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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.05.2023

Mix aus Ermittlung und Psychologie

Mörderfinder – Die Spur der Mädchen
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Die gesamte „Mörderfinder-Serie“ mit Max Bischoff als Universitätsdozent und privater Ermittler, finde ich sehr spannend. In diesem Teil ist der Ekelfaktor noch um einiges höher, da es darum geht, Täter ...

Die gesamte „Mörderfinder-Serie“ mit Max Bischoff als Universitätsdozent und privater Ermittler, finde ich sehr spannend. In diesem Teil ist der Ekelfaktor noch um einiges höher, da es darum geht, Täter zu finden, die Mädchen im Alter von etwa 10 Jahren entführen, sexuell missbrauchen, filmen und in manchen Fällen sogar töten. Hier ist es wichtig, dass Max sich nicht immer ganz genau an alle Regeln hält, sondern macht, was Erfolg verspricht. Eine interessante Wende ist auch, dass er sich mit seinem eigentlich verhassten Konkurrenten, der noch im Kriminalteam ist, plötzlich einig ist und sehr gut versteht, sodass eine gelungene Zusammenarbeit stattfinden kann, einerseits korrekt nach Vorschrift und andererseits ein wenig daneben. Aus psychologischer Sicht auch spannend, was diese schlimmen Erlebnisse mit den Mädchen, die jetzt teilweise schon im Teenageralter sind, über die Jahre gemacht hat und wie unterschiedlich damit umgegangen wird. Auf der anderen Seite ebenfalls spannend, der Einblick in die Psyche des/der Täter/s, wenngleich auch nicht nachvollziehbar und unentschuldbar. Mir hat der Mix aus Ermittlungsarbeit und psychologischen Aspekten sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 30.05.2023

Love-Scammer

Nordwestschuld
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Der aktuelle Fall dieser Reihe stellt Pia bei ihren Ermittlungen vor einer neuen Herausforderung, denn mit dem Thema „Love-Scammer“ hat auch sie sich im überschaubaren Örtchen St. Peter-Ording noch nicht ...

Der aktuelle Fall dieser Reihe stellt Pia bei ihren Ermittlungen vor einer neuen Herausforderung, denn mit dem Thema „Love-Scammer“ hat auch sie sich im überschaubaren Örtchen St. Peter-Ording noch nicht auseinandersetzten müssen. Ich finde die Wahl des Themas super, auch sehr gut recherchiert und für die Leser*innen erklärend aufbereitet. Besonders spannend finde ich, dass die verwendeten Nachrichten, die von Love-Scammern verschickt wurden, keine erfundenen Nachrichten sind, sondern tatsächlich aktuelle Texte. Erschreckend, wie viele Menschen, vor allem verzweifelte Frauen, auf diese billige Strategie hineinfallen. Hier finde ich, dass noch sehr viel Aufklärungsarbeit nötig ist und der Ansatz der selbsternannten Selbsthilfegruppe finde ich super, wenn auch nicht ungefährlich. Erschreckend, wie viel Geld hier schon ergaunert wurde und die meisten Menschen melden diese Vorfälle nicht einmal, aus Angst nicht ernst genommen zu werden und natürlich im Nachhinein auch aus Scham, dass sie sich so ausnützen haben lassen. Der Fall wird sehr spannend aufgebaut und aufgeklärt und liegt sehr nahe an der Wahrheit, das hat mir besonders gut gefallen.

Veröffentlicht am 17.05.2023

Steigerung von Band zu Band

Rachejagd - Zerstört
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Mir haben schon die ersten beiden Teile der Trilogie gut bzw. sehr gut gefallen und beim dritten Teil hat das Autorenduo den Spannungslevel noch einmal gesteigert. Die Hauptcharaktere haben sich über die ...

Mir haben schon die ersten beiden Teile der Trilogie gut bzw. sehr gut gefallen und beim dritten Teil hat das Autorenduo den Spannungslevel noch einmal gesteigert. Die Hauptcharaktere haben sich über die Bände entwickelt und dies ist auch für die Leser*innen sehr gut spürbar und nachvollziehbar. Am dritten Teil hat mir der Aspekt mit dem Ferienlager sehr gut gefallen, auch der Bezug zur gemeinsamen Kindheit war schlüssig und gut ausgearbeitet. Die Rachejagd selbst ist rasant und auf sehr hohem Stresslevel beschrieben, auch die Tatwaffen werden immer ausgeklügelter und die Pläne ausgefeilter, sodass Anna und Nick immer einen Schritt zu spät dran sind. Oder schaffen sie es am Ende doch schneller zu sein und Leben zu retten? Ich würde sehr gerne noch weiter Bücher vom Autorenduo lesen!

