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Kristja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.05.2023

Zu viel hin und her

Ever Since I Needed You
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Gen ist vor einem Jahr von Avalon Bay aus mehreren Gründen geflohen. Nun kommt sie zur Beerdigung ihrer Mutter wieder. Aufgrund der Tatsache, dass sie kein besonders gutes Verhältnis zu ihr hatte, sind ...

Gen ist vor einem Jahr von Avalon Bay aus mehreren Gründen geflohen. Nun kommt sie zur Beerdigung ihrer Mutter wieder. Aufgrund der Tatsache, dass sie kein besonders gutes Verhältnis zu ihr hatte, sind die ersten Kapitel trotz des traurigen Themas doch recht emotionslos. Doch nicht nur sie wirkt so gleichgültig, auch die meisten ihrer Brüder wirken so. Auf der Beerdigung trifft sie direkt auf ihren Ex-Freund Evan, mit dem sie damals eine ewige On-Off-Beziehung geführt hat. Dass die zwei direkt übereinander herfallen, fand ich ziemlich unpassend. Besonders wenn man bedenkt, dass sie sich nicht mehr auf ihn einlassen wollte.

Eigentlich wollte Gen auch schnell wieder weg, nur braucht ihr Vater Unterstützung bei seinem Unternehmen, wo die Buchhaltung übernommen werden muss. Daher muss sie wohl oder übel länger in Avalon Bay bleiben und sich damit auch weiter mit Evan auseinandersetzen. Deren Beziehung ist absolut verkorkst. Anders kann ich es nicht nennen. Ständig wollen sie sich gegenseitig eifersüchtig machen, aber lassen sich auch nicht aufeinander ein. Früher liebten sie Streit und die damit verbundene Versöhnung. Sie waren immer auf Krawall aus und haben Chaos gestiftet. Gen will nun endlich aus diesem Muster ausbrechen. Doch die Art und Weise, wie sie das versucht, gefällt mir leider gar nicht. Während sie nämlich einen Typen datet, der das absolute Gegenteil von Evan ist, lässt sie sich trotzdem immer wieder auf Evan ein. Es ist wirklich ein ewiges Hin und Her. Ich fand es einfach unnötig hier noch einen Typen mit unterzubringen. Es war für die beiden sowieso schwierig eine Beziehung zu versuchen, die nicht nur auf Körperlichkeiten beruht.

Einerseits hat mir die Charakterentwicklung ziemlich gut gefallen. Denn sowohl Gen als auch Evan haben ihr Leben ordentlich umgekrempelt, um mit beiden Beinen im Leben zu stehen. Dieser Schritt war sicher nicht einfach, aber ich fand es schön genau das mitzuerleben. Wobei ich das Gefühl hatte, Evan mehr begleiten zu können. Bei Gen war es eher so, dass sie immer nur Angst hatte in alte Muster zu fallen. Dazu hatte sie andere Probleme zu bewältigen, die sie noch heute verfolgen. Evan hat gleich mehrere Anläufe gebraucht, was ziemlich amüsante Situationen mit sich gebracht hat. Dazu fand ich es so süß, wie er mit Riley umgegangen ist. Ich habe diese Szenen geliebt. Riley ist einfach so ein cooler süßer Typ!

Fazit:

Eine Liebesgeschichte mit zwei sehr impulsiven Protagonisten und einigem hin und her. Gens Art und Weise sich von Evan zu distanzieren, mochte ich dabei gar nicht. Ein weiterer Typ war hier einfach zu viel. Es war für die beiden auch so ein schwieriger Weg wieder zueinander zu finden, und zwar auf einer tieferen Ebene. Evans Entwicklung hat mir dabei besonders gefallen, weil es auch einen weiteren spannenden Charakter mitgebracht hat.

3/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.05.2023

Alles ist etwas überstürzt

The Dragon's Bride
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Briar Rose ist verzweifelt und will nur noch vor ihrem gewalttätigen Ehemann fliehen. Doch selbst das geht schief. Glücklicherweise erscheint Azazel, ein Dämon, und bietet ihr einen Handel an. Sieben Jahre ...

