Was, wenn die eigenen Erinnerungen langsam immer mehr verblassen
RoseThomas Tippner erzählt in seinem Roman "Rose" eine Geschichte rund um einen alternden Protagonisten, dessen Erinnerungen an sein eigenes Leben immer mehr verblassen.
Wie mag es sein, wenn man die Erinnerungen ...
Thomas Tippner erzählt in seinem Roman "Rose" eine Geschichte rund um einen alternden Protagonisten, dessen Erinnerungen an sein eigenes Leben immer mehr verblassen.
Wie mag es sein, wenn man die Erinnerungen an das eigene Leben dann nach um nach vergisst?
Genau diese besondere Atmosphäre fängt Tippner dann gekonnt ein und nimmt den geneigten Leser mit in die Welt des Vergessens.
Der Anfang vom Buch, um in die Handlung zu kommen war für mich eher schwierig. Geht es ja nicht um ein triviales Thema sondern vielmehr schreitet bei Ray, dem Dreh- und Angelpunkt der Story, die Alzheimererkrankung immer weiter voran.
Und genau dieses fortschreitende Vergessen wird dann im Buch sehr exzellent festgehalten. Als Außenstehender brauchte ich persönlich dazu einen etwas längeren Anlauf, um die ganzen verschiedenen Perspektiven, die Ray dann immer wieder in den Sinn kommen, auch richtig zuordnen zu können. Ray sinniert und erzählt dann immer wieder zwischen aufblitzenden Episoden aus der Vergangenheit und der aktuellen Gegenwart. Die ganzen atmosphärischen Eindrücke und Szenerien sind unheimlich gut getroffen und wirken auch sehr authentisch. Auch die für Ray wichtigen Bezugspersonen in der Handlung erscheinen, wenn sie mir selbst auch nicht alle wohlgesonnen sind, auch gut durchdacht und machen die Handlung dann erst richtig komplett.
Beim Lesen spürt man förmlich wie sich immer mehr der Schleier des Vergessens zuzuziehen droht und die Vergangenheit und die Gegenwart miteinander zu verschwimmen droht.
Ein äußerst feinsinniger, tiefgründiger und emotionaler Roman, der das Verblassen der eigenen Erinnerungen in den Fokus rückt.
Während dem Lesen nimmt so viele verschiedene Emotionen und Facetten wahr, die einem im ganz normalen abgestumpften Alltag vielleicht gar nicht so extrem auffallen würden.
Das Finale hat mich persönlich dann sehr tief bewegt und hallt immer noch in mir nach.