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Veröffentlicht am 06.05.2023

Der Verlust des Sorgerechts und seine möglichen Folgen – dramatisch.

Institut für gute Mütter
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Dieser langatmige Roman über eine Besserungsanstalt mit totaler Überwachung per Kameras und Wärtern, endlosem Strafenkatalog und unmenschlichen neun Lektionen liest sich wie der blanke Horror, nicht viel ...

Dieser langatmige Roman über eine Besserungsanstalt mit totaler Überwachung per Kameras und Wärtern, endlosem Strafenkatalog und unmenschlichen neun Lektionen liest sich wie der blanke Horror, nicht viel anderes als im Gefängnis. Fridas Interaktion mit ihrer Tochter Harriet sowie mit der KI-Puppe Emmanuelle kommt altersgerecht daher, wobei kreative Akzente wie das Mutterisch-Konzept und das Wortzählen der Puppen besonders in Erinnerung bleibt. Diese KI-Puppe erinnert mich an das sexualpädagogische Schulprojekt ‚Eltern auf Probe‘ mit dem Babysimulator - fünf Tage Elternschaft und Babystress für Teenager.
Die Familiengerichtsbarkeit mit all ihren angegliederten Institutionen könnte man in Frage stellen, bedenkt man auch die Rechte der Kinder. Wie käme man als alleinerziehende Mutter heraus aus diesem Teufelskreis aus Überwachung und Bevormundung aufgrund nur eines einzigen Fehlers dem Kind gegenüber. Ein solches Rehabilitierungsprogramm voller Psychofolter und Unmenschlichkeit scheint mir als Laie nur unter einem totalitären Regime – oder wie in 1984 und Schöne neue Welt beschrieben - ohne allgemeine Menschenrechte und Berufungsverfahren möglich zu sein.

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Veröffentlicht am 02.05.2023

Fanatismus bei jungen Menschen

Idol in Flammen
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Das unscharfe, verschwommene Cover mit junger Japanerin vor blauem Hintergrund spricht mich wenig an, lässt aber die neugierige Frage nach dem WARUM hochkommen. Fankultur gibt es schon lange weltweit, ...

Das unscharfe, verschwommene Cover mit junger Japanerin vor blauem Hintergrund spricht mich wenig an, lässt aber die neugierige Frage nach dem WARUM hochkommen. Fankultur gibt es schon lange weltweit, auch rund um Sportler, in der Musik- und Filmindustrie. Auswirkungen der sozialen Medien können gnadenlos niederschmetternd sein, nicht nur für junge Menschen, die wie hier auf der ständigen Suche nach Orientierung sind und sie unerwartet abrupt verlieren. Die emotionale Leere der jungen Frau Akari ist nachvollziehbar beschrieben, aber im Endeffekt nicht allein auf die Geldmacherei der japanischen Popindustrie zu schieben. Gezielt anklagend in der Wortwahl ist der Fokus gekonnt auf die zerbrechliche Psyche junger Menschen gerichtet. Auf dem Weg zum Erwachsenwerden kann so manch frühes Leben wegen solch übertriebenem Fanatismus gefolgt von totaler Leere zerstört werden, gerade wenn das Idol in Flammen steht und einfach nur Mensch wird. Tief berührend!

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Veröffentlicht am 30.04.2023

Wenn das System, der Algorithmus entscheidet, ob dein Leben zählt, was macht das mit dir?

Equilon
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Das Cover repräsentiert zwei Welten: das scheinbar grüne, fruchtbare Paradies im Gegensatz zu der Wüste voller Sand, Erdbeben, Dürre – optisch gut umgesetzt. Die zwei Hauptfiguren starten in diesem Roman ...

