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Petra_Sch

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.08.2017

Nette Unterhaltung für Zwischendurch. Bissig und amüsant.

Nur ein toter Mann ist ein guter Mann
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Ursula Winkler ist Witwe und erbt das Verpackungsunternehmen ihres Mannes. Eigentlich ist sie froh, dass ihr dominanter Mann nicht mehr da ist, obwohl er doch irgendwie immer noch präsent ist. Ursula merkt, ...

Ursula Winkler ist Witwe und erbt das Verpackungsunternehmen ihres Mannes. Eigentlich ist sie froh, dass ihr dominanter Mann nicht mehr da ist, obwohl er doch irgendwie immer noch präsent ist. Ursula merkt, dass sie Wesenszüge ihres toten Mannes angenommen hat.
Und auf witzige und doch tragische Weise kommen gleich mal zwei Männer ums Leben, die sie kennenlernt...
Ursula muss jedoch plötzlich ihren Mann stehen, da ihr Unternehmen droht, in den Ruin zu rutschen. So macht sie sich mit Hilfe ihrer neuen Freundin auf die Suche nach dem Übeltäter und rächt sich natürlich an diesem...

Amüsant und bissig, und man fiebert natürlich mit Protagonistin mit. Nettes Buch für Zwischendurch.

Veröffentlicht am 26.07.2017

eine Zusammenfassung aller Kokosnuss-Abenteuer

Der kleine Drache Kokosnuss - Vorlesebuch zum Film
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Das Vorlesebuch zum Film hat meiner Tochter und mir sehr gut gefallen.
Kokosnuss und seine Freunde müssen das Feuergras zurückholen, das gestohlen wurde, und so den Streit zwischen Feuer- und Fressdrachen ...

Das Vorlesebuch zum Film hat meiner Tochter und mir sehr gut gefallen.
Kokosnuss und seine Freunde müssen das Feuergras zurückholen, das gestohlen wurde, und so den Streit zwischen Feuer- und Fressdrachen schlichten.

Wenn man schon einige der 'original' Kokosnuss Bücher kennt, dann trifft man in dieser Geschichte auf viele alte Bekannte und Orte, die man ebenfalls bereits kennengelernt hat.

Die Geschichte ist wie immer kindgerecht erzählt, die Freunde können sich aus brenzligen Situationen retten und man lernt, wie gute Freude zusammenhalten.

Veröffentlicht am 13.06.2026

atmosphärische Dystopie; nichts für Leser, die abgeschlossene Geschichten mögen

Ich, die ich Männer nicht kannte
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Die ich-Erzählerin ist eine junge, namenlose Frau, die etwas sarkastisch über ihr Leben berichtet.
Sie kennt nichts anderes als den Käfig, denn sie ist mit 39 anderen Frauen eingesperrt, ohne Tageslicht. ...


Die ich-Erzählerin ist eine junge, namenlose Frau, die etwas sarkastisch über ihr Leben berichtet.
Sie kennt nichts anderes als den Käfig, denn sie ist mit 39 anderen Frauen eingesperrt, ohne Tageslicht. Bewacht von Männern, die nicht mit ihnen sprechen.
Bis eines Tages ein Alarm losgeht und die Männer verschwinden. Da die Käfigtür nicht verschlossen ist, wagen es die Frauen, rauszugehen. Doch draußen ist alles ganz anders, als sie es sich vorgestellt hatten bzw. aus ihrer Erinnerung kannten.

Die Geschichte ist einzigartig. Einerseits hat es mich ganz verrückt gemacht, dass man nichts erfährt! Und mir gingen beim Hören soo viele warum-Fragen durch den Kopf! Warum und seit wann sind die Frauen eingesperrt; warum genau 40; warum nur 1 ganz junges Mädchen, während alle anderen schon erwachsen waren, als sie eingesperrt wurden; warum werden sie ständig von Wärtern bewacht; warum sprechen diese Wärter nichts; warum dürfen sich die Frauen nicht anfassen, und WARUM gibt man ihnen nichts zu tun? Es erscheint somit ganz logisch, dass die sich selbst umbringen wollen - die müssen ja eingehen vor Langeweile! Ein bisschen kochen, Zöpfe flechten, Kleidung flicken. Und reden, aber da auch nicht zu viel. Nicht einmal Bewegung ist möglich, denn der Käfig muss ja extrem klein sein, wenn die Peitsche der Wärter überall hin kommt. SCHRECKLICH dieser Gedanke. Also WARUM werden die Frauen unter diese unmenschlichen Bedingungen am Leben erhalten?
Andererseits ist genau DAS das Stilmittel der Geschichte - man weiß nur genauso viel (oder eher wenig) wie die Frauen selbst. Echt gut gemacht!

Trotzdem finde ich einige Dinge unglaubwürdig: warum haben die älteren Frauen dem jungen Mädchen keinen Namen gegeben? Bzw. warum hat es sich nicht selbst einen ausgesucht. Wenn alle einen Namen haben, wähle ich doch für mich selbst auch einen, wenn es schon die anderen nicht machen. Und warum erklären sie dem Mädchen nicht die Dinge von draußen? Immerhin reden sie selbst miteinander ja ständig über ihr Leben von früher.

Die dystopische, beklemmende Atmosphäre ist sehr bedrückend und deprimierend. Die eingesperrten Frauen tun einem sehr leid; sie haben ja NICHTS. Sie bekommen zwar Lebensmittel, um zu kochen, aber für geistige und körperliche Beschäftigung und emotionale ... ist nicht gesorgt. Sie haben kaum Platz, nichts zu lesen, zu schreiben; ja nicht einmal einen Spiegel.
Die Charaktere der Frauen kommen eigentlich erst so richtig raus, als sie "in Freiheit" sind, zuvor war es für mich so ein Einheitsbrei. Nur die ich-Erzählerin lernt man genauer kennen. Sie ist sehr abgestumpft und emotionslos, erst später entwickelt sie Neugierde.

Es gibt leider einige unlogische Stellen, zB dass sie sich selbst anhand der gefundenen Bücher lesen beibringt (obwohl sie zuvor nur vor vielen Jahren mal Buchstaben im Staub gezeigt bekommen hat). Auch, dass nach all den Jahre (etwa 50) überall noch Strom vorhanden ist und die Nahrungsmittel (Fleisch und Gemüse) noch nicht verdorben sind. Und auch, wenn die Frauen nicht wissen, wo sie sind und herumspekulieren - warum gibt es Pflanzen, aber keine Tiere?
Und noch mehr Fragen über die Käfige, den Grund für das Eingesperrtsein, das Desinteresse der Wärter und vieles mehr.
Man bleibt - ebenso wie die Erzählerin - bis zum Schluss im Ungewissen, was mich normalerweise fertig macht, hier aber als Stilmittel gut passt, weil es eben genau dem entspricht, wie es die Protagonistin wahr nimmt. Dass man am Schluss jedoch keine einzige Antwort erhält, ist dann aber doch deprimierend.

Die Sprecherin Vera Teltz kenne ich bereits von Filmsynchronisationen und ich finde, sie hat einen tollen Job gemacht. Man glaubt wirklich, die Protagonistin erzählt ihre Geschichte, denn ihre Stimme ist genau eintönig und emotionslos, wie man vom Verhalten der ich-Erzählerin erwartet.


Fazit:
Eine wirklich interessante, dystopische, atmosphärische und bedrückende Geschichte. Man fiebert mit, aber erhält leider keine einzige Antwort auf die vielen, vielen Fragen.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

starker Beginn, schwaches Ende

Ungelöst – Die erste Zeugin
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Die 22-jährige Münchner Medizinstudentin Luisa Menkhoff, die als Fünfjährige von einem irren Psychiater entführt wurde und von ihrem Vater, einem Polizisten, gerettet wurde, erkennt eine verschwundene ...


