesender genau weiß, wie sich das Beschriebene tatsächlich zugetragen hat. „Flüsterwald – Der verschollene Professor“ besitzt einen ausgesprochen anschaulichen Erzählstil, der sich sehr flüssig lesen lässt. Am Ende des Buches findet sich eine Bonusgeschichte: In „Im Schatten der Königin“ wird das Geheimnis eines Protagonisten offenbart. Insgesamt ist „Flüsterwald – Der verschollene Professor“ ein spannendes und abenteuerreiches Fantasybuch voller Magie, das mir sogar noch eine Spur besser als der erste Band gefallen hat.

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Veröffentlicht am 29.01.2023

Ein spannendes und abenteuerreiches Kinder- und Jugendbuch voller Magie

Flüsterwald - Das Abenteuer beginnt (Flüsterwald, Staffel I, Bd. 1)
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Inhalt: Familie Lamprecht zieht um – worauf Lukas so gar keine Lust hat. Winterstein, der Ort, in dem das neue Haus steht, liegt abgelegen, Lukas sieht seinen besten Freund Michael weniger und zu allem ...

Inhalt: Familie Lamprecht zieht um – worauf Lukas so gar keine Lust hat. Winterstein, der Ort, in dem das neue Haus steht, liegt abgelegen, Lukas sieht seinen besten Freund Michael weniger und zu allem Überfluss geht er nun auf die gleiche Schule, an dem sein Vater als Lehrer arbeitet. Auch das neue Haus sieht nicht so aus, als wäre es auf dem modernsten Stand. Als Lukas sein Zimmer inspiziert, macht er allerdings eine besondere Entdeckung: Versteckt hinter einem Regal findet er einen geheimen Raum mit allerlei Pulvern, Fläschchen und Büchern, die ihm den Weg in eine magische Welt weisen…

Persönliche Meinung: „Flüsterwald – Das Abenteuer beginnt“ ist der erste Band der Flüsterwald-Reihe von Andreas Suchanek. Erzählt wird die Handlung von einem allwissenden Erzähler, der meist in die Perspektive von Lukas schlüpft. Die Handlung des Kinder- und Jugendbuches spielt hauptsächlich im Flüsterwald. Dabei handelt es sich um einen verzauberten Wald, der an Lukas‘ neues Zuhause grenzt und in dem lauter magische Wesen leben. Der Flüsterwald wird – mit all seiner Magie – atmosphärisch und bildhaft beschrieben. Auch die Ausgestaltung der Bewohner des Waldes hat mir sehr gut gefallen: Jede Figur besitzt besondere Eigenheiten, sodass stereotype, bereits mehrfach gelesene Muster vermieden werden. Originell sind auch die vielen magischen Gegenstände, denen Lukas auf seiner Reise durch den Flüsterwald begegnet (besonders haben mir hier die Blinzelbahn und der Bereiniger (eine spezielle Buchreinigungsmaschine) gefallen). Zu der Handlung möchte ich gar nicht so viel vorwegnehmen. Nur: Sie ist sehr fantasievoll und abenteuerlich. Außerdem finden sich viele Spannungselemente, die besonders die Hintergrundgeschichten des Flüsterwaldes und des Hauses, in dem Lukas nun wohnt, betreffen. Gewürzt ist die Handlung mit einer schönen Portion Humor, der sich besonders bei der Figur Lukas wiederfindet. „Flüsterwald – Das Abenteuer beginnt“ besitzt einen ausgesprochen anschaulichen Erzählstil, der sich sehr flüssig lesen lässt. Insgesamt ist „Flüsterwald – Das Abenteuer beginnt“ ein spannendes und abenteuerreiches Fantasybuch voller Magie, an dem jüngere wie ältere Lesende ihre Freude haben werden.

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Veröffentlicht am 29.01.2023

Eine Sammlung perfekt erzählter Short Stories

O. Henry - Die besten Geschichten
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„Die besten Geschichten“ versammelt 15 Short Stories des amerikanischen Autors William Sydney Porter (Künstlername O. Henry). Die Geschichten besitzen einen vielgestaltigen und abwechslungsreichen Inhalt; ...

„Die besten Geschichten“ versammelt 15 Short Stories des amerikanischen Autors William Sydney Porter (Künstlername O. Henry). Die Geschichten besitzen einen vielgestaltigen und abwechslungsreichen Inhalt; gemein ist ihnen aber, dass sie von alltäglichen Ereignissen handeln. So finden sich Geschichten, in denen die jeweils auftretenden Protagonisten nicht viel besitzen; dennoch versuchen sie oft, sich nicht unterkriegen zu lassen und das Beste aus der Situation zu machen ( wie in „Kleider, Sachen, Leute“, „Das möblierte Zimmer“ oder „Die dritte Zutat“). Andere Geschichten thematisieren alltägliche Missverständnisse, wodurch sie einen humorvollen Zug besitzen (wie „Per Kurier“, „Das Mädchen“ und „Hexenbrot“. Besonders „Das Mädchen“ sticht hier heraus, da in dieser Geschichte auf eine raffinierte Weise mit den Erwartungen der Leserschaft gespielt wird). Weitere Geschichten erzählen von unverhofften Begegnungen („Nach zwanzig Jahren“ und „Die grüne Tür“) – mal mit positiven Folgen, mal mit negativen. Mit „Schweineethik“ und „Das missglückte Monopol“ finden sich außerdem zwei Short Stories, die im Kern Eulenspiegeleien sind. Zudem sind in „Die besten Geschichten“ vier Weihnachtserzählungen versammelt: „Die Gaben der Weisen“ (eine herzergreifende und -erweichende Geschichte), „Der Cop und der Choral“, „Weihnachten in Yellowhammer“ und „Ein Weihnachtsgeschenk von Frio Kid“ (diese vier Geschichten finden sich auch in der ebenfalls im Anaconda Verlag erschienen Henry-Sammlung „Das Geschenk der Weisen und andere Weihnachtserzählungen“). Den Abschluss des Bandes bildet „Das letzte Blatt“, eine Geschichte, die sowohl hoffnungsvoll als auch unendlich tragisch ist. Die Short Stories lesen sich alle recht flott, meist benötigt man 10-20 Minuten pro Geschichte. Trotz ihrer Kürze hallen sie aber lange nach. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass sie oft elementare Gefühle ansprechen. Andererseits sind sie on point erzählt, sodass man sie nicht leicht vergisst: Die Handlung wird jeweils in einem schönen Tempo aufgebaut; oftmals verbirgt sich ein Hintersinn, den man als Lesender nicht direkt durchschaut und der in einem überraschenden Twist offenbart wird. Insgesamt ist „Die besten Geschichten“ eine Sammlung thematisch verschiedenster Short Stories, die immer pointiert erzählt werden und mit einem überraschenden Twist enden.

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