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Veröffentlicht am 10.06.2019

Drei Sprünge ins Leben

Das Jahr nach dem Abi
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Im Jahr nach dem Abi wissen viele Jugendliche nicht, wo die Reise nun eigentlich genau hingehen sollen, haben keine Pläne, oder eben zu viele.
Paul Bühre ist einer von ihnen. Wie schon zuvor in seinem ...

Im Jahr nach dem Abi wissen viele Jugendliche nicht, wo die Reise nun eigentlich genau hingehen sollen, haben keine Pläne, oder eben zu viele.
Paul Bühre ist einer von ihnen. Wie schon zuvor in seinem Erstwerk "Teenie Leaks", nimmt er uns auch diesmal mit durch diesen Lebensabschnitt.

Ich fand es sehr interessant, all die Gedanken von ihm zu lesen. Vor allem der Einstieg in das Buch war toll. Ich hatte das Gefühl, dass Paul Bühre mich dort abholt, wo ich als Leser stehe. Auch ich wusste damals nach dem Abi nicht so recht, wo die Reise nun hingehen soll. Ob überhaupt eine Reise, oder doch besser Studieren, geteilt mit ihm habe ich eines: Diesen Hunger aufs Leben. Einen Hunger, den er unglaublich gut beschrieben hat, gepaart mit der inneren Zerissenheit, wo wir denn nun unseren Platz finden.

Damit legte der Autor einen rasanten Start in seine Reise hin, die uns hinein in eine Kung Fu Schule der Alten Wege weiter nach Indien führt, wo Paul Bühre in einer Schule "unterrichtet". Schließlich endet die Reise bei einem schottischen Drechsler (Holzverarbeiter) mitten im Nichts. Zusammenfassend ein absolut bunter Strauß unterschiedlichster Erlebnisse.

Gleich vorweg möchte ich anmerken, dass ich mir nicht sicher bin, ob ich selbst auch nur eine einzge dieser Stationen bis zum Ende durchgehalten hätte -Respekt!

Bereits auf den ersten Seiten ist mir der genaue Erzählstil positiv aufgefallen. Der Text hat auf mich eine leicht beschwingliche, plaudernde Art, der ich gerne lausche. Wir sprinten nicht durch die Zeit, sondern es wird Möglichkeit und Raum gegeben, länger als ein paar Zeilen bei einer einzelnen Erfahrung zu verharren. Situationen werden gut transportiert und Gespräche wirken authentisch. Außerdem gibt es immer mal wieder genug zum Schmunzeln.

Ich schätze die ehrlichen Worte und einfühlsamen Beschreibungen sehr. Nicht immer war ich mit Paul einer Meinung, oft hätte ich nur zu gerne mit ihm diskutiert und ich bedaure, dass es zu diesem Werk keine Leserunde gab. Dadurch, dass ich seinen Empfindungen beim Lesen aber so nah sein konnte, wirkte das Werk auf mich durchweg sympathisch. Es ist ein Werk, dass Mut gibt, sich im Leben neuen Erfahrungen zu stellen und einen frischen Blick auf unser derzeitiges Leben zu entwickeln, vielleicht die Segel neu zu setzen.

Besonders beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang seine innere Haltung der Suche nach dem, was er noch nicht kann. Unter diesem Blickwinkel war jeder seiner Wegpunkte eine ganz eigene Herausforderung.

Am liebsten gelesen habe ich die Zeit im Kung Fu Kloster. Es war so fremdartig und ich konnte durch die Seiten hindurch den Geist der harte, unbestechlichen Disziplin spüren. Gleichzeitig wurde mit meinem Vorurteil, dass dort nur die Elite lebt und alle gerne Kämpfer werden die diese Schule beuschen gründlich aufgeräumt.
Überrascht hat mich, wie einfach es scheinbar doch ist, sich in so einer Schule zeitweise anzumelden. Insbesondere bei einer Schule der alten Traditionen hätte ich höhere Hürden erwartet.

Das höchste Verständnis der Situation bekam ich dagegen in Indien. Dadurch dass ich selbst in Deutschland an einer Schule gearbeitet habe konnte ich mich in die Verhältnisse dort umso feiner einfühlen.
Anfangs war ich wirklich erschrocken und gerade dieser Abschnitt hat in meinem Freundeskreis auch zu weitreichenden Diskussionen über Schulen und Entwicklungshilfe geführt.

Geschockt hat mich dann jedoch die letzte Erfahrung in Schottland. Nach den Erfahrungen in Indien hätte ich hier einen ganz anderen Kontrast erwartet, als das, was letzlich Sache war. Bisher habe ich in meinem Leben auch die ein oder andere Woofing Erfahrung sammeln dürfen, aber so etwas war noch nicht dabei.

Fazit: Alles in allem ein echt gelungenes Werk! Es hat richtig Spaß gemacht den flüssig geschribenen Roman auf einer Zugfahrt zu verschlingen. Stark auch für Menschen, die gerne Reisen oder sich selbst gerade in einer Orientierungsphase ihres Lebens befinden. Außerdem: Der Paul Bühre hat guten Humor!

Veröffentlicht am 04.04.2023

Etwas mehr Drive

Master Class, Band 1 - Blut ist dicker als Tinte
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Wie immer habe ich mich sehr auf das Erscheinen des neuen Romans von Stefanie Hasse gefreut, weil ich ihren Schreibstil einfach feiere. Doch vorab vorweg: Dieses ist meiner Meinung nach leider nicht ihr ...

