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Veröffentlicht am 19.09.2017

Erst etwas zäh, dann schockierend und bewegend!

Und es schmilzt
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Kurzmeinung:
Ein Buch, das erst im letzten Viertel wirklich überzeugt, mich dafür aber dann mit voller Wucht getroffen hat, mich schockiert und bewegt hat, wie es lange kein Buch getan hat. Dennoch keine ...

Kurzmeinung:
Ein Buch, das erst im letzten Viertel wirklich überzeugt, mich dafür aber dann mit voller Wucht getroffen hat, mich schockiert und bewegt hat, wie es lange kein Buch getan hat. Dennoch keine uneingeschränkte Leseempfehlung, da der Inhalt für manche vielleicht wirklich nicht das Richtige ist.


Meine Meinung:
"Ein Buch, das alles gibt und alles verlangt" – das ist wirklich nicht übertrieben!
Von dem Buch hatte ich im Vorfeld schon sehr viel gehört. Dass es echt heftig sei und schockierend. Mit diesen Erwartungen habe ich dann angefangen und war zunächst etwas verwirrt. Denn da passierte nichts Schockierendes. Es wurde einfach die Geschichte von drei Freunden erzählt, die in einem kleinen Dorf aufwachsen. Und das alles sehr episodenhaft. Es brauchte sehr lange, bis Schwung aufkam. So sehr im Dunkeln gelassen fühlte ich mich lange von keinem Buch und ich war mir nicht so sicher, ob ich das mag. Einerseits hat es mich sehr neugierig gemacht. Andererseits hatte ich manchmal das Gefühl, etwas orientierungslos durch die Geschichte zu stolpern.

Den Eindruck verstärkt hat noch die Tatsache, dass die Geschichte auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Einmal gibt es die Eva in der Gegenwart, die sich mit dem Eisblock im Kofferraum auf den Weg in ihr Heimatdorf macht. Und dann gibt es noch die Eva in der Vergangenheit, wie sie und ihre Freunde ihre Kindheit in dem kleinen Dorf verbracht haben. Innerhalb der zwei Zeitebenen ist die Reihenfolge aber auch nicht chronologisch und durch die episodenhafte Erzählweise habe ich zwischendurch den Überblick verloren und konnte manche Ereignisse nicht einordnen. Das hat mir nicht so gut gefallen.


"Dass die Sommermonate mir später am intensivsten im Gedächtnis bleiben würden, wusste ich schon, bevor sie vorbei waren. Es fiel mehr Sonnenlicht auf unsere Bewegungen, Erinnerungen daran konnten sich schärfer entwicklen." (Aus "Und es schmilzt", S.163)


Der Anfang hat sich also etwas gezogen und ich musste mich orientieren. Zusammenhangslose Episoden aus der Gegenwart und der Vergangenheit wechselten sich ab. Die Bedeutung hat sich mir nicht immer erschlossen. Mir fehlte der rote Faden und auch die Spannung wollte sich nicht so recht aufbauen.
Doch die zunehmend düstere Stimmung ließ dunkle Vorahnungen aufkommen, dass da etwas Schlimmes passieren würde und machte mich schon neugierig. Wirklich spannend wurde die Geschichte aber erst im letzten Viertel. Ab da konnte ich das Buch dann auch nicht mehr aus der Hand legen. Ich habe trotz großer Müdigkeit bis tief in die Nacht gelesen, bis ich das Buch beendet hatte. An Schlaf war danach nicht mehr zu denken.

Ich möchte jetzt nicht näher auf den Inhalt eingehen, weil ich niemandem etwas vorwegnehmen will. Aber das Buch hat mich schockiert und bewegt. Ich habe geweint und ich wollte das nicht lesen. Wirklich nicht. Eigentlich hätte ich keine weitere Seite ertragen können. Aber irgendwie musste ich dann doch weiterlesen. Noch Tage später beschäftigt es mich und es ist mir sehr schwergefallen, Worte für diese Rezension zu finden.
Im Nachhinein wünschte ich manchmal fast, ich hätte das Buch nicht gelesen. Aber eben nur fast, denn das Buch ist auch wirklich sehr gut – vielleicht gerade wegen seiner Schockwirkung.

