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Arambol

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2023

Que será, será

Das Mädchen im Zitronenhain
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"Wir haben vielleicht nicht die Mittel. Aber wir haben etwas viel Wertvolleres: unsere Fantasie!"

Sehr abwechslungsreich wird die Geschichte der beiden Freundinnen Vicki und Trude erzählt. Dabei kommt ...


"Wir haben vielleicht nicht die Mittel. Aber wir haben etwas viel Wertvolleres: unsere Fantasie!"

Sehr abwechslungsreich wird die Geschichte der beiden Freundinnen Vicki und Trude erzählt. Dabei kommt es zu einem ständigen Wechsel auf unterschiedliche Zeitebenen.
Beginnend in den letzten düsteren Kriegsjahren ab 1944 umspannt die Erzählung insgesamt 23 Jahre bis in das Jahr 1967.

Zudem ist es eine große Liebesgeschichte vor einer beeindruckenden Kulisse: dem Grand Hotel Fasano am Gardasee.

Eine sehr einfühlsam erzählte Geschichte vom Erwachsenwerden in einer Zeit des Wandels; vom Glücklichsein aber auch vom Hadern Scheitern und dem Kampf für einen Lebenstraum.

Sprachlich schafft es Antonia Brauer ganz ausgezeichnet die Stimmung einer besonderen Zeit einzufangen.

Der Roman ist sehr flüssig zu lesen, die beschriebenen Orte wirken sehr real und sind es ja auch. Die unglaublichsten Geschichten schreibt das Leben selbst...

Leseempfehlung: Wohlfühlroman der Spaß macht.

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Veröffentlicht am 29.04.2023

Namasté

Kathmandu & ich
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"Manchmal muss man vielleicht auch mal an andere denken, nicht immer nur an sich. Die Perspektive wechseln."

Das Buch ist mehr oder weniger als Reisebericht geschrieben, man begleitet eine recht heterogene ...


"Manchmal muss man vielleicht auch mal an andere denken, nicht immer nur an sich. Die Perspektive wechseln."

Das Buch ist mehr oder weniger als Reisebericht geschrieben, man begleitet eine recht heterogene Reisegruppe bestehend aus sechs Freunden und wagt einen Trip in das Land der Tempel und der Achttausender: nach Nepal.
Erzählt wird die Handlung aus der Sicht der beiden Hauptcharaktere Erik und Jule, um die sich eine zunehmend komplizierte Liebesgeschichte entwickelt. Beide Charaktere sind sehr tiefgründig und liebenswert beschrieben, es macht Spass sie in ihren Gedanken zu begleiten.
Die weiteren Expeditionsteilnehmer Tine, Alex, Theo und Flo bleiben in ihrer Beschreibung allerdings eher blass und unscheinbar. Die sich im Laufe der Reise entwickelnden gruppendynamischen Prozesse sind zeitweilig anstrengend. 

Sicherlich sammelt die Gruppe atemberaubend unvergessliche (optische und kulinarische) Reiseeindrücke, muss dafür aber auch einen sehr beschwerlichen Weg gehen.
Die recht anschauliche Beschreibung einiger "Unterkünfte" und auch das teilweise offensichtlich nur schwer verdauliche Essen, erscheinen für mich unter hygienischen Gesichtspunkten äußerst unattraktiv. Zudem haben die sechs Freunde auch regelmäßig mit gesundheitlichen Beschwerden zu kämpfen. Unterwegs sammelt die Truppe einge Erfahrungen mit zahlreichen großen und auch kleinen Vertretern der heimischen Fauna...

Jedem das seine: Survival-Rucksack-Tourismus passt eher nicht zu meiner Vorstellung Urlaub zu machen.
Trotzdem spreche ich eine Leseempfehlung aus für alle, die (fast) bereit sind, ein modernes Abenteuer zu suchen und ein letztes Stückchen Überzeugung brauchen

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Veröffentlicht am 21.04.2023

Jüsteringer Engel

Halliggift (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 3)
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"Dieses Mal geht es darum, dass wir einen Wal retten - und ich finde, das schulden wir ihnen."

Nordseeidylle in der friesischen Provinz; das Leben ist beschaulich auf der Hallig Midsand an der Küste ...


"Dieses Mal geht es darum, dass wir einen Wal retten - und ich finde, das schulden wir ihnen."

Nordseeidylle in der friesischen Provinz; das Leben ist beschaulich auf der Hallig Midsand an der Küste vor Jüstering.
Der Alltag verläuft gemächlich und in geregelten Bahnen, die Vorbereitungen für das jährliche Biikebrennen laufen auf Hochtouren.
Bis plötzlich ein rätselhafter Giftmord jäh die Ruhe stört. Gleichzeitig verirrt sich ein Pottwal in die seichten Gewässer und droht bei Ebbe zu stranden.

Alle Hände voll zu tun für Kommissarin Minke von Hoorn...
Und zu allem Überfluss läuft es gerade jetzt in ihrem Privatleben auch nicht wirklich rund.

Die erzählte Geschichte ist spannend und unterhaltsam, ein leicht und flüssig zu lesender Krimi für den Sommer. Am Anfang verwirrt die Anzahl der vielen verschiedenen Charaktere etwas, nach und nach werden aber die zahlreichen Erzählstränge logisch zusammengefügt.
Im letzten Drittel des Buches hält die Erzählung einige sehr überraschende Wendungen bereit.

