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Venatrix

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.04.2023

Komplexe Familienverhältnisse

Nur ein paar Nächte
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Das Buch beginnt gleich turbulent mit zwei Sequenzen, die weitreichende Auswirkungen haben: Zum einen entdeckt eine junge Frau, dass sie ungewollt schwanger ist, und zum anderen erfährt Ben, dass sein ...

Das Buch beginnt gleich turbulent mit zwei Sequenzen, die weitreichende Auswirkungen haben: Zum einen entdeckt eine junge Frau, dass sie ungewollt schwanger ist, und zum anderen erfährt Ben, dass sein Vater fremdgegangen ist. Noch bevor er diese Nachricht seiner Mutter verarbeitet hat, steht nicht nur der Vater mit seinem Gepäck vor der Tür, um „ein paar Nächte“ hier zu wohnen sondern auch die Polizei, die Bens Tochter Mia nach Hause bringt.

Nach und nach enthüllt sich den Lesern die gesamte Familiensituation. Von Althippies, die eine offene Beziehung gelobt haben, einer jungen Frau, die niemals ein Kind wollte, einem jungen Mann, der nach einer Kinderkrankheit als zeugungsunfähig gilt, aber dann doch ein Kind zeugt und ja von genau jenem Kind, Mia, ist zu lesen.

Dieser Roman ist die Geschichte von unerfüllten Sehnsüchten und erfüllten Ängsten, von Höhen und Tiefen in Beziehungen, die sich nicht nur auf der (Ehe)Paar- sondern auf Eltern/Kind-Ebene abspielen.

„Das Leben ist niemals eindeutig, die Wahrheit liegt nie in der Mitte und jede Entscheidung schlägt ein Loch in die Wand, durch das sowohl Regen als auch Sonne kommen.“ S. 109


Heimlicher Star dieser Geschichte ist Mia, die zwölfjährige Tochter Bens, die mit Trisomie 21 geboren wurde und von ihrem Vater allein aufgezogen wird.

Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich gut lesen. Die Charaktere haben so alle ihre Ecken und Kanten, bzw. Stärken und Schwächen und wirken daher wie aus dem wahren Leben gegriffen.

Fazit:

Eine interessante Beziehungs- und Familiengeschichte, in der wenig miteinander und über Gefühle gesprochen wird. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 20.03.2023

Philosophische Gedanken zur Serenissima

Venezianische Spaziergänge
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Autor Mike Markart lässt seine Leser an seinen philosophischen "Passeggiate" (Spaziergänge, Bummeleien) teilhaben.

Dabei geht es nicht so sehr um das wahre Venedig, sondern eher um ein Gedankenspiel. ...


Autor Mike Markart lässt seine Leser an seinen philosophischen "Passeggiate" (Spaziergänge, Bummeleien) teilhaben.

Dabei geht es nicht so sehr um das wahre Venedig, sondern eher um ein Gedankenspiel. So lässt er, in seinem 19. Spaziergang die Vaporetti ein Eigenleben wie Menschen entwickeln. Monatelang fahren sie wie ihnen durch den Fahrplan vorgegeben ist, und plötzlich, schert das eine oder andere aus, und fährt störrisch seines Weges. Nicht immer zum Gaudium der Fahrgäste! Aber keine Angst, das sind nur Gedanken des Autors, der Venedig anders sieht.

Solche und ähnliche Gedankenbilder erwarten die Leserschaft.

Die schwarzweiß-Bilder, die häufig kleine Details zeigen passen gut zu den philosophischen Splittern.

Veröffentlicht am 12.03.2023

Unterhaltsamer Krimi

Diva del Garda
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Katharina Eigner, bekannt durch ihre beiden Salzburg-Krimis, hat nun den Schauplatz eines Verbrechens an den schönen Gardasee verlegt.

Rosina, eine Restauratorin, die sich in der Vergangenheit immer in ...

Katharina Eigner, bekannt durch ihre beiden Salzburg-Krimis, hat nun den Schauplatz eines Verbrechens an den schönen Gardasee verlegt.

Rosina, eine Restauratorin, die sich in der Vergangenheit immer in Windeseile verliebt (natürlich in ein Windei), hat auch mit dem letzten Lover kein Glück, denn der bringt sie um ihr Haus. Allerdings lässt sie sich nicht entmutigen und residiert von nun an in einem schicken Wohnmobil. Freundin Cara, aus deren Perspektive der Krimi erzählt wird, ist eher das Gegenteil: vorsichtig und misstrauisch.

Nun stolpern die beiden über den Diebstahl eines wertvollen Bildes von Artemisia Gentileschi. Rosina leckt Blut und beginnt zu ermitteln. Dabei werden sie tatkräftig von einem Ex-Kardinal und einem Ex-Schweizer Gardisten unterstützt.

Die Polizei kann der Bestohlene, Signore Martinelli, nicht einschalten, da das Bild unbekannter Provenienz ist ...

Meine Meinung:

Dieser Krimi gehört fraglos in die Kategorie „Cozy-Crime“, denn wirklich ernsthaft ermittelt mit Polizei und so, wird hier nicht. Die Polizei ist nur eine Randerscheinung, die in Garda Strafzettel verteilt. Aber, das macht gar nichts, denn hier geht es um das Savoir Vivre in einer schönen Umgebung und, ja. um ein bisschen Liebe. Dazwischen wird, wie es sich in Italien gehört, gekocht und gespeist und das eine oder andere Gläschen Wein aus der Region gezwitschert.