Dennoch kann ich keine uneingeschränkte Leseempfehlung aussprechen. Mir hat das Buch zwar gut gefallen, aber eben auch sehr – wirklich SEHR – mitgenommen. Und das, obwohl ich eigentlich sehr hart im nehmen bin. Ich hätte mir irgendeine Warnung gewünscht, worauf man sich einlässt. Vielleicht sogar ein "Träger Warning". Denn dieses Buch ist bestimmt nicht für jeden etwas!


Fazit:
Die erste Hälfte des Buches ist eher verwirrend und langatmig. Dann nimmt die Geschichte aber Fahrt auf, wird immer düsterer und was dann kommt, übersteigt selbst die schlimmsten Vorahnungen. Es hat mich schockiert, bewegt, erschüttert. Das Buch hat mich nicht mehr losgelassen und noch Tage später musste ich all meinen Freunden von diesem Buch erzählen, weil ich einfach darüber sprechen musste.
Keine uneingeschränkte Leseempfehlung, weil die Themen und die expliziten Beschreibungen bestimmt nicht für jede
n das Richtige sind. Dennoch ist dieses Buch auch wirklich gut – gerade weil es so echt, roh und düster ist. Wer sich also traut, beim Lesen aus seiner Komfortzone herauszukommen und bereit ist zu leiden, dem kann ich dieses Buch empfehlen.

Veröffentlicht am 17.08.2017

Toller Schreibstil trifft große Themenvielfalt

Swing Time
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Kurzmeinung:
Ein Buch über Freundschaft, Familie, Tanz, Kulturen, Rassismus, Chancenungleichheit und vieles mehr. Große Themenvielfalt, der manchmal etwas die Tiefe fehlt. Der Schreibstil ist aber wunderschön, ...

Kurzmeinung:
Ein Buch über Freundschaft, Familie, Tanz, Kulturen, Rassismus, Chancenungleichheit und vieles mehr. Große Themenvielfalt, der manchmal etwas die Tiefe fehlt. Der Schreibstil ist aber wunderschön, detailreich und voller scharfsinniger Beobachtungen. Sehr lesenswert!

Meine Meinung:
Was für ein starkes Buch. Schon das Cover hat mich magisch angezogen, und die ersten Seiten haben den Bann, den dieses Buch auf mich ausübt, nur noch verstärkt.

Von der ersten Zeile an konnte ich mich ganz in die Geschichte fallen lassen, ja der wunderschöne Schreibstil hat mich geradezu in das Geschehen hineingezogen. Dabei merkt man gleich, dass dies keine Geschichte ist, die man so nebenbei lesen kann. Die Erzählweise ist präzise und gespickt mit intelligenten Details, ohne dabei schwer und prätentiös zu sein. Zadie Smith lässt mich innerhalb der ersten paar Seiten eine Beziehung zu den Mädchen aufbauen.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt und der Wechsel zwischen den Erlebnissen der Kindheit und der Situation der Erwachsenen Frauen baut viel Spannung auf. Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen?

Auch die Themenvielfalt im Buch hat mich sehr beeindruckt. Themen wie Emanzipation, Feminismus, Rassismus, verschiedene Ideologien und die Klassengesellschaft werden angesprochen. Das alles aber, ohne die erdrückende Schwere, die die Bearbeitung solcher Themen sonst oft mit sich bringt. So werden diese, von der Mutter der Protagonistin vorgebrachten Themen, liebevoll ihre "Ismen" genannt. Natürlich geht es auch viel um Tanz, und um Freundschaft.
Auch Kulturen und Herkunft werden viel thematisiert. Es geht oft darum, welchem "Stamm" man angehört. Aber auch komplexe Themen wie Entwicklungshilfe in Afrika werden angesprochen und dabei sensibel das Motiv des "Helfen wollens" der Naivität und Unwissenheit gegenübergestellt, mit der sich Menschen aus westlichen Ländern vollkommen unbekümmert in andere Länder begeben, blind für die dort vorherrschenden Strukturen, Sitten und Bräuche. Das sich die westliche Lebensweise nicht einfach eins zu eins übertragen lässt.
Insgesamt nimmt uns die Geschichte mit auf drei Kontinente: Amerika, Europa und Afrika.
Dabei werden die unterschiedlichen Lebensrealitäten in den jeweiligen Ländern sehr gut dargestellt. Durch den naiven Blick der Protagonistin auf der einen und die Aufklärung durch Experten auf der anderen Seite, bekommt man einen guten Eindruck, eine Schilderung, die nicht romantisiert ist, aber aufzeigt, wie falsch man manche Dinge aus westlicher Sicht einschätzt.

Ein Kritikpunkt wäre vielleicht, dass diese Themen eher oberflächlich behandelt werden und nicht sehr in die Tiefe gegangen wird. Das hat mich beim Lesen allerdings gar nicht gestört. Im Gegenteil, ich fand es gut, dass die Geschichte Gedankenanstöße geliefert hat, mir aber keine fertigen Meinungen und Lösungen präsentiert wurden, sondern ich selbst über die Themen weiter nachdenken musste und wollte.

Meiner Meinung nach hätte es nicht über 600 Seiten gebraucht, um diese Geschichte zu erzählen. Absolut brillante, tiefgründige, fast philosophische Passagen treffen auf sehr langatmige und für den Verlauf der Handlung nicht unbedingt notwendige Abschnitte, durch die ich mich regelrecht durchkämpfen musste. Das stört den sonst sehr angenehmen Lesefluss.
Doch die brillanten Abschnitte dazwischen entschädigen und lassen einen die Längen schnell vergeben und vergessen.

Fazit:
Swing Time ist definitiv ein Buch, welches ich noch mehrere Male lesen werde. Es werden so viele verschiedene Themen behandelt und der Roman bietet sehr viel Stoff zum Nachdenken und Reflektieren. Gleichzeitig lässt er sich durch den schönen Schreibstil aber auch sehr flüssig lesen und ist ein einfach ein tolle Lektüre.

Veröffentlicht am 06.08.2017

Ein starkes Buch und eine klare Stimme gegen Rassismus

The Hate U Give
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Kurzmeinung:
Ein bewegendes und authentisches Buch über Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Ein Jugendbuch, das ich aber auch jedem Erwachsenem empfehlen würde.

Meine Meinung:
Ich bin ganz ehrlich. ...

Kurzmeinung:
Ein bewegendes und authentisches Buch über Rassismus und Polizeigewalt in den USA. Ein Jugendbuch, das ich aber auch jedem Erwachsenem empfehlen würde.

Meine Meinung:
Ich bin ganz ehrlich. Ich bin wohl behütet aufgewachsen und kann mir so ein Leben, so eine Situation nicht auch nur Ansatzweise vorstellen. In einem Viertel aufzuwachsen, wo fast jeden Abend geschossen wird. Auch mit Rassismus habe ich keine Erfahrungen und will hier auch gar nicht so tun, als würde ich mich da auskennen.
Womit ich mich aber auskenne, dass sind Bücher. Und THUG hat es auf jeden Fall geschafft, mich zu fesseln. THUG hat mich in eine "schwarze Ghetto Siedlung" entführt, obwohl ich das wahrscheinlich weißeste Mädchen überhaupt bin. Trotzdem hat es die Autorin geschafft, mich mit den Protagonisten mitfühlen zu lassen. Ich habe die Angst gespürt, die Ungerechtigkeit, dieses Gefühl, dass niemand auf deiner Seite ist. Und ich habe auch die Wut über diese Situation gespürt. Sogar beim Schreiben dieser Worte bekomme ich noch Gänsehaut.

"Zwar bezweifle ich, dass die Kugel für sie gedacht war, aber Kugeln fliegen ja hin, wo sie wollen." (aus THUG, S. 24)

Sehr eindrücklich fand ich auch, dass geschrieben wurde, die Eltern führen zwei Gespräche mit ihren Kindern. Das eine übliche, über die Bienchen und die Blümchen. Das andere darüber, wie man sich zu verhalten hat, wenn man von der Polizei angehalten wird. Man spürt deutlich, dass die Polizei hier nicht "der Freund und Helfer" ist, sondern jemand, vor dem man Angst haben muss.
Obwohl es uns die Autorin nicht so leicht macht. Denn "die Polizei" wird hier nicht abgestempelt, sondern sich damit auseinandergesetzt, dass man nicht alle über eine Kamm scheren sollte.

"Leute wie wir werden in solchen Situationen zu Hashtags, aber Gerechtigkeit kriegen sie kaum einmal." (THUG, S. 71)

Angie Thomas hat mir einen sehr guten, aber erschreckenden Eindruck vom Alltag in dem Viertel geboten. Die Bandenkriege, die Gewalt, die Drogen. Aber auch den Zusammenhalt, die Loyalität, die Freundschaft und Verbundenheit.

Ihr habt jetzt Angst, dass euch das Buch mit einer total bedrückten Stimmung zurücklässt? Braucht ihr nicht!
Neben den ganzen ersten Themen gibt es aber auch sehr viel Heiteres und eine ordentliche Portion Humor. Der Banter zwischen den Jugendlichen, die Taylor Swift Anspielungen und vieles mehr.
THUG hat mir außerdem so unglaubliche Lust darauf gemacht, einen Rewatch von "Der Prinz von Bel-Air" zu starten. Und dafür liebe ich dieses Buch auch. Ja, es hat mich auch unglaublich traurig gemacht und zu Tränen gerührt. Aber es hat mich auch zum Lachen gebracht. THUG ist nicht nur ernst und schwer ist, sondern auch leicht und unterhaltend.

"Mutig sein bedeutet nicht, dass du keine Angst hast, Starr. Es bedeutet, dass du was tust, obwohl du Angst hast." (THUG, S.375)

Das einzige, das man vor dem Lesen wissen muss, ist, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und das merkt man auch an Schreibstil und Sprache, finde ich. Es lässt sich sehr gut und flüssig lesen, aber es ist eben eine "eher einfache" Sprache und nicht so hochtrabend oder poetisch, wie in manch anderem Buch. Mich persönlich hat es nicht gestört und es passt meiner Meinung nach auch zu Kontext und Erzähler. Dennoch ist es vielleicht nicht jedermanns Geschmack.

Fazit:
Eine starke Stimme gegen Rassismus. Ein wichtiges Thema und ein beeindruckendes Jugendbuch, dass dem Hype meiner Meinung nach durchaus gerecht wird.

Veröffentlicht am 27.07.2017

Gibt den vielen Geflüchteten ein Gesicht.

Nujeen – Flucht in die Freiheit
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Kurzmeinung:
Ein wirklich bewegendes Buch über eine beeindruckende junge Frau, die vor Krieg und Terror in Syrien geflohen ist und sich auf den weiten und gefährlichen Weg nach Deutschland gemacht hat. ...

Kurzmeinung:
Ein wirklich bewegendes Buch über eine beeindruckende junge Frau, die vor Krieg und Terror in Syrien geflohen ist und sich auf den weiten und gefährlichen Weg nach Deutschland gemacht hat. Das Buch wird mich nicht so schnell loslassen und ich kann es nur weiterempfehlen.

Meine Meinung:
Nujeens Geschichte beginnt 1999. Als die Konflikte in Syrien beginnen, muss die Familie fliehen. Zunächst innerhalb von Syrien, dann in die Türkei und schließlich wagen Nujeen und ihre Schwester die lange und gefährliche Flucht nach Europa. Ihr Ziel ist Deutschland. Die sowieso schon riskante Reise wird noch zusätzlich erschwert, denn Nujeen leidet seit ihrer Geburt an Kinderlähmung und ist auf einen Rollstuhl angewiesen.

Nujeens Geschichte hat mich sehr berührt. Ich kannte zwar viele Fakten über die Flüchtlingskrise aus den Nachrichten und habe Bilder von überfüllten Flüchtlingsbooten gesehen.
Eine Person dann aber auf der Flucht vor Krieg und Terror zu begleiten und so "nah dabei zu sein", das ist dann noch mal etwas ganz anders und gibt den ganzen Fakten eine persönliche und emotionale Komponente.

Dabei schildert Nujeen ihre teilweise wirklich schrecklichen Erlebnisse aber nie übertrieben dramatisch, emotional oder mitleidsheischend. Aber gerade diese unerschrockene Betrachtung der Flucht hat mich so mitgenommen, weil es bei mir den Eindruck verstärkt hat, dass dieses Wagnis für sie einfach ein notwendiges Übel ist und es in ihren Augen nichts bringt, groß darüber zu klagen. Dieser Mut und diese Unerschrockenheit der jungen Frau haben mich tief beeindruckt.
Auch ihre Gedanken über die Situation der Flüchtlinge in Deutschland, aber auch darüber, wie die Deutschen sich bei all den "Fremden" in ihrem Land fühlen müssen, fand ich sehr interessant.

Nebenbei lernt man auch noch etwas über die Geschichte Syriens, über die Kurden und auch die Rolle der Türkei. Und natürlich über Fluchtursachen, die verschiedenen Fluchtrouten, Schlepperbanden und was Menschen sonst noch auf sich nehmen, um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen.

Dabei ist dieses Buch dennoch nicht zu bedrückend. Denn Nujeen und ihre Schwester müssen zwar viel auf sich nehmen, sie erleben Ablehnung von Behörden und Menschen, denen sie auf der Flucht begegnen. Aber sie erfahren auch viel Unterstützung und Anteilnahme. Nujeen versprüht einfach enorm viel Lebensfreude und Hoffnung.

Nicht ganz so gut gefallen hat mir an manchen Stellen der Schreibstil. Der ist teilweise ein bisschen naiv und kindlich, was aber wiederum authentisch ist, da Nujeen ja erst 16 Jahre alt war, als sie ihre Heimat verlassen hat.

Fazit:
Ein Buch über eine starke junge Frau, die alles Bekannte aufgibt und mit ihre Schwester die gefährliche Flucht von Aleppo bis nach Deutschland auf sich nimmt, um dem Krieg in ihrer Heimat zu entkommen. Das Buch wird mich nicht so schnell loslassen und ich kann es nur weiterempfehlen.

Veröffentlicht am 19.06.2017

Das bewegte Leben einer starken Frau

Die Fotografin
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Kurzmeinung:
Ein großartiges Buch über eine starke Frau. William Boyd versteht es, Fakten und Fiktion zu verweben und erzählt einfühlsam vom spannenden und ereignisreichen Leben der Amor Clay.


Meine ...

Kurzmeinung:
Ein großartiges Buch über eine starke Frau. William Boyd versteht es, Fakten und Fiktion zu verweben und erzählt einfühlsam vom spannenden und ereignisreichen Leben der Amor Clay.


Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch so gerne gelesen. Die knapp 600 Seiten habe ich innerhalb weniger Tage verschlungen. William Boyd schreibt über das Leben einer starken, selbstbewussten und abenteuerlustigen Frau. Und über ihr Leben gibt es wirklich viel zu berichten. Angefangen als Gesellschaftsfotografin in London, reist sie dann nach Deutschland und besucht Berliner Nachtclubs auf der Suche nach einem Skandal. Ihr Weg führt sie weiter nach New York, Paris, Saigon und schließlich in ein einsames Häuschen an der Küste Schottlands.

All diese aufregenden Episoden aus Amor Clays leben sind so nah und eindrücklich geschildert, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich habe Amory gern auf ihren Reisen begleitet, habe mit ihr gelitten, mich mit ihr verliebt, gefreut und war immer gespannt, was das Leben als nächstes für sie bereithält.

William Boyd zeichnet das Porträt einer starken Frau, die mutig ist, für sich einsteht und für ihren Traum kämpft. Zur Zeit des zweiten Weltkrieges war der Beruf des Fotografen, besonders des Kriegsfotografen, immer noch Männerdomäne und Amory Clay muss auf ihrem Weg zu Anerkennung viele Rückschläge einstecken. Doch sie gibt nicht auf. Doch Boyd zeigt auch die verletzliche, unsichere Seite dieser Frau und schafft so ein komplexes und glaubhaftes Bild.

Bereichert wird dieser Roman außerdem durch zahlreiche Bilder, die Amory Clay in ihren jeweiligen Lebensabschnitten aufgenommen hat. Viele Bilder von Soldaten und Kriegen, aber auch Schnappschüsse von Familienmitgliedern und Liebhabern geben dem Leser einen zusätzlichen Einblick und lassen ihn noch tiefer in die Geschichte eintauchen.


Fazit:
Ein biographischer Roman, spannend, berührend, und sehr unterhaltsam. Diese Lektüre kann ich nur jedem empfehlen.