Wie immer habe ich mich sehr auf das Erscheinen des neuen Romans von Stefanie Hasse gefreut, weil ich ihren Schreibstil einfach feiere. Doch vorab vorweg: Dieses ist meiner Meinung nach leider nicht ihr bestes Werk. Trotz einem super Plot, spannenden Charakteren und reichlich Story und Entwicklungs - Potential an allen Seiten wird einfach viel dieser Möglichkeiten verschenkt.
Die "Auflösung" zum Ende hin war sehr vorhersehbar und der Cliffhanger am Ende konnte mich nicht wirklich catchen. Ich denke, das Werk hätte um einiges besser sein können, wenn man Rileys Geschichte nicht in zwei Büchern, sondern in einer erzählen würde, dann evtl. auch nur in der Hotelkulisse. Das hätte mehr Tempo erzeugt, würde mich als Leserin nicht mit diesem "war ja klar" Gefühl zurücklassen und eventuell hätte es auch dazu geführt, dass Kilian als Charakter nicht so unglaublich flach gewirkt hätte. Tatsächlich fand ich die anderen Mitschreibenden lebendiger gestaltet wie auch mysteriöser teilweise, als der Loveinterest, der darüber hinaus eben Loveinterest zu sein, kaum zu atmen scheint.

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Veröffentlicht am 18.05.2022

Divers

Queergestreift
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Das Buch Queer Gestreift ist von der äußeren Erscheinung her ein echter Hingucker! Die Regenbogenfarben auf Cover und an den Seiten verleiten einfach direkt zum Lesen und sprechen vor allem junge Menschen ...

Das Buch Queer Gestreift ist von der äußeren Erscheinung her ein echter Hingucker! Die Regenbogenfarben auf Cover und an den Seiten verleiten einfach direkt zum Lesen und sprechen vor allem junge Menschen an, genauso, wie auch der Rest der inneren Aufmachung.
Das Buch erklärt anschaulich und sehr genau, was es eigentlich mit der Queeren Community auf sich hat, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es gibt, was all die für manche Menschen neuen Wörter bedeuten und geht auf viel "Fachjargon" ein, der aber wichtig ist, um eine genaue Unterscheidung zu treffen. Ein jedes Kapitel ist dann zusätzlich immer noch mit Erfahrungsberichten gespickt von Menschen aus diesem Bereich und es gibt auch zahlreiche Hinweise und Anregungen für Unterstützerinnen und Allys. Ziel des Buches ist es, eine Gemeinsamkeit zu schaffen und Queer mehr in die Gesellschaft zu integrieren.
Was mir an manchen Stellen nicht so zugesagt hat, ist dass es teilweise doch etwas sehr viel Text war für ein Jugendbuch und dass mir für ein wirklich rundes Bild auch ein Blick auf Heteronormativität unter Emanzipatorischem Blickwinkel für Mann und Frau gefehlt hat.

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Veröffentlicht am 18.05.2022

Eine andere Zeit

Amelia
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Mit Amelia tauche wir als Leser tief in eine andere Zeit ein, in die Kriege in Irland vor rund 50 Jahren. Wenn man das so ließt, klingt es erst so weit fern, doch die Jahreszahl macht bewusst, dass das ...

Mit Amelia tauche wir als Leser tief in eine andere Zeit ein, in die Kriege in Irland vor rund 50 Jahren. Wenn man das so ließt, klingt es erst so weit fern, doch die Jahreszahl macht bewusst, dass das alles gar nicht mal so lange her ist und eigentlich von erschreckender Aktualität.
Ich fand es sehr intensiv und auch irgendwie etwas herunterziehend, diese Geschichte mitunter aus Kinderperspektive zu lesen. Sie hat von Anfang an etwas sehr sehr schweres und trauriges mittransportiert. Zwar immer gespickt mit einer gewissen kindlichen Unschuld, dass hat es für mich aber nur noch tragischer gemacht.
Amelia ist für mich ein richtig klassisches Werk. Es ist auch nicht in einem Rausch oder ganz einfach zu lesen. Teils musste ich mich richtig durchkämpfen. Das lag zum einen an der Art und Weise, wie erzählt wurde, aber zum großteil eher an der Handlungsernstheit.

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Veröffentlicht am 16.02.2022

Unausgeschöpftes Potential

Das zaubernde Klassenzimmer - Achterbahn statt Stundenplan (Das zaubernde Klassenzimmer 1)
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Das hübsch gestaltete Hardvocer entführt schnell in eine Welt und versprecht jede Menge Magie und Klamauk! Der Klappentext gibt eine grobe Richtung vor um was es gehen soll, im Buch warte ich dann doch ...

Das hübsch gestaltete Hardvocer entführt schnell in eine Welt und versprecht jede Menge Magie und Klamauk! Der Klappentext gibt eine grobe Richtung vor um was es gehen soll, im Buch warte ich dann doch aber ziemlich lange darauf, dass die Geschichte so richtig losgeht. Es gibt zwar einen einfangenden Prolog, wo der Leser einmal an der Magie schnuppern darf, danach wird sich jedoch viel mit Elenas generellem Ankommen beschäftigt. Das wäre für ein gewöhnliches Kinderbuch sehr gut gestaltet, für ein Magisches Fantasy Versprechen aber eindeutig zu wenig, wenn im ersten Drittel einfach kaum was auftaucht. Das mag jemand Erwachsenem vielleicht noch vom Atem her mitnehmen, Kindern wird dann aber doch schneller langweilig, weil die Erwartungen einfach nicht erfüllt werden. Eine weitere Schwierigkeit erlebe ich in der vielschichtigen Erzählweise. So lesen wir nicht nur die Kapitel über Elena, sondern auch andere Protagonisten. Das ist ebenfalls sehr verwirrend und eher störend im Lesefluss.

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