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Veröffentlicht am 30.05.2023

Faszinierende Übersetzungen oder Ausbeutung fremder Kulturen?

Babel
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Als Robin von Professor Lovell aus dem chinesischen Kanton nach London gebracht wird, ist es eine unglaubliche Chance für ihn. Dort wird er jahrelang auf sein Studium als Übersetzer vorbereitet, wo seine ...

Als Robin von Professor Lovell aus dem chinesischen Kanton nach London gebracht wird, ist es eine unglaubliche Chance für ihn. Dort wird er jahrelang auf sein Studium als Übersetzer vorbereitet, wo seine Muttersprache viel wert ist. Er besucht in Oxford das Institut für Übersetzung, auch bekannt als Babel, und durch die vielen Facetten der Sprache werden die magischen Silberbarren betrieben, deren Wirkung direkt mit dem Wortpaar verbunden ist.

Babel ist alles, was Robin kennt, doch er und seine Kommilitonen sind ständigem Rassismus ausgesetzt und aufgrund ihrer "Privilegien" als Babbler sollen sie auch noch dankbar dafür sein. Als sich ihm die Gelegenheit bietet, Babel zu verraten und für etwas Gerechtigkeit zu sorgen, wird Robins Loyalität auf die Probe gestellt.

Auch wenn es ein Fantasy-Roman ist und die Übersetzungen einen großen Teil der Geschichte einnehmen, sind die magischen Silberbarren hauptsächlich Werkzeuge; ein Symbol der Kolonialisierung und der Ausbeutung fremder Kulturen, um sich selbst zu bereichern. Daher fühlt es sich auch nie wirklich "magisch" an, sondern wirklich nah an der Realität: Die Magie fügt sich sehr gut in die Zeit der industriellen Revolution ein und bildet einen weiteren Faktor, der für soziale Ungleichheit sorgt.

Die Übersetzungen werden oft ausführlich erklärt und scheinen sehr gut recherchiert. Dazu gibt es Fußnoten mit weiteren historischen Hintergründen und Anmerkungen, die ein wenig den Lesefluss stören können, und meiner Meinung nach hätte sie man auch zusammen mit all den anderen Fakten in den Fließtext einbauen können.

Ich fand die Geschichte von Anfang an faszinierend; die Charaktere, das Setting und auch die Übersetzungen konnten mich fesseln, doch erst nach und nach wurde es wirklich spannend. Durch zahlreiche Zeitsprünge fiel es mir anfangs schwer, eine Verbindung zu den Charakteren zu finden und ihre Beziehungen untereinander nachempfinden zu können, das betrifft auch besonders die Freundschaft zwischen Robin und seinen drei Kommilitonen. Den Mittelteil fand ich sehr spannend, doch das Ende entsprach nicht ganz meinen Erwartungen, auch wenn es eigentlich gut zum Rest des Buches gepasst hat.

Fazit
Letztendlich war das Buch nicht ganz so, wie ich erwartet hätte, auch wenn mich der lange Originaltitel, der wie das Thema einer wissenschaftlichen Arbeit klingt ("Babel: Or the Necessity of Violence: An Arcane History of the Oxford Translators’ Revolution"), schon ein wenig darauf vorbereitet hatte und rückblickend finde ich den Titel auch treffend formuliert. Insgesamt fand ich den Schreibstil ziemlich nüchtern, aber die Geschichte kann mit Fakten faszinieren und bringt einen auf jeden Fall zum Nachdenken.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 17.05.2023

Komplizierte Flüche und gefährliche Magie

A Curse Unbroken
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Gemma praktiziert weiße Magie und möchte ihren Followern auf TikTok zeigen, wie man diese Kräfte im Alltag nutzen kann und dass Magie viele gute Seiten hat. Da sie sehr hilfsbereit ist, möchte sie auch ...

Gemma praktiziert weiße Magie und möchte ihren Followern auf TikTok zeigen, wie man diese Kräfte im Alltag nutzen kann und dass Magie viele gute Seiten hat. Da sie sehr hilfsbereit ist, möchte sie auch Darren helfen, dessen Problem ihre üblichen Zauber jedoch überschreitet, und so wird sie immer tiefer in die Fänge der dunklen Magie gezogen.

Darren ist mit einem schwerem Fluch belegt, der ihm verbietet, über manche Themen zu sprechen und er hofft, dass Gemma ihm helfen kann, ihn zu brechen. Im Gegensatz zu ihr erkennt er sofort, wie groß ihr Potenzial ist, aber sie ist auch eine andere Art von Magie gewöhnt. Um Darrens Fluch loszuwerden, muss Gemma ihre Grenzen überschreiten und entscheiden, welche Zwecke welche Mittel heiligen.