Briar Rose ist verzweifelt und will nur noch vor ihrem gewalttätigen Ehemann fliehen. Doch selbst das geht schief. Glücklicherweise erscheint Azazel, ein Dämon, und bietet ihr einen Handel an. Sieben Jahre muss sie in seinem Reich dienen, danach ist sie frei und nicht mehr in Gefahr. Klingt fair. Direkt geht es in das Reich der Dämonen.

Im Reich wird sie erst mal mit anderen Frauen versteigert. Ich fand die Szene etwas lang gezogen, wo wir doch schon wussten, dass Sol sie bekommt. Sol braucht sie, um ein Kind zu bekommen, denn sein Reich braucht einen Nachfolger. Zuerst ist sie ziemlich skeptisch wegen der ganzen Sache. Macht Sinn bei ihrer Vergangenheit. Sol ist dabei sehr geduldig und verständnisvoll. Relativ schnell verändert Briar sich dann aber und sabbert Sol hinterher. Dass sie sich dann auch so schnell sowohl körperlich als auch seelisch auf ihn einlässt, habe ich nicht erwartet. Eben wegen ihrer Vergangenheit. Das war mir alles viel zu überstürzt und unrealistisch. Genauso verhält es sich mit der Anziehung von Sol zu Briar. Wie kann man nach so kurzer Zeit von Liebe reden, wenn man gefühlt nur zusammen im Bett war und keine Gespräche geführt hat?

Das Reich der Dämonen hätte ich gerne noch mehr kennengelernt, genau wie die einzelnen Kreaturen. Das kam mir etwas zu kurz. Ich muss sagen, ich habe auch etwas eher anderes erwartet. Ich dachte nämlich bei dem Buch handelt es sich um eine normale Romantasy. Der Fokus lag ganz klar auf heißen Szenen. Die waren ziemlich gut und bildhaft beschrieben. Es wäre auch okay gewesen, wenn alles drum herum gestimmt hätte. Aber wie vorhin bereits beschrieben war alles etwas vorschnell. Dazu haben sich ein paar kleine Logikfehler eingeschlichen. Das fand ich ziemlich schade. Was ich ebenfalls nicht wirklich mochte war, dass einer oder zwei, ich bin mir nicht mal sicher, weil es so verwirrend war, der Dämonen das Pronomen they hatte. Ich fand das so anstrengend, weil ich damit oft überhaupt nicht verstanden habe, was da dann gerade passiert. Das ist aber sicher eine sehr persönliche Ansichtssache.


Fazit:

Für mich war die Story zu unrealistisch und überstürzt. Bei Briars Vergangenheit hätte da mehr Zögern sein sollen. Aber dafür müsste das Buch viel mehr Seiten haben. Der Fokus lag hier viel mehr auf den heißen Szenen. Wer aber genau sowas mag, dem kann ich das Buch empfehlen. Für mich muss halt alles zusammenpassen und das war hier leider nicht der Fall.

3/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.05.2023

Bin zwiegespalten

Starburst Effect
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Lily ist sehr sympathisch und stark. Sie hat es sowohl zu Hause als auch in der Schule nicht gerade einfach. Zu Hause lassen sich ihre Eltern scheiden und sie muss nun ständig auf ihren Bruder aufpassen ...

Lily ist sehr sympathisch und stark. Sie hat es sowohl zu Hause als auch in der Schule nicht gerade einfach. Zu Hause lassen sich ihre Eltern scheiden und sie muss nun ständig auf ihren Bruder aufpassen und ihre eigenen Pläne hintenanstellen. Dass sie das macht, fand ich ziemlich cool von ihr. In der Schule dagegen wird sie seit neuestem gemobbt. Ausschlaggebend ist Noah, ihr Nachbar.

Sehr viele Aspekte, die in der Schule passiert sind, sind unglaublich klischeebehaftet. Die typische beliebte Clique. Die beste Freundin, die sich doch andere Freunde sucht. Und die Wendung ist natürlich auch entsprechend vorhersehbar. Als aber Noah einen Sportunfall hat, ist er grundverändert. Es scheint, als hätte die nette Seite von Noah sich an die Oberfläche gekämpft. Nur hat er durch den Unfall immer noch Schwierigkeiten und wird als Freak abgestempelt. Die Einzige, die irgendwie für ihn da sein könnte, ist Lily. Aber wird das funktionieren? Ich habe den Zwiespalt von Lily ziemlich gut nachempfinden können. Einerseits ist er eben der Grund, warum sie ein ziemlich hartes Jahr an der Schule hatte, aber andererseits ist er eben ganz anders und geht selbst durch die Hölle.

