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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.05.2023

Spannend und aktuell

Nobiltà
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Inhalt:
Eine Entführung empfindet Brunetti als besonders abscheuliches Verbrechen, zumal Entführungsfälle oft nicht gut ausgehen. Es scheint so, als wäre dies wieder der Fall, als die Leiche eines jungen, ...

Inhalt:
Eine Entführung empfindet Brunetti als besonders abscheuliches Verbrechen, zumal Entführungsfälle oft nicht gut ausgehen. Es scheint so, als wäre dies wieder der Fall, als die Leiche eines jungen, seit einiger Zeit vermissten Mannes, gefunden wird. Brunetti muss seine Beziehungen spielen lassen, um in genau diese Kreise der Gesellschaft zu kommen, die ihm weiterhelfen können.

Meine Meinung:
"Nobiltà" beinhaltet einen weiteren Brunetti-Fall, der tief in die wohlhabenden Kreise Venedigs führt. Es geht um Geld und Macht, um Familienbande und Vorurteile, Aussenwirkung und Betrug. Die Entführung bereitet Brunetti Bauchschmerzen und er geniesst die Zeit mit seiner Familie um so intensiver und dankbarer. Ausserdem bietet Brunetti seinem Vorgesetzten mehrfach die Stirn und setzt sich für diese Mitarbeiter ein, die besonders gute Arbeit liefern. Er bleibt loyal und sympathisch und kommt mit Intelligenz und Charme zumindest teilweise ans Ziel.

Aufbau:
Was mir bei diesem Krimi besonders gut gefallen hat, ist der Aufbau. Nach dem Leichenfund tappt Brunetti fast hundert Seiten lang im Dunkeln, hat zwar zahlreiche Vermutungen, findet aber keine Beweise für seinen Verdacht und trotzdem wird die Geschichte nie langweilig. Vielmehr erfahren wir, wie der Alltag in der Questura aussieht und erleben auch einige Szenen aus Brunettis Familienleben.
Mir erging es wie Brunetti, ich wusste nicht, worauf die Geschichte hinauslaufen würde und war vom Ende sehr überrascht und dies im positiven Sinne. Donna Leon ist da ein ganz aussergewöhnlicher Kniff gelungen, der mich wirklich überzeugen konnte.

Meine Empfehlung:
Von mir gibt es eine sehr herzliche Empfehlung für diesen spannenden Fall, der zwar nicht mehr ganz neu, aber trotzdem aktuell und spannend für beste Unterhaltung gesorgt hat.

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Veröffentlicht am 19.03.2023

Sprachgewaltiges Lesehighlight

Der Gott am Ende der Straße
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Inhalt:
Die schwangere Cedar muss sich in einer Welt behaupten, in der schwangere Frauen plötzlich zu Freiwild werden, in der sich die Gene und die Zeitachse verändern und in der sie eigentlich nur nach ...

Inhalt:
Die schwangere Cedar muss sich in einer Welt behaupten, in der schwangere Frauen plötzlich zu Freiwild werden, in der sich die Gene und die Zeitachse verändern und in der sie eigentlich nur nach ihren leiblichen Ojibwa-Eltern suchen wollte, um Antworten auf Fragen zu finden, die ihr ihre Adoptiveltern nicht geben konnten. Am besten ist es aber, wenn ihr gar nicht genau wisst, worum es in diesem Buch geht. Vertraut mir, lasst euch ein auf diesen wilden, apokalyptischen Ritt rund um Selbstbestimmung, Freiheit, Mutterschaft, Rassimus und der Suche nach den eigenen Wurzeln.

Meine Meinung:
Endlich wieder einmal habe ich es geschafft, in Marias Lesekreis mitzulesen und dies sogar überpünktlich, das Buch wird nämlich erst im April abschliessend besprochen. Trotzdem will ich euch meine Rezension nicht vorenthalten. Schliesslich ist es lange her, dass ich beim Lesen eines Buches von der ersten Seite an wusste, ein absolut grossartiges Stück Literatur in Händen zu halten.
Am Anfang dieser Lektüre werden wahrscheinlich ein paar Fragen aufgeworfen, aber ich verspreche euch, dass ihr zumindest einige Antworten finden werdet und vor allem mit einer sehr spannenden, düsteren Handlung und einer bildgewaltigen und fesselnden Sprache belohnt werdet. Cedar behauptet sich, will leben, will frei sein und will ihr Kind um jeden Preis bekommen. Sie schreibt als überzeugte Katholikin und Religionswissenschaftlerin an einem wichtigen Zeitungsartikel und hält ihre Erlebnisse gleichzeitig in einem Tagebuch fest, von dem sie hofft, dass ihr noch ungeborenes Kind dies einmal finden und lesen wird. Einige Katastrophenszenarien wie das Hamstern von Nahrungsmitteln aber auch Waffen fühlen sich nach den Coronajahren unangenehm vertraut an. Ausserdem haben mich die spannenden Diskussionen mit Cedars Elternpaaren sowie deren individuelle Geschichte für sich einnehmen können. Das Buch ist voller Symbole und Andeutungen, niemand weiss so richtig, was geschieht und diese Ungewissheit ist stets greifbar.

Sprache und Aufbau:
Cedar ist äusserst belesen und weiss, dass sie im zweifelsfall nur auf sich selber vertrauen kann. Sie ist sich nicht sicher, wie viel an den Gerüchten über die deportieren Schwangeren und Gebärfreiwilligen wahr ist und kann auch nicht abschätzen, inwiefern sich die Zeit wirklich rückwärts entwickelt, aber sie weiss, dass sie alles tun muss, um ihr ungeborenes Kind gesund zu halten und zur Welt zu bringen.
Der indigene Part ihrer Familie kennt Geschichten und Symbole, die für sie zu Gallionsfiguren und Ratgebern werden, ihre weissen Vorfahren versuchen, mit Ratio und Geschick durch die Krise zu kommen. Besonders gut gefallen haben mir persönlich Cedars Tagebucheinträge, leider ein wenig kritisieren muss ich, dass die Beklemmung gegen Ende des Buches ein wenig abgenommen hat. Obwohl wir in einer dystopischen Welt sind, verschwimmen die Grenzen zwischen unserer Welt und der Dystopie. Die Unterdrückung von Frauen, die Beschneidung der Selbstbestimmungsrechte von Schwangeren und der Zusammenschluss verschiedenster Ideologien fühlen sich unangenehm echt und bedrohlich an, die dystopische Bedrohung dieses erfundenen Amerikas werden aber zu wenig konkret und fassbar. Es kann gut sein, dass die Autorin bewusst diesen Weg gewählt hat, damit wir Leser*innen uns an unseren Alltag und dessen Gefahren erinnert fühlen. Gewollt oder nicht, überzeugend und spannend ist diese Lektüre mit bitterböschwarzem Humor allemal.

Meine Empfehlung:
Braucht ihr noch mehr Argumente? Lest dieses Buch, gebt euch seinem Sog und seiner grossartigen Erzählsprache hin. Von mir gibt es eine sehr herzliche Leseempfehlung für dieses literarische Highlight.

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Veröffentlicht am 28.10.2022

Atmosphärisch und eindringlich erzählt

Vor dem Frost
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Inhalt:
Menschen verschwinden und tauchen wieder auf, Tiere brennen und eine seltsame Gemeinschaft formiert sich zu einem Kult. Ausserdem wohnt Linda Wallander mittlerweile bei ihrem Vater Kurt Wallander ...


Inhalt:
Menschen verschwinden und tauchen wieder auf, Tiere brennen und eine seltsame Gemeinschaft formiert sich zu einem Kult. Ausserdem wohnt Linda Wallander mittlerweile bei ihrem Vater Kurt Wallander und wartet darauf, dass sie endlich als Polizeianwärterin in Ystad beginnen darf. Sie wird persönlich in den Fall involviert und darf - bereits vor ihrem eigentlichen Arbetisantritt - mit den Ermittlungen beginnen.

Meine Meinung:
Die Wallander-Reihe und ich, eine Liebesgeschichte. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: mein Vater und ich lesen und lieben die Bücher und Filme, das war und ist immer unser gemeinsames Ding und einen Wallander zu lesen ist immer mit eine wenig Nostalgie verbunden. Alle Bücher der Wallander-Reihe - mit Ausnahme von dem gerade beendeten "Vor dem Frost", "Mord im Herbst" und "Der Feind im Schatten", wobei ich mir bei letzterem nicht mehr ganz sicher bin - habe ich mindestens einmal gelesen und ausnahmslos alle habe ich mehrmals als Film gesehen, weshalb das Lesen dieser letzten Bände noch einmal ganz besonders ist. Vielleicht lese ich die Reihe sogar einmal chronologisch und freue mich schon sehr, weitere Zusammenhänge und Hinweise zu entdecken.
Ich liebe übrigens auch die anderen Bücher von Henning Mankell und freue mich immer, wenn ich wieder einmal einen seiner Romane entdecken darf.
Was mir in "Vor dem Frost" aufgefallen ist: dieses Buch ist zwar bereits über zehn Jahre alt, aber in meinen Augen sehr fortschrittlich, vor allem was Lindas Figur anbelangt. Ihre Ängste, als Frau im Polizeicorps nicht ernstgenommen zu werden sowie die spezielle Beziehung zu ihrem Vater werden sehr realistisch thematisiert. Sie und ihr Vater werden verletzlich, aufbrausend und immer mal wieder versöhnlich und sehr humorvoll gezeigt und einmal mehr habe ich über Mankells Fähigkeit, zerbrechliche Familienbande äusserst realistisch darzustellen, gestaunt.
Der Fall an sich thematisiert menschliche Abgründe, Abhängigkeit, Glauben und Verlust. Die ruhige Entwicklung der Geschichte lässt tief in die Gedanken und Gefühle der ermittelnden Figuren und der Täter blicken. So entsteht ein einmal mehr hervorragend aufgebauter, spannende und sehr poetisch erzählter Krimi.

Schreibstil:
Henning Mankells Erzählsprache ist gewohnt ruhig, wer durchgehend Action und schnelle Szenenwechsel erwartet, ist mit einem Mankell schlecht beraten. Dafür ist Mankell nahe an seinen Figuren dran, wir erfassen die Emotionen und Gedanken von Linda und Kurt Wallander, werden in Überlegungen miteinbezogen und jede Szene ist äusserst atmosphärisch gestaltet. So kommt Spannung auf und die detaillierten aber für meinen Geschmack nie überladenen Beschreibungen lassen die Geschichte wie ein poetisch inszenierter Film vor dem inneren Auge vorbeiziehen.

Meine Empfehlung:
Einmal mehr hat mich Henning Mankell begeistert und vor allem hat mir gefallen, wie roh und authentisch die schwierige Tochter-Vater-Beziehung zwischen Linda und Kurt Wallander sowie Lindas Entwicklung zur Polizeianwärterin beschrieben werden. Die politische Aktualität der Handlung und die fesselnde Atmosphäre dieses Krimis haben mich definitiv überzeugt, weshalb ich ihn euch auch sehr herzlich empfehle.

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Veröffentlicht am 30.09.2022

Überzeugender, spannender Klassiker

Rebecca
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Inhalt:
Die junge, namenlose Protagonistin heiratet den verwitweten und fast doppelt so alten Maxim de Winter und bewohnt mit ihm sein Landgut Manderley. Die Erinnerung an Rebecca de Winter, Maxims verstorbene ...

