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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.03.2023

Cyberwar

Permanent Record
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Von der Snowden-Biografie bin ich wirklich zutiefst begeistert!
In den ersten Kapiteln darf man ein wenig nostalgisch werden. Edward Snowden berichtet über seine ersten Lebensjahre. Speziell auf diesen ...

Von der Snowden-Biografie bin ich wirklich zutiefst begeistert!
In den ersten Kapiteln darf man ein wenig nostalgisch werden. Edward Snowden berichtet über seine ersten Lebensjahre. Speziell auf diesen ersten Seiten beschreibt Dinge, über die ich so nie nachgedacht hätte. Dass sich z.B. das Internet seit den 2000ern, als ich meine ersten Schritte online über ein 56k-Modem und später eine ISDN-Leitung machte, verändert hat, empfinde ich auch so. Snowden, der zwar der gleiche Jahrgang wie ich ist, kennt noch das Web 1.0 aus den 199ern, weil er viel früher mit dem Netz in Berührung kam als ich, beschreibt es auf eine Weise, welche mir die Veränderung erst wirklich vor Augen führt.

Er beschreibt seine biographischen Stationen, die man auch schon aus dem Film „Snowden“ kennt (wenn man ihn gesehen hat), jedoch beschreibt er in seinem Buch viel mehr die inneren Vorgänge, seine durch die gewonnenen Erkenntnisse der Massendatenspeicherung besonders der eigenen Landsleute inneren Zwiste zwischen Moral und dem Schutz seines Landes. Snowden, der auf die Ereignisse von 9/11 wie so viele andere seinem Land dienen wollte und schließlich bei der Intelligence Community im Geheimdienst landet, hält die Diskrepanz nicht mehr aus, als er feststellt, dass die Massenüberwachung, an der er mitgewirkt hat, zunehmend im eigenen Land voranschreitet und die Menschen betrifft, die er ursprünglich schützen wollte. Es kommt zu den Enthüllungen, die 2013 weltweit durch die Medien gegangen sind, und in deren Zuge Snowden sein Leben, seine Heimat sowie seine Liebe aufgibt, um das Richtige zu tun. Seine Suche nach einem einigermaßen sicheren Hafen nach den Enthüllungen beschreibt er ebenso wie er der Liebe seines Lebens in ihren eigenen Worten Raum in seinem Buch gibt zu beschreiben wie sie nach seinen Enthüllungen von den Geheimdiensten in die Mangel genommen wurde.

Das Buch ist höchst lesenswert! Es ist das Zeugnis eines Mannes, der in den virtuellen Kriegen um Informationen und somit Macht des 21. Jahrhunderts gekämpft hat.

Veröffentlicht am 29.03.2023

Spaßiges Wendebuch mit ernstem Thema

Regenland + Trockenland - Ein Wendebuch
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Nemeh wohnt auf der einen Seite des Buches, Trockenland. Ihr Brunnen ist ausgetrocknet und sie macht sich mit ihrem Wüstenfuchs zusammen auf die Suche nach Wasser. Nach einer Reise durch Staub und Sonne ...

Nemeh wohnt auf der einen Seite des Buches, Trockenland. Ihr Brunnen ist ausgetrocknet und sie macht sich mit ihrem Wüstenfuchs zusammen auf die Suche nach Wasser. Nach einer Reise durch Staub und Sonne macht sie Rast und wacht eines Morgens neben einem Jungen auf. In der Mitte des Buches begegnen sich Nehmeh und Lamar. Lamar wohnt auf der anderen Seite des Buches, Regenland. Seine Welt ist unbewohnbar geworden, eingekreist von Wasser erreichen ihn keine anderen Menschen ohne Boot mehr, und zu allem Überfluss regnet es auch noch die ganze Zeit. Mit seinem Huhn macht Lamar sich auf den Weg endlich aus dem ewigen Regen herauszukommen und paddelt mit seinem Boot den Fluss entlang. Der Fluss endet, und Lamar findet sich nach einem Fußmarsch in der Wüste wieder. Er macht Rast und wacht eines Morgens neben einem Mädchen auf.

Das Buch ist wirklich toll gestaltet! Von der einen Seite illustriert Joelle Tourlonias das Trockenland, von der anderen Seite Jan Birck, und mittendrin erzählt Michael Engler die Geschichte.
Das Bilderbuch spricht ohne erhobenen Zeigefinger die Probleme der nicht allzu fernen Erde und ihrer Bewohner an. Fluten und Dürre werden etwas sein, womit die nächste Generation sich auseinandersetzen muss, und diese Geschichte bietet eine Basis, auf der Eltern selbst entscheiden können mit welcher Mahnung sie ihre Kinder auf eine solche Welt vorbereiten.

Veröffentlicht am 29.03.2023

Was für eine Wendung auf der Zielgeraden!

Neujahr
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Urlaub auf Lanzarote. Nach einer Woche auf der Insel macht Familienvater Henning etwas für sich. An Neujahr steigt er auf das gemietete Fahrrad und erklimt einen nahegelegenen Berg. Während der Fahrt begleiten ...