Liebes Tagebuch...
Zwischen den einzelnen Kapitel sind Tagebucheinträge einer unbekannten jungen Frau eingestreut. Wer ist die rätselhafte Verfasserin und was hat sie mit den aktuellen Entwicklungen zu tun?

Mit "Halliggift" ist Greta Henning erneut ein wendungsreicher und atmosphärischer Nordseekrimi mit sehr liebevoll gezeichneten Protagonisten gelungen. Die Lösung überrascht und war so nicht vorhersehbar; das Ende ist vielleicht etwas kitschig, aber "einmal ist schon okay".

Leseempfehlung: rundum gelungen!

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Veröffentlicht am 15.04.2023

Die Kunst des Scheiterns

Die Hausboot-Detektei - Tödlicher Genuss
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"Nichts macht die Welt erträglicher als eine gute Geschichte."

Eine bunt zusammengewürfelte sukrille Truppe aus fünf liebevoll charakterisierten Originalen, die etwas abseits aller Normen stehen; dazu ...


"Nichts macht die Welt erträglicher als eine gute Geschichte."

Eine bunt zusammengewürfelte sukrille Truppe aus fünf liebevoll charakterisierten Originalen, die etwas abseits aller Normen stehen; dazu kommen ein Hund namens Hund und ein Eichhörnchen das aus dem Nest gefallen ist: das ist die Besatzung der neu gegründeten Hausbootdetektei.

Erfrischend anders mit einem ganz eigenem und sehr warmen Erzählstil. Eine humorvolle Sprache die sehr genau meinen Geschmack trifft.
Die Dialoge sind äußerst witzig, der Umgang der fünf "Detektive" untereinander ist herzlich. Jeder Charakter ist liebenswert und hat seine ganz speziellen Eigenheiten, die nicht nur respektiert, sondern im Team geschätzt werden.

Der eigentliche Kriminalfall ist da schon fast eine Nebensache und braucht ziemlich lange bevor er so recht in Fahrt kommt. Prickelnde Hochspannung sucht man in diesem Buch vergebens, es sind mehr die zwischenmenschlichen leisen Töne, die im Vordergrund dieser sensibel erzählten Geschichte stehen. Langeweile kommt beim Lesen, trotz des eindeutig fehlenden Spannungsbogens, jedoch niemals auf.
Einige unerwartete Wendungen und eine recht unkonventionelle Aufklärung des Verbrechens tragen zur sehr abwechslungsreichen Handlung des Buches bei. Das Ende kann überraschen...

Wohlfühlkrimi mit ganz viel Herz für ganz besondere Menschen: unbedingt lesen. Ich freue mich schon jetzt auf den "Tödlicher Grund", meinen nächsten Besuch in der Hausbootdetektei.

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Veröffentlicht am 12.04.2023

Rügen wohnt ein Zauber inne

Der Riffgeist
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"Aber irgendwann kapiert man, dass Geld ein Blender ist."

Es läuft nicht wirklich richtig rund bei Kommissar Jens Lackner von der Kripo Stralsund. Bei den Ermittlungen zum mysteriösen Mord an einer ...


"Aber irgendwann kapiert man, dass Geld ein Blender ist."

Es läuft nicht wirklich richtig rund bei Kommissar Jens Lackner von der Kripo Stralsund. Bei den Ermittlungen zum mysteriösen Mord an einer jungen Frau in Binz kommen die Ermittlungen nicht so recht voran und drehen sich in Kreis. Dann unterläuft Lackner zudem ein folgenschwerer Fehler, der zu seiner Suspendierung führt.
Auch privat gibt es Themen: nach einer Fehlgeburt ist seine Frau Susanne völlig aus der Bahn geworfen und sucht vermehrt Trost im Alkohol. Bis sie in die dramatische und geheimnisvolle Geschichte rund um das junge syrische Flüchtlingskind Yslei verwickelt wird.

Der Riffgeist startet mit zwei parallelen starken Handlungssträngen. Intensiv und mit viel Tiefgang werden die verschiedenen Charaktere eingeführt.
Dabei gelingt es dem Autor R.P. Hahn hervorragend, dass der Leser sich sowohl mit Jens als auch mit Susanne schnell identifizieren kann. Aber auch die weiteren Protagonisten wie der Expolizist Mike, Lackners Teamkollege Freddy, sein ehemaliger Klassenlehrer Richard, der Filmproduzenten Josef, aber auch Arvid "King" König sind detailreich gestaltet und bringen viel Dynamik in die Geschichte.
Der Spannungsbogen ist durchgängig angenehm hoch, leider wirkt die Handlung teilweise sehr konstruiert und realitätsfern.

Was passiert an Bord der "Kaiphas" vor der Küste Kaliningrads?

Mit stets hohem Erzähltempo steuert  die Handlung zielstrebig auf das fulminante Finale zu, und gipfelt schlussendlich in einem schier aussichtslosem Himmelfahrtskommando.
Das schockierende Ende wird - rasant, äußerst brutal und krass - eher einem Thriller als einem Kriminalroman gerecht.

Leseempfehlung für alle, die keinen "Rügen-Kuschelkrimi" erwarten und mit Thriller-Elementen etwas anfangen können. Spannend.

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