Während Gemma mit ihrer Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Neugier schon ein wenig naiv wirkt, weiß man bei Darren nicht, ob man ihm vertrauen kann, schließlich muss er durch den Fluch verschiedene Geheimnisse bewahren, ob er will oder nicht. Die beiden sind schon unterschiedlich, aber sie haben auch sehr viele Gemeinsamkeiten, zum Beispiel ihre starken magischen Instinkte und ihre Ziele. Ich mochte die Chemie zwischen ihnen und auch ihre Zusammenarbeit, auch wenn man spürt, in welche Richtung sie sich entwickeln.

Die verschiedenen Arten der Magie fand ich interessant und auch gut miteinander kombiniert, und ich hätte gern noch mehr gesehen, sowohl von der vielseitigen Magie als auch von den verschiedenen magischen Wesen, die es gibt. Es werden einige moderne Themen verarbeitet, sowie "WitchTok" und Umweltschutz, was mir eigentlich gut gefallen hat, aber obwohl die Magie überall ist, hat sich die Atmosphäre für mich nicht so magisch angefühlt, wie ich gehofft hätte.

Fazit
Allzu viele Überraschungen gab es für mich nicht, aber insgesamt ist es schon ein spannendes Fantasy-Abenteuer mit netten Ideen und sympathischen Charakteren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.05.2023

Unerwartete Gefühle und Gefahr in den Highlands

Here With Me
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Nach einer schlimmen Schusswunde beschließt Ex-Polizistin Robyn sich mit ihrem Vater Mac zu versöhnen, der sie für seinen Job als Bodyguard für Lachlan Adair verlassen hat. Doch als der exklusive Club ...

Nach einer schlimmen Schusswunde beschließt Ex-Polizistin Robyn sich mit ihrem Vater Mac zu versöhnen, der sie für seinen Job als Bodyguard für Lachlan Adair verlassen hat. Doch als der exklusive Club der Adairs bedroht wird, wird Mac verletzt und Robyn muss herausfinden, wer dahintersteckt.

Lachlan Adair ist nicht wirklich begeistert, dass Robyn sich in seine Angelegenheiten einmischt, denn die Privatsphäre der Gäste ist ihm sehr wichtig und außerdem hat er auch das Gefühl, dass sie ihren Vater, der sein Bodyguard und guter Freund ist, unfair behandelt und traurig macht. Aber er muss schon bald erkennen, dass seine Vorurteile unbegründet sind; Robyn ist eine mutige und unabhängige Frau, die ihn immer wieder überraschen und beeindrucken kann.

Robyn geht es andersherum ähnlich, denn sie gibt auch Lachlan die Schuld daran, dass ihr Vater sie zurückgelassen, aber es gab noch viel mehr Gründe für seine Entscheidung. Nach ihrer schweren Verletzung sieht sie die Dinge aber aus einem anderen Blickwinkel und möchte ihre Beziehung zu ihrem Vater verbessern. Nach außen scheint sie stark und dickköpfig, aber sie hat auch einen weichen, verletzlichen Kern.

Die Geschichte spielt hauptsächlich auf dem Familienanwesen, das ein Rückzugsort für ausgewählte Prominente ist, und Lachlan ist es sehr wichtig, die Ländereien seiner Familie zu erhalten. Die unheimlichen Botschaften und nun auch der Angriff bedrohen nicht nur seinen Club, er hat auch Angst um seine Familie und Freunde. Er ist hin- und hergerissen zwischen dem Drang, sie alle von der Gefahr fernzuhalten, und seinen unerwarteten Gefühlen für die Tochter seines Freundes.

Mit ihrer Sturheit schafft Robyn es immer wieder, Lachlan zu provozieren und ihre Zankereien sind unterhaltsam und auch spannend. Aber auch abgesehen davon wird es durch den Stalker, ihre Ermittlungen und auch private Probleme mit der Familie nie langweilig.

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Veröffentlicht am 08.05.2023

Spannende Liebesgeschichte mit sympathischen Charakteren

Count On You
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Daisy ist eine erfolgreiche Sängerin und Schauspielerin, aber ihre Karriere hat auch einige Schattenseiten. Aktuell ist ihr größtes Problem ein Fan, der beginnt, ihr unheimliche Botschaften zu schicken, ...