Im Großen und Ganzen fand ich die Geschichte süß, aber ich fand einige Aspekte dann doch nicht wirklich rund gelöst. Zunächst einmal habe ich nach dem Klappentext eine ganz andere Story erwartet. So hat es sich die Autorin doch ziemlich leicht gemacht. Sehr viele Aspekte wirken auch sehr erzwungen und konstruiert. Nicht nur die Unselbstständigkeit von Lilys Bruder. Auch Lilys Ex-Freund, der dann wieder Interesse zeigte, war so völlig aus der Luft gegriffen. Es war, als wollte die Autorin hier auf Krampf ein Drama oder Reaktionen der Charaktere provozieren. Manche Szenen mit Lily und Noah waren ebenfalls eher überzogen. Es sollte sicher zeigen, dass Lily trotz des Geredes helfen will, aber ich fand es einfach nur merkwürdig. Auch dass sie sich immer vor jeglichen Personen, Mütter eingeschlossen, über sonst was diskutiert haben. Das muss doch nicht sein. Genau wie das Ende, das meiner Meinung nach viel zu glatt lief und mir zu kitschig war.

Fazit:

Ich muss sagen, das Buch hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Einerseits finde ich das Thema Mobbing, die Folge von Unfällen und der Umgang damit unglaublich wichtig. Den Zwiespalt von Lily habe ich sehr gut nachempfinden können. Auch fand ich es schön, dass die Autorin diese ganzen Themen behandelt und sie von verschiedenen Seiten reflektiert. Aber die Story war mir einfach nicht rund genug. Vieles wirkte erzwungen und seltsam. Außerdem war mir das Ende viel zu kitschig und einfach.

3/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 04.05.2023

Mittelmäßige Dystopie

Equilon
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Wie immer in einer dystopischen Welt ist die Gesellschaft in mehrere Schichten unterteilt. Die Privilegierten, die den Score von einer Milliarde geknackt haben, und eben die anderen, die in Grenzgebieten ...

Wie immer in einer dystopischen Welt ist die Gesellschaft in mehrere Schichten unterteilt. Die Privilegierten, die den Score von einer Milliarde geknackt haben, und eben die anderen, die in Grenzgebieten in Armut leben. Wobei die Grenzgebiete auch nochmal etwas unterteilt sind. Jenna ist eine Grenzländerin, die es aber geschafft hat den Score zu knacken und damit nach New Valley darf. Dort ist sie verständlicherweise ziemlich überwältigt von dem ganzen Luxus. In New Valley wollte Jenna eigentlich weiter an Equilon arbeiten, dem Algorithmus, der den Planeten wieder bewohnbar machen soll. Nur wird sie dort nicht eingeteilt. Ich finde sowieso, dass wir sehr wenig von der Welt und wie sie so geworden ist, mitbekommen haben. Auch habe ich nicht verstanden, was genau Equilon tatsächlich macht.

Jenna war mir zu Anfang recht sympathisch. Leider hat das im Laufe des Buches stark abgenommen. Als die Rebellen anfangen einzuschreiten und Jenna davon mitbekommt, fing es an unrealistisch zu werden. Nicht nur, dass die Rebellen Jenna sofort alles von den Plänen zeigen und erzählen. Sie benimmt sich dort auch wahnsinnig kindisch, naiv und anstrengend. Auch als sie danach von den Privilegierten manipuliert wird und sie das schon merkt, ignoriert sie das einfach. Da konnte ich nur den Kopf schütteln. Wie kann man so sehr die Augen davor verschließen?

Während Jenna den Luxus genießt, ist Dorian einer, der weit weg vom Score ist und kaum Hoffnung hat. Bis er auf Maggie und Hannah trifft. Kurz darauf muss er aber mit Maggie fliehen. Ich fand insbesondere seine Kapitel wahnsinnig spannend. Dort bekommt man mehr von der Welt mit und es ist einfach spannend die zwei auf der Flucht zu begleiten. Dazu sind sie wahnsinnig sympathisch.

Das Ende war leider auch etwas zu vorhersehbar und nicht wirklich spannend. Schade fand ich, dass Dorian direkt so fasziniert von Jenna war. Auch wenn ich großer Fan von solchen Geschichten bin, hat es hier nicht hineingepasst.


