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Veröffentlicht am 15.04.2023

Versteckspiel für Erwachsene - Die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen

Going Zero
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Die Idee des aktuellen Romans "Going Zero" von Anthony McCarten ist vielleicht nicht ganz neu aber dennoch sehr clever gewählt und hat nach meiner ganz persönlichen Meinung eigentlich unheimliches Potenzial ...

Die Idee des aktuellen Romans "Going Zero" von Anthony McCarten ist vielleicht nicht ganz neu aber dennoch sehr clever gewählt und hat nach meiner ganz persönlichen Meinung eigentlich unheimliches Potenzial ein richtiger Pageturner zu werden.
Das ganze beschriebene Szenario rund um den drei Millionen US-Dollar-Gewinn beim Versteckspiel für Erwachsene klingt bereits durch den Teasertext unheimlich spannend. Für den Millionengewinn muss man als auserwählter Teilnehmer einfach 30 Tage und Nächte lang wie vom Erdboden verschluckt sein und darf nicht aufgefunden werden. Ein wahres Katz- und Maus-Spiel, das für zehn auserwählte Kandidaten dann Wirklichkeit wird. Widersacher für diese Kandidaten ist zum einen das Unternehmen FUSION von Cy Baxter. Außerdem hat auch die CIA ihre Hände mit im Spiel, um den Kandidaten den Gewinn zu vermiesen.
Mehr möchte ich fast nicht mehr zum eigentlichen Plot spoilern.
Eine dieser auserwählten Kandidatinnen die auf den ersten Blick sehr unscheinbare Bibliothekarin Kaitlyn Day, die hier die Hauptrolle im Roman spielt. Durch sich abwechselnde Perspektiven nimmt die Geschichte Fahrt auf.
Allerdings hätte ich mir mir für die komplette Story von aller Anfang mehr Drive und Spannung gewünscht. Dreiviertel des Buches wird die Handlung eher gemächlich vorangetrieben und im letzten Drittel überschlagen sich dann fast die Ereignisse mit einigen unvorhersehbaren Wendungen.
Kaitlyn blieb mir über weite Teile des Buches leider irgendwie ein Buch mit sieben Siegeln. Ich hätte mir dort persönlich sehr viel mehr Nähe zum Charakter hin gewünscht. Auch die ab und an sehr kurzen eingestreuten Episoden zu den anderen neun Teilnehmern bleiben quasi nur ganz kurze Gedankenblitze, die meiner Meinung nach dann fast komplett untergehen und den anderen Teilnehmern überhaupt nicht gerecht werden.
Täuschungsmanöver, Haken, Finten und falsche Fährten sind hier in der Handlung dann wirklich Programm.
Ich persönlich hatte zum Charakter von Kaitlyn Day dann eine bestimmte Vorahnung, die sich dann zum Schluss hin auch so bewahrheitete.
Das Buch hat nach meiner Meinung sehr viel Potenzial verschenkt. Ich hätte mir persönlich sehr viel mehr Nähe zu den Charakteren gewünscht und auch die emotionale Ebene kommt meiner Meinung überhaupt nie richtig zur Geltung, bei solch einem grenzwertigen Experiment.
In der aktuellen Fassung lässt mich das Buch arg zwiegespalten zurück und ich hadere auch ehrlich gesagt mit dem Roman. Die Dramatik rund um die (totale) Überwachungstechnik wirkt erschreckend real. Die eigebundenen Charakteren wie auch die Handlung selbst sind allerdings ausbaufähig.

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Veröffentlicht am 10.04.2023

Ein Crossoverbuch, das zwischen biografischen Elementen und naturnahen Themen wandelt

Unter Bäumen
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Wer bereits mehr hinter die Fassade des Schauspielers Benno Fürmann blicken wollte, bekommt in seinem aktuellen Buch "Unter Bäumen" Gelegenheit hinter die Kulissen zu blicken und Fürmann quasi "unplugged" ...

Wer bereits mehr hinter die Fassade des Schauspielers Benno Fürmann blicken wollte, bekommt in seinem aktuellen Buch "Unter Bäumen" Gelegenheit hinter die Kulissen zu blicken und Fürmann quasi "unplugged" zu erleben.

Das Cover wie auch der Titel suggerierten mir dann eher ein Buch, das mehr auf Tuchfühlung mit der Natur geht. Der Inhalt zwischen biografischen Elementen und aktuell beliebten naturnahen Themen und der Sicht von Fürmann darauf halten sich in etwa die Waage.

Sowohl in Bild und Text bekommt der Leser einen Abriss und auch einige Einblicke abseits des allseits bekannten Schauspielers Fürmann.

Wie tickt Benno Fürmann privat wie beruflich?

Welche Werte sind Fürmann wichtig?

Welche Vita steckt hinter der Schauspielerkarriere?

Selbst charakterisiert Fürmann sich im Buch wie folgt:

"Ich bin kein Experte für Lebenskunst, kein Experte für Klimawandel und Naturschutz, kein Experte für Politik, ich bin kein Experte für Glück und Zufriedenheit. Ich bin überhaupt kein Experte für irgendwas."

Das klingt ziemlich nach einem geerdeten Otto-Normalo könnte man als Leser meinen, wenn man dann allerdings die unterschiedlichen Abrisse im Buch liest, machen auf mich am ehesten die Reiseberichte einen richtig authentischen Eindruck.

Man begleitet Benno Fürmann durch seine ganz persönliche Lebensreise. Fürmann teilt dabei seine ganz persönlichen Gedanken und Eindrücke mit uns Lesern. Er kommt dabei mitunter auch ins Philosophieren und schildert seine ganz persönlichen Eindrücke auf seinen Lebensentwurf und seine Sehnsüchte.

