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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2023

Eine Erinnerung, die für immer bleibt

Der Krönungstag
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Am Krönungstag, dem 2. Juni 1953 fährt das Ehepaar Clagg voller Stolz und Vorfreude nach London. Mit ihnen ihre Kinder Jonny, 11 und Gwendoline, 7, sowie die Großmutter, die besonders gern alle Welt herumkommandiert.
Für ...

Am Krönungstag, dem 2. Juni 1953 fährt das Ehepaar Clagg voller Stolz und Vorfreude nach London. Mit ihnen ihre Kinder Jonny, 11 und Gwendoline, 7, sowie die Großmutter, die besonders gern alle Welt herumkommandiert.
Für Gwendoline war Elisabeth die Zweite eine lebendig gewordene Prinzessin, die Mutter freut sich auf einen Tag in wahr gewordener Märchenpracht. Der jährliche heißgeliebte Sommerurlaub war für die Fahrt und die Karten zu den Krönungsfeierlichkeiten geopfert worden.
Liebevoll und nahbar wird die Familie vorgestellt, ihre Träume geschildert. Wunderbar beobachtet.
Wie zur Vorbereitung der aktuellen Krönung läuft auch vor 70 Jahren die royale Maschinerie an, Merchandising treibt fantasievolle Blüten, ganz England ist im Feierfieber. So auch die Claggs. Nur: sie erleben eine riesige Enttäuschung und haben dennoch einen ganz besonderen Tag.
Sehr anrührend geschrieben, wie ein Hörspiel erzählt. Nostalgie schwingt mit, ein Ausflug in die Historie wird unternommen und trotzdem wirkt diese Erzählung frisch und beeindruckend. Sehr poetisch und gefühlvoll.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

… is watching you

Going Zero
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Kaitlyn nimmt die Herausforderung an: sie muß für 30 Tage unauffindbar sein, trotz engmaschiger digitaler Überwachung, trotz modernster Suchmethoden, trotz perfekter künstlicher Intelligenz. Dann bekommt ...

Kaitlyn nimmt die Herausforderung an: sie muß für 30 Tage unauffindbar sein, trotz engmaschiger digitaler Überwachung, trotz modernster Suchmethoden, trotz perfekter künstlicher Intelligenz. Dann bekommt sie drei Millionen Dollar. Kann sie, eine einfache Bibliothekarin, diese Aufgabe meistern? Geht es ihr nur um das Geld? Außer ihr versuchen neun weitere Kandidaten, die angeblich perfekte Überwachung auszutricksen. Die Gruppe setzt sich aus unterschiedlichsten Personen zusammen, alle glauben, den genialen Plan zu haben. Ob das stimmt?
Anthony McCarten beschreibt detailreich, wie die bestens organisierte Gesellschaft Spuren und Psychologie nutzt, um Menschen zu finden. Unter dem Vorwand von Gefahrenabwehr. Dabei werden schnell und bewusst Grenzen überschritten, Skrupellosigkeit und Heimtücke in unvorstellbarem Ausmaß werden aufgezeigt. Leichtsinniger Umgang mit sensiblen Daten, aber auch ungeahnte raffinierte technische Möglichkeiten werden geschildert. Sensationell beschrieben, man fiebert mit! Der Spannungsbogen wird geschickt und konsequent durchgängig hoch gehalten, packend, erhellend und super mit Herzklopfen zu lesen.

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Veröffentlicht am 20.04.2023

Sie können es genauso gut

Die Kriminalistinnen. Der Tod des Blumenmädchens
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August 1969, sechs angehende Kriminalistinnen starten ins Berufsleben. Die 22-jährige Erzählerin sieht sich ihrem Traumberuf nahe. Die jungen Frauen sind eine bodenständige Truppe und haben gute Gründe ...

