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Veröffentlicht am 03.04.2023

Packende No-Exit Dystopie

Gameshow – Der Preis der Gier
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„Game Show- der Preis der Gier“ ist eine gelungene Mischung aus Survival- und Klassendystopie, wie man es schon aus Formaten wie Divergent oder Tribute von Panem kennt. Das Weltensystem funktioniert ganz ...

„Game Show- der Preis der Gier“ ist eine gelungene Mischung aus Survival- und Klassendystopie, wie man es schon aus Formaten wie Divergent oder Tribute von Panem kennt. Das Weltensystem funktioniert ganz ähnlich wie in diesen Geschichten und wie auch dort verbirgt sich hinter den Kulissen ein schreckliches Geheimnis.

Zum Inhalt: nach einem Verrat durch ihren eigenen Vater muss Cass im sozialen System von den Platins zu den Red absteigen, und wird damit von einer Gamblerin zur Gamerin degradiert. Nun muss sie in tödlichen Spielen nicht nur um ihr Leben, sondern um Coins spielen, um die Chance zu bekommen im sozialen System wieder aufzusteigen. Dabei trifft sie auf unerwartete Verbündete und macht eine erschütternde Entdeckung.

Das Weltensystem und die Sozialstruktur sind sehr interessant, aber auch wahnsinnig grausam und haben mich stark an „Tribute von Panem“ erinnert. Am Anfang waren mir Cass und ihre Freundin in ihrer naiven heilen Welt fast schon unsympathisch, aber Cass zeigt im Verlauf der Geschichte, was sie drauf hat. Sie ist stark, mutig, lässt sich nicht unterkriegen und bietet ordentlich Paroli. Sie ist eine Protagonistin, mit der man sehr leicht mitfiebern kann und ihre Gefühle und Gedanken wirken immer nachvollziehbar und sehr nahbar.

Die Spiele sind sehr vielfältig und total interessant beschrieben. Besonders die Art der Fallen und ihre Auswirkungen rangieren gefühlstechnisch bei mir zwischen Faszination und Ekel. Trotzdem muss man einfach weiterlesen, weil es auf voyeuristische Art sehr spannend ist. Dazu kommt noch eine Prise Drama in der Unterkunft der NoClans und mit Love Interest Jax.

Die verschiedenen Schicksale von Cass Verbündeten sind teilweise wirklich ergreifend. Diese emotionalen Stellen bieten einen starken Kontrast zur Grausamkeit der Spiele und der konstruierten Welt an sich. Insgesamt für mich eine gelungene Mischung, die eine packende Gesamtstory voller Verrat, Zweifel, Kampfgeist, Freundschaft und Liebe ergibt.

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Für immer dein

Durch das große Feuer
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Ich weiß gar nicht, wie ich meine Gefühle zu diesem Buch in Worte fassen soll. Unbeschreiblich. Unbegreiflich. Unfassbar tragisch. Und so unglaublich nahbar. Kriegsgeschichten gibt es viele, aber ich glaube ...

Ich weiß gar nicht, wie ich meine Gefühle zu diesem Buch in Worte fassen soll. Unbeschreiblich. Unbegreiflich. Unfassbar tragisch. Und so unglaublich nahbar. Kriegsgeschichten gibt es viele, aber ich glaube ich habe noch keine gelesen, die derartiges Schrecken mit derartiger Poesie und Schönheit vereint.

Zum Inhalt: Ellwood und Gaunt wachsen wie viele privilegierte Sprosse im England des frühen 20. Jahrhunderts auf und besuchen gemeinsam eine Privatschule für Jungen. Als der Krieg sich verschärft, melde sich der großgewachsene, schroffe Gaunt zum Kriegsdienst. Um kein Feigling zu sein. Und um vor seinen Gefühlen für Ellwood wegzulaufen. Doch genau wie diese, folgt auch Ellwood ihm an die Front.

Ellwood und Gaunt sind einfach fantastische Protagonisten. Genau so, wie Jungen in dem Alter sein sollten- voller Übermut und Tatendrang, unbedacht und hungrig nach dem Leben. Es fiel mir so wahnsinnig leicht mit ihnen mitzufühlen- die Euphorie und den Schmerz. Der innere Wandel, den beide im Laufe der Geschichte durchmachen ist geradezu greifbar und tut fast schon körperlich weh. Und dann diese endlose Liebe, die alle Hindernisse zu überwinden scheint, sogar den Tod. Ich habs geliebt und jede einzelne Seite verschlungen.

Obwohl es ein glaublich starkes Stilelement ist, habe ich die Zeitungsbeiträge meist nur überflogen, einfach weil ich so sehr in der Geschichte drin war, dass ich Angst hatte einen bekannten Namen zu lesen und diese beklemmende Schwere, die mit den Listen und Nachrufen einhergehen, wirklich sehr authentisch transportiert wurde.

