Alkoholismus
Die DrohungAstrid ist alkoholsüchtig, jedoch seit fast 200 Tagen trocken. Sie ist fest entschlossen, ihr in Trümmern liegendes Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und zieht zurück in das kleine Küstenstädtchen ...
Astrid ist alkoholsüchtig, jedoch seit fast 200 Tagen trocken. Sie ist fest entschlossen, ihr in Trümmern liegendes Leben wieder auf die Reihe zu bekommen und zieht zurück in das kleine Küstenstädtchen Flinstead, um der Verführung der Großstadt aus dem Weg zu gehen. Doch anstatt sich auf ihre Genesung zu konzentrieren, holt sie ihre Vergangenheit ein. Irgendjemand scheint hinter ihr her zu sein und schickt ihr unheimliche Briefe. Kommt ihr dunkles Geheimnis ans Licht?
Ich weiß nicht genau, was ich mir vorgestellt habe, aber ich hatte die Hoffnung, dass das Alkoholthema nicht allgegenwärtig ist. Es gibt gefühlt keine Seite, die sich nicht mit Astrids Sucht auseinandersetzt und mir persönlich war das einfach zu viel. Ich hab das Gefühl, das Thema wurde authentisch rübergebracht, die nötige Schwere wurde mir zumindest transportiert. Aber mir fehlte einfach der komplette Bezug zur Geschichte. Vielleicht lag es auch daran, dass mir Astrid absolut nicht sympathisch gewesen ist und mir ihr Verbleib und ihre aktuelle Situation einfach schlichtweg egal gewesen sind. Sie ist kein Charakter, zu dem man schnell eine Bindung aufbauen kann, vielmehr regte ich mich über ihre ständigen Fehler auf, aus denen sie auch nicht zu lernen schien. Man beobachtet Astrid eigentlich dabei, wie sie stetig in ihr Unglück rennt. Der Aspekt brachte mich jedoch ihrer Mutter näher, die genau diese Hilflosigkeit und Genervtheit am eigenen Leib spüren muss.
Die Stimmung war durchweg bedrückend, was mir an sich eigentlich gefallen hat. Man kann förmlich spüren, wie sich Astrids Leben immer weiter verschlimmert, aus anfänglichen Kleinigkeiten werden große Probleme und auch Astrids Verzweiflung ist schon fast greifbar.
Ich wusste, dass ich mich auf keinen spannenden Thriller, sondern höchstens auf einen Roman mit Spannungselementen einlasse, jedoch zog sich für mich die Geschichte an einigen Stellen so in die Länge, dass ich echt traurig war. Ich mag die Bücher von Lesley Kara eigentlich sehr gern, weil sie sehr bedrückend und atmosphärisch aufgeladen sind, aber diesmal schien das Thema einfach nicht meins zu sein, was mich daran hinderte, die Geschichte so wirklich zu genießen.
Nichtsdestotrotz ist "Die Drohung" ein lesenswerter Roman, wenn man sich mit Suchterkrankung und deren Auswirkungen auf eine Person und deren Umfeld auseinandersetzen möchte.