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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.07.2023

Vielschichtige Familiensaga

Schönwald
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In Philipp Oehmkes Roman Schönwald lässt der Autor sukzessive die heile Fassade der Familie Schönwald bröckeln.
Ruth und Harry Schönwald haben 3 Kinder. Bei der Eröffnung des queeren Buchladens ihrer Tochter ...

In Philipp Oehmkes Roman Schönwald lässt der Autor sukzessive die heile Fassade der Familie Schönwald bröckeln.
Ruth und Harry Schönwald haben 3 Kinder. Bei der Eröffnung des queeren Buchladens ihrer Tochter Karolin, wo alle Familienmitglieder zusammenkommen, wird der Laden von Internetaktivisten mit Farbbeuteln bombardiert. Sie protestieren gegen die angebliche Finanzierung des Ladens mit Nazigold der Familie.
Nach und nach werden die Geschichten der einzelnen Familienmitglieder aufgeblättert. Der älteste Sohn Chris, der nach einem Skandal seinen Job als Literaturprofessor verliert und sich plötzlich als Anhänger der MAGA Bewegung vorfindet.
Karolin, die eine gescheiterte Ehe hinter sich hat und sich nicht offen zu ihrer Homosexualität bekennen möchte.
Benni, der Nachzügler der Familie, ein begnadeter Mathematiker, der eine superreiche Frau – Emilia – geheiratet hat und in einem Häuschen in der Uckermark lebt.
Auch Ruths kurzer Ausbruch aus der Ehe, wo sie mit ihrer kleinen Tochter in Hamburg lebt wird beleuchtet.
Der Roman ist in Kapiteln verfasst, die jeweils den Familienmitgliedern zugeordnet werden und deren Geschichte erzählen. Prinzipiell war diese Aufteilung sehr gut und so kommen die gut gehüteten Geheimnisse der Familie bit by bit ans Licht.
Einzig die Erzählungen von Chris waren für mich sehr langatmig und zu politisch verstrickt, hier haben sich die Seiten teilweise sehr gezogen – dies ist auch der Grund für meinen Punkteabzug.
Ansonsten finde ich den Roman sehr gelungen!

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Veröffentlicht am 21.06.2023

Artenschutz kriminalistisch verpackt

Die Spur der Aale
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Während Greta Vogelsang Bereitschaft hat, wird ein toter Angler am Main gefunden, beim Toten handelt es sich um den Zollfahnder Lars Mathissen, der kurz zuvor mit Greta Kontakt wegen eines Schmugglernetzwerks ...

Während Greta Vogelsang Bereitschaft hat, wird ein toter Angler am Main gefunden, beim Toten handelt es sich um den Zollfahnder Lars Mathissen, der kurz zuvor mit Greta Kontakt wegen eines Schmugglernetzwerks aufgenommen hatte.
Obwohl vorerst alle Indizien auf eine natürliche Todesursache deuten, lässt Greta der Fall nicht los, obwohl er nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fällt.
Nachdem die Tochter von Mathissen Greta einlädt, die Unterlagen von Lars Mathissen zu sichten, wird der Verdacht auf ein Verbrechen immer lauter.
Für mich fehlte anfangs ein wenig die Spannung, erst als der arbeitslose Paul, der von seinem Freund zu einem lukrativen Job überredet wird und die quasi gezwungene Angestellte im Restaurant auf der Bildfläche erscheinen, kommt mehr Dynamik in die Geschichte.
Was mir gut gefallen hat, ist, dass sich Greta Vogelsang auch mit privaten Problemen beschäftigen musste, ein belastendes Thema aus ihrer Vergangenheit wurde immer wieder angesprochen, aber nicht aufgelöst – bin gespannt, ob dies im nächsten Band näher behandelt wird.
Grundsätzlich war das Thema des Romans sehr interessant, man bekommt einiges an Informationen über die vom Aussterben bedrohten Aale sowie über das Schmuggeln im Allgemeinen präsentiert.
Bin auf den nächsten Teil gespannt, vielleicht dann mit ein wenig mehr Spannung!

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Veröffentlicht am 03.04.2023

Unterhaltsamer Krimi mit Urlaubsflair

Abschied auf Italienisch
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Das Erstlingswerk von Andrea Bonetto nimmt den Leser mit ins malerische Cinque Terre.
Comissario Grassi erbt nach dem plötzlichen Tod seines Vaters ein Haus in der italienischen Provinz. Dort wartet nicht ...

Das Erstlingswerk von Andrea Bonetto nimmt den Leser mit ins malerische Cinque Terre.
Comissario Grassi erbt nach dem plötzlichen Tod seines Vaters ein Haus in der italienischen Provinz. Dort wartet nicht nur der Gärtner Toni, der sich als Gärtnerin entpuppt, auf ihn, sondern es wird kurz nach seiner Ankunft auch eine weibliche Leiche in einem Tunnel aufgefunden.
Als plötzlich ein weiterer Toter in unmittelbarer Nähe von Grassis Haus aufgefunden wird, wittert Grassi einen Zusammenhang zwischen den beiden Toten.
Bei den Ermittlungen wird Grassi unterstützt von seiner jungen Kollegin Ricci, die erst mal mit den Launen des ruppigen Comissario umzugehen lernen muss.
Die Charaktere sind durchwegs glaubwürdig und authentisch dargestellt, auch die italienische Küche wird nicht außer Acht gelassen.
Insgesamt handelt es sich um einen kurzweiligen Krimi, der keine Längen aufweist und den Leser in Urlaubsstimmung versetzt.
Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung!

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