Die Geschichte strotzt vor bildgewaltigen Szenen aus dem Schützengraben, angefüttert von Angst und Anspannung. Aber sie ist auch voller Kameradschaft, unerwarteter Freundschaften und Heldenmut. Ich konnte das Buch nicht weglegen, so gebannt war ich von der Geschichte und dem Schicksal von Elly und Gaunt. Eine wirklich berührende Story, die ich wärmstens weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 31.03.2023

Spannung bis zum Schluss

Der Morgen (Art Mayer-Serie 1)
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Wer Thriller liebt, kommt an Marc Raabe eigentlich nicht vorbei. Ich war schon großer Fan der Tom Babylon-Reihe und habe mich nun auf diesen neuen Reihenauftakt sehr gefreut.
Kleiner Wehmutstropfen an ...

Wer Thriller liebt, kommt an Marc Raabe eigentlich nicht vorbei. Ich war schon großer Fan der Tom Babylon-Reihe und habe mich nun auf diesen neuen Reihenauftakt sehr gefreut.
Kleiner Wehmutstropfen an diesem Buch: es hat einen schwarzen Farbschnitt, welcher allerdings etwas unangenehm riecht und die Seiten kleben dadurch sehr stark zusammen, teilweise war es richtig schwer diese voneinander zu lösen. Ansonsten kann ich nur sagen: Hochspannung und Nervenkitzel von der ersten bis zur letzten Seite, Band 2 dürfte gerne jetzt schon erscheinen.

Zum Inhalt: Ein Auffahrunfall an der Siegessäule und eine unbekleidete Leiche auf der Ladefläche des Unfallautos. Was von vornherein mehr als tragisch erscheint, entwickelt schnell politisch Brisanz als klar wird, um wen es sich bei der Toten handelt. Und nicht nur das, der Täter hat einen Hinweis auf dem Bauch der Toten hinterlassen- die Adresse des Bundeskanzlers. Es beginnt eine Hetzjagd durch Berlin, die droht, alte Wunde aufzureißen.

Art Mayer ist ein raubeiniger, aber überaus kompetenter Ermittler, der sich an einem Fall festzubeißen weiß und der aufgrund seiner Art und Auslegung moralischer Grundsätze aber auch gerne mal aneckt. Trotzdem bekommt der Leser auch die fürsorgliche, herzensgute Seite Mayers präsentiert, die ihm im Übrigen fantastisch zu Gesicht steht. Mayer ist für mich ein Protagonist, mit dem ich mitfiebern und mitfühlen kann, weil er eine Geschichte hat, eine Hintergrundstory die ihn verwundbar und überaus menschlich macht.

Die Geschichte wird in zwei Zeitachsen erzählt, in Rückblenden erfährt man viel über Art selbst und wie er zu den anderen handelnden Personen steht. Das hat mir richtig gut gefallen, denn diese Rückblenden sind nicht nur ein interessanter Einblick ins Arts eigene Geschichte und seinen Charakter, die gesamte Storyline der Vergangenheit ist wahnsinnig spannend und ich könnte mir vorstellen, dass sie für weitere Bücher auch nochmal relevant wird.

Der Fall selbst ist sehr packend konstruiert. Marc Raabe legt hier nicht nur ein ordentliches Tempo vor, es steckt auch eine schlüssig konstruierte Geschichte dahinter, die sehr glaubwürdig erzählt wird. Vor allem die Einbindung der Medien, das Zusammenspiel der unterschiedlichen Polizeiapparate und das zweischneidige Schwert, wenn es darum geht, wer der Verdächtige ist, wirkten sehr authentisch und wirklich fesselnd.

Ein sehr spannendes Buch, mit einem sehr interessanten Thema rund um alte Loyalitäten, vergrabene Erinnerungen und die Frage nach der Schuld.

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Veröffentlicht am 28.03.2023

Tanz um dein Leben

Hold Me - New England School of Ballet
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„Hold me“ ist ein eindringlicher Young Adult Roman, der nicht nur mit einer sanften Liebesgeschichte, sondern auch viel Tragik punktet. Es geht um die Themen Familie, Verlust und Neuanfänge. Eine mitreißende ...

„Hold me“ ist ein eindringlicher Young Adult Roman, der nicht nur mit einer sanften Liebesgeschichte, sondern auch viel Tragik punktet. Es geht um die Themen Familie, Verlust und Neuanfänge. Eine mitreißende Geschichte, die für YA-Maßstäbe übermäßig nachhallt.

