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Veröffentlicht am 02.06.2023

Sehr einseitig erzählt

Die einzige Frau im Raum
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"Die einzige Frau im Raum" von Marie Benedict beschäftigt sich mit einem Teil aus dem Leben von Hedwig Maria Kiesler.
Sie lebt mit ihren Eltern in Wien, in einem jüdischen Viertel und macht als Schauspielerin ...

"Die einzige Frau im Raum" von Marie Benedict beschäftigt sich mit einem Teil aus dem Leben von Hedwig Maria Kiesler.
Sie lebt mit ihren Eltern in Wien, in einem jüdischen Viertel und macht als Schauspielerin mit der Aufführung von "Sissi" von sich reden. Dabei lernt sie auch ihren zukünftigen Ehemann kennen, den österreichischen Waffenhändler Friedrich Mandl.
Ein großer Teil des Buches widmet sich jetzt dieser Zeit, der Ehe mit diesem Mann, die Atmosphäre im Hause Mandl, als die Bedrohung aus dem deutschen Reich näher rückt. Irgendwann flieht Hedy dann auch, aber mehr vor ihrem gewalttätigen Mann, als vor den Nazis.
In Amerika baut sie sich als die Schauspielikone Hedy Lamarr ein neues Leben auf. Hedy ist eine intelligente und auch schlagfertige Frau, die stark unter der Tatsache leidet, dass sie als Frau nie ernst genommen wurde.
Ich fand die Ausschnitte aus ihrem Leben sehr interessant, hätte mir den Fokus aber mehr auf die wissenschaftliche Seite gewünscht, die mir mehr so aufgesetzt erschien.
Man hat die Entwicklung dieser Frau hier trotzdem gut nachvollziehen können und versteht, warum sie manche Dinge tat und andere nicht.
Der Schreibstil gefällt mir gut, das Buch liest sich sehr leicht weg und man bekommt auf jeden Fall Lust, selber noch mehr über das Leben dieser spannenden Frau zu erfahren.

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Veröffentlicht am 01.06.2023

Musik in Amsterdam

Straßenmusik
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"Straßenmusik" von Markus Behr ist ein Buch, dass viel mit Musik zu tun hat, aber letztlich doch tiefer geht.
Jonas wird irgendwie aus seiner Band rausgeworfen und hat sich getrennt von seiner Freundin. ...

"Straßenmusik" von Markus Behr ist ein Buch, dass viel mit Musik zu tun hat, aber letztlich doch tiefer geht.
Jonas wird irgendwie aus seiner Band rausgeworfen und hat sich getrennt von seiner Freundin. Das alles muss er erstmal verarbeiten. Er fährt nach Amsterdam und dort findet er eine Gitarre.
Chiara ist auch in Amsterdam gestrandet, sie hat aber auch ihre Probleme im Gepäck und dann verliert sie auch noch ihre Gitarre.
Die beiden lernen sich kennen, wobei das kein glatter Start ist, eher holprig, mit vielen Missverständnissen. Es ist aber klar, dass es keine Liebesgeschichte wird und das gefällt mir sehr.
Die Geschichten der beiden sind gut erzählt, es werden einige Probleme angesprochen und aufgegriffen.
Mit beiden Charakteren konnte ich mich nicht so anfreunden, sie nicht verstehen und nachvollziehen.
Was mich wirklich massiv gestört hat, waren englische Dialoge und Szenen, die dann auch nirgends für den Leser übersetzt wurden. Ja klar, ich habe einen Laptop, aber um was zu übersetzen, das reißt mich aus dem Lesefluss.
Ich denke, wer mehr mit den Problemen der beiden jungen Leute anfangen kann, für den ist diese Geschichte besser geeignet.

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Veröffentlicht am 24.05.2023

Unterhaltsam und lesenswert

Morgen, morgen und wieder morgen
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"Morgen, morgen und wieder morgen" von Gabrielle Zevin ist ein Buch mit zwei sehr interessanten Hauptpersonen.
Sadie und Sam kennen sich schon fast ihr ganzes Leben lang. Man begleitet sie hier auch über ...