Veröffentlicht am 01.05.2023

nachdenklicher Roman, der nachwirkt

Die spürst du nicht
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Im Roman fahren die beiden befreundeten Familien Binder und Strobl-Marinek auf Urlaub in die Toskana, doch die Freude währt nicht lange, denn schon bald geschieht ein Unglück, welches das Leben aller beteiligten ...

Im Roman fahren die beiden befreundeten Familien Binder und Strobl-Marinek auf Urlaub in die Toskana, doch die Freude währt nicht lange, denn schon bald geschieht ein Unglück, welches das Leben aller beteiligten maßgeblich verändert. Aayana, Flüchtlingskind aus Somalia und Freundin der Tochter, ertrinkt im toskanischen Pool. Glattauer berichtet einerseits hautnah und ungeschönt, auf der anderen Seite wirft er auch gesellschaftskritische Fragen auf und zeitweise liest sich der Roman fast wie eine Satire. Diese gelungene Mischung macht den Roman kurzweilig und regt zum Nachdenken an, klingt auch noch lange nach dem Beenden nach. Was ist das Leben eines Menschen wert? Und ist jeder Mensch gleich viel wert? Wer ist schuld am Unglück und kann man die Schuld irgendwie ausgleichen, falls ja, wie? Mit einer Zahlung an die hinterbliebene Familie? Wie viel wäre angemessen?
Das Drama nimmt dann zuhause noch einmal richtig Fahrt auf, die Gerichtstermine sind für die Familien belastend, die Kinder leiden mit, teilweise unbemerkt, aber dafür noch heftiger. Gleichzeitig kann man in den Postings und Zeitungsartikeln lesen, wie wertend die Situation von Außenstehenden kommentiert wird und wie die Gesellschaft mit der Sensationsgier an diesem Unglück umgeht. Ein sehr lesenswerter Roman, aber keine leichte Kost, sondern ein nachdenklicher Roman, der nachwirkt.

Veröffentlicht am 30.04.2023

Ist dies wirklich die endgültige Wahrheit?

Die Wahrheit
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Im Roman, der eigentlich ein Krimi oder Thriller sein müsste, wird recht schnell zu Beginn die Spannung aufgebaut und diese hält sich auch während der Geschichte konstant hoch. Durch die abwechselnden ...

Im Roman, der eigentlich ein Krimi oder Thriller sein müsste, wird recht schnell zu Beginn die Spannung aufgebaut und diese hält sich auch während der Geschichte konstant hoch. Durch die abwechselnden Perspektiven der einzelnen Kapitel bekommt man als Leserin einen Einblick aus Sicht von Bill, Jennica oder Karla und zusätzlich werden die Ermittlungsprotokolle der Verhöre eingebaut. Man weiß als Leserin schon zu Beginn, wer am Ende nicht überleben wird, aber trotzdem ist der Weg dahin, wie es zum Doppelmord kommen konnte und wer in welcher Weise involviert ist, sehr spannend beschrieben. Die Charaktere sind auch ausführlich geschildert und das Mitgefühl mit ihnen wechselt von Kapitel zu Kapitel, wobei zum Ende hin fast alle Charaktere, außer natürlich Bills kleine Tochter Sally, bedeutend an Sympathie verlieren. Mir gefällt außerdem, dass der Autor mit weniger aktiven Handlungen, aber dafür mit intensiveren psychologischen Raffinessen arbeitet und somit die Leser*innen emotional stark involviert.
Am Ende des Buches fügen sich alle Handlungsstränge zu einem gemeinsamen Schluss zusammen und fast alle Fragen werden aufgeklärt. Eine Frage bleibt für mich als Leserin noch offen: Wer hat Bill beim Jugendamt gemeldet?
Leider habe ich die beiden Vorgänger-Titeln „Die Lüge“ und „Die Bosheit“ noch nicht gelesen, werde das aber jetzt nachholen und hoffe, dass sie ebenso spannend sind und mich gut unterhalten werden.