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Veröffentlicht am 09.09.2023

nicht so ganz einfach zu lesen

Der siebte Kreuzzug
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nicht so ganz einfach zu lesen

Yves le Breton ist Inquisitor des Papstes und in seinem Auftrag unterwegs. Geheimnisvolle römische Dokumente soll er ausfindig machen. Sein Weg führt ihn an die Ufer des ...

nicht so ganz einfach zu lesen

Yves le Breton ist Inquisitor des Papstes und in seinem Auftrag unterwegs. Geheimnisvolle römische Dokumente soll er ausfindig machen. Sein Weg führt ihn an die Ufer des Nils, wo sich die Armeen von König Louis IX. von Frankreich und Sultan al-Salih Ayyub gegenüberstehen. Blutige Schlachten stehen bevor. Intrigen und Verrat bestimmen die Ereignisse.

Die Geschichte, die Luigi Panella hier schildert, beginnt im Jahre 1249 und erzählt von einem Kreuzzug, der als siebter Kreuzzug benannt wird. Wobei hier aber zu bedenken ist, je nachdem wie man die vorangegangenen Kreuzzüge zählt. In einigen Quellen wird dies auch als sechster Kreuzzug benannt. Schon gleich zu Beginn wird klar: So ganz einfach ist die Geschichte nicht zu lesen. Der Autor geht hier sehr ins Detail und schildert die Zusammenhänge in Ägypten des Jahres 1249 ausführlich. Spannend ist sicher die Suche nach dem wahren Grab Christi und auch das Rätsel um diese geheimnisvollen Dokumente, aber viele Namen, Protagonisten und fremd klingende Ortsangaben verwirren die Handlung doch sehr. Auch gibt es nicht unbedingt die zentrale Hauptfigur, die durch die Geschichte führt. Sicher wird immer wieder die Lage von le Breton geschildert, aber trotzdem ist er nicht der Charakter, mit dem man mitfiebern und suchen könnte.

Die Dokumente und die spätere Suche nach der Wahrheit sind hier das Hauptaugenmerk. Aus verschiedenen Blickwinkeln wird davon berichtet, wer gerade entweder die Dokumente im Besitz hat oder versucht, sie zu bekommen. Außerdem ist es bei dieser Geschichte von Vorteil zu wissen, welche wichtigen Ereignisse in diesen Jahren zu diesem Kreuzzug geführt haben und welche Mächte involviert sind.

Sicherlich klingt es jetzt ein bisschen so, als hätte mir die Geschichte nicht gefallen, dem ist aber nicht so, im Gegenteil. Ich fand es hochinteressant, aus dieser Zeit zu lesen. Die Schlachten, die geführt wurden und wie gerade der französische König damit umging, war wirklich spannend. Sicherlich hätte ich gern einen sympathischen Charakter dabei gehabt, mit dem man sich gemeinsam auf die Reise machen könnte, aber trotzdem ist der Beginn dieser Trilogie lesenswert.

Der Erzählstil ist eigentlich auch leicht zu lesen, sieht man einmal davon ab, dass die vielen Namen, ob nun von Orten oder Menschen, schwierig zu lesen sind, da sie überwiegend eben französisch oder arabisch sind. Ein Glossar am Ende klärt einige fremde Begriffe und eine kleine Karte zu Beginn zeigt, wo sich die Handlung abspielt. Ein Personenregister ist leider nicht vorhanden.

Fazit:

Der Auftakt der Trilogie „Die Chronik des Inquisitors“ mit dem Titel „Der siebte Kreuzzug“ liest sich zwar nicht einfach eben mal so nebenbei, enthält aber doch spannende Details, die von diesem Kreuzzug erzählen. Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, wenn auch mit kleinen Schwächen.

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Veröffentlicht am 07.08.2023

sicher nicht nur für Jugendliche

Die Schwarzen Musketiere
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Lukas wächst mitten in den Zeiten des 30-jährigen Krieges auf. Sein Leben ist eigentlich ungetrübt, bis zu dem Tag, als seine Mutter als Hexe angeklagt wird und sein Vater bei dem Versuch, sie zu retten, ...



Lukas wächst mitten in den Zeiten des 30-jährigen Krieges auf. Sein Leben ist eigentlich ungetrübt, bis zu dem Tag, als seine Mutter als Hexe angeklagt wird und sein Vater bei dem Versuch, sie zu retten, ermordet wird. Der Inquisitor Waldemar von Schönborn macht auch Jagd auf Lukas und auf seine kleine Schwester Elsa. Lukas gelingt die Flucht, doch der Preis seiner Freiheit ist seine Schwester. Für den Grafensohn gibt es jedoch nur ein Ziel: Elsa befreien und die Familienehre wiederherstellen. Er weiß, dass sein Vater einmal einer berühmten Fechttruppe angehört hat. Diese von allen nur die Schwarzen Musketiere genannten Männer befinden sich in den Reihen von Wallenstein. Lukas macht sich auf den Weg, die Kämpfer zu finden und um Hilfe zu bitten.

Die historische Romanreihe „Die schwarzen Musketiere“ aus der Feder von Oliver Pötzsch ist gerade als Neuauflage in einem neuen Verlag erschienen. Band 1 „Das Buch der Nacht“ erschien bereits 2015 und die beiden Nachfolgebände 2016. Jetzt haben sie im Lago-Verlag eine neue Heimat gefunden und ich endlich die Zeit, sie zu lesen.

Mir hat der Auftakt der Reihe gut gefallen. Oliver Pötzsch versteht es, eine spannende Geschichte zu erzählen. Mit dem Protagonisten Lukas schildert er von den Ereignissen aus dieser Epoche. Gleichzeitig lässt er aber auch eine gewisse Magie entstehen. Es ist eine gelungene Mischung aus historischem Roman und Fantasie. Da hier das Leben eines Heranwachsenden geschildert wird, verzichtet der Autor darauf, die Kämpfe im Krieg ausführlich zu schildern. Natürlich wird klar, dass es ein furchtbarer Kampf war, aber es wird eben so geschildert, dass junge Leser die Geschichte von Lukas begeistert lesen und mitfiebern können.

Die Suche nach der Schwester wird von dem Wunsch begleitet, ein großer Krieger zu werden, wie einst der Vater von Lukas. Auf seinem Weg begegnet der Junge anderen gleichgesinnten Jugendlichen, die seine Begeisterung nicht nur teilen, sondern auch keine andere Wahl haben. Sie werden ihm zu Freunden und gemeinsam bestehen sie dieses Abenteuer. Sie suchen nicht nur Elsa, sondern auch ihre eigene Zukunft.

Fazit:

Band 1 „Das Buch der Nacht“ hat mir gut gefallen. Der Erzählstil von Oliver Pötzsch ist leicht und flüssig zu lesen und gleichzeitig spannend. Die Mischung aus historischem Hintergrund und Fantasieelementen hat mir gut gefallen. Auch wenn es sich bei der Reihe „Die schwarzen Musketiere“ um eine Jugendbuchreihe handelt, hatte ich doch unterhaltsame Lesestunden. Die Reihe ist definitiv nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene, die sich ihre Fantasie bewahrt haben.

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Veröffentlicht am 24.07.2023

gefährliche Jagd im Schneesturm

Zwei Fremde
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Die Touristensaison ist eigentlich beendet, es ist der letzte Arbeitstag der Managerin Remie Yorke in dem Hotel in den Highlands, als ein Schneesturm hereinbricht und sie von der Außenwelt abschneidet. ...



Die Touristensaison ist eigentlich beendet, es ist der letzte Arbeitstag der Managerin Remie Yorke in dem Hotel in den Highlands, als ein Schneesturm hereinbricht und sie von der Außenwelt abschneidet. Das Telefon funktioniert nicht mehr und das Internet ist auch nicht mehr verfügbar, genau zu diesem Zeitpunkt steht ein Fremder am Eingang und verlangt, eingelassen zu werden. Er gibt an, er sei von der Polizei und habe einen Unfall gehabt. Zudem ist ein Mörder aus dem nahen Gefängnis geflohen. Nur wenig später erscheint ein zweiter Mann und erzählt die gleiche Geschichte. Wer ist nun der Mörder und wer der echte Polizist? Für Remie beginnt eine Jagd nach der Wahrheit und der Kampf um das eigene Leben. Wer ist wer? Wem kann sie trauen?

Die Geschichte startet mit Remie, die ihren letzten Arbeitstag nur noch beenden will. Martin Griffin hat sich dafür entschieden, diesen Thriller Remie selbst erzählen zu lassen. Aus der Perspektive der jungen Frau erlebt man die Ereignisse. Remie Yorke hat mir als Charakter gut gefallen. Sie wird zunächst als junge Frau geschildert, die ein neues Leben beginnen möchte und sich auf ihre Reise freut. Jetzt muss sie sich einer ganz neuen Herausforderung stellen. Mir hat gefallen, dass man nicht gleich zu Beginn alles von ihr erfährt. Erst so nach und nach bekommt man zu lesen, was diese Frau eigentlich antreibt, wo ihre Wurzeln liegen und warum sie ausgerechnet in so einem einsamen Hotel in Schottland gelandet ist.

