Profilbild von buchnarr

buchnarr

Lesejury Star
offline

buchnarr ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit buchnarr über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2023

Psychothriller, der nachwirkt

Erinnere dich!
0

Erinnere Dich! ist nicht nur der Titel des Thrillers von Max Reiter, sondern die stets im Raum stehende Aufforderung an den Hauptprotagonisten Arno. Jetzt, wo ein Abi-Treffen nach 20 Jahren stattfinden ...

Erinnere Dich! ist nicht nur der Titel des Thrillers von Max Reiter, sondern die stets im Raum stehende Aufforderung an den Hauptprotagonisten Arno. Jetzt, wo ein Abi-Treffen nach 20 Jahren stattfinden soll, häufen sich eben diese Anrufe und katapultieren Arno in eine längst vergangene aber nie vergessene Zeit seines Lebens, die er eigentlich als verarbeitet geglaubt hatte. Denn vor 20 Jahren war plötzlich seine Freundin Maja spurlos verschwunden. Nun ist alles wieder präsent, nur die wichtigste Frage ist immer noch offen – hat er, Arno, etwas mit dem Verschwinden zu tun?

Der Leser begleitet nun Arno zum Klassentreffen und wird immer weiter in die Geschichte hineingezogen. Wie Arno selbst, weiß man beim Lesen bald nicht mehr, wie man mit dem gelesenen umgehen soll. Ist alles nur Einbildung, weil jemand die richtigen Knöpfe bei Arno drückt oder hat er doch etwas mit dem Geschehen von damals zu tun. An diesem Strang arbeitet sich der Autor in seinem Thriller ab. Kann man so manipulieren, dass man an etwas glaubt, das man eventuell gar nicht getan hat? Dieser Ausgangspunkt ist eigentlich sehr interessant und bietet genug Stoff zum Nachdenken. Leider war mir die Erzählweise manchmal etwas zu weit schweifend und dadurch zu langatmig, was dem Spannungsbogen nicht immer gut getan hat. In Summe hat mir das Buch, auch mit seiner Auflösung, gut gefallen.

Wer Psychothriller mag, der ist hier an der richtigen Adresse. Ich empfehle das Buch hiermit gern weiter und vergebe aufgerundete 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.04.2023

Fesselnd, rasant und unterhaltsam

Seventeen
0

Man nennt ihn Seventeen und das aus gutem Grund. Vor ihm gab es 16 seiner Art und weist ihn, die 17, als den bis dato gefürchtetsten und folglich als den momentan Besten aus. Denn nur wer seine Arbeit ...

Man nennt ihn Seventeen und das aus gutem Grund. Vor ihm gab es 16 seiner Art und weist ihn, die 17, als den bis dato gefürchtetsten und folglich als den momentan Besten aus. Denn nur wer seine Arbeit erfolgreich erledigt überlebt. Als Auftragskiller gar keine so leichte Aufgabe, was 17 plötzlich am eigenen Leib erfahren muss.

In den ersten Kapiteln der Handlung stellt sich uns Seventeen vor. Dies geschieht auf eine etwas sarkastische/zynische Art und Weise, und reichlich abgedreht. Man fragt sich, wohin die Geschichte führen soll, zumal sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Struktur hat. Doch Durchhalten lohnt sich, denn allmählich formt sich ein Bild und Action, Spannung und unerwartete Wendungen ergeben einen reißerischen Thriller. Durch zahlreiche Rückblenden bekommt der Leser einen Einblick wie 17 zu 17 wurde. Die kurzen Kapitel sind ein gekonnter Mix aus explosiver Action und ruhigeren Szenen und treiben einen auf diese Weise förmlich durch das Buch. Diese aufregende Achterbahnfahrt gepaart mit den vielen Wendungen sorgen nun für ein durchgängig gutes Spannungslevel. Ob und wie sich 17 seiner Haut erwehrt und wie er seine Aufträge abwickelt, das solltet ihr unbedingt lesen.

Fazit: Dieser teils selbstironische Blick auf die Dinge, inklusive des eigenen Überlebens, machen „Seventeen“ zu einer fesselnden und unterhaltsamen Lektüre. Meine Empfehlung bekommt das Buch hiermit und eine Bewertung mit 4 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 29.04.2023

Ein verwickelter Fall, der fesselt und unterhält

Mörderfinder – Mit den Augen des Opfers
0

In seinem dritten Fall bekommt es Fallanalytiker Max Bischoff mit einem Fall zu tun, der ihm alles abverlangt. Auf Wunsch seiner ihm nicht immer wohlgesonnenen Chefin Eslem Keskin, reist er nach Klotten ...

In seinem dritten Fall bekommt es Fallanalytiker Max Bischoff mit einem Fall zu tun, der ihm alles abverlangt. Auf Wunsch seiner ihm nicht immer wohlgesonnenen Chefin Eslem Keskin, reist er nach Klotten an der Mosel, um hier den mysteriösen Tagebucheinträgen der kürzlich verstorbenen Freundin Keskins auf den Grund zu gehen. Je tiefer Max sich nun in den Fall verbeißt, um so näher kommt ihm auch der Täter.

Arno Strobel schickt den Leser von Beginn an auf eine Mörderfinder-Jagd, bei der man eigentlich gar nicht weiß, wen man sucht. Denn ein seit Jahren Toter ist plötzlich wieder da, oder doch nicht? Und dann ereignet sich auch noch ein Mord. Genau wie Max hangelt sich der mitratende Leser von einem Hinweis zum nächsten, nur um ein ums andere Mal festzustellen, dass es doch wieder nur eine Sackgasse ist.

Clever und fesselnd entwickelt der Autor diesen 3. Fall von Max Bischoff. Die auftretenden Figuren, das dörfliche Mit-/Gegeneinander sowie das schwierige Verhältnis zu seiner Chefin, werden anschaulich und überzeugend in Szene gesetzt. Dank der falschen Fährten und der Art des Erzählens, wird die Spannung bis zum Schluss auf einem soliden Level gehalten.

Fazit: Auch dieser 3. Mörderfinder-Thriller konnte mich wieder gut unterhalten. Denn die Lösung des Falles war so nicht zu erahnen, ist aber letztlich nachvollziehbar und bildet so den einleuchtenden Schluss. Meine Empfehlung bekommt das Buch und gute 4 von 5 Sterne.

Veröffentlicht am 29.04.2023

Stimmungsvolle Familiengeschichte

Das Haus an der Herengracht
0

Das vorherige Buch „Die Magie der kleinen Dinge“ endete mit der überraschenden Geburt von Thea im Hause Brandt. Jetzt, achtzehn Jahre später, ist es an der Zeit, sich mit Heiratskandidaten für die geschätzte ...

Das vorherige Buch „Die Magie der kleinen Dinge“ endete mit der überraschenden Geburt von Thea im Hause Brandt. Jetzt, achtzehn Jahre später, ist es an der Zeit, sich mit Heiratskandidaten für die geschätzte Tochter und Nichte zu beschäftigen. Der Schauplatz ist Amsterdam des 18. Jh. Im Haushalt leben Nella, die junge Witwe von Johannes Brandt und Tante von Thea; Otto, der Vater von Thea, ein farbiger Mann, der von Johannes Brandt damals in den Schoß der Familie aufgenommen wurde und Cordelia, die langjährige Haushälterin und Köchin des Hauses. Die Familie Brandt bewohnt ein wunderschönes Herrenhaus an der Herengracht. Doch durch unglückliche Umstände sind sie gezwungen, einen Großteil des Inventars zu verkaufen. Und so trügt der schöne Schein, und es kommt wie es kommen muss, Thea soll möglichst vorteilhaft verheiratet werden. Doch wie zu erwarten hat Thea dazu auch noch ein paar Worte und Taten beizutragen. Und so entfaltet sich eine Familiengeschichte voller Dramatik aber auch romantischer Momente.

