Schräg, Skurril, Blutig!
Ein kleines Lied über das SterbenIm Juni 2025 hat der Autor Timo Blunck gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Ein kleines Lied über das Sterben“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte. Es ist in den klaren Farben ...
Im Juni 2025 hat der Autor Timo Blunck gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Ein kleines Lied über das Sterben“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte. Es ist in den klaren Farben Schwarz, Weiß und Blutrot gestaltet und zeigt das Wesentliche: Eine Person hinterlässt eine Blutlache begleitet von einem Hund.
Positiv möchte ich hervorheben, dass die Geschichte selbst durchaus lesenswert ist. Der Antiheld Tom Mangold war einst ein erfolgreicher Mordermittler und lebt nun in einer Laubenkolonie. Ständig auf Koks ist er aktiv als Hundefänger. Bis ihn eine Hündin zu einer Leiche führt und er auf eine Frau trifft, die ihn gleich in seinen Bann zieht. Diese Frau hat ein Geheimnis. Und das ist fürchterlich.
Recht schnell ist für mich klar, wer hinter dem Mord steckt. Als geübter Krimileser liege ich mit meinen Vermutungen oft richtig. Meistens stört mich das nicht, denn es kann immer noch anders kommen. Auch hier stört mich das gar nicht, denn ich bin neugierig auf die Geschichte. Der Autor erzählt aus verschiedenen Personen und belebt damit seinen Krimi. Sehr amüsant finde ich den Erzählstrang der ungarischen Ex-Straßenhündin Knef.
Die Personen sind skurril, schräg und abgedreht. In sich sind sie logisch aufgebaut, da passt alles. Ich mag schräge und abgedrehte Persönlichkeiten und Geschichten. Meine Jugend habe ich mit „Ein Fisch namens Wanda“ und „Per Anhalter durch die Galaxis“ verbracht. Auch für Screwball-Komödien habe ich Sinn. „Ein kleines Lied über das Sterben“ geht mir jedoch zu weit.
Der Autor wagt sich an ein Tabuthema und überschreitet nach meiner Meinung die Grenze des guten Krimigeschmacks. Dieser Kriminalroman ist mir zu blutig. Ich würde ihn eher in das Genre Horror einstufen, als in die Sparte „Kriminalroman“. Doch das ist meine ganz persönliche Meinung
Alles in allem hat der Autor Timo Blunck mit „Ein kleines Lied über das Sterben“ einen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, der vermutlich eine Lesergruppe anspricht, der es nicht skurril, schräg und blutig genug sein kann. Zart besaitet darf der Leser nicht sein. Von mir bekommt der Autor 2 Lesesterne.