Leider klärt sich ziemlich früh, wer von den beiden Fremden der Polizist ist und wer der Mörder. Dadurch verliert die Handlung etwa zur Mitte hin ein wenig Spannung. Ich fand es gerade gut, nicht zu wissen, wer sozusagen der Böse ist, aber dieser Spannungsverlust währte für mich nur kurz. Der Kampf um das eigene Überleben von Remie und ihrem letzten Hotelgast entwickelte eine Eigendynamik, die dafür sorgte, dass ich das Buch nicht zur Seite legen konnte. Ich wollte wissen, wie sie letztlich aus der Situation herauskommt.

Fazit:

„Zwei Fremde“ war für mich ein spannender Thriller mit eigenwilligen Protagonisten. Mir hat der Erzählstil gut gefallen. Die Beschreibungen der schottischen Landschaft und das eisige Wetter waren zum Greifen nah. Die Handlung entwickelte sich spannend und einige Wendungen waren nicht unbedingt vorhersehbar. Ich hatte spannende Lesestunden und fühlte mich gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 25.06.2023

stürmische Zeiten auf Gut Falkenbach

Die Zeit der Tyrannen
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Der Krieg bestimmt schon seit einiger Zeit das Leben der Menschen in Bernried am Starnberger See. Auch die Söhne der von Falkenbachs und Lehmanns müssen jeden Tag mit ihrer Einberufung in die Wehrmacht ...



Der Krieg bestimmt schon seit einiger Zeit das Leben der Menschen in Bernried am Starnberger See. Auch die Söhne der von Falkenbachs und Lehmanns müssen jeden Tag mit ihrer Einberufung in die Wehrmacht rechnen. Paul-Friedrich von Falkenbach unternimmt alles, um dies zu verhindern. Gustav geht als Arzt neue Wege und tritt seinen Dienst in einer Heilanstalt an und Leopold Lehmann scheint in seinem Familienbetrieb unabkömmlich zu sein, aber wird das auch so bleiben? Auch Wilhelmine von Falkenbach geht ihren eigenen Weg und begibt sich in Gefahren, die keiner abschätzen kann.

In dem nun inzwischen 7. Band der Falkenbach-Saga befinden sich die Protagonisten mitten im Krieg. Dieses Jahr 1940 wird vieles verändern. Die Autorin beschreibt ausführlich, in welchem Gemütszustand sich die Familien befinden. Die Gedanken drehen sich nur darum, wie die Familien zu schützen sind. Dabei ist der Kampf darum, nicht eingezogen zu werden, nur einer von vielen in diesen Familien.

Intensive Dialoge zwischen den Charakteren sorgen für Unterhaltung. Ein bisschen vorhersehbar ist die Handlung dann allerdings doch und die Familienmitglieder untereinander sind auch nicht immer sehr nett zueinander. Die Streitigkeiten aus den vorangegangenen Büchern werden weiter geführt und führen zu Ergebnissen, die schon zu erahnen gewesen sind.

Einzig Wilhelmine bringt mit ihrem ganz eigenen Charakter etwas Spannung ins Spiel. In diesem Teil war mir fast ein wenig zu wenig los. Die Geschichte plätscherte etwas vor sich hin. Auch geht Ellin Carsta immer wieder auf die vorangegangenen Ereignisse ein. Diese Rückblenden nehmen mir zu viel Platz ein und stören dann doch den Lesefluss. Etwas weniger wäre tatsächlich mehr gewesen. Ich habe Band 7 zwar immer noch gern gelesen, empfinde ihn aber doch wesentlich schwächer als die Vorgänger und hoffe auf wieder etwas mehr Spannung mit Teil 8.

Fazit:

„Zeit der Tyrannen“ fehlt ein wenig der Schwung der Vorgänger war aber immer noch gut zu lesen. Mir gefällt vor allem, dass immer wieder auf historische Details Bezug genommen wird. Allerdings empfehle ich, trotz der vielen Wiederholungen mit Teil 1 zu beginnen, um so die Geschichte im vollen Umfang genießen zu können.

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Veröffentlicht am 07.05.2023

Aus dem Leben eines Ritters

Der Halsbandsittich
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Knappe Erkenbert lebt seit einiger Zeit in Bologna. Er hat die freien Künste studiert und einen Magistertitel erworben. Doch jetzt ist es für ihn an der Zeit, wieder nach Hause zurückzukehren. Daheim ...