"Morgen, morgen und wieder morgen" von Gabrielle Zevin ist ein Buch mit zwei sehr interessanten Hauptpersonen.
Sadie und Sam kennen sich schon fast ihr ganzes Leben lang. Man begleitet sie hier auch über einen großen Zeitraum, manchmal auch in Rückblicken.
Jede Person für sich hat einiges erlebt und auch als Team haben sie schon so manche Erfahrung gemacht, nicht unbedingt nur die positiven.
Was mir hier sehr gut gefällt, ist der Bezug zur Computerspielebranche, weil ich selber gerne spiele und da auch gerne hinter die Kulissen schaue. Da wird vieles sehr schön erklärt, das hätte für mich noch mehr sein dürfen.
Beide Protagonisten mag ich sehr, ihre Emotionen werden gut dargestellt, ich kann sehr viel nachfühlen und verstehen. Sehr viel geschieht den beiden im Laufe der Zeit, man geht hier durch gute und auch ziemlich miese Zeiten, wie es im Leben auch so ist.
Bei allem bleibt man als Leser doch etwas distanziert, beobachtend, abwartend, da nicht alles schlüssig und nachvollziehbar ist. Von den Themen, die angesprochen werden, finde ich das Buch sogar etwas überfrachtet, vielleicht wollte man hier zu viel.

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Flirt mit einem Gott

Jetzt ist Sense
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"Jetzt ist Sense" von Hans Rath ist ein Roman, in dem man Thanatos, den Gott des sanften Todes, bei der Arbeit über die Schulter schauen kann. Und beim ersten Treffen mit ihm ist er tatsächlich als Sensenmann ...

"Jetzt ist Sense" von Hans Rath ist ein Roman, in dem man Thanatos, den Gott des sanften Todes, bei der Arbeit über die Schulter schauen kann. Und beim ersten Treffen mit ihm ist er tatsächlich als Sensenmann verkleidet.
Liv ist Psychologin und dieser Sensenmann klopft doch tatsächlich bei ihr an, auf der Suche nach ihrer Nachbarin. Kurz danach ist diese tot. Das Zusammentreffen von Liv mit diesem Zino wiederholt sich unter den merkwürdigsten Umständen und auch die Todesfälle in ihrer Umgebung.
Da Zino ein attraktiver Mann ist, führen die beiden bald längere und auch tiefsinnigere Gespräche über das Leben, den Tod, dem Sinn hinter allem und auch der Vergänglichkeit.
Das Buch hat durchaus Humor und sehr komische Szenen, leider bedient es auch einige Klischees und ist sehr vorhersehbar. Die meisten der Personen hier bleiben mir fremd und ihre Handlungen unerklärlich. Gegen Ende wurde das Buch dann nochmal spannend und hatte einige unerwartete Details aufzubieten.
Ich denke, ich bin nicht die richtige Leserin für humorvolle Bücher, die gleichzeitig Lebensratgeber sein wollen.

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Lebenswege beeinflusst

Macht
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"Macht" von Heidi Furre ist ein Roman, der einen noch eine ganze Weile gedanklich beschäftigt.
Liv lebt mit Mann und beiden Kindern in einem Einfamilienhaus in Oslo. Sie liebt ihre Familie und auch ihren ...

"Macht" von Heidi Furre ist ein Roman, der einen noch eine ganze Weile gedanklich beschäftigt.
Liv lebt mit Mann und beiden Kindern in einem Einfamilienhaus in Oslo. Sie liebt ihre Familie und auch ihren Beruf als Pflegerin. Doch sie hat Angst, bewußt und unbewußt und diese beeinflußt ihr Leben und ihr Denken.
Liv wurde vergewaltigt, vor sehr langer Zeit und sie kommt aus ihrer Opferrolle nicht heraus, obwohl sie gerade dieses so sehr möchte.
Für mich sehr problematisch ist hier, dass Liv nicht darüber spricht, nicht mit ihren nächsten Angehörigen und Vertrauten und auch nicht mit der Polizei. Das ist der Weg, wie sie damit umgeht, ihr persönlicher Weg.
Im Roman bekommen wir Einblick in ihr Leben, viele kleine Episoden aus ihrem Alltag, wichtige und auch unwichtige und teilweise auch ungeordnet. Es ist nicht immer leicht dem Handlungsstrang zu folgen, da ja nicht viel geschieht.
Nur im Inneren von Liv geschieht etwas, wobei ich von ihren Gedanken und Reaktionen vieles nicht verstehen und nachvollziehen kann, aber gerade das regt zum nachdenken an.
Ein wichtiges buch zu einem sehr wichtigen Thema, dem ich aber nicht immer zu folgen vermag.

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