August 1969, sechs angehende Kriminalistinnen starten ins Berufsleben. Die 22-jährige Erzählerin sieht sich ihrem Traumberuf nahe. Die jungen Frauen sind eine bodenständige Truppe und haben gute Gründe für ihre Berufswahl. Die männlichen Kollegen allerdings nehmen sie nicht für voll, drücken ihnen dämliche Vorschriften und dumme Sprüche auf. Manches hat sich seitdem nicht verändert.
Die Hintergrundinformationen sind sehr interessant. Auch die machomäßige Gesetzeslage, die verheirateten Frauen keine eigenen Rechte zustand.
Es folgt die ausführliche Beschreibung der Ermittlungen in einem speziellen Fall.
Lucia Specht gibt anschauliche Einblicke in die Anfänge ihrer Arbeit, beschreibt vorstellbar den Alltag im Abschnitt K1. Allerdings geht sie auch sehr ungewöhnliche und nicht immer gesetzeskonforme Wege. Ihr Privatleben spielt ebenso eine Rolle.
Mathias Berg unternimmt eine Zeitreise ins Jahr 1969, der man wie beim Betrachten eines alten Filmes folgen kann. Man sieht förmlich dicke Rauchschwaden in vernebelten Kneipen aufsteigen. Unerwartete Wendungen erhöhen die Spannung. Eine Wertschätzung hartnäckiger und engagierter Polizeiarbeit Ende der Sechzigerjahre und Anerkennung der unterschätzten weiblichen Fähigkeiten.

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Veröffentlicht am 18.04.2023

Begegnungen

Menschen, die wir noch nicht kennen
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Frank fährt seit 60 Jahren sehr oft mit dem Bus, sucht seine große Liebe, muß sie wiederfinden. Zudem ist es ihm wichtig, dem Mädchen von damals zu danken, hat sie doch sein Leben entscheidend verändert. ...

Frank fährt seit 60 Jahren sehr oft mit dem Bus, sucht seine große Liebe, muß sie wiederfinden. Zudem ist es ihm wichtig, dem Mädchen von damals zu danken, hat sie doch sein Leben entscheidend verändert. Beginnende Demenz erschwert sein Vorhaben. Mit Libby trifft er eine unglückliche junge Frau, die ihm helfen möchte. Und die wiederum schafft es, seinen Pfleger Dylan trotz gegenseitiger Antipathie in die Suche einzubinden.
In Einschüben erfährt man mehr über die Gesuchte. Unverhoffte Begegnungen berühren emotional. Sie sind das Salz in einer gefühlvollen Geschichte.
Libby lernt, ihren Weg zu gehen. Ob auch sie die Liebe finden kann?
Freya Sampson hat einen wunderbaren Roman geschrieben, ihre Figuren sind emphatisch, handeln spontan, sind authentisch und die meisten davon sehr liebenswert. Ein Roman mit Herz, entspannende Lektüre im nervigen Alltag.

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Veröffentlicht am 13.04.2023

Nach dem Krieg

Und trotzdem leben wir
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Deutschland 1945. Der Krieg ist zu Ende. In einer kleinen Stadt am Mittelrhein lebt Gerrit in einer ehemaligen Gaststätte. Wohnraum ist knapp, alle Zimmer sind belegt. Hauptsächlich von Frauen mit ihren ...

Deutschland 1945. Der Krieg ist zu Ende. In einer kleinen Stadt am Mittelrhein lebt Gerrit in einer ehemaligen Gaststätte. Wohnraum ist knapp, alle Zimmer sind belegt. Hauptsächlich von Frauen mit ihren Kindern. Erika und Eva sind zwei von ihnen, freunden sich an. Auch mit Gerrit, die Autos repariert. Ihre Charaktere werden authentisch gezeigt, sie meistern mit viel Kraft die Situation.
Michaela Küpper schildert anschaulich eine schwere Zeit, in der die meisten Menschen wenig bis nichts hatten. Katastrophale Wohnbedingungen, Mangel an allem, verstörte Kriegsheimkehrer sind nur einige Probleme auf einer langen Liste. Aber auch die Träume, die Hoffnungen werden benannt. Das wird gut vorstellbar beschrieben, auch die historischen Hintergründe werden aufgezeigt. Liest sich interessant, hilft, sich in diese Jahre hineinzuversetzen, Berichte aus den Nachkriegsjahren besser zu verstehen sowie den Mut und die Leistungen der Frauen zu würdigen.

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