Fazit:

Eine tolle Idee, aber eher schwach umgesetzt. Ich finde es gab zu wenig Beschreibungen dieser Welt und wie so geworden ist. Dazu war mir Jenna zu anstrengend mit ihrer Naivität. Dorians Kapitel habe ich aber unglaublich gerne gelesen.

3/5 Sterne

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.04.2023

Schattenseiten des Promilebens

Count On You
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Daisy hat es geschafft. Sie hat sich ihren Kindheitstraum erfüllt und ist Schauspielerin und Sängerin. Doch mit dem Ruhm kommt auch die Gefahr und so bekommt Daisy noch einen Bodyguard. Thomas Kalberg. ...

Daisy hat es geschafft. Sie hat sich ihren Kindheitstraum erfüllt und ist Schauspielerin und Sängerin. Doch mit dem Ruhm kommt auch die Gefahr und so bekommt Daisy noch einen Bodyguard. Thomas Kalberg. Der beste Freund ihres Bruders. Wäre kein Problem, wenn Daisy nicht schon seit Kindheitstagen in ihn verliebt ist. Aber Thomas will die Beziehung nun auf professioneller Ebene halten, um keine Fehler zu machen.

Die Story rund um Daisy und die Probleme, die das berühmt sein mit sich bringt, fand ich interessant. Denn Erfolg bedeutet nicht, dass alles gut läuft. Der Druck ist riesig. Es werden Dramen heraufbeschworen, um Geld zu generieren. Alle reden auf einen ein und bei Fehlern bekommt man eine Hasswelle ab. Aber Daisy ist halt immer noch ein Mensch und viele der Kommentare gehen ihr nah, verständlicherweise. Daher will sie sich wenigstens ein Stückchen ihres Privatlebens für sich haben und kontrollieren.

Dazu kommt noch die Gefahr von dem Stalker. Dieser fing zwar harmlos mit Nachrichten an, aber es ging immer weiter und weiter. Das war wirklich sehr spannend und ich verstehe nicht, wie Daisy da manchmal so ruhig bleiben konnte! Besonders wie sie am Anfang das Notfall-Codewort missbraucht und ständig weggelaufen ist, war einfach nur extrem kindisch. Sie wirkte im Buch sehr oft eher unreif. Insbesondere als sie dann anfangen wollte, ihr Image zu wechseln und als Frau wahrgenommen zu werden. Ich bin wahrscheinlich einfach nicht mit ihr warm geworden.

Die Liebesgeschichte zwischen Daisy und Thomas war.. seltsam. Ich habe es nicht gefühlt. Durch die Besessenheit von Daisy war es nicht mehr wirklich süß. Thomas, der von seiner Mutter als Soziopath betitelt wurde, war immer sehr zurückhaltend. Ich fand es süß, wenn er dann mal eifersüchtig wurde. Seine Faszination von Daisy konnte ich aber natürlich nicht nachvollziehen.

Eine Nebenstory rund um Thomas gab es auch noch. Das fand ich total klasse und die habe ich so gerne mitverfolgt. Generell finde ich, dass er eine tolle Entwicklung im Buch durchmacht. Seine Freunde aus Band 1 sind auch mit am Start und unterstützen ihn. Habe seine Abschnitte deswegen sehr gerne gelesen.

Immer wieder gab es Kapitel, die im Interview-Format waren. An sich eine coole Idee. Aber die Umsetzung fand ich nicht wirklich gelungen. Es geht nicht um den Werdegang von Daisy, sondern nur um ihre Besessenheit von Thomas. Das war total fehl am Platz und hat nichts zur Story beigetragen.

Fazit:

Die Handlung und Nebenstorys haben mir an sich gut gefallen. Das Leben als Promi mit all seinen Schattenseiten und insbesondere die Gefahr, die es manchmal auch mit sich bringt, wurde gut und spannend dargestellt. Mit Daisy und ihrer oftmals eher kindischen und unreifen Art bin ich nicht so ganz warm geworden. Ihre Besessenheit von Thomas war schon nicht mehr normal und alles andere als süß. Insbesondere durch die Interview-Ausschnitte hat sich dieses Gefühl verstärkt.

3/5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere