Profilbild von Karschtl

Karschtl

Lesejury Star
offline

Karschtl ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Karschtl über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.04.2025

Das erste Jahr ist am schwersten

Pack Up the Moon
0

Lauren ist noch nicht mal 30 Jahre alt, als sie an einer unheilbaren Krankheit stirbt. Ihrem Mann Joshua hinterlässt sie 12 Briefe, die er jeweils monatlich in seinem ersten Jahr ohne sie erhalten soll. ...

Lauren ist noch nicht mal 30 Jahre alt, als sie an einer unheilbaren Krankheit stirbt. Ihrem Mann Joshua hinterlässt sie 12 Briefe, die er jeweils monatlich in seinem ersten Jahr ohne sie erhalten soll. Sie sollen ihm helfen, seine riesengroße Trauer ein kleines bisschen besser zu bewältigen - obwohl dies anfangs eigentlich unmöglich erscheint, zu groß ist der Schmerz für Joshua.

Die Grundidee erinnert natürlich stark an "P.S. I love you" von Cecilia Ahern, doch der Rest ist dann doch deutlich anders. Die Autorin erzählt die Geschichte nicht ausschließlich chronologisch, sondern wechselt aber zwischen der Jetzt-Zeit, in der Joshua das Leben ohne Lauren meistern muss, und der Zeit in der Lauren noch da ist und schon mit der Krankheit zu kämpfen hat oder auch erst gerade davon erfährt (denn die Rückblenden sind im Grunde umgekehrt chronologisch aufgebaut).

Dadurch lernen wir beide Charaktere gleichermaßen kennen, und ich fand sie auch beide sehr sympathisch. Dennoch hat mich das Buch erst ganz zum Schluss emotional richtig gepackt.
In den Briefen von Lauren findet sich auch immer eine Aufgabe für Josh, die manchmal praktischer Natur sind (geh endlich mal wieder in den Supermarkt, oder auch kauf dir neue Klamotten...) mal eher freier interpretierbar (mach etwas, wovor du schon immer Angst hattest). Bis auf eine Sache sind sie auch alle recht nachvollziehbar, aber es ist nichts Besonderes dabei. Da hatte ich mir auch mal was Überraschendes erhofft. Joshua erledigt stoisch auch alle Aufgaben, die Lauren ihm stellt, selbst wenn er selbst nie auf die Idee gekommen wäre dieses oder jenes zu tun.

Auch fand ich die Darstellung der meisten Figuren in dem Buch eine Spur zu idealistisch. Alle sind in ihrer jeweiligen Rolle supertoll (die Schwester, der Schwager, die beste Freundin, der neue beste Freund, die Mutter, der verstorbene Vater von Lauren, der Boss, und natürlich die beiden Hauptfiguren und ihre riesengroße Liebe zueinander). Aber vielleicht gibt es sowas alles ja wirklich. Die Krankheit von Lauren hat Kristan Higgins jedenfalls sehr gut in den Rückblende-Kapiteln, die aus der Sicht von Lauren geschrieben sind, beschrieben, so dass ich beim Lesen Laurens Kampf sehr gut nachvollziehen konnte.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 18.11.2024

"Cosy" Roman über Freundschaften

Das Buch der neuen Anfänge
0

"Das Buch der neuen Anfänge" hat selbst einen ganz interessanten Anfang. Ich liebe ja Bücher, die in Buchhandlungen spielen. Hier handelt es sich zur Abwechslung mal um einen ganz neuen Schauplatz (zumindest ...

"Das Buch der neuen Anfänge" hat selbst einen ganz interessanten Anfang. Ich liebe ja Bücher, die in Buchhandlungen spielen. Hier handelt es sich zur Abwechslung mal um einen ganz neuen Schauplatz (zumindest für mich): einen Schreibwarenladen. Zwar ist er nur winzig klein, aber er besteht immerhin schon seit Jahrzehnten und nun wird er von lieben Jo vorübergehend geführt.

Nach dem Anfang verläuft die Geschichte aber ähnlich schleppend wie die Geschäfte im kleinen Laden laufen. Es passiert zwar was, aber eben nichts großes, was die Geschichte entscheidend vorantreibt.
Jo lernt (wahnsinnig schnell übrigens) neue Freunde kennen, allesamt Kunden oder Nachbarn ihres kleinen Ladens. Sie denkt aber auch noch sehr häufig an ihren Ex-Freund James und ihre beste Freundin Lucy von zu Hause, die ihr durch die Beziehung mit James allerdings ein wenig entfremdet ist.

Die Erinnerungen an James wurden mir mit der Zeit ein bisschen langweilig, weil es doch immer wieder dasselbe war. Und Lucy konnte ich lange Zeit gar nicht richtig greifen und "sehen" vor meinem inneren Auge, denn sie wird zwar erwähnt aber immer nur indirekt. Erst als sie höchstpersönlich auftaucht in der zweiten Hälfte des Buches wurde sie zu einem Charakter in dieser Geschichte für mich.

So viel Jo an ihre eigene Vergangenheit denkt, so wenig erfahren wir davon von ihren 2 neuen Freunden Malcolm und Ruth. Ruth wird sehr rasch zu einer Freundin für Jo, die sich lange fragt, wieso die flüchtige Vikarin denn überhaupt geflüchtet ist, es aber genauso wenig erfährt wie wir LeserInnen. Genauso wenig was in Malcolms 73 Lebensjahren schon so alles passiert ist.
Die Buchidee von Malcolm mit den 'Bewohnern' vom Friedhof find ich jedoch ganz bezaubernd, derlei Gedankenspiele hätten die drei ruhig mehr anstellen können.

Alles in allem ein ruhiges, 'cosy' Roman über Jo, ihre Liebe zu Schreibwaren und die diversen Freundschaften, die sie dadurch knüpft.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2023

Kolumnen zum Lebensabschnittwechsel

Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe
0

Ich habe zu Beginn gar nicht gewusst, dass der Roman in Wien spielt. Das ist für mich ja immer ein Pluspunkt, und war es auch hier. Zumal ich während des Lesens sogar ganz in der Nähe des Brunnenmarktes ...

Ich habe zu Beginn gar nicht gewusst, dass der Roman in Wien spielt. Das ist für mich ja immer ein Pluspunkt, und war es auch hier. Zumal ich während des Lesens sogar ganz in der Nähe des Brunnenmarktes unterwegs war zu einer Weihnachtsfeier.
Das Thema - Kinder ziehen aus, und die Mutter ist plötzlich ganz allein - ist bei mir noch ein bisschen hin, aber ich konnte mich doch recht gut in die Protagonistin hineinversetzen. Die Gemütszustände hat Doris Knecht auch sehr gut beschrieben, und vor allem ist es auch überhaupt kein melancholisches Buch geworden. Ihre Protagonistin - die wohl auch sehr viele autobiografische Züge trägt, wenn ich mir die Kurzbiografie hinten im Buch so durchlese - fällt in kein tiefes Loch als sie plötzlich kinderlos ist, sondern begreift es einfach als neue Lebensphase. Und vor allem bleiben ihre zwei Kinder ja auch in unmittelbarer Nähe zu ihr wohnen. So könnte ich mir das auch gut vorstellen später...

In der Kurzbiografie über Doris Knecht steht als erste Berufsbezeichnung Kolumnistin, bevor dann noch Schriftstellerin folgt. Hier in diesem Buch steht die Kolumnistin deutlich im Vordergrund, denn es ist weniger ein Roman als eine Aneinanderreihung von einzelnen Kolumnen zu einem Oberthema, der weitesgehend eine chronologische Abfolge einhält. Ich persönlich hätte einen "echten" Roman etwas besser gefunden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2023

Adventszeit in Cornwall

Ein Herrenhaus zum Verlieben
0

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil ich dieses Jahr bereits zwei andere Hörbücher von Karin Lindberg sehr genossen hatte. Auch dieses hier enttäuscht nicht in Punkto Liebeswirrwarr - kriegen sie sich/ ...

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil ich dieses Jahr bereits zwei andere Hörbücher von Karin Lindberg sehr genossen hatte. Auch dieses hier enttäuscht nicht in Punkto Liebeswirrwarr - kriegen sie sich/ kriegen sie sich nicht bzw. wann kriegen sie sich endlich? Und auch eine weihnachtliche Stimmung war deutlich spürbar. Obwohl Tara und Emery ja die meiste Zeit allein im Herrenhaus sind, tauchen auch reichlich weitere Nebenfiguren auf, die aber alle keine besonders wichtige Rolle spielen wenn es um die Hauptgeschichte geht.

Ich fand es diesmal - im Gegensatz zu den beiden Lindberg-Romanen die ich zuvor gehört hatte - zu viel "innerer" Monolog, besonders von Tara. Da sich die Dinge bei so etwas fast immer nur wiederholen, wird mir sowas dann schnell auch langweilig. Und: Emery ist zu Beginn des Romans ein leicht arroganter Eigenbrötler. Zu Ende soll er dann liebenswert sein, aber die Wandlung - die Schritte dazwischen - waren für mich nicht so recht deutlich.

Dennoch mochte ich diese romantisch-schnulzige Weihnachtsstory ganz gern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2023

Vier Schwestern, kein Sommer, wenig Sympathie und null Spannung

Sommerschwestern
0

Von den titelgebenden Sommerschwestern ist nicht wirklich was übrig geblieben. Heute haben sich Doro, Yella, Amelie und Helen kaum was zu sagen und finden sich eher notgedrungen zu einer Familienzusammenkunft ...

Von den titelgebenden Sommerschwestern ist nicht wirklich was übrig geblieben. Heute haben sich Doro, Yella, Amelie und Helen kaum was zu sagen und finden sich eher notgedrungen zu einer Familienzusammenkunft im Urlaubsort ihrer Kindheit ein.

Ich konnte mich noch am ehesten mit Yella identifizieren, und sie hatte auch den Größten 'Erzähler'-Anteil hier, von ihr und über sie erfahren wir am meisten. Doch so richtig sympathisch war mir keine der Figuren, so dass ich kaum mit ihnen 'mitgefiebert' habe. Wobei mitfiebern auch eher eine Floskel ist, wirklich interessant wurde die Geschichte kaum - auch wenn die Matriarchin der Familie einen ganz konkreten Grund für die Einberufung ihrer Töchter hat und diesen lange Zeit zurück hält.

Vielleicht hätten mir Rückblenden zu einstigen Sommerurlauben der Schwestern geholfen, eine bessere Bindung zu ihnen aufzubauen und ihr Familienglück - und auch den "Sommer" - besser zu spüren.
Gerade erste habe ich gesehen, dass es eine Fortsetzung hierzu gibt - und dessen Beschreibung klingt deutlich spannender als dieser erste Teil hier.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere