Der Donnerstagsmordclub ermittelt!
Der Donnerstagsmordclub (Die Mordclub-Serie 1)Man möchte meinen, so eine luxuriöse Seniorenresidenz in der idyllischen Grafschaft Kent sei ein friedlicher Ort. Das dachte auch die fast achtzigjährige Joyce, als sie in Coopers Chase einzog. Bis sie ...
Man möchte meinen, so eine luxuriöse Seniorenresidenz in der idyllischen Grafschaft Kent sei ein friedlicher Ort. Das dachte auch die fast achtzigjährige Joyce, als sie in Coopers Chase einzog. Bis sie Elizabeth, Ron und Ibrahim kennenlernt oder, anders gesagt, eine ehemalige Geheimagentin, einen ehemaligen Gewerkschaftsführer und einen ehemaligen Psychiater. Sie wird Teil ihres Clubs, der sich immer donnerstags im Puzzlezimmer trifft, um ungelöste Kriminalfälle aufzuklären. Als dann direkt vor ihrer Haustür ein Mord verübt wird, ist der Ermittlungseifer der vier Senioren natürlich geweckt, und selbst der Chefinspektor der lokalen Polizeidienststelle kann nur über ihren Scharfsinn staunen.
Richard Osman nimmt uns in seinem ersten Band des „Donnerstags Mordclub“ mit in die Grafschaft Kent, denn dort leben unsere Figuren in einer luxuriösen Seniorenresidenz.
Der Autor bietet uns nicht nur eine englische Location, sondern einen absolut typisch englischen Krimi. Ein bisschen musste ich immer wieder an Miss Marple denken.
In Coopers Chase haben Elizabeth (ehemalige Geheimagentin), Ron (ehemaliger Gewerkschaftsführer) und Ibrahim (ehemaliger Psychologe) den Donnerstags Mordclub gegründet. Als dann Joyce (ehemalige Krankenschwester) einzieht, zögert Elizabeth nicht lange, sie in den Club aufzunehmen. Zunächst ermitteln die vier in einem alten Fall, bei dem eine junge Frau ermordet wurde und der Freund, ganz zum Unverständnis unserer Rentner, freigesprochen wurde. Doch noch während sie den ersten Hinweisen nachgehen, passiert ein Mord vor ihrer Tür und ein anderer einige Kilometer entfernt. Natürlich stürzt sich der Club sofort in die Ermittlungen und selbst die beiden Ermittler Chris und Donna können sich dem Charme der alten Leute nicht entziehen.
Die vier ermitteln mit nicht ganz gewöhnlichen Methoden und wirbeln ganz schön viel Staub auf. Sie decken bei ihren Schnüffeleien mehr als nur ein Geheimnis auf.
Ich fand es einfach herrlich unsere Figuren zu verfolgen und mit ihnen mitzurätseln.
Die Kapitel sind aus unterschiedlichen Sichtweisen geschrieben, so wie es grade zum Ablauf des Falls passt. So kommt mal Elizabeth zu Wort, mal Chris oder Donna aber auch mal einer der Verdächtigen. Geleitet wird die Geschichte durch Joyce als Haupterzählerin, denn sie fasst den aktuellen Stand der Ermittlungen und ihre eigenen Gedanken dazu und zu allgemeineren Themen, die sie als Seniorin in Coopers Chase beschäftigen, in ihrem Tagebuch zusammen.
Typisch englischer Krimi gibt es ziemlich viele Handlungsstränge, die sich aber immer wieder miteinander verknüpfen und so zu einem stimmigen Ganzen werden. Man muss aufmerksam dabei sein aber kann auch selber überlegen, denn man ist als Leser nicht weiter, als es die Figuren sind.
Mir hat dieser gemütliche cozy Krimi, mit den etwas skurrilen Ermittlern wirklich viel Freude bereitet. Tolles Setting, spannender Fall, geniale Figuren und ein schlüssiges Ende. Was will das Leserherz mehr?