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Veröffentlicht am 14.08.2017

Eine lebendige, vielfältige Geschichte

Die Stadt des Zaren
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"Die Stadt des Zaren" erzählt die Geschichte der Anfänge der Stadt St. Pieterburch (St. Petersburg), die von der Autorin mit den Schicksalen verschiedener Personen verwoben wird. Dabei begegnet der Leser ...

"Die Stadt des Zaren" erzählt die Geschichte der Anfänge der Stadt St. Pieterburch (St. Petersburg), die von der Autorin mit den Schicksalen verschiedener Personen verwoben wird. Dabei begegnet der Leser den unterschiedlichsten Menschen, vom Zaren selbst über eine deutsche Arztfamilie, Tischler und Kriegsgefangene hin zu Leibeigenen. Dadurch entsteht ein vielfältiges Bild der damaligen Zeit und man erfährt sehr viel über all die Probleme, die sich beim Aufbau der Stadt ergeben haben und wie die Menschen davon betroffen waren.

Gefallen hat mir, dass alle Charaktere facettenreich sind. Es gibt zwar jene, die sympathischer sind als andere und dafür ebenso unliebsame Figuren, doch alle haben ihre 'guten' und 'schlechten' Seiten. Der Zar wird als ehrgeiziger Visionär und Herrscher dargestellt, der zugleich temperamentvoll ist und die Geduld verliert, während beispielsweise Zoja, eine Leibeigene, sowohl provokant und selbstsicher als auch verletzlich ist. Die Motivationen sind ebenfalls vielschichtig und es war interessant, aus welchen Gründen die Menschen in die neu entstehende Stadt gekommen und warum sie geblieben sind.

Die Handlung spielt in den Jahren 1703 bis 1712 und in dieser Zeit wird den Protagonisten einiges zugemutet. Es wird Krieg mit Schweden geführt, ihr neues Zuhause ist erst im Aufbau, sie erleiden Katastrophen, erleben wunderschöne Momente und müssen persönliche Verluste ertragen. Einige Schicksale haben mich sehr mitgenommen, über andere habe ich mich gefreut; dadurch, dass es so viele verschiedene Charaktere gibt, die abwechselnd in den Mittelpunkt der Geschichte rücken, fand ich es jedoch manchmal schwer, wirklich mit ihnen mitzuleiden - wenn ihnen etwas zustieß, wurden ihre Gefühle und die Konsequenzen zwar deutlich aufgezeigt, aber da es in den nächsten Kapiteln dann oft um ganz andere Situationen ging, konnte man sich als Leser nicht hundertprozentig damit auseinandersetzen. Schade fand ich ebenfalls, dass am Ende einiges offen bleibt beziehungsweise nicht direkt angesprochen wird, obwohl die Autorin die meisten Handlungsstränge gut zusammengeführt hat und es auch realistisch wirkt, da das Leben für ihre Figuren eben über die Handlung des Buches hinaus weitergeht.

Davon abgesehen ist "Die Stadt des Zaren" meiner Meinung nach eine sehr interessante Lektüre; Sahler ist es gelungen, die historischen Fakten zu einer lebendigen, vielfältigen Geschichte zu verweben und die Entstehung der Stadt Petersburg anschaulich darzustellen.

Veröffentlicht am 11.08.2017

Regt zum Nachdenken an

Und Marx stand still in Darwins Garten
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In "Und Marx stand still in Darwins Garten" zeichnet die Autorin ein eindrucksvolles Porträt von zwei Männern, die wohl jeder kennt: Charles Darwin, der vor allem für die Evolutionstheorie bekannt ist, ...

In "Und Marx stand still in Darwins Garten" zeichnet die Autorin ein eindrucksvolles Porträt von zwei Männern, die wohl jeder kennt: Charles Darwin, der vor allem für die Evolutionstheorie bekannt ist, und Karl Marx, einem Theoretiker des Sozialismus. Mir war zuvor nicht bewusst gewesen, dass die beiden so nahe beieinander gelebt hatten und sich dennoch nie getroffen haben, aber es ist interessant, sich eine Begegnung zwischen ihnen vorzustellen. Die Szene, in der sie aufeinander treffen, ist Jerger dann auch sehr gelungen - sie ist genauso unangenehm und angespannt, wie man erwarten könnte, vor allem, wenn man noch Darwins religiöse Frau und ihren Pfarrer zur Tischrunde hinzufügt. Leider bleibt es aber bei diesem einen Treffen und obwohl es durchaus interessant war und einige Denkanstöße für die Debatte lieferte, kam es mir doch ein wenig zu kurz.

Dafür sind die Parallelen der beiden Männer, die so unterschiedlich zu sein scheinen, sehr gut herausgearbeitet. Ein Großteil des Romans befasst sich mit den gesundheitlichen Problemen, mit denen sie zu kämpfen haben, doch auch ihre Arbeit ist für die Geschichte bedeutsam. Darwins Beobachtungen und seine Forschung waren faszinierend dargestellt und auch Marx' Überzeugungen über das Proletariat und die Klassenunterschiede wurden deutlich herausgearbeitet. Gerade Darwin war mir sympathisch; man lernt ihn nicht nur als großen Wissenschaftler, sondern als Mensch kennen, der seine Familie liebt, mit sich hadert und unsicher ist. Natürlich blickt man auch bei Marx hinter das allseits bekannte Bild, doch im Vergleich ist er für mich trotzdem ein bisschen blass geblieben. Das könnte daran liegen, dass man direkte Einblicke in Darwins Gedanken bekommt, während Marx zu großen Teilen nur aus der Sicht anderer - seines Arztes, Darwins oder seines Freundes - dargestellt wurde. Das war ein bisschen schade, da seine Gedankengänge bestimmt ebenfalls interessant gewesen wären, doch der Autorin gelingt es auch so, ihn hervorragend zu charakterisieren.

Insgesamt hat mir das Buch gefallen. Es ist eine stille Lektüre, die zum Nachdenken anregt, durchaus bewegende Momente liefert und mich neugierig darauf gemacht hat, mich mehr mit den Werken beider Männer zu beschäftigen. Trotzdem muss ich kritisieren, dass Marx ein wenig zu sehr im Hintergrund geblieben ist, auch wenn es mich beim Lesen nicht wirklich gestört hat, und auch das Treffen hätte etwas ausführlicher dargestellt werden können. Deshalb gibt es 'nur' 3,5/5 Sternen.

Veröffentlicht am 07.08.2017

Besser als Band 1

Nächster Halt: Indien
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"Nächster Halt: Indien" hat mir besser gefallen als der erste Band. Dies lag zum einen daran, dass die Protagonistin zwar auch in diesem Band Fehler macht und von (durchaus amüsanten) Missgeschicken verfolgt ...

"Nächster Halt: Indien" hat mir besser gefallen als der erste Band. Dies lag zum einen daran, dass die Protagonistin zwar auch in diesem Band Fehler macht und von (durchaus amüsanten) Missgeschicken verfolgt zu sein scheint, sie aber ihre Naivität, die mich im Vorgänger so störte abgelegt hat. Zum anderen lässt es sich damit erklären, dass die Autorin das Setting meiner Meinung nach sehr lebendig gezeichnet hat. Ich hatte Schwierigkeiten damit, mir die thailändische Kulisse richtig vorzustellen, da die Beschreibungen mir zu knapp waren, doch Indien war sehr gut beschrieben und ich hatte die farbenfrohen Szenen deutlich vor Augen. Georgia hat auch in diesem Buch unglaubliche, tolle Erfahrungen und Erlebnisse und es war interessant, Einblicke in ein paar Aspekte der indischen Kultur zu bekommen.

Gefallen hat mir, dass mit dem "Lonely Hearts Travel Club" nicht alles glatt lief, da es unrealistisch gewesen wäre, wenn Georgia und Ben ihr junges Unternehmen problemlos geführt hätten. Sie sind zwar erfolgreich, machen jedoch Fehler und gerade Georgia vergräbt sich geradezu in der Arbeit, was ihr nicht gut tut und dafür sorgt, dass sie eine Auszeit braucht. Es war schön zu sehen, dass die Reise nach Indien ihr geholfen hat, sich über einige Dinge klar zu werden und dass sie wieder mehr zu sich selbst gefunden hat. Die Nebencharaktere standen mir etwas zu sehr im Hintergrund, gerade ihre Familie und Freunde, doch dafür war die Entwicklung der Protagonistin überzeugend dargestellt.

Ein bisschen gestört hat mich, wie mit den vielen Konflikten umgegangen wurde, die aufgekommen sind; ich hatte den Eindruck, dass die meisten zu schnell und ohne wirkliche Konsequenzen aufgelöst wurden beziehungsweise dass es sehr günstige Wendungen und Entwicklungen gab, von denen die Charaktere profitierten. Es ist kein großer Kritikpunkt, da "Nächster Halt: Indien" eine eher leichte Lektüre ist und man einen positiven Ausgang deshalb erwartet, nur fand ich es vor allem gegen Ende etwas schade, da hier einiges an Potential für längere Handlungsstränge gewesen wäre.

Davon abgesehen habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und diesen zweiten Band gerne gelesen. Es ist eine kurzweilige Geschichte, die mir ein paar nette Lesestunden beschert hat, und ich bin gespannt, was Georgia im dritten Band in Chile erleben wird.

Veröffentlicht am 24.07.2017

Eine schöne Liebesgeschichte, aber...

Eine Prise Liebe
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Der erste Band der Reihe, "Für Happy Ends gibt's kein Rezept", endete damit, dass Landon, der Protagonist dieses Buches, bei seiner Arbeit für die Navy in Schwierigkeiten geriet; in "Eine Prise Liebe" ...

Der erste Band der Reihe, "Für Happy Ends gibt's kein Rezept", endete damit, dass Landon, der Protagonist dieses Buches, bei seiner Arbeit für die Navy in Schwierigkeiten geriet; in "Eine Prise Liebe" spielen nun die Konsequenzen dieses Ereignisses eine wichtige Rolle. Landon muss den Dienst quittieren und kehrt nach Hause zurück, wo auch Cami, eine der Betreiberinnen des Seduction, lebt. Die beiden sind seit Jahren ineinander verliebt, haben dies allerdings aus verschiedenen Gründen nie kommuniziert - bis jetzt.

Die Annäherung der beiden verlief angenehm unkompliziert und ging recht schnell vonstatten, ohne übereilt zu wirken, da die beiden sich schon sehr lange kennen und schon seit langem Gefühle füreinander haben. Landon weiß, was er will und nachdem er Cami zeigen kann, dass er es ernst mit ihr meint, kosten sie die gemeinsame Zeit voll aus. Es gab einige sehr schöne, süße Momente zwischen ihnen; sie hatten Dates, haben miteinander geschlafen und auch ein paar kleinere Konflikte ausgetragen, die nicht besonders ernst waren und vernünftig - ohne unnötiges Drama - geklärt wurden. Auf der einen Seite fand ich es toll, dass die Autorin keine dramatischen Streitereien und Hindernisse konstruiert hat, die nicht zur Geschichte und den Charakteren gepasst hätten, auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass ich zwischendurch das Gefühl hatte, dass nicht wirklich etwas von Substanz passiert. Besonders gestört hat mich dies nicht, da die Protagonisten als Paar überzeugend waren und es schön war, einfach von einer harmonischen Beziehung und dem Leben ihrer Freunde zu lesen.

Leider ist relativ knapp vor Ende etwas unglaublich tragisches passiert, das meiner Meinung nach um einiges mehr Raum hätte bekommen sollen. Es war etwas, das beide Charaktere und natürlich ihr Umfeld mitgenommen hat und eine große Tragweite für ihre Zukunft als Paar hatte; da aber nur wenige Kapitel später schon das 'Happy End' folgte, hatte ich das Gefühl, dass die Bedeutung herunter gespielt und die Folgen mit wenigen Worten übergangen wurde, was wirklich schade war. So entstand der Eindruck, dass die Gewichtung in dem Buch nicht stimmt - erst passiert lange nicht viel und dann so etwas - und ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin die Anfänge der Beziehung gekürzter dargestellt und dafür den späteren Vorkommnissen mehr Seiten gewidmet hätte.

Davon abgesehen hat mir "Eine Prise Liebe" gut gefallen; die Liebesgeschichte zwischen Cami und Landon konnte mich überzeugen und berühren, ich mochte, dass man mehr über die Protagonisten aus Band 1 erfahren hat und die Anfänge von Kats Geschichte machen neugierig auf mehr.

Veröffentlicht am 14.07.2017

Hat meine Erwartungen nicht erfüllt

Talon - Drachenzeit
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Ich hatte mit "Talon: Drachenzeit" einige Schwierigkeiten. Da ich "Plötzlich Fee" und "Plötzlich Prinz" trotz einiger Klischees und Dreiecksbeziehungen sehr mochte, hatte ich erwartet, auch diese Reihe ...

Ich hatte mit "Talon: Drachenzeit" einige Schwierigkeiten. Da ich "Plötzlich Fee" und "Plötzlich Prinz" trotz einiger Klischees und Dreiecksbeziehungen sehr mochte, hatte ich erwartet, auch diese Reihe gut zu finden, vor allem, da Drachen an sich wahnsinnig interessant sind - doch das Buch konnte mich von Beginn an nicht fesseln. Ember ist an sich keine unsympathische Protagonistin und ich kann gut nachempfinden, dass sie Kontrolle über ihr eigenes Leben und Freiheit erlangen möchte, sodass ich ihren Weg schlüssig fand. Die meiste Zeit aber konnte man fast schon vergessen, dass sie ein Drache ist, weil sie viel lieber menschlich sein möchte. Sie ist der typische rebellische Teenager, der unverantwortlich handelt und gegen alles, was von einer Autorität - hier Talon - vorgegeben wird, aufbegehrt und sogar die vernünftigen Regeln, die für die Sicherheit der Drachen sorgen sollen, oft aus Prinzip ignoriert. Ich hätte es besser gefunden, wenn sie an erster Stelle ein Drache und erst dann menschlich gewesen wäre, da ich mir gerade von diesem Aspekt viel mehr erwartet und erhofft hatte. Nur hätte dann der Plot vermutlich nicht funktioniert, vor allem in Bezug auf die Drachenjäger... und natürlich kann man argumentieren, dass es für einen Drachen absolut passend ist, ein Freigeist zu sein.

Die Dreiecksbeziehung fand ich, wie in beinahe jedem Buch, unnötig. Immerhin sind beide Jungen ziemlich sympathisch und als Charaktere ganz gut ausgearbeitet; sie sind komplex und interessant, sodass es gut ist, dass beide ihre eigenen Kapitel bekommen.
Es war zwar früh vorhersehbar, wie die Geschichte sich entwickeln würde, die Entwicklung der Beziehungen an sich waren meiner Meinung nach allerdings glaubwürdig dargestellt. Natürlich hat Ember sich sehr naiv verhalten, was mich gestört hat, und es gibt in Bezug auf beide problematische Aspekte, die es momentan schwer machen festzulegen, welche Beziehung für sie besser wäre... also mal sehen, wie es hier in den nächsten Büchern weitergehen wird.

Das World Building kam mir ebenfalls etwas zu kurz, wobei ich die Organisation der Drachen und ihren historischen Hintergrund wahnsinnig interessant fand. Die Autorin hätte ruhig noch mehr darauf eingehen können und ich hoffe, dass sie die Welt in den Folgebänden noch ausbauen wird. Hier steckt einiges an Potential. Der Plot an sich war recht spannend, zumindest, wenn etwas passierte, doch zwischendrin war ich ein paar Mal kurz davor, die Seiten einfach nur noch zu überfliegen, weil es einfach nicht voranging. Wie gesagt gibt es durchaus spannende, packende Momente und der Schreibstil der Autorin lässt sich wieder leicht und flüssig lesen, aber viel war leider vorhersehbar.

Zusammenfassend kann man sagen, dass "Talon" in meinen Augen viel Potential verschenkt. Die Drachen sind toll beschrieben, obwohl mir dieser Aspekt fast schon zu kurz kommt, da der Fokus auf Embers Entwicklung und ihrem Wunsch, frei zu sein, liegt. Die Handlung konnte mich die meiste Zeit über nicht fesseln, doch mir hat auch einiges gefallen, beispielsweise das World Building und die Charaktere. Vielleicht waren einfach meine Erwartungen zu hoch? Den zweiten Band werde ich lesen, um zu erfahren, wie es nach dem Ende weitergeht. "Drachenzeit" kann ich trotzdem 'nur' mit 3,5/5 Sternen bewerten.