Das Cover repräsentiert zwei Welten: das scheinbar grüne, fruchtbare Paradies im Gegensatz zu der Wüste voller Sand, Erdbeben, Dürre – optisch gut umgesetzt. Die zwei Hauptfiguren starten in diesem Roman sehr gegensätzlich: Jenny, die endlich erfolgreich die 1 Milliarde-Hürde schafft neben Dorian, dessen Score ständig abwärts tendiert und kreativ verträumt und verzweifelt daher kommt. Beide entwickeln sich auf langer Strecke getrennt voneinander jeweils in die andere Richtung, treffen erst spät im hoffnungslosen Geschehen in New Valley aufeinander – dramaturgisch nicht schlecht gelöst. Manch ein Leser mag sich an englisch verbrämten Wörtern im Satz stören. Der Schluss kommt etwas hastig und unausgegoren daher. Auch in der heutigen politischen Welt gibt es Grenzländer, die auf eine bessere Zukunft hoffen, ohne diesen 1-Millarde-Score. Diktaturen erstehen immer wieder neu. Und ob mittels Demokratie ein Weg gefunden wird, diese Terror-Systeme zu kontrollieren, um zu programmieren oder den ‚Algorithmus‘ zu ändern, bleibt wie hier im Roman zu hoffen. Er regt auch zum Nachdenken an über zwei Fremde, die sich einander einfach das Leben retten.

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Veröffentlicht am 26.04.2023

Das Wien der einfachen Leute – eine warmherzige Milieubeschreibung!

Das Café ohne Namen
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Das Wien ab 1966 wird stimmungsvoll beschrieben und die Hauptfigur Robert Simon über mehr als zehn Jahre begleitet in seiner Tätigkeit als Pächter einer alten Gaststätte am Marktplatz. Sehr einfühlsam ...

Das Wien ab 1966 wird stimmungsvoll beschrieben und die Hauptfigur Robert Simon über mehr als zehn Jahre begleitet in seiner Tätigkeit als Pächter einer alten Gaststätte am Marktplatz. Sehr einfühlsam wird das Leben der Anwohner, Leute aus dem ärmeren sozialen Milieu und Markthändler oder Mädchen aus der nahe gelegenen Fabrik und manchem Arbeiter, teils mit Rückblicken beschrieben. Diese allzu menschlichen, teils melancholischen Beschreibungen der Menschen in ihren teils schweren Lebenssituationen lassen den Leser tief in das Milieu und die teils traurige Grundstimmung gleiten. Einzelne Porträts schätzen diesen gemütlichen, ja menschlichen Ort als ihre lebenswichtige Anlaufstelle besonders zum Miteinander-Reden, während sich drum herum bauliche Modernisierungen breit machen. Mit dem Einsturz der Reichsbrücke 1976 ist das alte Österreich endgültig vorbei, nur in Erinnerungen fühlen sich besonders ältere Menschen noch heimisch. Das warmherzige Miteinander gefällt – ein Lesegenuss!

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Veröffentlicht am 22.04.2023

Eine sehr beeindruckende Frau – lesenswerter Roman!

Die einzige Frau im Raum
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Ein Roman über Kapital, Macht, Nationalsozialismus, Sexismus, Hollywoods Filmindustrie und Schuldgefühle - über die 30er und 40er Jahre in Deutschland , Österreich und Amerika mit einer schönen, erfolgreichen ...

Ein Roman über Kapital, Macht, Nationalsozialismus, Sexismus, Hollywoods Filmindustrie und Schuldgefühle - über die 30er und 40er Jahre in Deutschland , Österreich und Amerika mit einer schönen, erfolgreichen Hauptfigur. Das Leben wohl einer sehr unterschätzten und mir bisher unbekannten Frau der Geschichte wird in angenehmem Schreibstil aufgeblättert: Hedy Lamarr als Schauspielerin, aber auch als Erfinderin im Bereich Militärtechnologie, was irritiert in diesem Mix. Trotz oder gerade wegen ihrer beruflichen Hollywood-Erfolge kann sie sich als Frau ohne wissenschaftliche Ausbildung nicht durchsetzen. Ihre Schuldgefühle gegenüber den europäischen Juden und ihre Ohnmacht gegenüber den Verbrechen an ihnen, aber auch ihr Heimweh nach Österreich und Wien belasten sie wohl sehr. Ihr Leben und ihre Charaktere werden lebendig beschrieben mit ihr hauptsächlich als dekorativem Sexfaktor, weniger als kluge, eigenwillige, starke Frau in schwierigen politischen Zeiten. Das Cover mit dem Titel in goldgelb verdeutlicht sehr gut ihre ihr aufgezwungene Rolle im goldenen Käfig.

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