Die 22-jährige Münchner Medizinstudentin Luisa Menkhoff, die als Fünfjährige von einem irren Psychiater entführt wurde und von ihrem Vater, einem Polizisten, gerettet wurde, erkennt eine verschwundene Frau auf einem Flyer. Obwohl ihre Entführung 17 Jahre her ist, kann sie sich noch genau an das Gesicht erinnern: es ist Nicole Klement, die damalige Freundin des Psychiaters Dr. Joachim Lichner - ihres Entführers.
Sie wendet sich sofort an die Polizei, und Kriminalhauptkommissar Ramin Brunner zieht sie als externe Beraterin in diesem Fall hinzu.

Der Beginn liest sich super spannend, denn Luisa ist eine starke Person mit einem außergewöhnlichen eidetischen Gedächtnis - d.h., sie erinnert sich an alles jemals Erlebte; wie auf einer Fotografie. Und dadurch soll sie helfen, Nicole Klement zu finden.
Auch der Kommissar ist sofort sympathisch, er ist ruhig, natürlich und hat Ehrgeiz, den jeweiligen Fall zu lösen. Als dann auch noch ein kleines Mädchen verschwindet und der Psychologe erst kurz zuvor aus der Haft entlassen wurde, ist die Aufregung groß. Die Mitbewohnerin von Nicole Klement, die sie als vermisst gemeldet hat, kommt einem sofort suspekt vor. (ebenso wie Ramin).
Man fiebert mit und hofft, dass das Mädchen rechtzeitig gefunden wird. Und auch in Sachen Täter ist man am Rätseln: ist es Lichner? Oder doch die verschwundene Nicole Klement? Und welche Rolle spielt deren Mitbewohnerin?

Doch mit der Zeit wird es etwas langatmig. Der Fall tritt auf der Stelle; es gibt auch viele Wiederholungen; und Luisas Mitarbeit erscheint manchmal rechtlich unglaubwürdig. Auch das Kribbeln zwischen Luisa und Ramin ist mir manchmal zu viel. Und vor allem - und das ist, was ich bei einem Spannungsroman absolut nicht mag - wenn man das Motiv, die Intention des Täters nicht nachvollziehen kann. Aus welchem Grund entführt(e) Lichner die jungen Mädchen? Welche Rollte hat(te) Nicole dabei?
Der Psychologe bleibt so blass, man kann ihn einfach nicht greifen - und dadurch erscheint er einfach nicht echt.
Die Auflösung hat mich nicht überrascht, denn genau damit hatte ich gerechnet.
Und leider - auch wenn der Fall einen Cold Case aus Luisas Vergangenheit beinhaltet - kommt mir hier der Cold-Case-Aspekt zu kurz (Ramin ist ja noch nichtmal zur neuen Einheit gewechselt).


Fazit:
Nach einem sehr starken und packenden Beginn leider abgeflacht. Auch die Auflösung konnte mich nicht überraschen.

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Veröffentlicht am 01.03.2026

fesselnder, atmosphärischer Thriller mit einer enttäuschenden Auflösung

Fünf Fremde
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Im Jahr 1995 verschwinden die beiden Teenager Isa und Janosch am Ende der Schullandwoche auf der Insel Neuwerk. Die Lehrerin Charlotte Hahnel macht sich Vorwürfe, da die beiden unter ihrer Aufsicht verschwunden ...

Im Jahr 1995 verschwinden die beiden Teenager Isa und Janosch am Ende der Schullandwoche auf der Insel Neuwerk. Die Lehrerin Charlotte Hahnel macht sich Vorwürfe, da die beiden unter ihrer Aufsicht verschwunden sind, und bleibt auch noch auf der Insel, nachdem die Suche nach den beiden bereits aufgegeben wurde - und eines Tages taucht Isa plötzlich wieder auf.
30 Jahre später anlässlich des Gedenkens an Janoschs Verschwinden begeben sich einige Personen auf die Insel Neuwerk zurück...

Leider finde ich den Titel nicht ganz passend, denn von den fünf Personen, die auf Neuwerk reisen, kennen sich vier aus der Vergangenheit - sind also keine Fremden, auch wenn sie seither keinen Kontakt hatten.
Es gibt zwei Handlungs- bzw. Zeitstränge: Sommer 1995 und 10., 11. und 12. Oktober 2025; in der Gegenwart jeweils abwechselnd aus Sicht von Lehrerin Charlotte Hahnel, die die damaligen Vorkommnisse nicht losgelassen haben, sodass sie einem Orden beigetreten ist; Annika Lundt, die damals auf der Insel gelebt hat und sich den Jugendlichen angeschlossen hat, und nun eine beurlaubte Polizistin ist, die sich um ihre demente Mutter kümmern will; Mats Nilsson; ehemaliger Schüler auf der Schullandwoche; Sinje Bianchi, die damals mit ihren Eltern auf Urlaub auf Neuwerk war, sich den Jugendlichen aber nicht abschließen durfte; und Michelle Welm, die einen Job als Vogelwartin auf der Vogelinsel antreten will.
Und in der Vergangenheit liest man aus Sicht von Isa. Erst nach und nach bauen sich die Vorgänge langsam auf; und was tatsächlich passiert ist, erfährt man erst ganz zum Schluss. Man fragt sich also die ganze Zeit, wie die Dinge zusammenhänge, welche Rollen die einzelnen Personen gespielt haben und wie die junge Michelle ins Bild passt.

Ich mag den Erzählstil von Romy Fölck, auch wenn es sprachlich teilweise leider etwas holprig war und es Wiederholungen gab; aber die Beschreibung des starken Sturms, der immer heftiger wird, war sehr bedrückend.
Auch ist die Insel Neuwerk so detailliert dargestellt, dass man alle Schauplätze und Wege genau vor Augen hatte und mit allen Personen mitgefiebert und mitgelitten hat. Auch die Trecker-Fahrt zur Vogelinsel ist so lebendig beschrieben. Auf Neuwerk scheint die Zeit stillzustehen; es gibt keine Hektik - es geht um die Elemente und die gewaltige Natur.
Besonders gelungen fand ich die Charakterzeichnungen. Alle handelnden Figuren waren unterschiedlich, authentisch, mit Kanten und Ecken, und dadurch so lebendig. Man konnte sofort eine Bindung aufbauen - oder fand sie unsympathisch.
Dass man immer abwechselnd aus der unterschiedlichen Sicht der fünf Personen, und auch noch teilweise aus der Vergangenheit liest, macht es interessant und hält den Spannungsbogen konstant aufrecht. Man lernt erst die Personen kennen und erfährt nur nach und nach kleinste Puzzleteilchen, die sich erst langsam zu einem ganzen Bild zusammenfügen. Es war faszinierend, wie fest das Damals das Heute noch im Griff hat. Und es hat sich wieder bewahrheitet: wenn man Dinge verschweigt und nicht miteinander spricht, kann nichts Gutes dabei herauskommen.
Es wurde am Ende dann alles aufgelöst, was im Jahr 1995 vorgefallen ist; leider hat mich die Auflösung dann enttäuscht; es war für mich so unrealistisch und absolut nicht nachvollziehbar. Leider kann ich auf kein Detail eingehen, da ich sonst alles spoilern würde. Jedenfalls hat diese für mich konstruiert gefühlte Erklärung das schöne Leseerlebnis von zuvor zerbröckeln lassen.


Fazit:
Sehr spannendes Leseerlebnis auf zwei Zeitebenen und aus Sicht von fünf (bzw. sechs) verschiedenen Personen in einem wunderschönen, jedoch stürmischen Setting, das einen mitfiebern lässt. Leider hat mich die Auflösung enttäuscht zurückgelassen.

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