Daisy ist eine erfolgreiche Sängerin und Schauspielerin, aber ihre Karriere hat auch einige Schattenseiten. Aktuell ist ihr größtes Problem ein Fan, der beginnt, ihr unheimliche Botschaften zu schicken, und deswegen bekommt sie einen neuen Bodyguard. Aber Thomas ist gleichzeitig auch ihr Kindheitsfreund und erster Schwarm und er scheint entschlossen, ihre Beziehung professionell zu halten.

Auch wenn sie ihren Job und ihre Fans liebt, muss Daisy für das vom Management gewünschte Image immer eine Rolle spielen und gibt sehr viel auf die Meinung ihrer Fans, die sozialen Medien spielen auch eine große Rolle in ihrem Leben. Nun will sie endlich mal ihren eigenen Weg gehen und sie selbst sein, doch man lässt ihr kaum Freiheiten. Sie ist nicht gerade begeistert, dass sie nun einen neuen Aufpasser bekommt, für den sie dann auch noch so starke Gefühle hat, die er entschieden abblockt.

Thomas ist auch nicht begeistert, dass er ausgerechnet Daisy beschützen soll, denn er hatte schon immer Schwierigkeiten mit seinen Gefühlen und ist überzeugt, dass er weder lieben noch geliebt werden kann. Während er Abstand hält, um Daisy nicht zu verletzen, ist Daisy bereit zu nehmen, was sie kriegen kann.

Natürlich möchte Thomas Daisy beschützen, aber sie macht es ihm nicht gerade leicht. Die Gefahr durch den Stalker und der Druck durch ihre Agentin bringen zusätzlich Spannung ein, aber es sind besonders die komplexen Charaktere, die überzeugen können. Daisy arbeitet an ihrer Karriere und an ihrem Selbstbild, während Thomas erst seine Vergangenheit verarbeiten muss, bevor er lernen kann, sich selbst zu lieben.

Alles zusammen ergibt eine spannende und schöne Liebesgeschichte, die bis zur letzten Seite fesseln kann.

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Veröffentlicht am 08.05.2023

Spannung, magische Wissenschaft und komplizierte Gefühle

The Atlas Paradox
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Auch im zweiten Band hat mir gut gefallen, dass die Magie wie eine Wissenschaft erforscht wird. Dabei haben die jungen Magier alle ihre Spezialgebiete, in denen schon sehr viel bekannt ist und in denen ...

Auch im zweiten Band hat mir gut gefallen, dass die Magie wie eine Wissenschaft erforscht wird. Dabei haben die jungen Magier alle ihre Spezialgebiete, in denen schon sehr viel bekannt ist und in denen sie brillieren, aber erst durch ihre Zusammenarbeit gelangen sie zu neuen Erkenntnissen. Einerseits fand ich es wieder interessant, wie dieses Mal Beziehungen zwischen anderen Charakteren erkundet werden und es so auch neue Arten der Magie entdeckt werden, aber andererseits wird so viel Zeit in ihre Forschung, Gedanken und Erklärungen investiert, dass der tatsächliche Einsatz der Magie schon eher kurz kommt. Ich fand es aber auch schön, wie die unendlichen Facetten der Magie sie auch immer wieder überraschen konnten.

Nach dem spannenden Ende des Vorgängers hat mich hier besonders die Perspektive von Libby interessiert, weil sie so fern von der restlichen Handlung ist, man bei ihr mehr von der Außenwelt sieht und sie auch ein klares Ziel hat. Etwas fade fand ich dafür Callum, der sich eher unauffällig verhält. Abgesehen von den "Six" haben auch Ezra und Gideon ihre Perspektiven. Die verschiedenen Beziehungen zwischen den Charakteren werden weiter vertieft. Einige von ihnen versuchen, das verschollene Mitglied zurückzuholen, andere verfolgen ihre eigenen Ziele.

Auch wenn das Buch voller Magie und komplizierter Gefühle, Geheimnisse und Intrigen ist, fehlte mir der rote Faden. Die Alexandrinische Gesellschaft und das antagonistische Forum sind einerseits immer präsent, aber man fühlt die verschiedenen Seiten trotzdem nicht so wirklich und verbringt weiterhin die meiste Zeit innerhalb der Gesellschaft, von der man auch kaum Mitglieder sieht.

Also auch der zweite Band bewegt sich zum größten Teil innerhalb der Blase, während immer davon gesprochen wird, wie weltbewegend alles sei. Insgesamt hatte ich daher leider das Gefühl, auf der Stelle zu treten.

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