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5teffi

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Veröffentlicht am 13.01.2023

Eine Familiengeschichte

Gut Erlensee - Cäcilias Erbe
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Die Geschichte spielt in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Cäcilia, eine junge Frau, die gerade ihr Lehrerinnenexamen abgelegt hat, kehrt zurück auf Gut Erlensee zu ihrem Patenonkel und dessen Familie. ...

Die Geschichte spielt in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts. Cäcilia, eine junge Frau, die gerade ihr Lehrerinnenexamen abgelegt hat, kehrt zurück auf Gut Erlensee zu ihrem Patenonkel und dessen Familie. Nachdem ihre Mutter vor einigen Jahren gestorben war, hatte ihr Vater sie dort hingeschickt. Kurz nach ihrer Rückkehr auf dem Gut erfährt sie vom Tod des Vaters. Bei dessen Testamentsverlesung gibt es für Cäcilia eine grosse Überraschung, die sie und das ganze Gut Erlensee schockiert.

Zeitgleich lernt sie noch den jungen, intelligenten und gutaussehenden Physiker Jakob kennen. Bald verliebt sie sich, obwohl ihr das als Lehrerin untersagt ist und sie in dieser Zeit ihren Job kosten wird.

Man könnte darüber diskutieren, ob man sich inhaltlich nicht hätte kürzer halten können. Es gab einige wiederholte Beschreibungen, die meiner Meinung nach überflüssig sind (z.B. unzählige Wiederholungen der Beschreibung der honigblonden Haare) - fokussierte Leser können sich solche einfachen Tatsachen beim ersten Mal merken. Bei dem Buch handelt es sich also ganz klar um leichte Lektüre. Mich hat es aber nicht gestört, die 400 Seiten zu lesen, da alles in allem der Spannungsbogen gehalten wurde.

Kritisch möchte ich mich zur Covergestaltung in Bezug auf ein inhaltliches Thema äussern. Im Buch wird an einigen Stellen erwähnt, dass Cäcilia sich bei Kummer mit Essen tröstet (Achtung Spoiler: sie hat oft Kummer). Ausserdem wird immer wieder von teils erfolglosen und verzweifelten Versuchen, diesen angefressenen Kummerspeck wieder loszuwerden, berichtet. Auf dem Cover sieht man aber eine sehr schlanke Frau. Ihr Gesichtsausdruck ist nachdenklich, folglich scheint sie gerade Probleme zu haben (was auch inhaltlich passen würde). Nur passt ihre Figur überhaupt nicht dazu. Hier wird ein völlig falsches Bild vermittelt. Auch wenn das Buch von vor 100 Jahren handelt, ist heute der Magerwahn eindeutig vorbei. Schade, noch zumal es im Buch immer wieder und zu unterschiedlichen Themen um das Anstreben von fortschrittlichen Denkens geht.

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Veröffentlicht am 02.12.2022

Leider wenig Neues

Die Kraft der Reue
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Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut. Leider wurden meine Erwartungen nicht so recht erfüllt. Wie der Titel schon verrät, geht es um Reue, was Leute bereuen, warum sie es bereuen und wie man dieses ...

Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut. Leider wurden meine Erwartungen nicht so recht erfüllt. Wie der Titel schon verrät, geht es um Reue, was Leute bereuen, warum sie es bereuen und wie man dieses Gefühl nutzen kann um daraus zu lernen und seine Verhaltensweisen zu überdenken.

Ich finde, dass der Autor sich viel Mühe bei der Recherche gemacht hat. Aber leider ist der Output nur mässig. Ich konnte für mich nur wenig Neues entnehmen.

Gut gefallen hat mir die Einteilung des Buches. Die vielen Zitate der Leute, die schreiben, was sie bereuen, fand ich auch sehr auflockernd und unterhaltsam. Was mich jedoch gestört hat, sind die vielen Wiederholungen. Zum Teil wird die gleiche inhaltliche Aussage in zwei aufeinander folgenden Sätzen geschrieben. Vermutlich sollte der Aussage so mehr Gewichtung gegeben werden. Man hätte das Buch meiner Meinung nach aber deutlich kürzen können, ohne dadurch Inhalt einzubüssen.

Ich wünsche mir, dass das Buch viele Leser animiert, ihr heimlich Bereutes zu überdenken und durch die Interviews und die Erfahrungen anderer den Mut zu fassen, einen Schritt zur Verbesserung zu wagen.

Sehr passen und inspirierend finde ich folgendes, aus dem Buch zitierte, chinesische Sprichwort:

Die beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war vor zwanzig Jahren. Die zweitbeste Zeit ist jetzt.

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Veröffentlicht am 06.09.2023

Selbstmitleid

Kleine Probleme
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Lars steckt in einer Lebenskrise oder der sogenannten Midlife-Crisis. Er arbeitete als Schriftsteller, aber der erhoffte grosse Erfolg blieb bisher aus. Seine Frau die bisher die Familie finanziell über ...

Lars steckt in einer Lebenskrise oder der sogenannten Midlife-Crisis. Er arbeitete als Schriftsteller, aber der erhoffte grosse Erfolg blieb bisher aus. Seine Frau die bisher die Familie finanziell über Wasser gehalten hat, hat ihn verlassen. Die schon fast erwachsenen Kinder nehmen ihn nicht wirklich ernst.

Unter selbst auferlegtem Zeitdruck versucht er, alles Liegengebliebene am letzten Tag im alten Jahr zu erledigen, um sich und seinen Nahestehenden etwas zu beweisen. Dabei wird er immer wieder von Erschöpfung und tiefgründigen Gedanken über sich und den Sinn des Lebens unterbrochen.

Der Hauptprotagonist Lars war mir bis zum Schluss gänzlich unsympathisch. Ihm fehlt es an der nötigen Organisation und Disziplin, wodurch er in seine aktuelle Lage geraten ist. Dafür strotzt er nur so vor Selbstmitleid. Dieses Gefühl kann ich nicht teilen, da er doch selbst Schuld an seiner Misere ist.

Die Idee der Geschichte hat mir gefallen. Die Umsetzung ist auch ganz gut gelungen. Ich weiss nicht, ob die Autorin beabsichtigt hat, ihre Hauptfigur in ein so schlechtes Licht zu rücken. Mich persönlich hat diese Person mehr oder weniger nach jeder Seite mehr genervt, weshalb ich mich trotz gutem Schreibstil und Wortwitz zu einer mittelmässigen Bewertung entschieden habe. Hätte ich Lars im echten Leben kennengelernt, hätte ich ihm deutlich weniger Zeit und Aufmerksamkeit geschenkt als mich das Lesen der Lektüre gekostet hat.

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Veröffentlicht am 25.03.2023

Fehlender Tiefgang

Männer sterben bei uns nicht
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In "Männer sterben bei uns nicht" geht es um Luise, die bei der Beerdigung ihrer Grossmutter die anderen Frauen ihrer Familie wieder trifft. In Rückblenden erzählt sie von den Begebenheiten, an die sie ...

In "Männer sterben bei uns nicht" geht es um Luise, die bei der Beerdigung ihrer Grossmutter die anderen Frauen ihrer Familie wieder trifft. In Rückblenden erzählt sie von den Begebenheiten, an die sie sich erinnert. Immer wieder wird deutlich gemacht, welch grosse Macht die Grossmutter innehatte, selbst am Tag ihrer Beisetzung. Keine der Frauen konnte sich davon losmachen, vor allem nicht Luise, die als Erbin bestimmt wurde und das Anwesen und all die Macht übernehmen soll.

Ich muss leider sagen: Ich verstehe die Grundaussage des Buches nicht und habe mich mehr als einmal gefragt, ob ich irgendetwas überlesen habe. Luise empfinde ich als plumpe Person die "blind" ausführt, was die Grossmutter verlangt. Auch der Schreibstil hat mir nicht gepasst. Die Zeitsprünge werden nicht gekennzeichnet.
Die Handlung ist trist. Es werden war einige spannende Passagen angerissen, aber nie aufgeklärt. Immer wieder geht es um das Thema "Erbe antreten" und ich habe mich immer nur gefragt: "Na und jetzt?!". Es geht schliesslich nur um ein grosses Anwesen, mehr nicht. Was das ganze mit fehlenden Männern zu tun hat, weiss ich auch nicht. Vielleicht hat die Autorin versucht, auf eine mir unverständliche Art das Patriarchat auf die Schippe zu nehmen. Das kommt aber auch nicht klar rüber, sondern ist eher ein Versuch meinerseits, dem Buch doch noch etwas Sinnvolles abzugewinnen.

Ohne das Rezensionsexemplar hätte ich wohl abgebrochen, trotz des sehr schön gestaltetem Covers.

Ich kann es leider nicht empfehlen.

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Veröffentlicht am 13.12.2022

Gute Idee, aber...

Der todgeweihte Teenager und der Lehrer
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Im Buch geht es um den 17-jährigen Luc, der vor kurzem einen inoperablen Hirntumor diagnostiziert bekam. Schockiert und wütend über diese Diagnose verkriecht er sich vor Freunden und Familie, bis seine ...

Im Buch geht es um den 17-jährigen Luc, der vor kurzem einen inoperablen Hirntumor diagnostiziert bekam. Schockiert und wütend über diese Diagnose verkriecht er sich vor Freunden und Familie, bis seine verzweifelten Eltern einen Privatlehrer und Lebenscoach für Ihn organisieren. Dieser versucht ihm bei den grossen Sinnfragen mittels der hermetischen Prinzipien zu helfen. So verbringt Luc seine letzten Tage sinnvoll und zufrieden, statt wütend und zurückgezogen.

Die Idee des Buches ist nicht schlecht. Allerdings liest es sich trotz sehr einfacher Sprache nicht flüssig. Es kommt zu vielen Satzwiederholungen, ausserdem häufen sich Druckfehler. Dass die erwachsenen Protagonisten immer mit Vor- und Nachnamen erwähnt wurden, fand ich mit der Zeit extrem nervig (vor allem bei dem Lehrer Jonas Sommer, dessen voller Name in einem Absatz (ca. halbe Seite) 8x ausgeschrieben stand). Mich hat es leider nicht überzeugt.

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