Die Atmosphäre der Geschichte ist oft düster und unheilvoll, wenn zum Beispiel die finanziellen Umstände und die damit verbundenen Schwierigkeiten in den Fokus gerückt werden. Es gibt zu viele Geheimnisse in der Familie und somit kommt es immer wieder zu Streitigkeiten. Aber ist Thea erst einmal bei ihrem Geliebten im Theater, einer völlig anderen Welt, kann auch Thea endlich mal sie selbst sein. Dieser Zwiespalt in dem sich Thea hier wiederfindet fand ich gut ausgearbeitet und nachvollziehbar erzählt.

Hat im ersten Band Nella damals Miniaturen für ihr Puppenhaus bekommen, ist es nun Thea die sie erhält. Denn die nicht zu fassende Miniaturistin spielt erneut eine Rolle, als mysteriöse Pakete mit kleinen Figuren bei den Brandts auftauchen. Damit ist die Verbindung zum ersten Band gegeben, wobei ich durchaus empfehlen möchte diesen Vorgängerband gelesen zu haben. Einige Zusammenhänge zwischen den Bewohnern des Haushaltes und dem Puppenhaus sind so leichter verständlich und einleuchtender. Legt man darauf allerdings nicht so großen Wert kann man „Das Haus an der Herengracht“ durchaus auch als Einzelband lesen.

Fazit: Mit ihrem angenehmen Schreib- und Erzählstil heißt die Autorin den Leser erneut willkommen bei den Brandts an der Herengracht. Es ist eine stimmungsvolle Geschichte über Familie, Geheimnisse, Betrug und Ehre, die ich hiermit gern weiterempfehlen möchte und die ich mit 4 von 5 Sternen bewerte.

Veröffentlicht am 29.04.2023

Kurzweiliger, unterhaltsamer HistoKrimi

Fräulein vom Amt – Der Tote im Kurhaus
0

Hier kommt nun der zweite Auftritt des Fräulein vom Amt Alma Täuber. Die Geschichte spielt im Baden-Baden des Jahres 1924 und die ganze Stadt ist im Ägypten-Rausch. Als der Tenor der Aida Oper ermordet ...

Hier kommt nun der zweite Auftritt des Fräulein vom Amt Alma Täuber. Die Geschichte spielt im Baden-Baden des Jahres 1924 und die ganze Stadt ist im Ägypten-Rausch. Als der Tenor der Aida Oper ermordet wird und der Verehrer ihrer besten Freundin Emmi als Verdächtiger ins Visier der Ermittlungen rückt, erwacht in Alma die Kriminalistin und sie beginnt mit ihren ganz eigenen, unkonventionellen Ermittlungen...

Dieser neue Band steht dem ersten Teil „Die Nachricht des Mörders“ hinsichtlich Zeitgeist, Atmosphäre, Authentizität, Spannung und vor allem der lebhaften Figurenzeichnung in nichts nach. Ich finde sogar, dass hier das Umfeld von Alma und Emmi sowie der Umbruchstimmung im Land noch mehr Raum gegeben wurde. Aber genau das hat mir gut gefallen. Es ist ein gekonnter Mix aus Krimi, Geschichtlichem, lebensechten Charakteren sowie einer lebendigen und humorvollen Erzählweise und somit eben auch für nicht Krimifans durchaus einen Leseversuch wert.

Dass Alma und Co. Licht ins ägyptische Dunkel bringen versteht sich natürlich von selbst. Doch zum Wie, Wer, Warum verrate ich hier nichts, da empfehle ich euch einen Griff zum Buch. Mich hat es gut unterhalten und es gefiel mir sogar noch etwas besser als sein Vorgänger, deshalb gibt es von mir diesmal auch 4 von 5 Sterne.