Zum Inhalt: mit der Zusage an der New England School of Ballet geht für Zoe ein Lebenstraum in Erfüllung, denn schon immer wollte sie nichts als Tanzen. Doch beim Pas de deux trifft sie auf Jase- den Jungen, den sie geliebt hat, den Jungen den sie verletzt und ignoriert hat. Und plötzlich geht gar nichts mehr. Und auch Jase ist alles andere als erfreut, Zoe wiederzusehen. Aber dann hängt ihrer beider Tanzkarriere plötzlich von einander ab. Werden ihre Gefühle ihnen im Weg stehen- oder sie retten?

Richtig cute fand ich die Idee mit den geheimen Wahrheiten auf versteckten Zetteln zwischen den beiden Protagonisten. Diese werden auch immer wieder eingestreut und präsentieren der Geschichte einiges an Offenheit und Verletzlichkeit und tragen maßgeblich zur emotionalen Tiefe bei.

Es hat mir gefallen, wie vielfältig die Storyline war. Es ging nicht nur ums Tanzen, das vordergründig ein zentrales Thema zu sein schien. Über das Tanzen wird wahnsinnig an privaten Konflikten transportiert, was ich toll umgesetzt fand. Ich mochte die detaillierten Hintergrundgeschichten, die die beiden Protagonisten bekommen haben und ihre jeweiligen Sorgen und Probleme, die obwohl sie unterschiedlich angesiedelt waren, doch eine Verknüpfung geschaffen haben.

Das vorsichtige annähern der beiden hat mir sehr gut gefallen und ich mochte, dass es Ups und Downs gab, die die beiden sehr nahbar gemacht haben. Gefühle wurden hier wahnsinnig gut transportiert, genauso wie die Hilflosigkeit, wenn man mit den Gefühlen anderer bezüglich einem selbst konfrontiert wird.

Was mir richtig gut gefallen hat und sehr authentisch rüberkam ist, dass die Probleme am Ende des Buches nicht auf wundersame Weise verpufft sind. Stattdessen hat innerhalb der Storyline eine realistische Entwicklung stattgefunden.

Eine wirklich schöne Geschichte mit viel Herzschmerz aber auch vielen süßen Momenten zum Dahinschmelzen.

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Veröffentlicht am 24.03.2023

Eine Liebesgeschichte über Bücher

Die Bibliothek der Hoffnung
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„Die Bibliothek der Hoffnung“ erzählt die bewegende Geschichte der unterirdischen Bibliothek im Londoner East End zu Zeiten des zweiten Weltkrieges. Ist es eine unglaubliche Geschichte über die Liebe zu ...

„Die Bibliothek der Hoffnung“ erzählt die bewegende Geschichte der unterirdischen Bibliothek im Londoner East End zu Zeiten des zweiten Weltkrieges. Ist es eine unglaubliche Geschichte über die Liebe zu Büchern, sowie die Hoffnung und den Trost, den Menschen in ihnen finden. Eine wundervolle Geschichte für alle, die das Lesen lieben.

Zum Inhalt: 1944 suchen viele Menschen im Londoner East End Schutz in der U-Bahn Station Bethnal Green, nachdem deutsche Fliegenbomben die Stadt verwüstet haben und weiterhin Angriffe statt finden. Auch die örtliche Bibliothek wird in den Untergrund verlegt und ist dort ein Ort der Zuflucht und der Hoffnung in der Dunkelheit des Krieges.

Dass diese Geschichte auf wahren Umständen beruht finde ich einfach atemberaubend. Das gibt der ohnehin schon fesselnden Geschichte einen ganz besonderen Touch. Ein ganz besonderes Stilelement sind dabei die Zitate zu Anfang eines jeden Kapitels. Bibliothekarinnen teilen dort Anekdoten, Erinnerungen und liebevoll gewählte Worte zum Thema Bücher und Bibliotheken. Einfach unglaublich ehrlich und etwas einmalig schönes.

Die beiden Protagonistinnen sind taffe Mädels wie sie im Buche stehen und das obwohl das Schicksal es auch mit ihnen nicht immer gut meinte. Generell strotzt das gesamte Buch nur so vor herzensguten, liebevoll gezeichneten Charakteren die eins gemeinsam haben: die Liebe zu Büchern und die Suche nach einem Stückchen Licht in der Dunkelheit. Es gefällt mir, dass obwohl es ein historischer Roman vor dem Kriegshintergrund ist, die triste und bedrohliche Stimmung absolut durchkommt, der Krieg aber inhaltlich nicht im Fokus steht.

Das Leben wie es im Buche gezeichnet wird ist gleichwohl erschütternd, wie zutiefst bewegend ob des Mutes und der Hoffnung die aus jeder einzelnen Seite sprechen. Menschen stehen füreinander ein, geben einander Halt, sind füreinander da. Es werden unglaublich viele kleine, zutiefst berührende Momente geschaffen und ich hatte immer wieder Tränen in den Augen.

Mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen und ich konnte es nicht aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen musste, ob die Shelterbewohner ein Happy End bekommen. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter.

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