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Veröffentlicht am 04.04.2023

Ein Buch zu schreiben ist nicht schwer, Autorin zu sein dagegen sehr

Die nächste Depperte
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Hätte Susanne Kristek vielleicht besser früher und gründlicher über die unbefleckte Empfängnis nachgedacht, die bei einem zu gebährenden literarischen Baby dann zu sehr starken Disruptionen führen kann. ...

Hätte Susanne Kristek vielleicht besser früher und gründlicher über die unbefleckte Empfängnis nachgedacht, die bei einem zu gebährenden literarischen Baby dann zu sehr starken Disruptionen führen kann.

Sechs lange Monate Presswehen und gefühlte 30 Jahre Schwangerschaft sind schon nicht ganz ohne und können eine Autorin dann wirklich nachhaltig verändern, wie Kristek gleich anfangs ihres aktuellen Babys "Die nächste Depperte - Von einer, die auszog, um Autorin zu werden" sehr eindrücklich schildert.

Wie mag das Leben einer noch unbekannten Autorin verlaufen, die auf Biegen und Brechen einen Bestseller platzieren möchte.

Mit viel Charme, Verve und Witz drängt uns Kristek in genau eine solche (ur)komische Szenerie.

Für die Karriere als zukünftige Bestsellerautorin nimmt die Protagonistin dann einiges in Kauf und setzt alles aufs Spiel. Wäre ja wohl gelacht, wenn das eigene Baby dann nicht in die Bestsellerliste kommen würde. Kristek ist sich dabei für wirklich rein gar nichts zu schade und sprudelt nur so vor Ideen, ihr eigenes Buch zu vermarkten.

Der ganze Plot gleicht einer rasanten Achterbahnfahrt, bei der man die Lachmuskeln immer wieder an- und dann überwiegend sehr herzlich und lange entspannt und laut los lacht, schmunzelt und phasenweise auch den Kopf zu schütteln beginnt.

Vielleicht treibt es Kristek bisweilen zu bunt, überspitzt die ganze Situation zu sehr oder holt auch manchmal einfach ohne Ansage die Brechstange heraus, aber eine Helikoptermutter ist dann wohl so gepolt und will nur das Beste für das eigene Kind.

Insgesamt ein sehr kurzweiliges Werk, das man mit einem Augenzwinkern lesen sollte und dem Dauerschmunzeln dann eigentlich nicht mehr entkommen kann, denn ganz so deppert, wie Kristek vielleicht meint zu sein, ist sie auf alle Fälle nicht.

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Veröffentlicht am 04.04.2023

Wenn sich die Berliner Luft in einen Sturm verwandelt und urplötzlich alles anders ist wie gewohnt

Die Windvögel - Sturm über Berlin
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Wir outen uns gleich als Newbies in der Windvögel-Reihe von Stefanie Kloft.

Der aktuell zweite Band "Die Windvögel - Sturm über Berlin" kann ohne Bezug zum Premierenband gelesen werden.

Wir taten uns ...

Wir outen uns gleich als Newbies in der Windvögel-Reihe von Stefanie Kloft.

Der aktuell zweite Band "Die Windvögel - Sturm über Berlin" kann ohne Bezug zum Premierenband gelesen werden.

Wir taten uns ehrlich gesagt die ganze Zeit über schwer, uns mit den unterschiedlichen Charakteren sowie der Handlung zu identifizieren. Eine richtige intensive Bindung kam bei uns leider nie auf und uns war auch das Schicksal der verschiedenen Protagonisten auch leider so ziemlich egal.

Anfänglich sahen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht so richtig und hofften, dass wir aus diesem Dickicht vielleicht nich herausfinden würden. Ein mysteriöser Mann im Jogginganzug ist quasi der rote Faden im Buch, aber nach unserer Meinung plätschert die Story leider nur so dahin.

Für uns persönlich fehlten mehr spannende Elemente im ganzen beschriebenen Geschehen.

Bei uns hinterlässt dieses Jugendbuch deswegen leider keinen bleibenden Eindruck.

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Veröffentlicht am 14.03.2023

Früher war vielleicht nicht alles besser, aber doch irgendwie anders

Alle Jahre wieder
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"Alle Jahre wieder" kommt das Christuskind.

Diesen ganz besonderen Anlass nimmt David Wagner her und konstruiert ein heiteres Telefonat zwischen der mittlerweile erwachsenen Tochter und ihrem Vater.

Beide ...

"Alle Jahre wieder" kommt das Christuskind.

Diesen ganz besonderen Anlass nimmt David Wagner her und konstruiert ein heiteres Telefonat zwischen der mittlerweile erwachsenen Tochter und ihrem Vater.

Beide Parteien tauschen sich dabei zum Fest der Feste aus, schwelgen dabei in Erinnerungen und bringen ihre Sichtweise auf das ach so heilige Weihnachtsfest zur Sprache.

Wer vielleicht bei manchen Dialogfetzen sich selbst oder seine Mitmenschen darin erkennt, dem geht dann vielleicht auch das heilige Friedenslicht aus Bethlehem auf.

Die kurze Geschichte dient gut zur Selbstreflexion der eigenen Gedanken, was das Weihnachtsfest dann überhaupt ausmacht. Vielleicht kommen dann auch beim Lesen eigene Erinnerungen aus der Kindheit hoch und man kann quasi dem Streitgespräch dann mit seinen eigenen Rückblenden beiwohnen.

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