Inhalt:
Die junge, namenlose Protagonistin heiratet den verwitweten und fast doppelt so alten Maxim de Winter und bewohnt mit ihm sein Landgut Manderley. Die Erinnerung an Rebecca de Winter, Maxims verstorbene Frau, überschattet mehr und mehr den Alltag und die Gedanken der Protagonistin. Ausserdem legt ihr die Haushälterin, welche Rebecca glühend verehrt hat, permanent Steine in den Weg und es fällt der Protagonistin immer schwerer, gute Miene zum bösen Spiel zu machen und Wahrheit von Lüge zu unterscheiden.

Meine Meinung:
Gemeinsam mit Melli von Mellis Buchleben und Ina von literaturina_reads habe ich dieses Buch gelesen und mich mit ihnen intensiv über das Gelesene ausgetauscht. Diesen Austausch habe ich sehr geschätzt und dadurch, dass "Rebecca" viele Leerstellen enthält, bietet es sich wirklich an, das Buch in einer Leserunde/einem Buchkreis zu lesen.
Es hat mich erstaunt, wie aktuell, spannend, düster und auch humorvoll dieser Klassiker erzählt ist und ich habe mich beim Lesen immer wieder darüber gewundert, wie unbekannt dieses Buch doch leider ist. Mir persönlich hat die Geschichte sehr gut gefallen, sie hat mich in eine ganz andere Welt entführt, mir das Leben in einer Villa um 1930 herum nähergebracht und mich mit einer sehr vielschichtigen Protagonistin und einer packende Handlung mit sehr unerwartetem Ausgang überzeugt.

Schreibstil und Aufbau:
Unsere Protagonistin bleibt während der ganzen Geschichte namenlos, sie wird erst nach ihrer Hochzeit überhaupt und dann nur mit "Mrs. de Winter" angesprochen. Das Buch beginnt sehr düster und mit einem Rückblick auf die vergangenen und sehr schillernden Tage auf Gut Manderley. Dann springt es zurück zur ersten Begegnung der Protagonistin mit Mr. de Winter und wird fortan chronologisch erzählt. Detaillierte Beschreibungen sorgen für ein atmospährisches Leseerlebnis und obwohl eigentlich nicht so viel geschieht, wird das Buch nie langweilig. Es ist du Maurier gelungen, Elemente des Krimis und des Schauerromans mit Elementen des Liebesromans und des Gesellschaftsromans zu verbinden und so für viele Überraschungen, Spannung und auch einige sehr humorvolle Szenen zu sorgen.

Meine Empfehlung:
Dieses Buch lohnt sich wirklich und es lohnt sich vor allem auch, sich über dieses Buch zu unterhalten. "Rebecca" verdient so viel mehr Aufmerksamkeit und ich empfehle es euch sehr herzlich.

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Veröffentlicht am 12.09.2022

Eindringlich erzählte Gesellschaftsstudie

Nebenan
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TW: Häusliche Gewalt, unerfüllter Kinderwunsch/Fehlgeburt, Tod/Verlust

Inhalt:
Julia wünscht sich sehnlichst ein Kind und die langen Tage im dunklen Januar nutzt sie dafür, bei Instagram glückliche Vorzeigefamilien ...

TW: Häusliche Gewalt, unerfüllter Kinderwunsch/Fehlgeburt, Tod/Verlust

Inhalt:
Julia wünscht sich sehnlichst ein Kind und die langen Tage im dunklen Januar nutzt sie dafür, bei Instagram glückliche Vorzeigefamilien zu beneiden, ihrer Arbeit als Keramikerin nachzugehen und das seit den Weihnachtsferien leerstehenden Haus gegenüber zu beobachten, während ihr Mann Chris sich mit unzähligen Plastikteilchen befasst, die plötzlich in den umliegenden Gewässern aufgetaucht sind. Astrid wird zu einem rätselhaften Notfall gerufen, macht sich Sorgen um ihre alternde Tante und ihr Mann versucht, sich mit dem Leben als Pensionär zu arrangieren. Was hat es mit den vielen Geheimnissen auf sich? Und wie gut kennt man seine Nächsten wirklich?

Meine Meinung:
"Nebenan" stand seit seinem Erscheinen (respektive schon kurz vorher) auf meiner Wunschliste und da es nun auf der Longlist des Deutschen Buchpreises steht, habe ich einfach nicht mehr länger warten können und das Buch im Bloggerportal angefragt.
Mich hat von Anfang an die düstere Grundstimmung begeistert. Es ist Januar, es ist kalt, die Weihnachtstage und der Lichterglanz sind vorbei, Nebel liegt über den Feldern und einem verlassenen Haus. Hat jemand die Serie "Katla" gesehen? An diese Stimmung erinnerten mich die ersten Seiten dieses Buches. Da ich alle Rezensionen nur überflogen und auch den Klappentext nicht gelesen hatte, konnte ich anfangs überhaupt nicht einordnen, wohin mich die Geschichte führen würde. Auch nachdem ich das Buch vor einigen Tagen beendet habe, fällt es mir sehr schwer, das Gelesene und meine Meinung dazu in Worte zu fassen, obwohl mir dieses wirklich aussergewöhnlich erzählte Buch sehr gefallen hat.

Aufbau:
Zwei Frauen und ihre Geschichte stehen im Zentrum. Sie wohnen nicht weit voneinander entfernt, kennen sich aber nicht. Nach und nach zeigt sich, wie und wo sich ihre Leben berühren, wie sehr sie sich aber auch voneinander unterscheiden. Alle Fäden laufen in einem leerstehenden Haus zusammen, das Julias und Astrids Aufmerksamkeit auf sich zieht und bei dem immer wieder ein kleiner Junge auftaucht und nach jemandem zu suchen scheint. Darin soll eine Familie gelebt haben, die entweder sehr lange in den Urlaub gefahren oder überstürzt ausgezogen ist.
Während mir das Kinderwunschthema ein wenig zu sehr in den Vordergrund gerückt worden ist, hätte ich gerne noch viel mehr über Astrid und ihre alternde Tante erfahren. Ausserdem hat mich gefreut, wie über Astrids Beziehung zu ihrer ehemaligen besten Freundin Marli berichtet worden ist.
Besonders überzeugt hat mich, wie gut es Bilkau gelungen ist, so viele Themen zu streifen, ohne sich zu verzetteln oder oberflächlich zu wirken. Das Kinderwunschthema ist sehr präsent, aber es geht auch um die Umweltverschmutzung, die Fake-Welt von Social-Media, das Altern, Vernachlässigung, eine bewegte Familiengeschichte, Verlust, häusliche Gewalt, die Entfremdung von den eigenen Kindern oder guten Freund:innen sowie die Veränderungen in Freundschaften und Beziehungen.

Sprache:
Die anfänglich sehr mysteriöse Grundstimmung erzeugt Bilkau mit wenigen Worten. Es bleiben viele Leerstellen, einiges habe ich mir zusammengereimt und ich wäre am liebsten noch viel länger und tiefer in die beschriebenen Schicksale eingetaucht. Auch die Figuren und ihre Gedankengänge - allen voran natürlich Astrid und Julia - sind so beschrieben, dass ich ihre Ansichten und Gefühle sehr gut nachvollziehen konnte, obwohl diese beiden Leben und Lebensentwürfe mir persönlich sehr fremd sind. Diese einzigartige Sprache und das immer wieder vorkommende leerstehende Haus haben mich überzeugen und fesseln können und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Meine Empfehlung:
"Nebenan" ist sicher kein Buch, das sich einfach so nebenher weglesen lässt und ich kann mir vorstellen, dass einige der beschriebenen Szenen Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch belasten können. Die einzigartige Sprache und das leerstehende Haus in der Nachbarschaft als Metapher für all die kleinen und grossen Unbekannten in unserem Leben machen das Buch aber zu einer lesenswerten, eindringlich erzählten Geschichte, die lange nachhallt.

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