Episch!
Das neunte Haus“Das neunte Haus” ist ein großartiger Urban Fantasy Roman, ich muss allerdings zugeben, dass ich schwer in die Geschichte fand. Ich musste mir während des ersten Drittels einige Stellen zwei Mal anhören, ...
“Das neunte Haus” ist ein großartiger Urban Fantasy Roman, ich muss allerdings zugeben, dass ich schwer in die Geschichte fand. Ich musste mir während des ersten Drittels einige Stellen zwei Mal anhören, um die komplexe, auf interessante Art weitschweifige Handlung mit den vielen Zeitsprüngen wirklich zu erfassen.
Seit Jahrzehnten beherrschen acht mächtige Verbindungshäuser die Universität Yale. Das neunte Haus, das Haus Lethe, überwacht die Einhaltung der Regeln, denn die Macht der Verbindungen beruht auf dunkler Magie, die zum Missbrauch verführen kann...
Alex an einem absoluten Tiefpunkt angekommen, als vom Haus Lethe rekrutiert wird. Sie gehört zu den wenigen Menschen, die von Natur aus, ohne Hilfe gefährlicher Magie die Geister der Toten wahrnehmen kann.
Die ungeschliffene Alex ohne Schulabschluss wird also Studentin in Yale: Sie erhält ein “Stipendium”, im Gegenzug setzt sie ihre Fähigkeiten für das neunte Haus ein. Sie bemüht sich den hohen akademischen Anforderungen gerecht zu werden und auch sonst in das vornehme Umfeld reinzupassen. Das magische Verschwinden ihres Mentors sowie der Mord einer jungen Frau auf dem Campus gefährden ihr neues, angenehmeres Leben: Alex forscht nach, da sie befürchtet, dass die Magie der Verbindungshäuser verantwortlich sein könnte und entdeckt einiges, das mächtige Menschen um jeden Preis geheim halten wollen. Aber auch Alex hat dunkle Geheimnisse, die nie ans Licht kommen dürfen...
Alex untersucht den Mord an der jungen Frau und legt sie sich mit Yale-Angehörigen, Kriminellen der Gegend sowie dem ermittelnden Detective an. Währenddessen gibt es immer wieder faszinierende Einblicke in verschiedene Vergangenheiten: In Alex’ Kindheit bzw. Jugendzeit, in die ihres Mentors und in ihre Anfänge in Yale.
Sie erkennt auch, dass ihre übernatürlichen Fähigkeiten umfassender sind als gedacht, aber die Geister der Toten können ebenfalls mehr als angenommen...
Ich bin wirklich froh, dass ich mich auf das Buch eingelassen habe, denn der unheimlich ausdrucksstarke Schreibstil macht absolut alles interessant und die klugen, unkonventionellen philosophischen Betrachtungen, die Dynamik zwischen den toll ausgearbeiteten Charakteren, das Gothic-Flair sowie die überraschenden Wendungen haben mich begeistert!
“Das neunte Haus” ist das perfekte Dark Academia Buch: Campus-Leben in Neu England, dunkle Magie und eine wahnsinnig coole, ambivalente Außenseiterin, die dabei ist herauszufinden, ob sie sich der gebildeten, höflichen Elite anpassen will oder muss, um in Yale zu bestehen.
Das erschütternde Ende macht neugierig auf Band 2, denn eine erstaunliche Erkenntnis bietet aufregenden Stoff für eine weitere Geschichte rund um Alex, ihren Mentor, Yale und dunkle Magie.
Vera Teltz erzählt diese epische Geschichte ganz wunderbar: Ausdrucksstark und unaufgeregt zugleich! Sie spricht mit eher tiefer, leicht rauer Stimme, was perfekt zum Buch passt!