Urlaub auf Lanzarote. Nach einer Woche auf der Insel macht Familienvater Henning etwas für sich. An Neujahr steigt er auf das gemietete Fahrrad und erklimt einen nahegelegenen Berg. Während der Fahrt begleiten wir als Leser Henning durch Grübeleien und Erinnerungen durch seinen Kopf. Henning ist auf den ersten Blick ein stinknormaler Familienvater, der mit seiner Familie übers Jahresende in den Urlaub gefahren ist. Er resümiert über die üblichen Probleme mit seiner Frau Theresa, die glaubt, auf ihr laste zu viel Familie, zu viel Haushalt, zu oft die Kinder. Henning hat das Gefühl sich mehr bemühen zu müssen. Für seine Schwester Luna, die dann und wann mal auftaucht und ansonsten ziellos durch die Weltgeschichte kreuzt, muss er sich bei Theresa häufig entschuldigen. Wir erfahren, dass er unter Panikattacken leidet, für die Ärzte bisher keinen Grund gefunden haben.
Immer wieder werden wir zusammen mit Henning aus seinen Gedanken gerissen. In seinem untrainierten Zustand fangen seine Beine schnell an zu schmerzen und er stellt fest, dass er leidlich schlecht vorbereitet ist – nicht mal Wasser hat er mitgenommen. Aber er kämpft weiter. Auf der Bergspitze angekommen, trifft er auf ein weißes Haus und bricht vor Erschöpfung zusammen. Dehydriert und sonnenverbrannt wird er von der Besitzerin des Hauses eingelassen, die ihm ein Essen zu kochen und zu trinken zu geben. Während er sich erholt, regt sich ein längst vergessener Teil aus Hennings Erinnerung an die Oberfläche und offenbart ein lange verschüttetes Geheimnis...

Wow, ich kann gar nicht mehr zu diesem Buch sagen, ohne dem ganzen die Spannung zu nehmen. Anfangs dachte ich: Okay, jetzt lese ich davon wie ein Typ über 200 Seiten lang Fahrrad fährt und über sein Leben jammert... Aber es ist wirklich so viel mehr! Absolut lesenswert, finde ich!

Veröffentlicht am 28.03.2023

Wohnen, wo andere Urlaub machen

Zuhause in unserer Buchhandlung
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Toni muss ihr Zuhause in Hamburg verlassen, denn die Eltern machen in Wien eine Buchhandlung auf. Sie wird ihre beste Freundin sehr vermissen, aber quasi in einer Buchhandlung zu wohnen ist schon ein ziemlich ...

Toni muss ihr Zuhause in Hamburg verlassen, denn die Eltern machen in Wien eine Buchhandlung auf. Sie wird ihre beste Freundin sehr vermissen, aber quasi in einer Buchhandlung zu wohnen ist schon ein ziemlich guter Ersatz! Und so geht es für Toni, ihre Mama, ihren Papa und ihre zwei Geschwister nach Wien, wo die unfertige Wohnung über der Buchhandlung noch reichlich gruselig ist, aber als die ersten Bücher kommen, wird es der schönste Platz auf Erden! Das finden auch Tonis neue Freund:innen, die den Kindergeburtstag in der Buchhandlung verbringen und sich all die tollen Bücher anschauen dürfen.
Neben einer quirligen Geschichte gibt es dann auch noch Einblicke ins Buchhändler:innenleben und ein wenig österreichischen Sprachjargon, wenn Toni davon erzählt, wie sie mit ihrer Mutter gemeinsam das Schaufenster dekoriert, den Leuten für ihre Büchern ein Sackerl anbietet oder Kassa abrechnet. Dabei begleiten einen die niedlichen Illustrationen, die so einigen Buchhändler:innen ein Lächeln des Wiedererkennens aufs Gesicht zaubern, wie etwa das Pixi-Männchen.

Fazit: Als Buchhändlerin MUSS ich das natürlich empfehlen! ♥

Veröffentlicht am 27.03.2023

Katzenblues

My Roommate is a Cat 8
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Subaru hat sich eigentlich schon dazu entschlossen, das letzte der drei Kätzen zu behalten, nachdem er zwei in neue Familien geben konnte. Doch als dann eines der Nachbarskinder vor der Tür steht und davon ...

Subaru hat sich eigentlich schon dazu entschlossen, das letzte der drei Kätzen zu behalten, nachdem er zwei in neue Familien geben konnte. Doch als dann eines der Nachbarskinder vor der Tür steht und davon erzählt, wie sehr es sich angestrengt hat, um endlich eine Katze haben zu dürfen, entschließt sich Subaru, das Katzenkind in die neue Familie zu geben. Haru, die der Situation nicht über den Weg traut, hüpft kurzerhand mit in die Transporttasche, um sich die neue Familie anzuschauen. Die Katzendame ist überrascht, wie gut der eigentlich scheue Subaru den Trubel meistert und sich dabei noch um das Kätzchen kümmert.
Wieder zu Hause angekommen, ist es viel zu still. Der Lärm dreier energiegeladener Katzenkinder fehlt, und so sind Haru und Subaru zunächst ein bisschen allein. Doch sie stellen fest, dass gar kein Grund zu Einsamkeit besteht, denn sie haben doch einander.