Der Kriminalfall tritt ziemlich in den Hintergrund, was so manchen eingefleischten Krimi-Fan enttäuschen wird. Doch die sind ohnehin nicht unbedingt die Zielgruppe der Autorin. Locker, flockig und mit Humor vermittelt Katharina Eigner einige Kenntnisse über Kunstgeschichte.

Fazit:

Wer eine Geschichte in einer wunderschönen Umgebung mit Urlaubsflair und ein paar Herzerln in den Augen lesen will, ist hier richtig. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Veröffentlicht am 12.03.2023

Gute Unterhaltung

Winterküsse unterm Nordstern
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Dieses Buch entführt uns nach Lappland, das Land der Mythen und Legenden. Dort findet Charlotte einen Job im Dorf des Weihnachtsmannes und führt als Weihnachtselfe verkleidet, Touristen durch Rovaniemi.

Charlotte ...

Dieses Buch entführt uns nach Lappland, das Land der Mythen und Legenden. Dort findet Charlotte einen Job im Dorf des Weihnachtsmannes und führt als Weihnachtselfe verkleidet, Touristen durch Rovaniemi.

Charlotte hat sich das karge Lappland für ihren Neuanfang gewählt, weil sie den Rat ihres Großvaters beherzigt, immer dem Nordstern zu folgen, wenn sie sich verlaufen hat. Charlotte hat sich zwar nicht verlaufen, aber durch die toxische Beziehung mit Henning, ihre Orientierung verloren.

Als sie von Eveliina, einem kleinen Mädchen, zwei Briefe für den Weihnachtsmann erhält, weiß sie noch nicht, dass sich ihr Leben wieder einmal komplett ändern wird ...

Meine Meinung:

Ich bin ja weder ein Weihnachtstyp noch ein Fan von Liebesgeschichten. Doch hin und wieder darf es auch für mich eine solche geben.

Heimliche Stars neben Eveliina sind die Rentiere, die hier leben. Und natürlich „Hottie“, der gut aussehende Rentierzüchter, der zum Leidwesen zahlreicher weiblicher Fans, zurückgezogen lebt.

Natürlich darf es Küsse, Zweifel und ein Happy End geben - die Geschichte spielt ja im Weihnachtsdorf.

Fazit:

Das richtige Buch für einen trüben (Winter)Tag, um mit Keksen und heißer Schokolade für entspannte Lesestunden gerüstet zu sein. Gerne gebe ich für die lockere Unterhaltung 4 Sterne.

Veröffentlicht am 12.03.2023

Ein Krimi mit Liebesgeschichte

Im Zauber der Stille
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Nach außen ist Rémy Beauvolet ein liebevoller Vater, aufmerksamer Ehemann und äußerst erfolgreiche Geschäftsmann. Offizielle verdient er sein Geld mit einer Hotel- und Casinokette, doch in Wirklichkeit ...

Nach außen ist Rémy Beauvolet ein liebevoller Vater, aufmerksamer Ehemann und äußerst erfolgreiche Geschäftsmann. Offizielle verdient er sein Geld mit einer Hotel- und Casinokette, doch in Wirklichkeit dient diese nur der Tarnung seiner eigentlichen Geschäfte: Menschen- und Drogenhandel.

Schon seit Jahren ist ihm die Polizei von Marseille, in der Person von Capitaine Kylian Plevantier auf den Fersen. Doch jedes Mal schlüpft der Kriminelle durch die Maschen des Gesetzes, nicht ohne zahlreiche tote Polizisten zu hinterlassen. Der Verdacht drängt sich auf, einen Maulwurf in den eigenen Reihen zu haben.

Nun bietet sich Plevantier eine einmalige Chance: Fleur will nach Jahren im goldenen Käfig ihren Ehemann Rémy Beauvolet gemeinsam mit ihren Töchtern endlich verlassen. Dass dies nicht einfach sein wird, ist Fleur bewusst und deshalb kopiert sie den Inhalt von Rémys Rechner als Rückversicherung auf einen Stick, um ihn Kylian Plevantier zu übergeben. Ganz vertrauen sich die beiden nicht, und droht der schöne Plan aus dem Ruder zu laufen ....


Meine Meinung:

Dieser Krimi, der im Grafit-Verlag erschienen ist, ist mein erster von Silke Ziegler.

Der Schreibstil ist fesselnd und die Charaktere sind gelungen. Was ich in einem Krimi nicht so sehr „brauche“ sind schwülstige Liebesgeschichten. Manche Handlungen von Fleur wirken naiv. Die eine oder andere Reaktion der Ermittler ist für mich vorhersehbar. Die Idee vom Maulwurf bei der Polizei hat sich natürlich bestätigt, lediglich die Person hat ein wenig überrascht. Nun ja, dass Sex und Geld die beliebtesten Motive für Verbrechen sind, hat sich auch hier bestätigt.

Fazit:

Wer einen Krimi aus Südfrankreich mit reichlich Spannung lesen will und sich von einer Liebesgeschichte nicht abschrecken lässt, ist hier richtig. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.