Knappe Erkenbert lebt seit einiger Zeit in Bologna. Er hat die freien Künste studiert und einen Magistertitel erworben. Doch jetzt ist es für ihn an der Zeit, wieder nach Hause zurückzukehren. Daheim muss er feststellen, dass die Heimat nicht mehr so ist, wie er es erwartet hat. Auch interessiert sich niemand für seine erworbenen Fähigkeiten. Blutige Fehden bestimmen nun seinen Alltag. Erkenbert fällt es schwer, sich wieder an die Gewohnheiten von zu Hause anzupassen.

Bei diesem historischen Roman, der in der Mitte des 13. Jahrhunderts spielt, handelt es sich um eine Reihe und „Der Halsbandsittich“ ist der zweite Teil davon. Ich habe Band 1 „Erkenbert“ allerdings nicht gelesen. Kleine Rückblenden sorgen aber dafür, dass man die Geschehnisse der Vergangenheit erfährt und somit der Handlung auch problemlos folgen kann.

Der Erzählstil von Christiane Radimsky ist leicht und locker zu lesen. Die Geschichte selbst liest sich sozusagen von allein. Die Autorin lässt allerdings Erkenbert seine Geschichte selbst erzählen, sodass man den Handlungsverlauf nur aus seiner Sicht geschildert bekommt. Zwischendurch schweifen seine Gedanken immer mal wieder in seine Vergangenheit zurück und erzählt einzelne Episoden daraus. Mir hat diese Art der Schilderung gut gefallen und ich konnte der Handlung gut folgen.

Erkenbert als Charakter einzuordnen, finde ich etwas schwierig. Er ist der zweitgeborene Sohn eines Rittergeschlechts und seine Familie hat dementsprechend Erwartungen an ihn. Diese Erwartungen kann er aber nicht immer erfühlen. Erkenbert versucht, seinen eigenen Weg zu finden. Ich habe ihn als sympathischen Protagonisten empfunden und seinen Lebensweg in diesen Jahren von 1253 bis 1269 gern verfolgt.

Die Autorin hat es geschickt verstanden, dass Leben in dieser Epoche darzustellen und aufzuzeigen, welche Handlungsweise von einem jungen Mann erwartet wurde und was geschieht, wenn diese Erwartungen nicht erfühlt werden. Ein Knappe hatte ein erfolgreicher Ritter zu werden und nicht ein Studium zu absolvieren. Lesen und schreiben lernen, um Verträge erstellen und verstehen zu können, ist für einen Ritter nicht vorgesehen. Erkenbert muss mit diesen Vorurteilen leben lernen und sich den Sitten seiner Familie anpassen. Wie er diese Probleme löst und sein Leben meistert, hat mir gut gefallen. Während Christiane Radimsky das fiktive Leben dieses jungen Mannes lebendig werden lässt, hat sie geschickt die Lebensweise und historisch bekannten Daten mit ihrer Geschichte verwoben und damit diese Epoche lebendig werden lassen.

Sicherlich ist das Leben dieses jungen Mannes recht abenteuerlich und das Glück scheint stets auf seiner Seite zu sein, aber dafür ist es auch ein unterhaltsamer Abenteuerroman, der mich gut unterhalten hat. Lediglich zur Mitte der Geschichte hin wird die Handlung etwas langatmig, da jetzt Erkenbert offenbar in seiner Rolle angekommen zu sein scheint und es nicht viel Abenteuerliches zu erleben gibt. Allerdings hat die Autorin es geschickt verstanden, historische Ereignisse einfließen zu lassen, damit die Geschichte wieder aufregend wird.

Am Schluss befindet sich ein Anhang mit Personenregister, welches fiktive und historische Charaktere auflistet. Einige historische Ereignisse werden ebenfalls noch einmal aufgegriffen und erläutert und ein Glossar erklärt die fremden Begriffe, die verwendet wurden.

Fazit:

„Die Buchenau-Saga“ mit ihrem zweiten Teil „Der Halsbandsittich“ hat mir gut gefallen. Ich fühlte mich ein wenig in diese Zeit zurückversetzt und hatte schnell Bilder vor Augen, von einem jungen Mann, der seinen eigenen Weg gehen wollte. Bunte Abenteuer eben jenes Erkenbert sorgen für Spannung und Unterhaltung. Das Leben als Adliger war eben auch nicht immer einfach. Die Autorin hat es gut verstanden, davon zu erzählen, wie sich so ein Leben abgespielt haben könnte.

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